Deutsche Orchestervereinigung

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Logo der Deutschen Orchestervereinigung

Die Deutsche Orchestervereinigung e.V. (DOV) ist der Berufsverband und die Gewerkschaft für Musiker in kommunalen -, Staats- und Landesorchestern, Rundfunkorchestern, -Bigbands und für Rundfunkchorsänger, freiberufliche Musiker sowie Lehrbeauftragte und Studierende an Musikhochschulen. Die 1952 gegründete Orchestergewerkschaft kooperiert mit dem Deutschen Kulturrat, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft und zahlreichen anderen Verbänden und Institutionen, wie z. B. dem Deutschen Musikrat. Ihr gehören nahezu alle Mitglieder der deutschen Berufsorchester und Rundfunkchöre an, insgesamt etwa 12.800 Personen.

Die DOV handelt für ihre Mitglieder Tarifverträge mit dem Deutschen Bühnenverein (TVK – Tarifvertrag Tarifvertrag für die Musiker in Konzert- und Theaterorchestern, vor dem 1. Oktober 2019: Tarifvertrag für Kulturorchester[1][2]) und den Rundfunkanstalten sowie einzelnen Arbeitgebern aus. Daneben ist sie auf kulturpolitischem Gebiet tätig, indem sie sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutschen Orchesterlandschaft und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einsetzt. Als Mitgesellschafterin der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten nimmt sie urheberrechtliche und finanzielle Interessen von über 100.000 ausübenden Künstlerinnen und Künstlern wahr. Die DOV ist Mitglied des Netzwerkes Junge Ohren, das seit 2007 Musikvermittlungsprojekte im deutschsprachigen Raum zusammenfasst.

Im Oktober 2022, 70 Jahre nach der Gründung hat sich die DOV in unisono – Deutsche Musik- und Orchestervereinigung umbenannt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Voss: Das Tarifrecht der Mitglieder der deutschen Kulturorchester, Kulturorchestertarifordnung (TO.K) nebst Änderungen unter Berücksichtigung der Tarifverträge vom 6. Oktober 1956 und 21. September 1957 , Mainz 1957.
  • Arnold Jacobshagen: Strukturwandel der Orchesterlandschaft: die Kulturorchester im wiedervereinten Deutschland, Köln 2000.
  • Gerald Mertens: Orchester, Rundfunkensembles und Opernchöre. 2016 http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/mertens.pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Entstehung des Kulturorchester-Begriffs wurde untersucht durch Lutz Felbick (Das „hohe Kulturgut deutscher Musik“ und das „Entartete“ – über die Problematik des Kulturorchester-Begriffs, in: Zeitschrift für Kulturmanagement, 2/2015, S. 85–115). Die Arbeit von Jacobshagen (2000) erwähnt lediglich die Umwandlung der Tarifordnung für die deutschen Kulturorchester vom 30. März 1938 (TO.K) in den am 1. Juli 1971 vereinbarten Tarifvertrag für die Musiker in Kulturorchestern und stellt nachfolgend die neuere Geschichte dar. In der Musikwissenschaft steht eine umfangreiche Arbeit zur Kontinuität der 1952 bei der Gründung von der DOV noch geltenden Tarifordnung von 1938 aus, vgl. Voss 1957.
  2. 2. Gerald Mertens schreibt dazu in einem Beitrag für das Deutsche Musikinformationszentrum (Orchester, Rundfunkensembles und Opernchöre. 2016, Seite 2): Als so genannte Kulturorchester werden seit den 1930er Jahren sprachlich im Allgemeinen alle vorgenannten Konzert-, Rundfunk- und Opernorchester bezeichnet, da sie – so die etwas angestaubte tarifvertragliche Definition – „überwiegend ernst zu wertende Musik“ spielen. Es handelt sich bei dem Wort „Kulturorchester“ um einen rein juristischen Funktionsbegriff, der auch so in Gesetzestexten und Tarifverträgen verwendet wird, um bestimmte Berufsorchester von anderen Ensembles abzugrenzen. Das entscheidende Kriterium dürfte jedoch sein, dass diese Orchester alle überwiegend öffentlich (aus Steuermitteln oder Rundfunkgebühren) finanziert werden, mit einem festen Personalbestand ganzjährig und keine reine Unterhaltungs- oder Marschmusik spielen.
  3. Aus DOV wird unisono Pressemeldung zur Umbenennung. Abgerufen am 17. Oktober 2022.