Deutsche Ostasienmission

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Die Deutsche Ostasienmission (DOAM) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Missionsverein. Geographisches Operationsfeld des Vereins waren zunächst China und Japan, später kam Korea hinzu. Die Deutsche Ostasienmission ist Mitglied im Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Missions-Mittelschule in Tsingtao, 1925

Die Ostasienmission (OAM) wurde am 4. Juni 1884 durch den Schweizer evangelischen Geistlichen Ernst Buss als Allgemeiner evangelisch-protestantischer Missionsverein in Weimar gegründet. Unter „allgemein“ verstand man die kirchenpolitische Überparteilichkeit und Übernationalität sowie die Offenheit allen kirchlichen Gruppierungen gegenüber. Ab 1885 wirkten Pfarrer Wilfried Spinner als erster Japanmissionar in Tokio und Yokohama sowie Ernst Faber als erster Chinamissionar in Shanghai und später in Tsingtau. Die Ostasienmission verwendete den Begriff „Literarische Mission“, auf den bestens die missionarische Tätigkeit des philosophisch sehr bewanderten Ernst Faber passte.

Bestanden in Deutschland 1887 noch 60 Vereine, die Spenden für die Missionsarbeit aufbrachten, nahm die Zahl bis 1896 alleine in der Pfalz – wo der Schwerpunkt der Heimatarbeit der Ostasienmission lag – auf 140 unterstützende Gemeinden zu.

Während des Zweiten Weltkrieges entfernten sich der Schweizer und der deutsche Zweig der Ostasienmission zunehmend voneinander, und 1948 trennten sich die Deutsche Ostasienmission (DOAM) und die Schweizer Ostasienmission (SOAM) endgültig. Durch die Teilung Deutschlands wurde ein weiterer Zweigverein in der DDR gegründet.

In China musste die Missionsarbeit aufgrund der politischen Entwicklung 1952 völlig eingestellt werden; christliche Gemeinden in Japan bestehen dagegen bis heute fort.

Im Jahre 1972 war die Deutsche Ostasienmission an der Gründung des Evangelischen Missionswerk in Südwestdeutschland sowie 1974 am Berliner Missionswerk mitbeteiligt. Damit war sie eingebunden in das Evangelische Missionswerk in Deutschland. Ab 1992 wurden ebenfalls die Kontakte zu dem Freundeskreis in der ehemaligen DDR, der sich aus dem Zweigverein nach der Teilung ergeben hatte, wieder aufgenommen und in die gemeinsame Arbeit integriert.

Seit 1977 befindet sich das gesamte Archiv der Deutschen Ostasienmission im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz. Es umfasst 3000 Glasbilder, 1500 Fotos, 1000 Klischees und über 14 Meter Akten.[1]

Zum 120-jährigen Jubiläum der Ostasienmission fand 2004 eine Ausstellung „International – interkulturell – interreligiös. Bilder und Texte aus der Ostasienmission (1884–2004)“ statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen@1@2Vorlage:Toter Link/www.evpfalz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deutsche Ostasienmission – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien