Deutsche Parlamentarische Gesellschaft

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Die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft e. V. (DPG) ist eine überparteiliche Vereinigung von Abgeordneten des Deutschen Bundestages, der deutschen Landtage und des Europaparlaments. Sitz ist seit dem 14. September 1999 das ehemalige Reichstagspräsidentenpalais am Ebert-Platz in Berlin gegenüber dem Osteingang des Reichstagsgebäudes. Damit wollte die DPG die Parlamentspraxis der Weimarer Republik unterstreichen, während der das Gebäude schon als Treffpunkt der Abgeordneten diente.

Die DPG wurde am 1. April 1951 von den Bundestagsabgeordneten Karl Georg Pfleiderer (FDP/DVP), Gerhard Lütkens (SPD), Paul Bausch (CDU) und Josef-Ernst Fürst Fugger von Glött (CSU) gegründet. Bis 1999 hatte sie ihren Sitz in Bonn in der Villa Dahm (2006 abgebrochen); mit dem Umzug des Bundestages ging auch die DPG nach Berlin.

Villa Dahm in Bonn (2006 abgerissen), der ehemalige Sitz der DPG von 1955 bis 1999

Zweck und Ziel der DPG ist es, die persönlichen Beziehungen der Abgeordneten der verschiedenen Parlamente über Parlaments- und Parteigrenzen hinweg zu fördern und so auch für ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen politischen Positionen zu sorgen. Dabei soll nach Formulierung des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse in der persönlichen Begegnung in vertrauter Atmosphäre der „Grundkonsens der Demokraten im Deutschen Bundestag“ gestärkt werden. Die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft wurde in der Geschichte des deutschen Parlamentarismus von den Abgeordneten auch immer als Ort der Entspannung vom politischen Alltag und der persönlichen Versöhnung nach heftigen politischen Schlagabtauschen im Plenum betrachtet. Die Gesellschaft nutzt ihre Gebäude außerdem für kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen bildender Künstler und Buchpräsentationen. Am 29. März 1976 sorgte eine Ausstellung von Arbeiten des Plakatkünstlers Klaus Staeck in der Villa Dahm für bundesweite Aufregung, als CDU/CSU-Abgeordnete unter Führung von Philipp Jenninger einige dieser Plakate von den Wänden rissen. Dieser Eklat, in den Medien auch Bonner Bildersturm genannt, galt den Befürwortern der Ausstellung um Holger Börner (SPD) als „Angriff auf die Freiheit der Kunst“.

Nach der Bundestagswahl 2005 gelangte die DPG in das öffentliche Blickfeld, da in ihren Räumen getreu der DPG-Tradition des interfraktionellen Austausches die Sondierungsgespräche der potentiellen Koalitionspartner stattfanden. CDU/CSU und SPD sowie CDU/CSU und Grüne haben sich auch nach der Bundestagswahl 2013 dort zu Sondierungsgesprächen getroffen.

Vorsitzende/Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Geschäftsführer in der DPG[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/31784711_kw41_parlamentarische_gesellschaft/202954