Deutsche Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Deutschland
Deutscher Rugby-Verband.png
Spitzname(n) Schwarze Adler
Verband Deutscher Rugby-Verband
Trainer Mike Ford
Kapitän Michael Poppmeier
Heim
Auswärts
Erstes Länderspiel
FrankreichFrankreich Frankreich 30:5 Deutschland Deutsches ReichDeutsches Reich
(17. April 1927)
Höchster Sieg
Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro 0:108 Deutschland DeutschlandDeutschland
(12. November 2005)
Höchste Niederlage
RusslandRussland Russland 89:6 Deutschland DeutschlandDeutschland
(16. April 2000)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: keine
World-Rugby-Kürzel: GER
WR-Rang: 26. (57.82 Punkte) (Stand: 12. November 2018)[1]

Die deutsche Rugby-Union-Nationalmannschaft der Männer vertritt den Deutschen Rugby-Verband als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene im Rugby-Union gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. Sie spielt in der höchsten Division der Rugby-Union-Europameisterschaft, der Rugby Europe Championship, des europäischen Kontinentalverbands Rugby Europe und den Qualifikationsspielen zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft des World Rugby-Verbands.

Der größte Erfolg der Nationalmannschaft ist der zweite Platz bei den Olympischen Spielen 1900, sowie zwei dritte Plätze bei den Europameisterschaften 1952 und 2018.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankreich (weiß) gegen Deutschland (dunkel gestreift) bei den Olympischen Sommerspielen

Bereits an den II. Olympischen Spielen, die im Jahr 1900 zusammen mit der Weltausstellung in Paris stattfanden, nahm Deutschland teil und errang durch ein 17:27 gegen den Gastgeber Platz zwei. Anstelle einer Nationalmannschaft, die es noch nicht gab, spielte der SC 1880 Frankfurt für das Kaiserreich.

Zum ersten offiziellen Länderspiel trat Deutschland am 17. April 1927 wieder in Frankreich an und verlor mit 5:30. Seitdem spielte es noch achtmal gegen Frankreich, ab 1929 zweimal gegen Spanien, 1931 gegen die Tschechoslowakei und 1933 gegen die Niederlande. Dann gehörte es am 2. Januar 1934 in Paris und am 25. März 1934 in Hannover zu den Gründungsmitgliedern der Fédération Internationale de Rugby Amateur (FIRA, ab 1999 FIRA-AER, seit 2014 Rugby Europe) – zusammen mit Belgien, Frankreich, Italien, Katalonien, den Niederlanden, Portugal, Rumänien und Spanien. Folgerichtig beteiligte es sich bis zum Zweiten Weltkrieg an einem intensiven Länderspielverkehr mit den FIRA-Mitgliedern: Die DRV-Fünfzehn spielte ab 1936 dreimal gegen Rumänien und sechsmal gegen Italien, 1937 gegen Belgien, sowie weitere sechsmal gegen Frankreich, zweimal gegen die Niederlande und einmal gegen die Tschechoslowakei. Das letzte Spiel im Krieg fand am 5. Mai 1940 in Stuttgart gegen Italien statt. Gegen alle Länder außer Frankreich sah die deutsche Bilanz positiv aus:

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Nachkriegs-Länderspiel wurde am 2. März 1952 gegen Belgien gewonnen (16:9 in Hannover). Die deutsche Mannschaft musste bald feststellen, dass sie aufgrund der Kriegsauswirkungen und der konsequenten Aufbauarbeit der Konkurrenten ihre Stellung auf dem Kontinent eingebüßt hatte. Frankreich trat bis 1969 fast nur noch mit einer B-Mannschaft gegen die Deutschen an und siegte dennoch sicher. Italien und Rumänien waren ebenfalls besser, Spanien war mindestens ebenbürtig.

Die Teilnahme Deutschlands an der Europameisterschaft der FIRA seit der Saison 1973/74 weitete die Zahl der Länderspielgegner aus: Nun kamen auch Marokko, Schweden, die Sowjetunion, die Schweiz, Tunesien und Dänemark dazu.

Im November 1988 wurde der DRV als 38. Nationalverband in den International Rugby Board (IRB, seit 2014 World Rugby) aufgenommen, so dass Deutschland erstmals 1989 an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1991 teilnehmen konnte. Allerdings unterlag die XV des DRV gleich am Anfang den Niederlanden mit 6:12 in Heidelberg und schied so bereits in der ersten Runde aus.

1989 und 1990 fanden erstmals Länderspiele gegen Teams aus Übersee statt: Gegen Westsamoa und Namibia musste die DRV-Fünfzehn hohe Niederlagen einstecken (9:55 bzw. 7:54).

Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1999 trug die DRV-Mannschaft vier Spiele in ihrer Europa-Gruppe aus, von denen sie zwei gewinnen konnte und zwei verlor. Zunächst gewann man im bisher einzigen Länderspiel gegen Andorra mit 56:11 in Andorra la Vella und gegen Tschechien mit 31:17. Daraufhin verlor man in Portugal 6:30 und gegen Spanien 9:24. Dies bedeutete Tabellenplatz drei von fünf und damit das Aus.

Das Jahrtausend schloss die Deutsche Rugby-Nationalmannschaft mit negativer Bilanz ab.

Seit 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Nationalmannschaften von den Britischen Inseln (England, Schottland, Wales, Irland) ist die deutsche Auswahl noch nie angetreten, wohl aber hin und wieder gegen Club-Teams oder Grafschafts-Auswahlen. 2000 spielte eine DRV-Auswahl im renovierten Eilenriedestadion in Hannover zur Feier des 100-jährigen Bestehens des DRV gegen die Auswahl der Barbarians, der weltweit berühmteste Rugby-Einladungsmannschaft (19:47).

Die WM-Qualifikation für 2003 lief wie die vorhergehende ab: wieder zwei Siege und zwei Niederlagen. In Schweden setzte es eine 10:32 Niederlage. Gegen die Konkurrenz aus Dänemark (34:24) und Lettland (44:0) konnten die Siege eingefahren werden. Die 12:20 Niederlage in Polen bedeutete Platz zwei von fünf in Europa-Gruppe B. Das reichte nicht für die nächste Runde.

Bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2007 beendete die DRV-Mannschaft ihre Vorrunde gegen kleinere Gegner ungeschlagen. 2004 besiegte man Moldau 27:18 und Luxemburg 96:0. Die weitern Siege waren 2005 gegen Dänemark 56:0 und Österreich 69:9. Anschließend gewann sie auch in der Europa-Gruppe B alle vier Spiele souverän, dabei erstmals in ihrer Geschichte dreistellig gegen Serbien-Montenegro 108:0. Malta (43:0), Kroatien (25:15) und Belgien (33:15) waren die weiteren Gruppengegner. Nach den Entscheidungsspielen gegen Spanien, den Sieger der Gruppe A, schied Deutschland dann aus. Während das Hinspiel in Heidelberg mit 18:6 noch zugunsten der deutschen Nationalmannschaft entschieden wurde, unterlag sie mit 36:10 in Madrid.

Nachdem man 2014 wieder in die Division 1A des European Nations Cup aufgestiegen war, gelang im European Nations Cup 2014–2016 nach einem 50:27 Sieg gegen Portugal und einem 17:17 Unentschieden gegen Spanien erstmals der Klassenerhalt. Zuvor hatte man alle Spiele der Hinrunde verloren. Die Herbstländerspiele gegen Uruguay und zweimal Brasilien konnten alle zugunsten der DRV Fünfzehn entschieden werden. Die Europameisterschaft wurde im folgenden Jahr in Rugby Europe International Championships umbenannt und wechselte in einen Einjahresrhythmus. Zu Beginn der Saison 2018 konnte man dich mit 41:38 gegen Rumänien im Sparda-Bank-Hessen-Stadion durchsetzen. Dies war der erste Sieg gegen die Stejarii seit 1972. Auf eine 6:50 Niederlage gegen Europameister Georgien folgte ein 34:29 Sieg gegen Belgien. Da die Spiele der EM (außer gegen die bereits qualifizierten Georgier) gleichzeitig als WM-Qualifikationsspiele zählten, war man in diese perfekt gestartet. Die deutsche Nationalmannschaft unterlag jedoch in den Spielen gegen Spanien und Russland, sodss man sich mit dem fünften EM-Platz begnügen musste.

Für den Sommer konnte ein erstes Länderspiel gegen Kenia organisiert werden, das man 30:29 in Nairobi gewann. Auch das Freundschaftsspiel gegen Brasilien konnte man gewinnen, bevor die DRV Fünfzehn bei ihrem ersten Länderspiel gegen die Vereinigten Staaten verlor. Vor dem Spiel gegen Chile kam es zum Bruch der von der WILD Rugby Academy angestellten Spieler mit dem Verband. Sie entschlossen sich drei Tage vor dem Spiel zu einem Streik.[2] Da sie einen Großteil der Mannschaft ausmachten, musste ein komplett neuer Kader aufgestellt werden. Die so kurzfristig einberufenen Spieler wurden trotz der 10:32 Niederlage als "Helden von Offenbach" betitelt.[3]

Auch im neuen Jahr kam es zu keiner Einigung, sodass es bei der Europameisterschaft 2018 zu einigen hohen Niederlagen kam, obwohl der DRV sich mit Pablo Lemoine die Dienste eines international erfahrenen Trainers sichern konnte. Das Auftaktspiel gegen Rumänien in Cluj-Napoca war mit 6:85 die bisher höchste Niederlage gegen diese Mannschaft. Das Heimspiel gegen Georgien wurde mit 0:64 verloren. Auch gegen Belgien (15:69) und Spanien (10:84) setzte es neue Rekordniederlagen. Das letzte Spiel wurde gegen Russland 3:57 verloren, sodass die deutsche Mannschaft die Saison ohne Punkte abschloss. Trotzdem kam man hinter Georgien und Russland auf den dritten Tabellenplatz in der Meisterschaft, nachdem den Mannschaften Rumäniens, Spaniens und Belgiens aufgrund des Einsatzes nicht spielberechtigter Spieler Punkte abgezogen worden waren.[4]

Zudem qualifizierte sich Deutschland für die sechste Runde der WM-Qualifikation zu einem Play-off Spiel gegen den Rugby-Europe-Trophy-Sieger Portugal. Nach Bekanntgabe der Auflösung der WRA waren wieder alle Spieler verfügbar. Deutschland konnte in Heidelberg vor 2400 Zuschauern mit 16:13 gewinnen und sicherte sich die Teilnahme an den interkontinentalen Play-offs gegen Samoa. Im Vorfeld des Spiels in Apia wurde die deutsche Mannschaft vom Premierminister des mehrfachen WM-Teilnehmers verhöhnt.[5] Das Spiel wurde mit 15:66 verloren. Auch beim Rückspiel in Heidelberg konnte die deutsche Nationalmannschaft das Blatt nicht wenden und verlor mit 28:42. Damit ist die Qualifikation nur noch über das Repechage-Turnier gegen Hongkong, Kanada und Kenia möglich. Für dieses wurde Mike Ford als Trainer engagiert, der sowohl als Trainer von Bath Rugby und dem RC Toulon als auch als Defensiv-Trainer der Englischen Nationalmannschaft Erfahrung sammeln konnte.

Spiele gegen Britische Streitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Spiele gab es nur gegen die in Deutschland stationierten Britischen Streitkräfte:

Rugby: Inoffizielle Spiele gegen britische Armee-Auswahlen in Deutschland
Auswahl Jahre Gesamt Gewonnen Unentsch. Verloren
Flag of the British Army.svg BAOR 1952–1983 33 12 4 17
Air Force Ensign of the United Kingdom.svg RAFG 1955–1982 26 14 4 8
Government Ensign of the United Kingdom.svg BFG 1995–1999 5 3 0 2
Bilanz 1952–1999 64 29 8 27

Bundestrainer und Teamchefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bisherigen Bundestrainer des Deutschen Rugby-Verbands waren:

Zeitraum Name
1952–1959 ?
1959–1969 Helmut Flügge
1969–1981 Klaus Wesch
1981–1988 Fritz Raupers
1988–1990 Robert Antonin
1990–1992 Jean-Claude Rutault
1992–2000 Peter Ianusevici
2000–2001 Thorsten Schippe
2001–2010 Rudolf Finsterer
2010–2013 Thorsten Schippe
2013–2018[6] Frederik Jacobus Potgieter
2018 Pablo Lemoine
2018- Mike Ford

Bekannte Nationalspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgelistet sind die Länderspiele der letzten zwölf Monate, sowie geplante Spiele.

Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass
18. Nov. 2017 17:46 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten H Wiesbaden, Brita-Arena
25. Nov. 2017 10:32 ChileChile Chile H Offenbach am Main, Sparda-Bank-Hessen-Stadion
10. Feb. 2018 6:85 RumänienRumänien Rumänien A Cluj-Napoca (ROU), Cluj Arena REC 2017/18
17. Feb. 2018 0:64 GeorgienGeorgien Georgien H Offenbach am Main, Sparda-Bank-Hessen-Stadion REC 2017/18
03. Mär. 2018 15:69 BelgienBelgien Belgien A Brüssel (BEL), Nelson Mandela Sports Centre REC 2017/18
10. Mär. 2018 10:84 SpanienSpanien Spanien A Madrid (ESP), Estadio Nacional Universidad Complutense REC 2017/18
18. Mär. 2018 3:57 RusslandRussland Russland H Köln, Sportpark Höhenberg REC 2017/18
16. Juni 2018 16:13 PortugalPortugal Portugal H Heidelberg, Fritz-Grunebaum-Sportpark WM-2019-Qualifikation
30. Juni 2018 15:66 SamoaSamoa Samoa A Apia (SAM), Apia Park WM-2019-Qualifikation
14. Juli 2018 28:42 SamoaSamoa Samoa H Heidelberg, Fritz-Grunebaum-Sportpark WM-2019-Qualifikation
11. Nov. 2018 26:9 HongkongHongkong Hongkong * Marseille (FRA), Stade Pierre-Delort WM-2019-Qualifikation
17. Nov. 2018 10:29 KanadaKanada Kanada * Marseille (FRA), Stade Pierre-Delort WM-2019-Qualifikation
23. Nov. 2018 KeniaKenia Kenia * Marseille (FRA), Stade Pierre-Delort WM-2019-Qualifikation

Legende:

  • A = Auswärtsspiel
  • H = Heimspiel
  • * = Spiel auf neutralem Platz
  • grüne Hintergrundfarbe = Sieg der deutschen Mannschaft
  • gelbe Hintergrundfarbe = Unentschieden
  • rote Hintergrundfarbe = Niederlage der deutschen Mannschaft

Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den 30-Mann-Kader für das Repechage-Turnier im November 2018:[7]

Spieler Position Verein Länderspiele
Dasch Barber Hakler DeutschlandDeutschland Heidelberger RK 9
Kurt Haupt Hakler vereinslos 0
Mika Tyumenev Hakler FrankreichFrankreich Stade Niçois 24
Antony Dickinson Pfeiler EnglandEngland Rotherham Titans 7
Samy Füchsel Pfeiler DeutschlandDeutschland SC Frankfurt 1880 36
Julius Nostadt Pfeiler FrankreichFrankreich Stade Aurillacois 22
Matthias Schösser Pfeiler SchottlandSchottland Aberdeen Grammar 7
Jörn Schröder Pfeiler DeutschlandDeutschland Heidelberger RK 18
Eric Marks Zweite-Reihe-Stürmer FrankreichFrankreich Stade Rochelais 21
Michael Poppmeier Zweite-Reihe-Stürmer DeutschlandDeutschland SC Frankfurt 1880 24
Timo Vollenkemper Zweite-Reihe-Stürmer DeutschlandDeutschland Heidelberger RK 19
Jonathon Dawe Flügelstürmer EnglandEngland Worthing RFC 0
Sebastian Ferreira Flügelstürmer FrankreichFrankreich SO Chambérien 12
Marcel Henn Flügelstürmer DeutschlandDeutschland SC Frankfurt 1880 24
Jaco Otto Flügelstürmer DeutschlandDeutschland TSV Handschuhsheim 20
Jarrid Els Nummer 8 RumänienRumänien CSM București 18
Ayron Schramm Nummer 8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sabercats 3
Sean Armstrong Gedrängehalb DeutschlandDeutschland Heidelberger RK 37
Tim Menzel Gedrängehalb FrankreichFrankreich RC Vannes 28
Oliver Paine Gedrängehalb DeutschlandDeutschland SC Neuenheim 10
Chris Hilsenbeck Verbinder FrankreichFrankreich RC Vannes 17
Raynor Parkinson Verbinder DeutschlandDeutschland SC Frankfurt 1880 32
Hagen Schulte Verbinder RumänienRumänien CSM București 3
Wynston Cameron-Dow Innendreiviertel DeutschlandDeutschland BSC Offenbach 4
Mathieu Ducau Innendreiviertel FrankreichFrankreich CA Lannemezan 5
Jamie Murphy Innendreiviertel WalesFlag of Wales (1959–present).svg Bridgend Ravens 7
Carlos Soteras-Merz Innendreiviertel DeutschlandDeutschland TV Pforzheim 17
Marcel Coetzee Außendreiviertel DeutschlandDeutschland TSV Handschuhsheim 14
Nikolai Klewinghaus Außendreiviertel DeutschlandDeutschland TSV Handschuhsheim 4
Harris Aounallah Schlussmann FrankreichFrankreich Stade Dijonnais 8

Organisatorisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielkleidung und Trikotfarben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie aus Fotos ersichtlich ist, trat die deutsche Mannschaft seit ihrem ersten Länderspiel 1927 bis (mindestens) Ende der 1980er Jahre in weißem Trikot, weißer Hose und blauen Strümpfen/Stutzen an. In den 1990er Jahren wurden Farben wie in anderen Sportarten (z. B. Fußball, Eishockey) eingeführt: weißes Trikot (mit schwarz-rot-goldener Brustbinde), schwarze Hose, rote Strümpfe. Diese Bekleidung verwendete auch das Frauen-Nationalteam. Ende der 1990er Jahre gab es ein gelbes Jersey (mit schwarz-roter Brustbinde), dazu schwarze Hose und rote oder schwarze Strümpfe (diese mit gelbem Oberrand).

WILD Rugby Academy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. September 2014 fungierte die WILD Rugby Academy (WRA), eine im Jahr 2007 gegründete Stiftung von Unternehmer Dr. Hans-Peter Wild, als Premium-Partner des Deutschen Rugby-Verbands und war somit der wichtigste Partner des DRV.[8] Die WRA, unter der Leitung von Ex-Nationalspieler Robert Mohr, unterstützte in diesem Rahmen die 15er und 7er Herren-Nationalmannschaften sowohl organisatorisch als auch finanziell und war maßgeblich am Aufschwung der Auswahlmannschaften des DRV beteiligt. Neben den beiden Nationaltrainern Kobus Potgieter und Pieter Jordaan stellte die WRA den Nationalmannschaften seit der Fertigstellung des hochmodernen Kunstrasenplatzes beim Heidelberger RK auch ganzjährig optimale Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber hinaus ermöglichte das finanzielle Engagement der WILD Rugby Academy mehrere wichtige Vorbereitungsmaßnahmen für den European Nations Cup, darunter auch die erfolgreiche Brasilien-Tour im November 2015, bei der die 15er Nationalmannschaft nach zwei deutlichen Siegen über Brasilien auf Weltranglistenplatz 26 kletterte. Nach Siegen über Uruguay, Rumänien, Belgien und Kenia kletterte Deutschland im Sommer 2017 sogar auf Weltranglistenplatz 23. Die vertraglich vereinbarte Kooperation zwischen der WILD Rugby Academy – Stiftung zur Förderung des Rugbysports und dem DRV endete im August 2017 und wurde nicht verlängert.

Fanclub[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Mai 2013 wurde im Deutschen Rugby-Sportmuseum Heidelberg der gemeinnützige Verein „Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft e.V.“ gegründet und ein dreiköpfiger Vorstand gewählt. Der Verein unterstützt die sportlichen Aktivitäten der Nationalmannschaften (Männer, U-23 und U-19) des Deutschen Rugby-Verbands im nichtolympischen Fünfzehnerrugby auf vielfältige Weise. Er sammelt Mittel durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und die Unterstützung von Sponsoren und trägt somit zur Finanzierung dieser Teams bei, die in den Wettbewerben des Europäischen Rugby-Verbandes Rugby Europe und des Weltverbandes World Rugby engagiert sind.[9]

Bilanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahmen an Olympischen Spielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15er-Rugby war nur vier mal olympisch. Beim ersten Turnier erreichte die deutsche Auswahlt den zweiten Platz.

Jahr Austragungsort Teilnahme bis … Platz
1900 Paris Platzierungsspiel 2. Platz
1908 London keine Teilnahme
1920 Antwerpen keine Teilnahme
1924 Paris keine Teilnahme

Teilnahmen an Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland bei einem Qualifikationsspiel gegen Belgien für die WM 2007

Deutschland konnte sich noch nie für die Rugby-Union-Weltmeisterschaft qualifizieren.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Platz
1987 Australien und Neuseeland keine Teilnahme
1991 England 1. Qualifikationsrunde
1995 Südafrika 2. Qualifikationsrunde
1999 Wales 2. Qualifikationsrunde
2003 Australien 2. Qualifikationsrunde
2007 Frankreich 3. Qualifikationsrunde
2011 Neuseeland 5. Qualifikationsrunde
2015 England 6. Qualifikationsrunde

Teilnahmen an Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Rugby-Union-Europameisterschaft nimmt die deutsche Mannschaft seit Gründung des Wettbewerbs teil, meist in der zweiten Division. Ende der Saison 2006–2008 stieg Deutschland wieder in die höchste Spielklasse auf und daraufhin direkt wieder ab. Sie spielte in der Saison 2012–2014 in der Division 1B des European Nations Cup und schaffte als Gruppenerster den Wiederaufstieg in die höchstmögliche Spielklasse.

Jahr Name Division Teilnahme bis … Platz
1952 Europacup Vorrunde 3. Platz
1954 Europacup Halbfinale 4. Platz
1965/66 Nations cup 1. Division 4. Platz
1966/67 Nations cup keine Teilnahme
1967/68 Nations cup 1. Division 4. Platz
1968/69 Nations cup 1. Division 4. Platz
1969/70 Nations cup keine Teilnahme
1970/71 Nations cup keine Teilnahme
1971/72 Nations cup keine Teilnahme
1972/73 Nations cup keine Teilnahme
1973/74 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 3. Platz
1974/75 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 3. Platz
1975/76 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1976/77 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 4. Platz
1977/78 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1978/79 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1979/80 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 4. Platz
1980/81 FIRA-Europameisterschaft 1. Division 5. Platz
1981/82 FIRA-Europameisterschaft 1. Division 6. Platz
1982/83 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1983/84 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 3. Platz
1984/85 FIRA-Europameisterschaft 3. Division (3) 3. Platz
1985–87 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1987–89 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1989/90 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1990–92 FIRA-Europameisterschaft 2. Division keine Platzierung
1992–94 FIRA-Europameisterschaft 1. Division 6. Platz
1995–97 FIRA-Europameisterschaft 2. Division (2) 3. Platz
2000 European Nations Cup 2. Division (2) 5. Platz
2001 European Nations Cup 2. Division (2) 3. Platz
2002–04 European Nations Cup 2. Division (2) 2. Platz
2006–08 European Nations Cup Division 2A (2A) 1. Platz
2008–10 European Nations Cup 1. Division 6. Platz
2010–12 European Nations Cup Division 1B (1B) 4. Platz
2012–14 European Nations Cup Division 1B (1B) 1. Platz
2014–2016 European Nations Cup Division 1A 5. Platz
2016/17 Rugby Europe International Championships Rugby Europe Championship 5. Platz
2017/18 Rugby Europe International Championships Rugby Europe Championship 3. Platz
1. Division

1965/66, 1967–1969, 1981–1983, 1992–1995, 2008–2010, 2014–2018

1B Division

2010–2014

2. Division

1966/67, 1969–1981, 1983/84, 1985–1992, 1995–2008

3. Division

1984/85

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. worldrugby.org, 12. November 2018, abgerufen am 12. November 2018.
  2. Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft befindet sich im Streik In: Die Welt, 22. November 2017, abgerufen am 7. November 2018.
  3. Zur Not mit dem Zug nach Russland In: Offenbach-Post, 27. November 2017, abgerufen am 7. November 2018.
  4. Russia handed World Cup place as Romania penalised for ineligible player. Erschienen am 15. Mai 2018 in The Guardian. Eingesehen am 16. Mai 2018.
  5. "Keine Ahnung von diesem Sport" In: Spiegel Online, 26. Juni 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  6. DRV: Trainerteam wieder vollständig. In: TotalRugby.de, 1. Mai 2013. Abgerufen am 12. August 2013.
  7. Jens Beeskow: Endgültiger Kader für Repechage-Turnier steht. In: Website des DRV, 6. November 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  8. Premium-Sponsor: WILD Rugby Academy fördert Herren-Nationalmannschaften des DRV . In: totalrugby.de, 16. September 2004. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  9. Freunde der deutschen Rugby-Nationalmannschaft gegründet (Memento vom 30. April 2014 im Internet Archive). In: scrum.de, 22. Juni 2013. Abgerufen am 29. April 2014.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus-Peter Bach (Hg.): 100 Jahre Deutscher Rugby-Verband. Ohne Verlagsangabe; vermutlich: Gehrden-Leveste (Schroeder-Verlag), 2000. (Statistiken und Trainer bis 1999).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutsche Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien