Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
(DSW)
Zweck: Entwicklungszusammenarbeit
Vorsitz: Knut Gerschau[1]
Geschäftsführer: Renate Bähr
Gründungsdatum: 1991
Mitarbeiterzahl: 172 (2016)
Sitz: Hannover
Website: www.dsw.org

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mit Sitz in Hannover ist eine international tätige Entwicklungsorganisation, die 1991 gegründet wurde. Die Gründung erfolgte durch den hannoverschen Unternehmer Erhard Schreiber,[2] der Dirk Roßmann als weiteren Stiftungsgründer gewinnen konnte. Es gibt Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel sowie Länderbüros in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda.[3]

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Stiftungsarbeit ist unter anderem Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei werden Entwicklungsprojekte in den Ländern gefördert, in denen ein hoher Bedarf an Familienplanung, Sexualaufklärung und anderen Dienstleistungen der reproduktiven Gesundheit besteht. Dabei arbeitet sie eng mit einheimischen Organisationen zusammen.

Mit der Initiative „Youth-to-Youth“ werden Jugendliche in Ostafrika zu Jugendberatern ausgebildet, die ihr Wissen über Sexualaufklärung und Gesundheit an Gleichaltrige weitergeben. Dazu wurden Jugendklubs in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda aufgebaut. Seit 2004 unterstützt die Stiftung die Arbeit des Addis Abeba Fistula Hospital in Äthiopien. Dort werden Frauen operiert, die an einer Scheidenfistel leiden.[4]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Knut Gerschau, die Geschäftsführerin ist Renate Bähr. Die Stiftung beschäftigt 172 Mitarbeiter[5] und ist nach eigenen Angaben parteipolitisch unabhängig und konfessionell nicht gebunden. Für die Durchführung ihrer Projekte ist sie auf Spenden und finanzielle Unterstützung durch Organisationen angewiesen. Die Stiftung ist Träger des Spendensiegels des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen.[6] Nach eigenen Angaben fließen 83 % der Spenden in die Projekte.[7]

Das Kuratorium besteht aus Alfred Biolek, Margot Käßmann, Nafis Sadik, Sara Seims, Klaus Töpfer und Ernst Ulrich von Weizsäcker.[8]

Biolek gründete außerdem im Jahr 2005 die Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika als eine treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Stiftung. Im Juli 2015 wurde seine Stiftung in einen Stiftungsfonds umgewandelt.[9]

Medienpreis Weltbevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 vergibt die DSW den Medienpreis „Weltbevölkerung“, der anfangs als Journalistenpreis ausgewiesen war. Schirmherr ist Gerd Müller (Politiker, 1955), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Preis besteht aus einem Reisestipendium nach Afrika.[10]

  • Preisträger 2016 waren Julia Amberger für den Radiobeitrag zum Kampf gegen Scheidenfisteln in Tansania für DRadio Wissen, Dirk Gilson zum Thema Vermeidung von Kinderehen in Niger und Arndt Peltner für seinem Artikel über das Engagement gegen Genitalverstümmelung in Somaliland für die Deutsche Welle. Den Nachwuchspreis erhielt Tobias Dammers für seinen Artikel „Wie ein Projekt sexuelle Gewalt und Missbrauch mit Fußball stoppen will“ im Tagesspiegel.[11]
  • Preisträger 2015 waren Julia Jaroschewski für die Website AIDS-Highway Beira, Joachim Riecker für seinem Artikel Fatou Mbengues Hoffnung auf eine neue Station in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und Veronika Wawatschek mit dem Radiobeitrag Verhütung und Religion in Tansania für den Bayerischen Rundfunk.
  • Preisträger 2013 waren Jan Rübel für seinen Artikel Megafaktor Demographie, der zweite Preis ging an Julia Reichardt für den Beitrag Kampf um die Pille in der Zeitschrift Chrismon und der dritte Preis an Sonja Kastilan für ihren Artikel Dem Volk war damit nicht gedient in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]