Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

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Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
(DSW)
Zweck: Entwicklungszusammenarbeit in der Bevölkerungspolitik und Familienplanung
Vorsitz: Knut Gerschau[1]
Gründungsdatum: 1991
Mitarbeiterzahl: 169 (2015)
Sitz: Hannover
Website: www.dsw.org

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation.

Gegründet wurde sie 1991 als private gemeinnützige Stiftung des hannoverschen Unternehmers Erhard Schreiber, der Dirk Roßmann als weiteren Stiftungsgründer gewinnen konnte. Die Stiftung beschäftigte Ende 2015 weltweit 169 Mitarbeiter – an ihrem Hauptsitz in Hannover, in ihren Verbindungsbüros in Berlin und Brüssel sowie in vier Länderbüros in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda.[2] Die Stiftung ist parteipolitisch unabhängig und konfessionell nicht gebunden. Für die Durchführung ihrer Projekte ist sie auf Spenden und die finanzielle Unterstützung durch andere Organisationen angewiesen. Die DSW ist Träger des Spendensiegels des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI).[3]

Stiftungszweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Arbeit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung ist es, Menschen zu helfen, sich selbst aus der Armut zu befreien. Deshalb unterstützt die Stiftung Familienplanungs- und Aufklärungsprojekte sowie Gesundheitsinitiativen in Afrika und Asien mit dem Schwerpunkt auf Ostafrika. Dabei steht der Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und HIV im Vordergrund. Die Stiftung setzt sich für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte ein. Das schließt das Recht der Frau ein, über die Anzahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt selbst zu bestimmen.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung fördert Entwicklungsprojekte in den Ländern, in denen ein hoher Bedarf an Familienplanung, Sexualaufklärung und anderen Dienstleistungen der reproduktiven Gesundheit besteht. Dabei arbeitet sie eng mit einheimischen Organisationen zusammen.

Mit der Initiative „Youth-to-Youth“ werden Jugendliche in Ostafrika zu Jugendberatern ausgebildet, die ihr Wissen über Sexualaufklärung und Gesundheit an Gleichaltrige weitergeben. Dazu hat die Stiftung ein Netzwerk von Jugendklubs in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda aufgebaut.

Seit 2004 unterstützt die Stiftung Weltbevölkerung die Arbeit des Addis Abeba Fistula Hospital in Äthiopien. Dort werden Frauen operiert, die an einer Scheidenfistel leiden.

Medienpreis Weltbevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 vergibt die DSW den Medienpreis „Weltbevölkerung“. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

  • Preisträger 2016[4] waren Julia Amberger mit dem Radiobeitrag zum Kampf gegen Scheidenfisteln in Tansania für DRadio Wissen, Dirk Gilson zum Thema Vermeidung von Kinderehen in Niger und Arndt Peltner mit seinem Artikel über das Engagement gegen Genitalverstümmelung in Somaliland für die Deutsche Welle. Den Nachwuchspreis erhielt Tobias Dammers für seinen Artikel „Wie ein Projekt sexuelle Gewalt und Missbrauch mit Fußball stoppen will“ im Tagesspiegel.
  • Preisträger 2015[5] waren Julia Jaroschewski mit der Website AIDS-Highway Beira, Joachim Riecker mit seinem Artikel Fatou Mbengues Hoffnung auf eine neue Station in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und Veronika Wawatschek mit dem Radiobeitrag Verhütung und Religion in Tansania für den Bayerischen Rundfunk.
  • Preisträger 2013 waren Jan Rübel für seinen Artikel Megafaktor Demographie, der zweite Preis ging an Julia Reichardt für den Beitrag Kampf um die Pille in der Zeitschrift Chrismon und der dritte Preis an Sonja Kastilan für ihren Artikel Dem Volk war damit nicht gedient in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.[6]

Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kuratorium der Stiftung zählen Alfred Biolek, Margot Käßmann, Nafis Sadik, Klaus Töpfer, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Sara Seims.

Alfred Biolek gründete außerdem im Jahr 2005 die Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika als eine treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Stiftung Weltbevölkerung. Im Juli 2015 wurde die Alfred Biolek Stiftung in einen Stiftungsfonds umgewandelt.[7]

Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Knut Gerschau, die Geschäftsführerin ist Renate Bähr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. dsw.org: Wer wir sind
  2. DSW-Finanzbericht 2015
  3. DZI-Spendensiegel der DSW
  4. Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, aufgerufen am 19. Dezember 2016.
  5. Website der Stiftung Weltbevölkerung, aufgerufen am 19. August 2016.
  6. Stiftung Weltbevölkerung verleiht Journalistenpreis, Stiftung Weltbevölkerung, 9. April 2014
  7. Newsletter der Stiftung Weltbevölkerung, Juli 2015.