Deutsche Taekwondo Union

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Deutsche Taekwondo Union
Gründungsdatum/-jahr 1981
Präsident Stefan Klawiter
Vereine 846[1]
Mitglieder 56.260[1]
Verbandssitz München
Homepage www.dtu.de/

Die Deutsche Taekwondo Union e. V. (DTU) ist der größte Taekwondo-Verband in Deutschland. Sie ist Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde 1981 gegründet und ist der rechtliche Nachfolger der Sektion Taekwondo des Deutschen Judo-Bundes (DJB). Die Rechtsform ist der eingetragene Verein (e. V.). Der Verein mit Sitz in München[2] ist Mitglied in der europäischen Dachorganisation World Taekwondo Europe (WTE) sowie im Olympischen Weltdachverband World Taekwondo (WT).

Seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes ist die DTU als einziger Taekwondo-Verband berechtigt, Sportler zu den Olympischen Spielen zu entsenden.

Die Deutsche Taekwondo Union bzw. ihre Vorgängerin war bereits zwei Mal Ausrichter der Weltmeisterschaften, 1979 in Sindelfingen und 2003 in Garmisch-Partenkirchen. Nach 1978 in München und 1984 in Stuttgart wurden 2006 erneut die Europameisterschaften in Deutschland (Bonn) ausgetragen.

Erfolgreiche Sportler auf Weltebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Kämpfer haben im Laufe der Jahre zahlreiche Erfolge auf Weltebene erringen können, unter anderem folgende:

Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste türkische Taekwondo-Weltmeister Yilmaz Helvacioglu (–68 kg), der den Titel 1983 in Kopenhagen erringen konnte, hat in Deutschland mit dem Taekwondo begonnen. Ebenfalls für die Türkei kämpfte Servet Tazegül in Peking und Weltmeister 2011 in Gyeongju, der in Nürnberg geboren ist und dort lebt und trainiert. Tazegül wurde bei den Olympischen Spielen 2012 in London erster türkischer Olympiasieger.

CISM-Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vize-Weltmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europameister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U21 Europameister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Madeline Folgmann (–53 kg), 2017 in Sofia

U21 Vize-Europameister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ela Aydin (–53 kg), 2017 in Sofia

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Olympischen Demonstrationswettbewerben im Taekwondo 1988 in Seoul (Korea) errangen zwei Sportler und zwei Sportlerinnen der DTU jeweils eine Bronze-Medaille: der Europameister von 1988 und spätere DTU-Bundestrainer Markus Woznicki (NWTU), der Weltmeister von 1987 Michael Arndt (NWTU), die spätere Europameisterin von 1992 Sonny Jung (geb. Seidel) (HTU) sowie Ute Güster aus Düren im Schwergewicht [3]. Reinhard Langer von der BTU belegte einen 4. Platz.

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Faissal Ebnoutalib für Deutschland erstmals eine olympische Silbermedaille in der Gewichtsklasse –80 kg der Herren. Aziz Acharki belegte nach guten Vorkämpfen den 5. Platz[4] im Federgewicht (-68 kg) und unterlag nur knapp Steven Lopez, dem späteren Doppel-Olympiasieger (2000 und 2004) und inzwischen fünffachen Weltmeister aus USA.

Bei den Sommerspielen 2004 in Athen verpasste das Deutsche Taekwondoteam, unter anderem mit dem zweifachen Weltmeister Erdal Aylanc aus Nordrhein-Westfalen, die Qualifikation nur knapp.

Der dreifache Europameister Levent Tuncat qualifizierte sich bereits 2007 beim Weltqualifikationsturnier in Manchester für die Olympischen Spiele 2008 in Peking in der Gewichtsklasse –58 kg. Die beiden Athletinnen Pınar Budak (NWTU) und Sümeyye Gülec errangen jeweils eine Bronzemedaille im Januar 2008 in Istanbul. Zusammen mit Daniel Manz waren somit vier Deutsche TKD-Sportler in Peking vertreten. Auf Vorschlag der DTU gab am 15. Juli 2008 der Deutsche Olympische Sportbund die Teilnahme von Helena Fromm an den Olympischen Sommerspielen bekannt. Daniel Manz errang einen fünften Platz in seiner Gewichtsklasse, die anderen Kämpfer schieden bereits in den Vorkämpfen aus.

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute trainieren über 55.000 Aktive in der DTU, wobei im größten Landesverband der Nordrhein-Westfälischen Taekwondo Union (NWTU) etwa 12.800 Sportler in 209 Vereinen aktiv sind. Folgende 17 Landesverbände sind Mitglied der DTU:

Landesverband Abkürzung Bundesland
Berliner Taekwondo Verband BTV Berlin
Bayerische Taekwondo Union BTU Bayern
Hamburgische Taekwondo Union TUH Hamburg
Hessische Taekwondo Union HTU Hessen
Nordrhein-Westfälische Taekwondo Union NWTU Nordrhein-Westfalen
Niedersächsische Taekwondo Union NTU Niedersachsen
Taekwondo Landesverband Bremen TLVB Bremen
Taekwondo Union Thüringen TUT Thüringen
Taekwondo Union Saar T.U.Saar Saarland
Taekwondo Union Sachsen-Anhalt TUSA Sachsen-Anhalt
Taekwondo Union Sachsen TUS Sachsen
Taekwondo Union Südwest TUSW
Taekwondo Union Rheinland-Pfalz TURP Rheinland-Pfalz
Taekwondo Union Mecklenburg-Vorpommern TUMV Mecklenburg-Vorpommern
Taekwondo Union Baden-Württemberg TUBW Baden-Württemberg
Taekwondo Verband Schleswig-Holstein TVSH Schleswig-Holstein
Taekwondo Verband der Länder Berlin/Brandenburg TVBB Berlin, Brandenburg

Taekwondo Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2005 wurde eine Bundesliga im Olympischen Wettkampfmodus durchgeführt, in welcher der Deutsche Mannschaftsmeister ermittelt wurde.[5][6] Ziel war es, den Vollkontakt-Freikampf (Olympische Disziplin) publikumswirksam einem breiteren Zuschauerkreis auf regionaler Ebene näher zu bringen. Da sich aus organisatorischen und finanziellen Gründen[7] im dritten und vierten Jahr zu wenige Vereine anmeldeten,[8] wurden ab der Saison 2005/2006 keine Ligakämpfe mehr ausgetragen, obwohl das Projekt Taekwondo-Bundesliga nie offiziell eingestellt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bestandserhebung 2017. Deutscher Olympischer Sportbund, abgerufen am 15. April 2018 (PDF; 606 kB).
  2. Satzung (PDF; 77 kB), abgerufen am 21. Mai 2012.
  3. Sonny's "Sport Page", TKD und ich. Abgerufen am 9. August 2011.
  4. Platzierung Olympiade 2000 in Sydney
  5. DTU Sportdirektor: Deutsche Taekwondo Liga (DTL), Ligaordnung. Deutsche Taekwondo Union, 3. Oktober 2004, abgerufen am 23. Juni 2011 (PDF; 55 kB).
  6. Benjamin Witte: Ab Mai Bundesliga. SÜDKURIER GmbH, 6. Februar 2003, abgerufen am 23. Juni 2011.
  7. David Mayer: Nicht so einfach, aber: Nievenheim ist in der Bundesliga. NGZ-Online - Neuß Grevenbroicher Zeitung, 7. September 2004, abgerufen am 23. Juni 2011.
  8. @1@2Vorlage:Toter Link/www.referee4tkd.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Bericht zur DTU-Gesamtvorstandssitzung im Dezember 2006)