Deutsche Vermögensberatung

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Deutsche Vermögensberatung AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Juli 1975
Sitz Frankfurt am Main,
Deutschland Deutschland
Leitung Andreas Pohl
Umsatz 2,24 Mrd. Euro[1]
Branche Finanzvertrieb
Website www.dvag.de
Stand: 2021
Eingang der neuen Zentrale in Frankfurt in der Wilhelm-Leuschner-Straße
Ehemalige Zentrale in Frankfurt auf der Münchener Straße

Die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) ist ein in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätiger Finanzvertrieb. Das Unternehmen wird von der Deutsche Vermögensberatung Holding gesteuert und gilt als einer der größten Versicherungsvertriebe in Deutschland.[2] Das als Strukturvertrieb (Netzwerk-Marketing) organisierte Unternehmen wurde 1975 von Reinfried Pohl (1928–2014) gegründet, sein Unternehmenssitz ist Frankfurt am Main. Die Vermittlungspraktiken des Unternehmens sind umstritten.[2][3]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 18.500 Vermögensberater beraten und betreuen 8 Millionen Kunden. Die DVAG setzte im Geschäftsjahr 2021 2,24 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Gewinn von 241,6 Millionen Euro. Das Volumen aller vermittelten Verträge (Gesamtbestand) betrug über 234 Milliarden Euro.[1] Die Familie Pohl hält an der DVAG über die Deutsche Vermögensberatung Holding die Mehrheit von 60 Prozent plus zehn Aktien; die restlichen Anteile hält die Generali Deutschland Holding AG.[4]

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wird von dem aus folgenden Personen bestehenden Vorstand geführt:[5]

  • Andreas Pohl (Vorsitzender des Vorstandes)
  • Andreas Franken (Recht, Personal)
  • Christian Glanz (Informationstechnologie, VB-Service, Verwaltung)
  • Lars Knackstedt (Finanzen, Beteiligungen, Immobilien, Steuern)
  • Markus Knapp (Zentrale Vertriebsentwicklung, Versicherungen)
  • Helge Lach (Markt und Regulierung, Verbände, Zentrum für Vermögensberatung)
  • Steffen Leipold (Banken und Investment, Ausland)
  • Robert Peil (Koordination Vertriebsbereiche, Marketing, Veranstaltungen)
  • Dirk Reiffenrath (Aus- und Weiterbildung, Berufsbildungszentren, Fachhochschule der Wirtschaft)

Aufsichtsrat und Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorsitzender des Aufsichtsrates ist seit dem 1. April 2021 Hans-Theo Franken.[6]

Vorsitzender des Beirates ist seit 2020 Staatsminister a. D. Udo Corts. Davor waren es bis 2014 Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und bis 2020 Finanzminister a. D. Theo Waigel. Weitere Beiratsmitglieder sind (Stand 2022[5]) Rainer Neske, Frank Bsirske, Markus Ferber, Petra Roth, Wolfgang Schüssel, Hermann Otto Solms, Karl Starzacher, Martin Wagner, Michael Westkamp und Brigitte Zypries.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975 begann Reinfried Pohl den Aufbau der „Kompass Gesellschaft für Vermögensanlagen GmbH“. Pohl war zuvor von 1967 bis 1969 bei Investors Overseas Services (IOS) tätig[7] und von 1970 bis 1974 bei der Bonnfinanz. Er startete am 1. Juli 1975 mit rund 35 ehemaligen Mitarbeitern der Bonnfinanz.[8] Das Allfinanz-Konzept hatte Pohl bereits in den 1950er-Jahren entwickelt.[7]

1976 wurde die „Allgemeine Vermögensberatung AG“ (AVAG) gegründet. 1983 firmierte die AVAG zur „Deutsche Vermögensberatung AG“ um. 1984 traten Reinfried Pohls Söhne, Andreas und Reinfried junior, in die Geschäftsleitung des Unternehmens ein.[9] 1993 gründete das Unternehmen eine österreichische Tochtergesellschaft,[10] die heute unter dem Namen „Deutsche Vermögensberatung Bank Aktiengesellschaft“ firmiert. 2001 begann die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank.[11]

2003 ordnete das Unternehmen seine Struktur neu mit der Schaffung der „Deutsche Vermögensberatung Holding“ mit Sitz in Marburg.[12] 2005 nahm es mit der „SVAG Schweizer Vermögensberatung“ den Geschäftsbetrieb in der Schweiz auf.[13] 2007 übernahm die DVAG den Ausschließlichkeitsvertrieb der AachenMünchener Versicherungen und führt diesen seither in einer eigenständigen Tochtergesellschaft, der „Allfinanz Deutsche Vermögensberatung“. Im gleichen Jahr wurde die FVD in das Unternehmen integriert.[14] 2008 übernahm die DVAG den Vertrieb der Deutschen Bausparkasse Badenia. Unternehmensgründer Pohl starb im Juni 2014.[9] 2018 übernahm die DVAG den Exklusiv-Vertrieb der Generali (EVG).[15]

Partnerunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVAG arbeitet mit Unternehmen der Generali-Gruppe wie der Badenia Bausparkasse und der Advocard Rechtsschutzversicherung. Über diese bestehen weitere Kooperationen wie z. B. mit der BKK Linde.[16]

Im Rahmen einer Partnerschaft mit der Deutsche-Bank-Gruppe vertreibt die DVAG seit 2001 Bankprodukte der Deutschen Bank (DB) und Investmentfonds der DB-Tochter DWS.[17] Weitere Partner sind Commerzbank, HypoVereinsbank, DSL Bank, Santander Bank, Allianz Global Investors[18] und die Geiger Edelmetalle AG.[19]

Über die Plattform DVAG-Hyp vermittelt die DVAG Finanzierungen an über 466 deutsche Banken und Sparkassen.

Die Deutsche Verrechnungsstelle (DV) mit Sitz in Frankfurt am Main ist auf Rechnungsmanagement für Handwerk und Mittelstand spezialisiert. Sie bietet Produkte und Serviceleistungen, die die Liquidität von Unternehmen sichern.[20] Gegründet wurde sie 2014 von Andreas und Reinfried Pohl.[21]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Partnerunternehmen in Österreich zählen: Generali Versicherungs AG, Unicredit Bank Austria, BAWAG P.S.K., Allianz Global Investors, DWS und s Bausparkasse.[22]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Partnerunternehmen in der Schweiz zählen: Generali, PAX, bank zweiplus, CSS, Innova, assura, Sanitas und Glarner Kantonalbank.[23] Im Jahr 2021 ging die Deutsche Vermögensberatung Gruppe eine strategische Partnerschaft mit der Global Sana AG ein,[24] einem Anbieter für Allfinanzberatung. Seit Gründung im Jahr 2014 ist der unabhängige Versicherungsvermittler für Private und Unternehmen in der Schweiz stark expandiert. Es soll eine Holding gegründet werden, in der die Aktivitäten der Deutschen Vermögensberatung auf dem Schweizer Markt gebündelt werden. Dieser Holding werden die beiden unabhängig voneinander agierenden Unternehmen Global Sana AG und die SVAG Schweizer Vermögensberatung AG angehören.[25][26]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Vermögensberatung bietet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Vermögensberatung (DAV) die Ausbildung zum geprüften Vermögensberater (DBBV) an. Mit dieser Ausbildung qualifiziert die DVAG Brancheninsider ebenso wie Berufsfremde.

Zusätzlich bietet die DAV die klassische Duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK) mit der Fachrichtung Finanzen oder Versicherungen und die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement (IHK) an.[27]

Über die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), mit einer Dependance in Marburg, besteht eine Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulausbildung. Hier können Interessierte parallel mehrere Abschlüsse erwerben:

Für eine hauptberufliche Tätigkeit setzt die DVAG folgende Erlaubnisse der Gewerbeordnung voraus:

Die Erlangung der, für den § 34d GewO, erforderlichen Sachkunde erfolgt ebenso, wie die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung des Finanzanlagenvermittlers gemäß § 34f GewO durch die entsprechende Ausbildung in der DAV.

Die DVAG investiert jährlich über 80 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung.[28]

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportsponsoring und Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael-Schumacher-Ausstellung in Marburg (2016)

Die DVAG ist seit 1996 im Bereich Sportsponsoring aktiv. Sie arbeitete mit zahlreichen Sportlern zusammen, z. B. mit Jürgen Klopp, Fabian Hambüchen, Britta Heidemann[29], Mick Schumacher und Joey Kelly.[30]

Darüber hinaus bestanden in früheren Jahren Sponsoringverträge mit Joachim Löw, Otto Rehhagel, Paul Biedermann, Hubert Schwarz und Nico Hülkenberg.

Mit Michael Schumacher[31] arbeitet das Unternehmen seit 1997 zusammen. Auch nach dessen schwerem Skiunfall im Dezember 2013 wird der bestehende Sponsoring-Vertrag fortgeführt. Im Februar 2016 wurde anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft die Michael-Schumacher-Ausstellung in Marburg eröffnet, die bis Dezember 2018 lief.[32]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Vermögensberatung fördert langfristig soziale Projekte und Organisationen. Sie unterstützt die Arbeit des gemeinnützigen Vereins Menschen brauchen Menschen e.V.[33] und ist seit 2020 einer der Hauptpartner von Tafel Deutschland und fördert unter anderem Bildungsprojekte für Kinder.[34]

RTL-Spendenmarathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 25. RTL-Spendenmarathon 2020 unterstützt die Deutsche Vermögensberatung die Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V. Sie konnte 2020 zusammen mit ihren Markenbotschaftern eine Spendensumme von 300.000 Euro sammeln. Beim 26. RTL-Spendenmarathon 2021 wurde mit Unterstützung des Unternehmens eine Spendensumme von 500.000 Euro erzielt, die von der Rennfahrerfamilie Schumacher auf 1 Mio. Euro erhöht wurde.[35] Die Spenden kamen der RTL-Stiftung u. a. für deren Bildungsprojekte zugute.[36]

Unterstützung nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit dem Verein sammelte die Deutsche Vermögensberatung 2021 rund 650.000 Euro Spendengelder, um verschiedene Maßnahmen in den von der Jahrhundertflut 2021 betroffenen Flutgebieten zu unterstützen. Die DVAG selbst spendete rund 40 % der Summe.[37]

Hilfe im Ukrainekrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2022 spendete die Deutsche Vermögensberatung eine Million Euro als Soforthilfe an Menschen brauchen Menschen e.V., um den vom Ukrainekrieg betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen. Mitte März wurden gemeinsam mit der Organisation Luftfahrt ohne Grenzen / Wings of Help e. V. mehrere Tonnen humanitäre Hilfsgüter per Lastwagen in die Ukraine gebracht, die durch die Soforthilfe der Deutschen Vermögensberatung finanziert wurden.[38]

Rechtliche Auseinandersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prozess gegen Wolfgang Dahm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVAG versuchte per Unterlassungsklage, Äußerungen aus dem Buch Beraten und verkauft des ehemaligen Mitarbeiters Wolfgang Dahm verbieten zu lassen. Das zuständige Oberlandesgericht Frankfurt am Main wies die Klage der DVAG durch Urteil vom 22. Januar 1998 ab.[39] Der Bundesgerichtshof ließ eine Revision nicht zu.[40] Eine daraufhin von der DVAG eingereichte Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen.[41]

Kontroverse um Stefan Schabirosky[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige AWD-Mitarbeiter Stefan Schabirosky behauptete in seinem im August 2017 erschienenen Buch Mein Auftrag: Rufmord, im Auftrag der DVAG eine Verleumdungskampagne gegen den ehemaligen AWD-Hauptanteilseigner Carsten Maschmeyer initiiert zu haben.[42] Die DVAG bestritt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur „vehement“, in die „Rufmord“-Kampagne verwickelt gewesen zu sein und wies die Vorwürfe „entschieden zurück“.[43] In einer Stellungnahme äußerte die DVAG, dass sie mit Schabirosky einen Beratungsvertrag als Controller abgeschlossen hatte. Er sollte den europäischen Markt der Finanzdienstleister für die DVAG beobachten, habe jedoch weder Weisungen noch konkrete Aufträge seitens der DVAG erhalten. Als die „Erkenntnis reifte, dass Schabirosky überwiegend und auf Kosten der DVAG einen persönlichen Rachefeldzug gegen den AWD führte“, trennte sie sich 2008 von ihm.[44] Schabirosky gab an, dass ihm für seine Beratertätigkeit drei Millionen Euro in Aussicht gestellt worden seien, er davon aber nur rund ein Sechstel erhalten habe. 2013 stellte er deswegen Anträge auf Prozesskostenhilfe bei einem Schiedsgericht in Lübben und vor dem Landgericht Frankfurt am Main, die aber als unbegründet zurückgewiesen wurden.[45] Das Landgericht Frankfurt am Main wies seine Ansprüche mit der Begründung zurück, dass seine Behauptungen so vage und so unkonkret gefasst seien, dass diesem Vortrag jegliche Substanz fehle. Diese Entscheidung wurde in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Frankfurt bestätigt.[46] Auf die Einforderung der vereinbarten Vertragsstrafe bei Verletzung der Verschwiegenheitspflicht hat die DVAG verzichtet.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Strukturvertrieb aufgebaut, besteht in der DVAG ein System, in dem die jeweils in der Hierarchie höherstehenden Mitarbeiter einen Teil der Einnahmen erhalten, die die darunterstehenden Mitarbeiter erwirtschafteten.[47] Dieses Geschäftsmodell ist bei einigen Verbraucherschützern umstritten.[48] So sollen Berater der DVAG beispielsweise nach der Wende viele Unfall- und Kapitallebensversicherungen in den neuen Bundesländern verkauft haben, was teils nicht dem Bedarf der Beratenen entsprach.[48]

Verflechtungen mit der Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WirtschaftsWoche stellte 2010 in einer Grafik das politische Netzwerk der DVAG dar. Reinfried Pohl hatte Verbindungen zu bekannten Politikern von CDU und FDP aufgebaut, die wichtige Positionen in Beirat und Aufsichtsrat besetzten. Ferner hatte die DVAG zwischen 2008 und 2010 Spenden in sechsstelliger Höhe an die vorgenannten Parteien entrichtet.[49][50] Auch in den Folgejahren spendete die DVAG an die Bundestagsparteien. Zuletzt flossen sechsstellige Beträge vor den Bundestagswahlen 2017 und 2021, dabei stets etwa die Hälfte an die CDU und kleinere Anteile an FDP, SPD und Grüne.[51]

Urteil der Stiftung Warentest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Untersuchung der größten Finanzvermittler am Markt durch die Stiftung Warentest im Jahr 2014 kam diese zu folgendem Ergebnis: „Im Idealfall besteht eine gute Finanzberatung aus einer gründlichen Analyse des Kundenstatus, passenden Produktvorschlägen und klaren Informationen über Laufzeit, Risiken und Kosten der Geldanlagen.“[52] Die Stiftung Warentest kam zum folgenden Urteil: „Am besten, das heißt wenigstens ohne größere Fehler, waren die Produktempfehlungen der Berater der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG), der MLP AG und der OVB Vermögensberatungs AG (OVB). Alle drei Anbieter verfehlten in diesem Prüfpunkt nur knapp ein ‚Gut‘“.[52]

ZDF-Berichterstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominic Egizzi kritisierte 2012 im Rahmen des Reportageformats ZDFzoom, dass die Vermögensberater der DVAG primär Produkte von Partnerunternehmen empfehlen würden, die an der DVAG beteiligt sind.[53] In der ZDF-Magazinsendung ZDF Magazin Royale wurde das Vertriebssystem der DVAG thematisiert. Es soll im Unternehmen eine sektenähnliche Unternehmenskultur und einen hohen Provisionsdruck geben.[54]

Kritik durch Aussteiger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2019 berichtete der Spiegel unter Bezugnahme auf zwei DVAG-Aussteiger über ein System bei der Deutschen Vermögensberatung, in dem es in erster Linie nicht darum gehen solle, möglichst auf den Kunden zugeschnittene Finanzprodukte zu verkaufen, sondern ausschließlich Produkte von Partnerfirmen, die wie die der Generali, Santander, Deutschen Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank hohe Provisionen versprechen. Als Strukturvertrieb aufgebaut, bestehe in der DVAG ein Pyramidensystem, in dem die jeweils in der Hierarchie Höherstehenden einen Teil der Einnahmen erhalten, die die darunter stehenden Mitarbeiter erwirtschafteten. So sollen Direktionsleiter laut Angaben eines ehemaligen Vermögensberaters der DVAG 400.000 Euro im Jahr verdienen.[55]

Im Interview mit der Welt verglich einer der Berater die Vorgänge innerhalb der Deutschen Vermögensberatung mit einer Sekte, bei der Gehirnwäsche praktiziert werde.[56] Einige Zeit drohte er dem Unternehmen, dass er ein Enthüllungsbuch über die DVAG mit dem Titel „Geldsekte“ veröffentlichen werde. Er bot der DVAG die Rechte an dem Buch gegen Zahlung von mehr als 540.000 Euro an, woraufhin die DVAG Anzeige erstattete. Das Amtsgericht verurteilte den vormaligen Mitarbeiter wegen versuchten Betruges. Er musste 4.000 Euro an die Verbraucherzentrale Hessen zahlen; eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 70 Euro wurde vorbehalten.[57]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deutsche Vermögensberatung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unternehmensbericht 2021
  2. a b Maximilian Vogelmann: Strukturvertriebe und Versicherungen: Wie ticken Finanzberater? In: Der Spiegel. 13. Juli 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. November 2021]).
  3. Gier nach Provision untermauert Verbotsforderung. In: verbraucherzentrale-sachsen.de. Verbraucherzentrale Sachsen e.V., abgerufen am 13. November 2021.
  4. Oliver Lepold: Dynastie Pohl bei DVAG gesichert, dasinvestment, 20. November 2008, abgerufen am 12. Mai 2022
  5. a b Geschäftsleitung - DVAG Deutsche Vermögensberatung. In: dvag.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  6. Wechsel im Vorsitz des Aufsichtsrats der Deutschen Vermögensberatung. In: dvag.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  7. a b Barbara Lammers: Alles aus einer Hand, Focus-Money 29/2001, 12. Juli 2001, S. 34f
  8. Die Erfolgsgeschichte der Allfinanz-Konzeption, finanzwelt, 13. Oktober 2015, abgerufen am 12. Mai 2022
  9. a b Florian Langenscheidt, Peter May (Hrsg.): Lexikon der deutschen Familienunternehmen, 3. Auflage, Springer, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31846-8, S. 184
  10. DVAG. Bald in Österreich, Handelsblatt Nr. 139 vom 22. Juli 1993, S. 8
  11. Jörg Eigendorf: Deutsche Bank kooperiert mit DVAG, DIE WELT, 16. November 2001, abgerufen am 12. Mai 2022
  12. Northdata: Deutsche Vermögensberatung Holding GmbH, Marburg , abgerufen am 12. Mai 2022
  13. Northdata: SVAG Schweizer Vermögensberatung AG, Adliswil, Schweiz , abgerufen am 12. Mai 2022
  14. Northdata: Allfinanz Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt a. Main, abgerufen am 12. Mai 2022
  15. Christian Schnell, Regina Krieger: Die italienische Offensive, Handelsblatt Nr. 189/2017 vom 29. September 2017, S. 32
  16. Konzerngeschäftsbericht 2016. In: dvag.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), 2016, abgerufen am 28. April 2022 (siehe S. 45).
  17. Werner Rüppel: Die DWS-Aktie ist ein Schnäppchen, Börsen-Zeitung Nr. 59/2022 vom 25. März 2022, S. 17
  18. Sparpläne stabilisieren Fondsneugeschäft, Börsen-Zeitung Nr. 168/2018 vom 1. September 2018, S. 2
  19. Horst Biallo: Goldsparpläne - Wer hohe Kosten vermeidet, gewinnt mehr, Aachener Zeitung Nr. 46/2020
  20. Kerstin Leitel, Oliver Stock: "Wir sind nicht alle Heilige", Handelsblatt Nr. 178/2015 vom 16. September, 2015 S. 26
  21. Northdata: DV Deutsche Verrechnungsstelle GmbH, Frankfurt a. Main, Germany, abgerufen am 12. Mai 2022
  22. Produktpartner – DVAG Deutsche Vermögensberatung. In: dvag.at. Deutsche Vermögensberatung Bank AG, abgerufen am 28. April 2022.
  23. SVAG Schweizer Vermögensberatung | Allfinanzberatung | Premium-Partner der Deutschen Vermögensberatung. In: svag.ch. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  24. Hannah Ritzmann: Expansion in die Schweiz: Deutsche Vermögensberatung kooperiert mit Global Sana. In: dasinvestment.com. Edelstoff Media GmbH, 3. November 2021, abgerufen am 28. April 2022.
  25. Weiter auf Wachstumskurs: Kooperation mit Global Sana. In: dvag.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), 2. November 2021, abgerufen am 2. Januar 2022.
  26. Allfinanz: Deutsch-schweizerische Allianz. In: finews.ch. Finews AG, 2. November 2021, abgerufen am 2. Januar 2022.
  27. IHK-Ausbildung bei DVAG Karriere. In: dvag-karriere.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  28. Das Geschäftsjahr 2020 auf einen Blick: Zahlen und Fakten (Memento vom 8. Oktober 2021 im Internet Archive)
  29. Britta Heidemann wirbt weiter für die DVAG Horizont vom 14. Juli 2010.
  30. Markenbotschafter bei der DVAG Karriere. In: dvag-karriere.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  31. Michael Schumacher: Einmalige Verbundenheit. In: dvag.de. Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG), abgerufen am 28. April 2022.
  32. DVAG – Pressemitteilung. In: dvag-pressemitteilungen.de. Archiviert vom Original am 16. April 2010; abgerufen am 16. August 2017.
  33. DVAG spendet für lockdowngeplagte Kinder, finanzwelt, 21. Januar 2021, abgerufen am 12. Mai 2022
  34. Hauptpartner, Tafel Deutschland, abgerufen am 24. Mai 2022
  35. Schumacher-Familie sorgt für Rekordsumme, in Sport1, 23. November 2021, abgerufen am 1. Juni 2022
  36. DVAG und "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V." / Aktion der Deutschen Vermögensberatung bringt 300.000 Euro für Kinder in Not, in General-Anzeiger, 20. November 2020, abgerufen am 1. Juni 2022
  37. Gut 650 000 Euro für Opfer der Flut, Oberhessische Presse, 1. September 2021, S. 21
  38. DVAG macht sich für Ukraine stark, Oberhessische Presse, 11. März 2022, S. 22
  39. OLG Frankfurt am Main, 22. Januar 1998, Az. 6 U 237/96.
  40. BGH, Beschluss vom 15. Oktober 1998, Az. I ZR 42/98.
  41. BVerfG, Beschluss vom 18. Februar 2004, Az. 1 BvR 2121/98, Volltext.
  42. Stefan Schabirosky: Mein Auftrag: Rufmord, Herbig-Verlag, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-7766-2810-4
  43. Rufmord-Kampagne gegen Carsten Maschmeyer? Enthüllungsbuch sorgt für Wirbel. In: stern.de. 14. August 2017, abgerufen am 28. April 2022.
  44. Konzerngeschäftsbericht 2017. In: dvag.de. Deutsche Vermögungsberatung AG (DVAG), 2017, abgerufen am 28. April 2022 (siehe S. 67).
  45. Thomas Tuma, Gertrud Hussla, Volker Votsmeier: DVAG gegen AWD: Mission Rufmord. In: handelsblatt.com. Handelsblatt GmbH, 13. August 2017, abgerufen am 28. April 2022.
  46. Andreas Schmidt: DVAG weist Vorwürfe vehement zurück. In: op-marburg.de. HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG, 14. August 2017, abgerufen am 28. April 2022.
  47. Nicolai Kwasniewski: (S+) DVAG-Aussteiger berichten: "Es ist wie Gehirnwäsche". In: Der Spiegel. 8. April 2019, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. April 2022]).
  48. a b Bund der Versicherten: Bund der Versicherten warnt vor "Deutschen-Deutsche-Bank-Vermögensberatern" (Memento vom 5. Oktober 2006 im Internet Archive) vom 29. November 2001.
  49. Das politische Netzwerk der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). (PDF; 80 kB) In: WirtschaftsWoche 30/2010, S. 78f. Archiviert vom Original; abgerufen am 11. Mai 2022., 26. Juli 2010
  50. Niklas Hoyer: Schweig!, WirtschaftsWoche 30/2010, 26. Juli 2010, S. 78
  51. DVAG erneut unter Partei-Großspendern vor Bundestagswahl. In: versicherungsbote.de. Versicherungsbote GmbH, 17. September 2021, abgerufen am 13. November 2021.
  52. a b Finanzvermittler: Maßarbeit ist Glückssache. In: test.de. Stiftung Warentest, abgerufen am 28. April 2022.
  53. Dominic Egizzi: Beraten und verkauft? Milliardengeschäft Vermögensberatung (Memento vom 4. Juli 2013 im Internet Archive), 18. Juli 2012, in der Mediathek des ZDF.
  54. ZDF Magazin Royale vom 12. November 2021. In: zdf.de. ZDF Magazin Royale, 12. November 2021, abgerufen am 28. April 2022 (Länge: 31 min. Video verfügbar bis zum 11. November 2022).
  55. Nicolai Kwasniewski: (S+) DVAG-Aussteiger berichten: "Es ist wie Gehirnwäsche". In: Der Spiegel. 8. April 2019, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. April 2022]).
  56. Lennart Pfahler: Finanzberater packt aus: Eine Branche wie eine Sekte. In: welt.de. Axel Springer SE, 17. Mai 2019, abgerufen am 20. Januar 2020.
  57. Stefan Behr: Frankfurt: Weder Ferrari, noch Enthüllungsbuch – verhinderter Autor kassiert Geldstrafe. In: fr.de. Frankfurter Rundschau GmbH, 13. Oktober 2020, abgerufen am 28. April 2022.


Koordinaten: 50° 6′ 30″ N, 8° 40′ 20″ O