Deutsche Wildtier Stiftung

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Deutsche Wildtier Stiftung

(DeWiSt)

Logo der Deutschen Wildtier Stiftung
Rechtsform: Stiftung des privaten Rechts[1]
Zweck: „Förderung des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Wissenschaft und Forschung, Bildung, Erziehung, Kunst und Kultur auf diesen Gebieten und des Denkmalschutzes“.[1]
Vorsitz: Klaus Hackländer (Vorstand)[2]
Kuratorium: Alice Rethwisch
(Vorsitzende des Präsidiums)[3]
Bestehen: seit 1992[4]
Entstanden aus: boco-Stiftung (bis 1999)[4]
Stifter: Haymo Rethwisch[5]
Stiftungskapital: 111,1 Millionen Euro (2020)[6]
Bilanzsumme: 169,3 Millionen Euro (2020)[6]
Sitz: Hamburg, Deutschland[7]
Website: www.deutschewildtierstiftung.de

Die Deutsche Wildtier Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts mit Sitz in Hamburg.[7] Sie setzt sich für den Schutz von Wildtieren ein und ist sowohl im Naturschutz als auch in der Naturbildung aktiv.[8] Initiiert wurde die Stiftung 1992 vom Unternehmer Haymo Rethwisch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haymo Rethwisch (1938–2014)
Gut Klepelshagen (2019)

Im Laufe der Jahre erwarb der Hamburger Unternehmer Haymo Rethwisch rund 130 Hektar im niedersächsischen Fintel, die er in Lebensräume für Wildtiere umgestaltete. Dabei setzte er auf ökologische Land- und wildtierfreundliche Forstwirtschaft.[9] Mitte der 1990er Jahre kamen rund 2.000 Hektar in Klepelshagen in der Uckermark hinzu.[10][11] 1997 verkaufte Rethwisch sein Unternehmen an den Haniel-Konzern und konzentrierte sich fortan gänzlich auf den Schutz der Wildtiere.[12] Die bereits 1992 gegründete unternehmensnahe „boco-Stiftung“ wurde 1999 in Deutsche Wildtier Stiftung umbenannt,[13] um sein Lebenswerk zu schützen.[14][15][16]

Mit einem Eigenkapital von 45 Millionen Mark gehörte die Deutsche Wildtier Stiftung von Beginn an zu den europaweit größten Stiftungen in ihrem Bereich.[4][17] Auf den Flächen in Fintel und Klepelshagen wurden zunächst Forschungsstationen etabliert, um die Grundlagen für eine nachhaltig wildtierfreudliche Land- und Forstwirtschaft zu schaffen. Dort kümmerten sich Wissenschaftler beispielsweise um die Erfassung und Kartierung des Bestandes an Wildtieren und Pflanzen.[18][19] Zudem rief die Deutsche Wildtier Stiftung einen mit bis zu 50.000 Euro dotierten Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung ins Leben, um anwendungsorientierte wildtierökologische Forschung zu unterstützen.[20] Es folgten zahlreiche weitere Projekte.[8] 2006 gewann man den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog als Schirmherr.[16]

Das 2013 von Haymo Rethwisch gegründete Forum Bildung Natur ging 2015 in der Abteilung Naturbildung der Deutschen Wildtier Stiftung auf.[21][22] Von 2016 bis 2018 war die Deutsche Wildtier Stiftung mit dem Förderverein des Nationalparks Boddenlandschaft zu gleichen Teilen an einer gemeinnützigen Gesellschaft beteiligt, die Tier- und Naturfilme in Deutschland unterstützt.[23] Sie engagiert sich weiterhin in diesem Bereich, beispielsweise durch die Finanzierung des 2019 erschienenen Kinofilms „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“.[24]

2010 wurde Fritz Vahrenholt auf Bitten von Rethwisch in das Kuratorium der Deutschen Wildtier Stiftung berufen.[25] Zu diesem Zeitpunkt war Vahrenholt Vorsitzender des Vorstands von RWE Innogy.[26] Nach seinem Wechsel in den Aufsichtsrat von RWE Innogy übernahm Vahrenholt 2012 als alleiniger Vorstand die Leitung der Deutschen Wildtier Stiftung.[27][28] Rethwisch zog sich in das Kuratorium zurück und verstarb im Jahr 2014.[29][30] Die Nachfolge trat seine Witwe Alice Rethwisch an, die seitdem als Vorsitzende des Präsidiums der Deutschen Wildtier Stiftung fungiert.[3] Im Dezember 2019 trennte sich die Stiftung von Fritz Vahrenholt als Vorstand, nachdem es zu Meinungsverschiedenheiten „über die Positionierung der Stiftung in der aktuellen klimapolitischen Diskussion“ gekommen war.[31][32] Vahrenholt hatte öffentlich wiederholt Zweifel daran geäußert, dass der Mensch für den Klimawandel hauptverantwortlich sei; die Klimadebatte nannte er „hysterisch“.[33] Zum neuen Vorstand der Stiftung wurde im Dezember 2019 Jörg Soehring, bisher Mitglied des Präsidiums, ernannt. Seit Januar 2021 ist der Wildtierbiologe Klaus Hackländer Vorstandsvorsitzender.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptverwaltung der Deutschen Wildtier Stiftung ist in Hamburg angesiedelt. Zusätzlich unterhält sie eine Niederlassung am Pariser Platz in Berlin-Mitte. Dritter Standort der Deutschen Wildtier Stiftung ist das Gut Klepelshagen in der Uckermark,[34] das als Musterbetrieb für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagdbetrieb ökonomische Ziele mit den Ansprüchen von Wildtieren verbinden soll.[35]

In der Hamburger Hafencity entwickelt die Garbe Immobilien-Projekte GmbH derzeit das Bauprojekt "roots".[36] Es handelt sich um Deutschlands erstes und größtes Hochhaus aus Holz.[37][38][39] Die Stiftung wird dort ihre Büros beziehen und auf zwei Etagen die interaktive Dauerausstellung "Fuchs, Hase & Co" betreiben[40]. Außerdem sind ein Naturfilmkino und eine Lernwerkstatt vorgesehen.[41]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschäfte der Deutschen Wildtier Stiftung führt ein hauptamtlicher Vorstand. Seit 2021 nehmen Klaus Hackländer (Vorsitz) und Jörg Soehring diese Funktion gemeinsam wahr. Die Arbeit des Vorstands wird von einem ehrenamtlichen Kuratorium kontrolliert, das aus mindestens drei und maximal 20 Personen besteht. Das Kuratorium wählt aus seiner Mitte drei bis fünf Mitglieder in das Präsidium.[1] Diesem Gremium gehören derzeit Alice Rethwisch als Vorsitzende sowie Christian Scharff und Sigrid Keler an.[3]

Finanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stiftungskapital belief sich Ende 2020 auf 111,1 Millionen Euro. Darüber hinaus verfügte die Deutsche Wildtier Stiftung über Rücklagen von 31,6 Millionen Euro. Davon entfielen 8,8 Millionen Euro auf die jährlich wachsende Kapitalerhaltungsrücklage, die den durch Inflation bedingten Wertverlust des Stiftungskapitals ausgleicht. Das Stiftungskapital und die Kapitalerhaltungsrücklage dürfen nicht angetastet werden, sondern sind mit kaufmännischer Sorgfalt anzulegen.[6][1]

Im Jahr 2020 stammte die überwiegende Mehrheit der Einnahmen aus der Vermögensverwaltung (54 %). Dazu kamen Spenden, Erbschaften, Bußgelder (18 %), Zuschüsse und Förderungen (19 %) sowie sonstige Erträge (9 %). Die Aufwendungen verteilten sich auf konkrete Aktivitäten im Naturschutz und der Naturbildung (87 %) sowie allgemeine Verwaltungskosten (13 %). Damit überstiegen die Projektausgaben im Naturschutz und der Naturbildung die Spendeneinnahmen um ein Vielfaches.[6]

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen und die erforderlichen Angaben veröffentlicht.[42]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Wildtier Stiftung ist Gesellschafterin der Klepelshagener Handels- und Beteiligungsgesellschaft sowie der Billbrook Grundstücks- und Beteiligungsgesellschaft, deren Zweck im Wesentlichen die Verwaltung von Vermögen ist.[43][44] Eine weitere Beteiligung besteht am Schullandheim in Gehren („Haus Wildtierland“).[45] Alice Rethwisch ließ das ehemalige Landschulheim mit privaten Investitionen in Millionenhöhe sanieren.[46]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Wildtier Stiftung arbeitet mit diversen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen zusammen, darunter beispielsweise dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV), der Initiative „Wildnis in Deutschland“, der Naturschutzstiftung David, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), dem Forschungsinstitut Senckenberg, der Stiftung Naturschutz Berlin, der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz, dem Deutschen Jagdverband, dem Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB)[47], der Naturschutzinitiative e. V.[48], dem Tierpark Hagenbeck und der  Zoologischen Staatssammlung München.[6]

Sie ist wie andere Umwelt- und Naturschutzorganisationen auch in der Lobbyliste des Deutschen Bundestags eingetragen.[49]

Schwerpunkte und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeit der Deutschen Wildtier Stiftung erstreckt sich auf unterschiedliche Bereiche:

Wildtiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung versucht, Wildtiere vor dem Aussterben zu bewahren. Hierfür betreibt sie eine Vielzahl von Schutz- und Forschungsprojekten, die sich bestimmten Arten oder Lebensräumen widmen, wie zum Beispiel dem Feldhamster,[50] dem Luchs,[51], dem Schreiadler[52] und der Wildkatze.[53][54] Ihr Einsatz für Wildbienen erreichte eine breite Öffentlichkeit.[55][56][57] In Berlin etwa hat sie zusammen mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den Berliner Bezirken das Projekt „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!“ initiiert, bei dem Wildbienen-Blühstreifen auf öffentlichen Grün- und Freiflächen angelegt werden.[58][59] Die Stiftung ergreift auch Partei in der Jagdpolitik[60]. So protestierte sie beispielsweise 2019/2020 mit einer Kampagne für die Abschaffung der gesetzlich vorgegebenen Rotwildbezirke in Baden-Württemberg, wo Rothirsche nur auf vier Prozent der Landesfläche leben dürfen.[61][62][63] Die Stiftung ruft jährlich das „Tier des Jahres“ aus, um mehr Aufmerksamkeit auf gefährdete Arten und Lebensräume zu lenken.[64][65] Zu den bereits abgeschlossenen Projekten zählen zum Beispiel ein Forschungsprojekt zum Schwarzspecht[66][67] und das Projekt „Rotmilan – Land zum Leben“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde.[68][69][70]

Lebensräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung setzt sich dafür ein, Lebensräume für Wildtiere zu schaffen und zu erhalten. Dazu erwirbt sie Flächen, auf denen sie eine nicht nur ökologische, sondern auch wildtierfreundliche Landnutzung umsetzt. Das Gut Klepelshagen ist dafür Modell.[71] Im Nordosten Deutschlands wurden der Stiftung von der Bundesregierung elf Flächen aus dem Nationalen Naturerbe übertragen, auf denen die bereits vorhandenen naturnahen Wälder sich selbst überlassen bleiben.[72] Insgesamt schützt die Deutsche Wildtier Stiftung über 7.200 Hektar. Sie ist Teil der Initiative „Wildnis in Deutschland“, einem Zusammenschluss zahlreicher Naturschutzverbände, die sich für mehr Wildnisgebiete engagieren.[73]

Windenergie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wildtier Stiftung fordert – anders als die Umweltschutzorganisationen BUND[74] und NABU[75] – ein generelles (also vom Waldtyp und der Natürlichkeit unabhängiges) Verbot für Windkraftanlagen in Wäldern oder an Waldrändern sowie in geschützten Gebieten. Zu ihren weiteren Forderungen gehören besondere Rücksicht auf Brutplätze und eine grundsätzliche Aufwertung des Artenschutzes im Konfliktfall. Der Biologe Klaus Richarz hat in den Jahren 2014 und 2016 Studien verfasst, die den Wert des Waldes als Lebensraum genauer darlegen und den Forderungen der Stiftung Nachdruck verleihen sollen.[76]

Biomasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung engagiert sich mit 26 weiteren Akteuren aus den Bereichen Naturschutz, Jagd und Energiewirtschaft im „Netzwerk Lebensraum Feldflur“.[77] Die Partner suchen gemeinsam nach Wegen, wie die Energieerzeugung aus Biomasse besser mit dem Arten- und Naturschutz verknüpft werden kann. Mischungen aus verschiedenen heimischen Wildpflanzenarten zur Biogasgewinnung sollen als ökologisch notwendige Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen in der landwirtschaftlichen Praxis etabliert werden.[78][79]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung möchte Menschen für Natur und Wildtiere begeistern,[80] etwa durch kindgerechte Websites und Angebote zur Naturerfahrung für Schüler und Kinder im Vorschulalter.[81][82][83][84] Im Laufe der Jahre wurde ein praxisorientierter Dialog zwischen Anbietern in den Bereichen Naturbildung, Wissenschaft und Eltern etabliert. Anlass war eine Studie, die vor allem in Großstädten aufwachsenden Kindern einen fehlenden Kontakt zur Natur attestierte.[85][86]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Positionierung zur Energiewende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitung Kontext: Wochenzeitung veröffentlichte zwei Artikel, in denen sie die Arbeit der Deutschen Wildtier Stiftung kritisierte. Die Zeitung bemängelte die Anstrengungen der Stiftung, den Bau von Windrädern in Wäldern zu verhindern, während sie gleichzeitig die Abholzung des Hambacher Forsts ignoriere. Dies wurde unter anderem darauf zurückgeführt, dass Fritz Vahrenholt ehemaliger RWE-Vorstand war, es gemeinsame Projekte zwischen der Deutschen Wildtier Stiftung und RWE gegeben habe und RWE der Stiftung im Jahr 2017 Geld überwies. Die Stiftung veröffentlichte später ein Pressestatement, in welchem sie diese Zahlung auf 1000 € bezifferte.[87] Die Stiftung gab an, die Spenden würden ausschließlich Projekten zufließen. Kritisiert wurde auch die Nutzung der Stiftung zu Zwecken des Kampfes gegen den Ausbau der Windenergie in der Vorstandszeit Vahrenholts vor dem Hintergrund seiner umstrittenen Positionen im Zusammenhang der Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung und den Verflechtungen mit RWE.[88] Vahrenholt selbst sagte im Jahr 2012 zu seiner Motivation, für die Stiftung zu arbeiten: „Ich habe mich gefragt, was ich zur Stiftung beitragen kann. Ich möchte sie bundesweit als Marke positionieren. Durch meine Kontakte zur Industrie und einzelnen Unternehmen kann ich finanzstarke potenzielle Sponsoren ansprechen. Sie können sich engagieren, ohne gleich eine gesellschaftspolitisch kontroverse Debatte führen zu müssen.“ Andere Umweltverbände hätten sich vollends der Energiewende verschrieben und würden sich deshalb bei Konflikten mit dem Naturschutz zurückhalten.[89]

Die Wildtier Stiftung unterstützt auf lokaler Ebene klageberechtigte Verbände bei ihrem juristischen Vorgehen gegen einzelne Projekte, wie die in Hessen angesiedelte „Naturschutzinitiative e. V.“. Die Naturschutzinitiative ihrerseits unterstützt wiederum einzelne Bürgerinitaitven, wie Pro Limpurger Berge in Michelbach bei Schwäbisch Hall oder Windkraftfreier Odenwald im Odenwaldkreis (Stand 10/2018).[90] Im Jahresbericht 2016 schrieb die Stiftung, dass sich 800 Bürgerinitiativen in Deutschland gegen die Windenergie engagieren würden, und bezeichnete diese als „neue Naturschutzbewegung“. Die Publikationen würden durch „Zigtausende aus den Bürgerinitiativen“ verfolgt und in „ihre Netzwerke eingespeist“.[91] Die Wildtier Stiftung veranstaltete im Jahr 2016 einen „Parlamentarischen Abend“ zum Thema „Windkraft und Naturschutz“. Patrick Moore hielt einen Vortrag und wurde im Geschäftsbericht der Stiftung mit der Forderung zitiert, dass die Umweltbewegung sich wieder auf ihre ursprünglichen Ziele besinnen solle, denn die Umweltbewegungen träten heute „häufig wie Lobbyisten für die natur- und artenbedrohende Energiewende auf“.[91][92][90]

Im Kontext der Entlassung des langjährigen Vorsitzenden Fritz Vahrenholt schrieb Ansgar Graw in Die Welt (22. Dezember 2019), dass mindestens drei der 15 Kuratoriumsmitglieder bereits aus Solidarität mit Vahrenholt zurückgetreten seien, darunter auch Arnold Vaatz, Bundestagsabgeordneter der CDU und Mitglied des Berliner Kreises in der Union. Laut der Zeitung soll der ehemalige Vorstand der E.ON AG, Rainer Frank Elsässer, seine Entscheidung, sein Vermögen der Stiftung zu vererben, zurückgezogen haben. Er habe ebenfalls eine Unterstützung in Höhe von 50.000 Euro für ein Projekt gestoppt.[93]

Michael Miersch, Geschäftsführer der Stiftung mit Zuständigkeit für „Kommunikation & Bildung“, gab der Bild-Zeitung im März 2017 ein Interview, in welchem er sich gegen „Klima-Hysterie“ aussprach.[94] Als Vertreter der Wildtier Stiftung gab er der Global Warming Policy Foundation im November 2017 ein Interview unter der Überschrift „Wie die Energiewende Wildtiere und Wälder zerstört“.[95]

Tier des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Lessat warf der Stiftung 2018 vor, dass RWE mit der Haselmaus, dem Tier des Jahres 2017, für ein RWE-Wildumsiedlungsprojekt am Tagebau Garzweiler geworben und die Stiftung dieses Projekt begleitet habe.[96]

Mähtod von Rehkitzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erik Hecht warf der Stiftung, die mit einem Projekt gegen den Mähtod von Rehkitzen um Spenden wirbt, 2018 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor, sie habe die Zahl von 100.000 Rehkitzen, die jährlich auf deutschen Wiese sterben würden, erfunden.[97] Jedoch wird diese Zahl mittlerweile durch die rückgemeldeten Daten von Teams der Rehkitzrettung untermauert, welche im Schnitt pro 100 Hektar Grünfläche 12 Rehkitze bergen.[98]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Deutsche Wildtier Stiftung – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Satzung. (PDF) Deutsche Wildtier Stiftung, 23. Mai 2006, abgerufen am 30. Januar 2019 (710 KB).
  2. Deutsche Wildtier Stiftung: Prof. Dr. Klaus Hackländer wird mit Wirkung zum 1. Januar 2021 zum Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung ernannt. 6. Oktober 2020, abgerufen am 4. Januar 2021.
  3. a b c Menschen. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 25. Januar 2021.
  4. a b c Was Rothirsch und Maulwurf eint. In: Nordkurier. 12. Juli 2003.
  5. Gründer der Deutschen Wildtier Stiftung gestorben. In: proplanta.de. 1. März 2014, abgerufen am 19. Juni 2020.
  6. a b c d e Jahresbericht 2020. (PDF) Deutsche Wildtier Stiftung, Juni 2021, S. 57–63, abgerufen am 28. Juni 2021 (3,9 MB).
  7. a b Stiftungsdatenbank. Freie und Hansestadt Hamburg, abgerufen am 30. Januar 2019.
  8. a b Claudia Sewig: 25 Jahre im Dienste des Artenschutzes. In: Die Welt. Hamburg 16. Mai 2017, S. 31.
  9. Geschichte. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 30. Januar 2019.
  10. Andreas Frost: Kampf um Gut Klepelshagen. In: Der Tagesspiegel. 20. April 1995.
  11. Der stille Stifter von Klepelshagen. In: Nordkurier. 8. Oktober 2008.
  12. Daniela Stürmlinger: Boco zieht Fernsehstars an. In: Hamburger Abendblatt. 2. März 1999, S. 19.
  13. Kathrin Voss: Öffentlichkeitsarbeit von Nichtregierungsorganisationen. Mittel – Ziele – interne Strukturen. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15347-6, S. 189.
  14. Günter Stiller: Auch Unken haben eine Lobby. In: Hamburger Abendblatt. 24. Februar 2001, S. 3.
  15. Dieter Fockenbrock et al.: Familientreffen in Frankfurt: Wie Stifter ihr Geld in die Gesellschaft investieren. In: Handelsblatt. 21. Oktober 2005, S. 18.
  16. a b Maren Soehring: Die Eitelkeit stiftet mit. In: Financial Times Deutschland. 10. Mai 2006, S. 3.
  17. Stichwort: Deutsche Wildtier Stiftung. In: Lausitzer Rundschau. 30. Juni 2005.
  18. Sonja Kastner: Stiftung für Wildtiere gegründet. In: Der Tagesspiegel. 24. Januar 2000, S. 29.
  19. Wilhelm Hüls: Im Schlaraffenland für Hirsche. In: Berliner Zeitung. 11. Juni 2005, S. 5.
  20. Deutsche Wildtierstiftung vergibt hochdotierten Forschungspreis. Begabte Nachwuchswissenschaftler sollen besonders gefördert werden. In: Nordkurier. 12. April 2001.
  21. Rainer Marten: Ein großer Naturfreund Vorpommerns ist tot. In: Nordkurier. 2. März 2014, abgerufen am 30. Januar 2019.
  22. Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 30. Januar 2019 (Amtsgericht Hamburg, HRB 127896).
  23. Uwe Reißenweber: Stiftung gegründet: Mecklenburg-Vorpommern als Heimat des deutschen Naturfilms. In: Nordkurier. Vorpommernkurier. 31. August 2016, S. 5.
  24. Hamburg-Premiere „Die Wiese“. In: Die Welt. 28. März 2019, S. 29.
  25. Angelika Hillmer: Neustart als Naturschützer. In: Hamburger Abendblatt. 30. Juli 2012, S. 17.
  26. Vahrenholt wird Chef bei RWE Innogy. In: Hamburger Morgenpost. 22. November 2007, S. 6.
  27. Ex-Senator Vahrenholt verlässt Chefsessel bei RWE Innogy. In: Hamburger Abendblatt. 26. Januar 2012, S. 27.
  28. Fritz Vahrenholt wird Naturschützer. In: Hamburger Abendblatt. 29. März 2012, S. 21.
  29. Jörg Franze: „Keine graue Eminenz im Hintergrund“. In: Nordkurier. 22. August 2012.
  30. Der Unternehmer und Stifter Haymo Rethwisch ist gestorben. In: Hamburger Abendblatt. 1. März 2014, S. 7.
  31. SPD-Politiker wegen unbequemer Klima-Thesen gefeuert. In: BILD. 21. Dezember 2019, S. 2.
  32. Ansgar Graw: Kollateralschaden eines Rauswurfs. In: Die Welt. 22. Dezember 2019, abgerufen am 26. Februar 2020.
  33. Matthias Iken: Musste Vahrenholt wegen Klimathesen gehen? In: Hamburger Abendblatt. 21. Dezember 2019, abgerufen am 19. Juni 2020.
  34. Kontakt. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 30. Januar 2019.
  35. Gut Klepelshagen – Wirtschaften mit der Natur. In: Deutsche Wildtier Stiftung. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  36. Baustart!: Jetzt bekommt Hamburg Deutschland höchstes Holz-Hochhaus. In: Hamburger Morgenpost. 10. Dezember 2020, abgerufen am 28. Juni 2021.
  37. Markus Lorenz: Deutschlands erstes Holz-Hochhaus. In: Norddeutsche Rundschau. 23. November 2017, S. 5.
  38. Hamburg will das Größte. In: Die Tageszeitung. 23. November 2017, S. 44.
  39. Angela Schmid: Deutschland größtes Holzhochhaus entsteht in der Hamburger Hafencity. In: Edison (Handelsblatt). 4. Oktober 2018, abgerufen am 30. Januar 2019.
  40. Hamburgs Tor zur Natur. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 28. Juni 2021.
  41. Eva Eusterhus: Auf dem Holzweg. In: Die Welt. 23. November 2017, S. 27.
  42. Transparente Zivilgesellschaft. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 14. Mai 2020.
  43. Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 30. Januar 2019 (Amtsgericht Neubrandenburg, HRB 6602).
  44. Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 30. Januar 2019 (Amtsgericht Hamburg, HRA 109666).
  45. Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 30. Januar 2019 (Amtsgericht Neubrandenburg, HRB 5750).
  46. Fred Lucius: Schullandheim erneut vor dem Verkauf. In: Nordkurier. 11. November 2014, S. 19.
  47. Deutsche Wildtier Stiftung spendet für Artenschutzprojekt 20. September 2016
  48. siehe Kooperationspartner
  49. Aktuelle Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern. (PDF) Deutscher Bundestag, 1. Februar 2019, abgerufen am 7. Februar 2019.
  50. Franziska Gräfenhan: Vom Schädling zum Sorgenkind. In: Thüringer Allgemeine. 23. November 2018, S. 15.
  51. Claudia Sewig: „Es ist nie der böse Luchs“. In: Die Welt. 25. November 2015, S. 27.
  52. Monika Fricke: In Gefahr. In: Weser Kurier. 23. Oktober 2017, abgerufen am 4. Juni 2020.
  53. Walter Schmidt: Intensivpflege für den Schreiadler. In: Hamburger Abendblatt. 11. März 2008, S. 20.
  54. Matthias Heinzel: Extrem scheu und streng geschützt. In: Göttinger Tageblatt. 5. Januar 2018, S. 14.
  55. Die Wildbiene soll es einmal besser haben. In: Die Tageszeitung. 13. April 2016, S. 27.
  56. Milica Nikolic: Mehr Wildblumenwiesen für Berlins Bienen. In: Berliner Morgenpost. 6. Juni 2018, abgerufen am 5. Februar 2019.
  57. Neues Projekt gestartet: So soll München zum Wildbienen-Paradies werden. In: Abendzeitung München. 8. August 2018, abgerufen am 31. März 2019.
  58. Berlin-Wedding: Mehr Platz für Wildbienen im Volkspark Rehberge. In: Berliner Abendblatt. 18. April 2020, abgerufen am 22. April 2020.
  59. Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf. In: Berlin.de - Das offizielle Hauptstadtportal. Abgerufen am 22. April 2020.
  60. Rothirsch-Kampagne. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 28. Juni 2021.
  61. Tierschützer fordern mehr Platz für den Rothirsch. In: Süddeutsche Zeitung. 30. September 2020, abgerufen am 28. Juni 2021.
  62. Kampagne für den Rothirsch – Deutsche Wildtier Stiftung. Wild und Hund, 28. September 2020, abgerufen am 28. Juni 2021.
  63. Deutsche Wildtier Stiftung: Verfressene Sau. Deutsche Wildtier Stiftung, abgerufen am 28. Juni 2021.
  64. Nicole Stroschein: Mein Name ist Hase. Feldhase! In: Hörzu. Nr. 9, 2015, S. 14.
  65. Matthias Heinzel: Extrem scheu und streng geschützt. In: Göttinger Tageblatt. 5. Januar 2014, S. 14.
  66. Folge-Untersuchung Schwarzspechthöhlen im Biosphärengebiet. Biosphärengebiet Schwäbische Alb, abgerufen am 4. Juni 2020.
  67. Ein Vogel gilt als Zimmermann des Waldes. In: Schwarzwälder Bote. 15. August 2014, abgerufen am 4. Juni 2020.
  68. Carl-Albrecht von Treuenfels: Warum es dem Rotmilan schlecht geht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juli 2019, abgerufen am 4. Juni 2020.
  69. Wir stoppen den Sinkflug. In: Rotmilan - Land zum Leben. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  70. Ausstellung: Faszinierender Rotmilan. In: Chemnitzer Morgenpost. 1. November 2018, S. 15.
  71. Auf Safari in der Uckermark. In: Die Welt. 17. September 2010, S. 11.
  72. Ein herausragender Meilenstein der deutschen Naturschutzpolitik. In: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mecklenburg-Vorpommern, 6. Juni 2018, abgerufen am 5. Februar 2019.
  73. Wir für Wildnis. In: Wildnis in Deutschland. Abgerufen am 28. Juni 2021.
  74. BUND, BUND-Beschluss: Windenergieanlagen im Wald, November 2019
  75. NABU Ausbau der Windenergie nur im Einklang mit dem Naturschutz, März 2017
  76. Windenergie und Artenschutz deutschewildtierstiftung.de
  77. Netzwerk Lebensraum Feldflur: Akteure lebensraum-brache.de (Stand Januar 2017)
  78. Biogas aus Wildpflanzen lebensraum-brache.de
  79. Energie aus Wildpflanzen deutschewildtierstiftung.de
  80. Kinder kennen Dinos. Aber wie sieht ein Reh aus? In: Aachener Nachrichten. 29. April 2006.
  81. Peter Oldenburger: Natur erfahren für Kinder und Jugendliche durch neues Projekt. In: Berliner Morgenpost. 14. Juni 2017, abgerufen am 19. Februar 2019.
  82. Neues Naturkundeprojekt für Fünf- und Sechsjährige. In: Hamburger Abendblatt. 13. Januar 2018, S. 42.
  83. Manuela Frey: Spatzenretter an der Grundschule. In: Berliner Woche. 26. November 2018, abgerufen am 19. Februar 2019.
  84. Auszeichnung für Tierschützer. In: Ruhr Nachrichten. 14. Januar 2019, S. 26.
  85. Lisa Steiner: Große Klappe, aber noch nie auf dem Baum gewesen. In: Berliner Kurier. 14. Februar 2015.
  86. Auf Bäume klettern? Jedes zweite Kind hat's noch nie getan. In: Passauer Neue Presse. 11. April 2015.
  87. Wirtschaften für Wildtiere - Die Arbeit der Deutschen Wildtier Stiftung basiert auf vier Säulen. 1. November 2018, abgerufen am 25. Juni 2020.
  88. Wie Fritz Vahrenholt den Bundestag für dumm verkaufen wollte SciLogs 12. September 2019. Abgerufen am 2. Februar 2020
  89. Hamburger Abendblatt, Neustart als Naturschützer in der Wildtier-Stiftung, 30. Juli 2012
  90. a b Kohle für Wildtierschützer. In: Kontext: Wochenzeitung, 10. Oktober 2018. Abgerufen am 13. Oktober 2018.
  91. a b Deutsche Wildtier Stiftung, Jahresbericht 2016
  92. Solarenergie Förderverein,Solarbrief 3/2018
  93. Wildtier Stiftung Kollateralschaden eines Rauswurfs, Von Ansgar Graw, 22. Dezember 2019
  94. Bild-Zeitung, Naturschützer warnt vor Klima-Hysterie, 14. März 2017
  95. Global Warming Policy Foundation, Wie die Energiewende Wildtiere und Wälder zerstört
  96. Jürgen Leset: Kohle für Wildtierschützer. In: Kontext: Wochenzeitung. 10. Oktober 2018, abgerufen am 28. Juni 2021.
  97. Erik Hecht: Tausende tote Rehe erfunden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juli 2018, abgerufen am 28. Juni 2021.
  98. Deutsche Wildtier Stiftung: Wer später mäht, lässt Wildtiere leben. In: Deutsche Wildtier Stiftung. 14. März 2021, abgerufen am 11. September 2021.