Deutsche Wohnen

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Deutsche Wohnen AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0HN5C6
Sitz Frankfurt am Main
Leitung Michael Zahn,
Vorstandsvorsitzender
Uwe E. Flach,
Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 784 (2014)[1]
Umsatz 952,88 Mio. Euro (2014)[2]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.deutsche-wohnen.com

Die Deutsche Wohnen AG ist eine börsennotierte Wohnungsgesellschaft mit Unternehmenssitz in Frankfurt am Main. Mittelpunkt der operativen Geschäftstätigkeit ist die Bewirtschaftung und Entwicklung des Wohnimmobilienbestands. Die Gesellschaft ist seit Dezember 2010 im MDAX der Deutschen Börse gelistet und wird zudem in den wesentlichen Indizes EPRA/NAREIT und GPR 100 geführt.[3] Das Unternehmen besitzt etwa 142.000 Wohnungen, davon 98.000 in Berlin.[4]

Das Ergebnis aus der Wohnungsbewirtschaftung lag 2014 bei 505,8 Mio. Euro, das Verkaufsergebnis bei 52,4 Mio. Euro und das Ergebnis aus dem Segment Pflege und Betreutes Wohnen bei 16,3 Mio. Euro. [5]

2012 übernahm das Unternehmen von der britischen Barclays Bank mit der Baubecon 23.500 Wohnungen zu einem Unternehmenswert von 1,24 Milliarden Euro.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsche Wohnen wurde 1998 von der Deutschen Bank AG gegründet. Grundstock bildete 1998 ein Wohnimmobilienportfolio, welches 1998 von der Pensionskasse Hoechst[7] und von dem Bundesland Rheinland-Pfalz erworben wurde.

Die Börseneinführung erfolgte im November 1999. Erst nach Aufhebung des Beherrschungsvertrages mit der Deutsche Bank AG ist die Deutsche Wohnen AG seit dem Juli 2006 eine unabhängige börsennotierte Aktiengesellschaft. Im Juli 2007 erwarb das Unternehmen die in Berlin ansässige GEHAG, zahlbar unter anderem durch Ausgabe von Aktien. Im Jahr 2014 plante die Deutsche Wohnen, die österreichische Gruppe Conwert (CONW.VI) für circa 1 Milliarde Euro zu erwerben. [8]

Im November 2013 schloss die Deutsche Wohnen die Übernahme der ebenfalls im MDAX notierten GSW Immobilien AG erfolgreich ab.[9]

Gescheiterte Fusion mit LEG Immobilien[Bearbeiten]

Am 21. September 2015 teilte Deutsche Wohnen mit, mit dem Konkurrenten LEG Immobilien fusionieren zu wollen. Dies sollte durch einen Aktientausch erfolgen; bei dem die LEG-Aktionäre für 10 LEG-Aktien 33 neue Aktien der Deutsche Wohnen erhalten hätten. Insgesamt hätte das Volumen 4,6 Milliarden Euro betragen. Die Aktionäre der Deutsche Wohnen sollten nach der Fusion, die bis Ende 2015 abgeschlossen werden sollte, 61 % der Anteile am neuen Unternehmen halten, die LEG-Aktionäre die restlichen 39 %. Durch die Fusion wäre das nach Vonovia zweitgrößte Immobilienunternehmen Deutschlands mit 250.000 Wohnungen und 17 Milliarden Euro Portfoliowert entstanden.[10][11]

Übernahmeangebot von Vonovia[Bearbeiten]

Am 14. Oktober 2015 legte Vonovia den Deutsche Wohnen-Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot über 14 Milliarden Euro vor, allerdings unter der Prämisse, dass die Fusion mit LEG Immobilien auf der Hauptversammlung am 28. Oktober 2015 abgelehnt werde und die Deutsche Wohnen keine wesentlichen Vermögensgegenstände mehr erwirbt.[12] Am 22. Oktober 2015 sagte Deutsche Wohnen die eigene Hauptversammlung, die zur Übernahme der LEG notwendig gewesen wäre, aufgrund eines geänderten Votums einflussreicher Stimmrechtsberater ab.[13] Deutsche Wohnen Vorstand und Aufsichtsrat wehren das als zu niedrig betrachtete Übernahmeangebot von Vonovia seitdem ab. Um ihre Eigenständigkeit und eigenen Wachstumsmöglichkeiten zu unterstreichen, schloss die Deutsche Wohnen im November 2015 mit Patrizia Immobilien einen Vertrag zum Erwerb eines Bestands von 13.600 Wohnungen (plus rund 2.000 weitere Einheiten im zweiten Halbjahr 2016) für 1,3 Milliarden Euro.[14] Vonovia kündigte jedoch an, die Übernahme trotz dieses Erwerbs weiterzuverfolgen und legte den Aktionären am 2. Dezember 2015 ein offizielles Übernahmeangebot vor, nachdem das Unternehmen am 30. November 2015 von den eigenen Aktionären grünes Licht für die dazu notwendige Kapitalerhöhung erhalten hatte.[15]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das Unternehmen setzt seinen operativen Fokus auf die Bewirtschaftung des eigenen Wohnungsbestands von fast 150.000 Wohneinheiten. Die Deutsche Wohnen Gruppe ist in den Segmenten Wohnungsbewirtschaftung, strategischer und operativer Verkauf sowie in dem Segment Pflege und Betreutes Wohnen (über ihre Beteiligung an der KATHARINENHOF® Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH) tätig. Das Wohnimmobilienportfolio liegt überwiegend im Großraum Berlin, im Rhein-Main-Gebiet (insbesondere Frankfurt am Main), im Rheinland, in Dresden, in Hannover sowie in mittelgroßen deutschen Städten wie Braunschweig und Magdeburg. Die Katharinenhof-Gruppe betreibt derzeit 20 Pflegeeinrichtungen mit rund 2.000 Wohn- und Pflegeplätzen für ältere Menschen.[16]

Kritik[Bearbeiten]

Die Deutsche Wohnen und ihre Tochterunternehmen wurden teilweise für ihre renditeorientierte Wohnungs- und Mietenpolitik kritisiert. So wird beispielsweise der übernommenen GSW Immobilien vorgeworfen, insbesondere seit Übernahme durch die Deutsche Wohnen Wohnungen und Sozialwohnungen zur Gewinnerhöhung nicht ausreichend instand zu halten und Mängel nicht oder nur unzureichend zu beheben. Gleichzeitig wird ihr vorgeworfen, sie probiere Mieterhöhungen durchzusetzen und verlange überdurchschnittlich hohe Nebenkosten, welche sich aus Dienstleistungsverträgen mit Tochterfirmen ergeben, wodurch de facto eine Mieterhöhung stattfinde. Gegen die Mietenpolitik der Deutsche Wohnen protestieren insbesondere Mieterinitiativen aus Berlin. [17][18][19]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
9,94 % Sun Life Financial Inc., Toronto, Kanada
7,19 % BlackRock, Inc., New York City, USA
6,71 % Norges Bank (Central Bank of Norway), Norwegen, Dänemark
3,01 % APG Asset Management N.V., Amsterdam, Niederlande[20]

Stand: 19. Juni 2015 (Aktionärsstruktur, Deutsche Wohnen AG [21])

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDeutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 22. Juli 2015 (PDF; 5,39 MB).
  2. http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Deutsche_Wohnen
  3. Basisinformationen, Deutsche Wohnen
  4. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vonovia-deutsche-wohnen-die-immo-schlacht-und-die-mieter-a-1058680.html
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDeutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 10. August 2015 (PDF; 5,39 MB).
  6. Archiv der Pressemitteilungen von 2012: Deutsche Wohnen AG unterzeichnet Kaufvertrag zum Erwerb von Gesellschaften der BauBeCon Gruppe
  7. Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAngelika Gruber and Kathrin Jones: Deutsche Wohnen launches $1.1 billion takeover offer for Conwert. In: Reuters. 15 Februar.2014, abgerufen am 15. Februar 2015.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDeutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 10. August 2015 (PDF; 5,39 MB).
  10. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/UPDATE-Deutsche-Wohnen-und-LEG-landen-Milliardencoup-4525081
  11. http://www.leg-nrw.de/investor-relations/news-publikationen/ir-news-details/2015-09-20-deutsche-wohnen-ag-und-leg-immobilien-ag-vereinbaren-zusammenschluss/
  12. http://www.vonovia.de/ueber-vonovia/presse/uebersicht/konzernmeldung-alternativangebot/
  13. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Wohnen-blaest-LEG-Uebernahme-ab-article16188916.html
  14. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/uebernahmeschlacht-deutsche-wohnen-wehrt-sich-13937189.html
  15. http://mobil.n-tv.de/wirtschaft/Vonovia-legt-offiziell-Uebernahmeangebot-vor-article16477866.html
  16. Unternehmensprofil, Deutsche Wohnen
  17. "GSW – Gewinne, Mieterhöhungen und andere Scheinheiligkeiten"
  18. "Schreckliche Weihnachten dank GSW / Deutsche Wohnen"
  19. "Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat mit Skepsis auf die angekündigte Übernahme des Immobilienunternehmens GSW durch den Konkurrenten Deutsche Wohnen reagiert."
  20. Eine Tochter der Stichting Pensioenfonds ABP
  21. Aktionärsstruktur, Deutsche Wohnen AG