Deutsche Wohnen

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Deutsche Wohnen AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0HN5C6
Sitz Frankfurt am Main, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Michael Zahn,
Vorstands­vorsitzender
Uwe E. Flach,
Aufsichtsrats­vorsitzender
Mitarbeiter 766 (2015)[1]
Umsatz 952,88 Mio. Euro (2014)[2]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.deutsche-wohnen.com

Die Deutsche Wohnen AG ist eine börsennotierte deutsche Wohnungsgesellschaft mit Unternehmenssitz in Frankfurt am Main. Mittelpunkt der operativen Geschäftstätigkeit ist die Bewirtschaftung und Entwicklung des Wohnimmobilienbestands. Die Gesellschaft ist seit Dezember 2010 im MDAX der Deutschen Börse gelistet und wird zudem in den wesentlichen Indizes EPRA/NAREIT, STOXX Europe 600 und GPR 15 geführt.[3] Das Unternehmen besitzt etwa 146.000 Wohnungen, davon über 100.000 in Berlin.[4]

Das Ergebnis aus der Wohnungsbewirtschaftung lag 2015 bei 519,2 Mio. Euro, das Verkaufsergebnis bei 68,9 Mio. Euro und das Ergebnis aus dem Segment Pflege und Betreutes Wohnen bei 15,6 Mio. Euro. [5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Wohnen wurde 1998 von der Deutschen Bank AG gegründet. Grundstock bildete 1998 ein Wohnimmobilienportfolio, welches 1998 von der Pensionskasse Hoechst[6] und von dem Bundesland Rheinland-Pfalz erworben wurde.

Die Börseneinführung erfolgte im November 1999. Erst nach Aufhebung des Beherrschungsvertrages mit der Deutsche Bank AG ist die Deutsche Wohnen AG seit dem Juli 2006 eine unabhängige börsennotierte Aktiengesellschaft. Im Juli 2007 erwarb das Unternehmen die in Berlin ansässige GEHAG, zahlbar unter anderem durch Ausgabe von Aktien. Im Jahr 2014 plante die Deutsche Wohnen, die österreichische Gruppe Conwert (CONW.VI) für circa 1 Milliarde Euro zu erwerben. [7]

2012 übernahm das Unternehmen von der britischen Barclays Bank mit der Baubecon 23.500 Wohnungen zu einem Unternehmenswert von 1,24 Milliarden Euro.[8]

Im November 2013 schloss die Deutsche Wohnen die Übernahme der ebenfalls im MDAX notierten GSW Immobilien AG erfolgreich ab.[9]

Gescheiterte Fusion mit LEG Immobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Am 21. September 2015 teilte Deutsche Wohnen mit, mit dem Konkurrenten LEG Immobilien fusionieren zu wollen. Dies sollte durch einen Aktientausch erfolgen; bei dem die LEG-Aktionäre für 10 LEG-Aktien 33 neue Aktien der Deutsche Wohnen erhalten hätten. Insgesamt hätte das Volumen 4,6 Milliarden Euro betragen. Die Aktionäre der Deutsche Wohnen sollten nach der Fusion, die bis Ende 2015 abgeschlossen werden sollte, 61 % der Anteile am neuen Unternehmen halten, die LEG-Aktionäre die restlichen 39 %. Durch die Fusion wäre das nach Vonovia zweitgrößte Immobilienunternehmen Deutschlands mit 250.000 Wohnungen und 17 Milliarden Euro Portfoliowert entstanden.[10][11]

Übernahmeangebot von Vonovia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Oktober 2015 legte Vonovia den Deutsche Wohnen-Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot über 14 Milliarden Euro vor, allerdings unter der Prämisse, dass die Fusion mit LEG Immobilien auf der Hauptversammlung am 28. Oktober 2015 abgelehnt werde und die Deutsche Wohnen keine wesentlichen Vermögensgegenstände mehr erwirbt.[12] Am 22. Oktober 2015 sagte Deutsche Wohnen die eigene Hauptversammlung, die zur Übernahme der LEG notwendig gewesen wäre, aufgrund eines geänderten Votums einflussreicher Stimmrechtsberater ab.[13] Deutsche-Wohnen-Vorstand und -Aufsichtsrat wehren das als zu niedrig betrachtete Übernahmeangebot von Vonovia seitdem ab. Um ihre Eigenständigkeit und eigenen Wachstumsmöglichkeiten zu unterstreichen, schloss die Deutsche Wohnen im November 2015 mit Patrizia Immobilien einen Vertrag zum Erwerb eines Bestands von 13.600 Wohnungen (plus rund 2.000 weitere Einheiten im zweiten Halbjahr 2016) für 1,3 Milliarden Euro.[14] Vonovia kündigte jedoch an, die Übernahme trotz dieses Erwerbs weiterzuverfolgen und legte den Aktionären am 2. Dezember 2015 ein offizielles Übernahmeangebot vor, nachdem das Unternehmen am 30. November 2015 von den eigenen Aktionären grünes Licht für die dazu notwendige Kapitalerhöhung erhalten hatte.[15] Nachdem sich Ende Januar 2016 abzeichnete, dass der anvisierte Aktienanteil von 57 Prozent bis zum ursprünglichen Termin am 26. Januar nicht zu erlangen war, verlängerte Vonovia die Angebotsfrist bis zum 9. Februar und senkte gleichzeitig die Quote auf 50 Prozent.[16] Auch dieses Ziel konnte das Unternehmen nicht erreichen, da lediglich 30 Prozent der Aktionäre das Angebot annahmen. Der Übernahmeversuch galt damit als gescheitert.[17]

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen setzt seinen operativen Fokus auf die Bewirtschaftung des eigenen Wohnungsbestands von fast 150.000 Wohneinheiten. Die Deutsche Wohnen Gruppe ist in den Segmenten Wohnungsbewirtschaftung, strategischer und operativer Verkauf sowie in dem Segment Pflege und Betreutes Wohnen (über ihre Beteiligung an der KATHARINENHOF® Seniorenwohn- und Pflegeanlage Betriebs-GmbH) tätig. Das Wohnimmobilienportfolio liegt überwiegend im Großraum Berlin, im Rhein-Main-Gebiet (insbesondere Frankfurt am Main), im Rheinland, in Dresden, in Hannover sowie in mittelgroßen deutschen Städten wie Braunschweig und Magdeburg. Die Katharinenhof-Gruppe betreibt derzeit 20 Pflegeeinrichtungen mit rund 2.000 Wohn- und Pflegeplätzen für ältere Menschen.[18]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Wohnen und ihre Tochterunternehmen wurden teilweise für ihre renditeorientierte Wohnungs- und Mietenpolitik kritisiert. So wird beispielsweise der übernommenen GSW Immobilien vorgeworfen, insbesondere seit Übernahme durch die Deutsche Wohnen Wohnungen und Sozialwohnungen zur Gewinnerhöhung nicht ausreichend instand zu halten und Mängel nicht oder nur unzureichend zu beheben. Gleichzeitig wird ihr vorgeworfen, sie probiere Mieterhöhungen durchzusetzen und verlange überdurchschnittlich hohe Nebenkosten, welche sich aus Dienstleistungsverträgen mit Tochterfirmen ergeben, wodurch de facto eine Mieterhöhung stattfinde. Gegen die Mietenpolitik der Deutsche Wohnen protestieren insbesondere Mieterinitiativen aus Berlin. [19][20][21]

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
9,94 % Sun Life Financial Inc., Toronto, Kanada
7,19 % BlackRock, Inc., New York City, USA
6,71 % Norges Bank (Central Bank of Norway), Norwegen, Dänemark
3,01 % APG Asset Management N.V., Amsterdam, Niederlande[22]

Stand: 19. Juni 2015[23]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 21. März 2016 (PDF; 3,75 MB).
  2. http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Deutsche_Wohnen
  3. Basisinformationen, Deutsche Wohnen
  4. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vonovia-deutsche-wohnen-die-immo-schlacht-und-die-mieter-a-1058680.html
  5. Deutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 21. März 2016 (PDF; 3,75 MB).
  6. Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG
  7. Angelika Gruber and Kathrin Jones: Deutsche Wohnen launches $1.1 billion takeover offer for Conwert. In: Reuters. 15 Februar.2014, abgerufen am 15. Februar 2015.
  8. Archiv der Pressemitteilungen von 2012: Deutsche Wohnen AG unterzeichnet Kaufvertrag zum Erwerb von Gesellschaften der BauBeCon Gruppe
  9. Deutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 10. August 2015 (PDF; 5,39 MB).
  10. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/UPDATE-Deutsche-Wohnen-und-LEG-landen-Milliardencoup-4525081
  11. http://www.leg-nrw.de/investor-relations/news-publikationen/ir-news-details/2015-09-20-deutsche-wohnen-ag-und-leg-immobilien-ag-vereinbaren-zusammenschluss/
  12. http://www.vonovia.de/ueber-vonovia/presse/uebersicht/konzernmeldung-alternativangebot/
  13. http://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Wohnen-blaest-LEG-Uebernahme-ab-article16188916.html
  14. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/uebernahmeschlacht-deutsche-wohnen-wehrt-sich-13937189.html
  15. http://mobil.n-tv.de/wirtschaft/Vonovia-legt-offiziell-Uebernahmeangebot-vor-article16477866.html
  16. Übernahmekampf um Deutsche Wohnen: Vonovia verlängert Frist für Aktionäre. Spiegel Online, 25. Januar 2016, abgerufen am 10. Februar 2016
  17. Wohnungskonzern: Vonovia scheitert mit Mega-Übernahme. Spiegel Online, 10. Februar 2016, abgerufen am gleichen Tage
  18. Unternehmensprofil, Deutsche Wohnen
  19. "GSW – Gewinne, Mieterhöhungen und andere Scheinheiligkeiten"
  20. "Schreckliche Weihnachten dank GSW / Deutsche Wohnen"
  21. "Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat mit Skepsis auf die angekündigte Übernahme des Immobilienunternehmens GSW durch den Konkurrenten Deutsche Wohnen reagiert."
  22. Eine Tochter der Stichting Pensioenfonds ABP
  23. Aktionärsstruktur. Deutsche Wohnen AG.