Deutsche Zeltmission

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Deutsche Zeltmission e. V.
Logo dzm.svg
Zweck: ...denn jeder soll von Jesus hören!
Vorsitz: Rüdiger Müller
Gründungsdatum: 1902
Sitz: Siegen
Website: www.deutsche-zeltmission.de

Die Deutsche Zeltmission e. V. (dzm) ist ein freies christliches Missionswerk evangelikaler Prägung mit Sitz in Siegen, das maßgeblich zur Etablierung der Zeltmission in Deutschland beigetragen hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 gründete der Evangelist Jakob Vetter die Deutsche Zeltmission.[1] Die Idee, in einem Zelt zu vielen Menschen zu reden, wurde während einer Englandreise im Juli und August 1899 geboren, wo Vetter Veranstaltungen in einem Missionszelt erlebte.[2] In Gesprächen mit Otto Stockmayer wurde von Vetter der Gedanke weiter erörtert und dann in den Zeltplan umgesetzt. Seit 1904 hat die Zeltmission ihren Sitz in Geisweid bei Siegen. Die erste deutsche Zeltmission fand am 27. April 1902 auf der Anhöhe Tersteegensruh – benannt nach Gerhard Tersteegen – bei Mülheim an der Ruhr statt. Bereits 1905 erfolgte die Anschaffung eines zweiten Zeltes. Es war größer als das erste und konnte bis zu 3.000 Menschen fassen. Fünf Jahre nach Gründung betrieb die Deutsche Zeltmission fünf Zeltkirchen, die deutschlandweit, aber auch in den Niederlanden und in der Schweiz eingesetzt wurden. Die ersten Evangelisten der Deutschen Zeltmission waren neben Jakob Vetter die Evangelisten Jonathan Paul, Ludwig Henrichs und Fritz Binde.

Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. In den 1920er Jahren wurde sie unter der Leitung des ostpreußischen Evangelisten Ernst Krupka wieder aufgenommen. Durch die kriegsbedingten politischen und sozialen Umwälzungen kam es zu einem Interesse breiter Volksschichten an den Zeltabenden. Widerstand entstand von entkirchlichten und politischen Gruppen, die die Zeltarbeit auch durch tätliche Angriffe störten.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Tätigkeit der Zeltmission zwar überwacht, aber geduldet. Der Zweite Weltkrieg brachte die Zeltarbeit zum völligen Erliegen. Sie wurde aber in Westdeutschland – zum Teil mit ausländischer Hilfe – ab 1947 wieder aufgebaut.

Heute ist der Verein ein Dienstleister für christliche Gemeinden und Organisationen. Mit zwei Zeltpavillons, dem dzm-Jubiläumszelt und einer großen Festzelthalle, einem umfangreichen und modularen Konzept für Veranstaltungen stellt die Deutsche Zeltmission viele Möglichkeiten für ihre Arbeit zur Verfügung. Das Missionswerk trägt sich allein durch Spenden. Außerdem wurden Konzepte für Veranstaltungen ohne Zelt mit ins Programm aufgenommen.

Da die Nachfrage von Gemeinden nach klassischer Zeltmission in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückging, wurden neue Formate entwickelt. Die dzm baute ihr Ferienangebot „CAMISSIO CAMP2GO“ für Kinder aus, das 2020 schon an 32 Orten in ganz Deutschland veranstaltet wurde. Ergänzend dazu wird den Partnergemeinden außerdem das Evangelisationsformat „MyWay“ angeboten, mit dem künftig noch stärker die Eltern der Kinder erreicht werden sollen, die an den Sommercamps teilnehmen.[3]

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsführer ist seit Januar 2015 Tobias Lang, der nach knapp zehn Jahren Thomas Röger ablöste.[4] Missionsleiter war von 2006 bis 2018 Mathias Lauer.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Brandenburg: Art.: Zeltmission. In: Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 1962, VI. Band, Sp. 1894.
  • Ludwig Henrichs: Etliche zu Evangelisten. Beiträge zur Frage der Evangelisation. Bücherei Montanus, Barmen 1922.
  • Paulus Scharpff: Geschichte der Evangelisation. 300 Jahre Evangelisation in Deutschland. Brunnen-Verlag, Gießen 1964, ISBN 3765522147.
  • Jakob Vetter: Gottes Fußspuren in der Zelt-Mission. Zelt-Missionsbuchhandlung, Geisweid i.W. 1907.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard Hempelmann (Hrsg.): Handbuch der evangelistisch-missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden. Völlig neu bearbeitete Ausgabe. Christliches Verlags-Haus, Stuttgart 1997, ISBN 3-7675-7763-1, S. 121.
  2. Marie Vetter: Evangelist Jakob Vetter. Ein Lebensbild. Verlag der Deutschen Zeltmission u. a., Geisweid i. W. u. a. 1922, S. 64.
  3. Deutsche Zeltmission baut Ferienangebote aus: 2021 nahmen 2.300 Kinder an den Sommercamps teil, idea.de, Artikel vom 15. November 2021.
  4. Wechsel in der DZM-Geschäftsführung, die-mobile-mission.de, abgerufen am 31. Januar 2015.
  5. Missionsleiter Mathias Lauer verlässt die Deutsche Zeltmission, idea.de, Meldung vom 30. April 2018.


Koordinaten: 50° 55′ 20,7″ N, 7° 59′ 48,1″ O