Deutscher Altphilologenverband

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Deutscher Altphilologenverband e.V.
(DAV)
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Zweck: Förderung des altsprachlichen Unterrichts in Schulen und Hochschulen, Fort- und Weiterbildung für Fachkollegen, Fachexkursionen, Verbindung Lehrer – Hochschulen, Zeitschrift: Forum Classicum.
Vorsitz: Hartmut Loos
Gründungsdatum: 1925
Mitgliederzahl: 6000
Sitz: Berlin
Website: Deutscher Altphilologenverband

Deutscher Altphilologenverband e. V. (DAV) heißt der Fachverband für Latein und Griechisch an deutschen Schulen und Universitäten.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 gegründet, hat er heute in 15 Landesverbänden etwa 6000 Mitglieder, die sowohl an den Universitäten als auch in der Schule tätig sind oder waren. Der als gemeinnützig anerkannte Verein

Verleihung des Humanismus-Preises beim Bundeskongress in Göttingen (März 2008)

Alle zwei Jahre findet ein wissenschaftlich und fachdidaktisch ausgerichteter Bundeskongress mit zuletzt über 1000 Teilnehmern statt, auf dem der Humanismus-Preis verliehen wird. 2006 erhielt ihn Jutta Limbach in München, 2008 Leoluca Orlando aus Palermo, 2014 der Autor Michael Köhlmeier.

Der Bundeskongress vom 25.– 29. März 2008 in Göttingen hat zum Thema Antike und Kulturen der Welt – Klassische Bildung eröffnet Horizonte stattgefunden, der Bundeskongress in Freiburg/Br. vom 6. bis 10. April 2010 zum Thema Bildung durch Sprache – Latein und Griechisch im Kontext der Schulsprachen, in Erfurt vom 10. bis 14. April 2012 unter dem Thema Von der Muse geküsst. Die klassischen Sprachen und die Künste. Der Kongress 22. bis 26. April 2014 in Innsbruck hatte das Motto Alte Sprachen bauen Brücken. Der nächste Kongress ist für 2016 in Berlin angekündigt.

International ist der DAV in der Fédération Internationale des Associations d’Études Classiques (FIEC) und dem europäischen Verbund der Altphilologenverbände EUROCLASSICA eingebunden.

Die amtierende Vorsitzende ist Hartmut Loos, der Direktor des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer. Ehrenvorsitzende sind Hermann Steinthal (†) und Friedrich Maier.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung 1925[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem älteren Gymnasialverein 1925 ausgegründet, unterstützte der Verband die fachlichen und bildungspolitischen Interessen der humanistischen Gymnasien. Sie sahen sich bedroht durch die Schulreformen, die den Hochschulzugang mehr und mehr ohne altsprachliche Voraussetzungen ermöglichten (Richertsche Gymnasialreform). Am Anfang stand besonders Werner Jaegers Idee des Dritten Humanismus im Mittelpunkt. Unter Otto Regenbogen bestand wieder Personalunion mit dem Gymnasialverein. Die Lehrerfachverbände gingen ab 1933 im Nationalsozialistischen Lehrerbund auf. In der NS-Zeit drängte der Staat die humanistischen Gymnasien weiter zurück.

Neugründung 1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 fanden sich die Altphilologen wieder zu ersten Tagungen zusammen und gründeten nach einigen regionalen Bemühungen 1950 den Verband neu. Erster Vorsitzender war der Westfale Bernhard Kock (1885–1973). Die Verbandspolitik zielte auf eine Rückkehr zur christlich-humanistischen Tradition. Die Universitätsphilologen blieben mit den Lehrern in einem Verband, um die enge Verbundenheit beider Bildungsbereiche zu zeigen.

Bereits von Beginn an sah sich der Verband im Abwehrkampf gegen die sinkende Bedeutung der alten Sprachen in der Schule, insbesondere die wachsende Abschaffung des Lateinunterrichts ab der 5. Klasse und die von Latinumsanforderungen an den Hochschulen. Der Angriff auf die Bildungstradition von Saul B. Robinsohn 1967 drängte ihn zusammen mit der Oberstufenreform in die Defensive. Neue didaktische Ideen der jüngeren Verbandsmitglieder führten zu einem neuen Selbstbewusstsein in den 1970er und 1980er Jahren, die seit 2000 zu einem regelrechten Ansturm in Deutschland auf das Fach Latein geführt haben. Der Verband konnte sich nach 1990 in allen neuen Bundesländer ausbreiten.

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1930: Altsprachlicher Lehrplan für das deutsche humanistische Gymnasium (Weidmann Berlin 1930)
  • 1951: (Erklärung v. 19. Mai 1951) Das Bildungsziel des altsprachlichen Gymnasiums - Das Unterrichtsziel der alten Sprachen (Gymn. 58, S. 383f)
  • 1970: (Erklärung vom 2. Oktober 1970) Ziele des Latein- und Griechisch-Unterrichts (MDAV 1/1971, S. 1f)
  • 1972: Empfehlungen der Mommsen-Gesellschaft und des Deutschen Altphilologenverbandes (MDAV 4/1972, S. 1–8)
  • 1976: Bericht über die Arbeit des Ausschusses "Lernzieltaxonomie" (MDAV 1/1976, S. 1–15)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Burck, Adolf Clasen, Andreas Fritsch: Die Geschichte des Deutschen Altphilologenverbandes 1925–1985. Hrsg. Klaus Sallmann. Sonderheft der Mitteilungen des Deutschen Altphilologenverbandes. 1987.
  • Stefan Kipf: Altsprachlicher Unterricht in der BR Deutschland. Historische Entwicklung, didaktische Konzepte und methodische Grundfragen von der Nachkriegszeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Buchners, Bamberg 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutscher Altphilologenverband – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. :Eckard Lefèvre: Rede von 1982: 30 Jahre Rechtfertigung des altsprachlichen Unterrichts (PDF; 1,3 MB)