Deutscher Baseball und Softball Verband
| Deutscher Baseball und Softball Verband | |
|---|---|
| Gegründet | 5. Dezember 1950 |
| Gründungsort | Heidelberg |
| Präsident | Jürgen Elsishans |
| Vereine | 295[1] |
| Mitglieder | 23.621[1] |
| Verbandssitz | Frankfurt am Main[2] |
| Website | www.baseball-softball.de |
Der Deutsche Baseball und Softball Verband e. V. (DBV) ist der Dachverband der deutschen Baseball- und Softballvereine. Er wurde am 5. Dezember 1950 als Amateur Baseball Föderation Deutschland (ABFD) gegründet, 1980 als Deutscher Baseball Verband ins Vereinsregister in Mannheim eingetragen und erhielt 1986 seinen heutigen Namen. Vereinssitz ist seit 2025 Frankfurt am Main; die Geschäftsstelle befindet sich beim DOSB (Haus des Sports).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste Begegnung der Deutschen mit Baseball fand im August 1936 im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin statt. Insgesamt 100.000 Zuschauer verfolgten dieses Demonstrationsspiel, in dessen Folge gerade in Berlin einzelne Gruppen sich mit Baseball beschäftigten. Diese Aktivitäten wurden allerdings durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eingestellt.[3]
Nach dem Krieg wurde Baseball in Deutschland vor allem durch das Programm German Youth Activities während der amerikanischen Besatzungszeit bekannt. Zu dieser Zeit gab es eine amerikanische Baseballmeisterschaft in Deutschland, die unter den amerikanischen Kompanien ausgetragen wurde. Der Sport stieß auf reges Interesse und so gab es schon 1948 etwa 140 deutsche Baseball-Jugendmannschaften, bevor 1948 mit den Frankfurt Juniors der erste deutsche Baseballverein gegründet wurde.
Nachdem sich weitere Vereine gegründet hatten, wurde im Jahr 1950 die Amateur Baseball Föderation Deutschland gegründet, die sich von da an vor allem um den Spielbetrieb und die Ausrichtung der Deutschen Baseballmeisterschaft kümmerte.[4] Durch fehlende Nachwuchsarbeit und Organisation des Baseballsports in Deutschland war Baseball in Deutschland in den 1970er Jahren fast vollständig von der Bildfläche verschwunden, bevor sich in den 1980er Jahren ein Wiedererstarken des Sports zeigte.[3] In diese Zeit fällt auch die Reorganisation des Verbandes 1980.[5]
Der Verband
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Organe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Organe des DBV sind die Bundesversammlung, das Präsidium, die Ausschüsse (Wettkampfsport, Bildung, Leistungssport, Breitensport, Sportanlagen/Umwelt) und die Rechtsorgane (Bundesgericht und Sportgericht).[6]
Präsidenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Von | Bis | Präsident | Ort |
|---|---|---|---|
| 5. Dezember 1950 | 27. Januar 1952 | Wilfried Schmidt | Marburg |
| 27. Januar 1952 | 1953 | Albrecht Rüdiger | Bad Homburg |
| 1953 | 1957 | Alfred Buchner | Frankfurt am Main |
| 1957 | 1982 | Richard Kermas | Mannheim |
| 1982 | 1984 | Gerhard Baur | München |
| 1984 | März 1988 | Klaus Fritsche | Köln |
| März 1988 | 18. März 2001 | Martin Miller | Ingolstadt |
| 18. März 2001 | 31. März 2007 | Frank Wagner | München |
| 31. März 2007 | 15. November 2014 | Michael Hartmann | Mainz |
| 15. November 2014 | 9. März 2019 | Mirko Heid | Bonn |
| Seit 9. März 2019 | Jürgen Elsishans | Edingen-Neckarhausen |
Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Organisationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der DBV vertritt die Interessen der deutschen Base- und Softballer in verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen, insbesondere den internationalen Baseball- und Softballverbänden und nationalen Sportverbänden.
- World Baseball Softball Confederation
- European Baseball Confederation
- European Softball Federation
- Deutscher Olympischer Sportbund
- Deutsches Olympisches Institut
- Deutsche Sportjugend
Landesverbände
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der DBV hat 10 Landesverbände als Unterorganisationen, die unter anderem für den Spielbetrieb unterhalb der Regionalligen verantwortlich zeichnen.
- Baden-Württembergischer Baseball- und Softballverband (BWBSV, Mannheim, 1980)
- Bayerischer Baseball und Softball Verband (BBSV, Regensburg, 1986)
- Baseball und Softball Verband Berlin/Brandenburg (BSVBB, Berlin, 1988)
- Hamburger Baseball und Softball Verband (HBV, Hamburg, 1987; Spielbetrieb mit SHBV und in Mecklenburg-Vorpommern)
- Hessischer Baseball und Softball Verband (HBSV, Darmstadt, 1986; 1989 im Baseball-Bund Deutschland – BBD)
- Mitteldeutscher Baseball- und Softballverband (MBSV, Erfurt, 1999; für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)
- Niedersächsischer Baseball und Softball Verband (NBSV, Hannover, 1989; für Bremen und Niedersachsen)
- Baseball und Softball Verband Nordrhein-Westfalen (BSV NRW, Paderborn, 1986)
- Schleswig-Holsteinischer Baseball und Softball Verband (SHBV, Kiel, 1986; Spielbetrieb mit HBV und in Mecklenburg-Vorpommern)
- Südwestdeutscher Baseball und Softball Verband (SWBSV, Ludwigshafen, 1989; für Rheinland-Pfalz und Saarland)
Spielbetrieb
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der DBV ist auch für die Organisation des Spielbetriebs oberhalb der Landesverbände zuständig.
DBV-Ligen Baseball
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Baseball bestanden bzw. bestehen folgende DBV-Ligen:
1984 bis 1992:
- (1.) Baseball-Bundesliga (zweigleisig, 1985 bis 1989 eingleisig)
- Zur 2. Baseball-Bundesliga (ab 1987?[7] dreigleisig?) sind bis 1992 kaum Informationen verfügbar.
| Nord |
| Süd |
| Nordwest | Nordost | |
| Südwest | Südost |
| Nord |
| Süd |
| Nord |
| Süd |
| Nordwest | Nordost | |
| Südwest | Südost |
| Nord |
| Süd |
| Nordwest | Nord | Nordost |
| Südwest ab 2024: Südwest 1 |
Süd ab 2024: Südwest 2 |
Südost 2022–2024: Süd-Südost |
DBV-Liga Softball
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Softball-Bundesliga, 1999 und 2000 dreigleisig (Nord/Mitte/Süd), ab 2001 zweigleisig (Nord/Süd)[10]
Ligastruktur unterhalb der DBV-Ligen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unterhalb der DBV-Ligen sind folgende Ligen vorgesehen, wobei ggf. nicht die gesamte Tiefe der Organisationsstruktur von den Landesverbänden ausgenutzt wird:
Deutsche Baseball und Softball Jugend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Deutsche Baseball und Softball Jugend ist die eigenständige Jugendorganisation des DBV und vertritt die Interessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 26 Jahre. Sie ist der Zusammenschluss der Jugendorganisationen der DBV-Landesverbände. Die Deutsche Baseball und Softball Jugend verwaltet sich durch eigene Mittel selbständig. Die/der Vorsitzende der Deutsche Baseball und Softball Jugend ist Mitglied des Präsidiums des DBV. Alles Weitere regelt die Jugendordnung.[13]
Vorstandsvorsitzender ist seit Februar 2020 Thomas Bieth.
DBV Hall of Fame
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Jahr 1994 nimmt der DBV regelmäßig Spieler, Trainer und andere Funktionäre des deutschen Baseball- und Softballsports in die DBV Hall of Fame auf.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Bestandserhebung 2024. (PDF; 971 kB) Stichtag der Erfassung: 1. Januar 2024. In: cdn.dosb.de. Deutscher Olympischer Sportbund e. V., 28. Februar 2025, abgerufen am 19. September 2025.
- ↑ Amtsgericht Frankfurt am Main VR 17528
- ↑ a b Martin Miller: Baseball – Eine anspruchsvolle Sportart auf dem Weg nach oben: http://www.baseball-softball.de/dbv/index.php?id=00000860 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Stand 20. August 2009.
- ↑ Deutscher Baseball & Softball Verband e. V.: Baseball in Deutschland 1945 bis 1950 ( vom 31. Oktober 2007 im Internet Archive), Stand 20. August 2009.
- ↑ Präsidium seit 1950: http://www.baseball-softball.de/dbv/index.php?id=00000762 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Stand. 20. August 2009.
- ↑ Satzung (2019)
- ↑ Ingolstadt Schanzer: 1985 bis 1989 (1987: „Die 1. Mannschaft belegte in der neu gegründeten 2. Bundesliga den 5. Platz“)
- ↑ 2. Bundesliga 1996: Nordwest, Nordost, Südwest, Südost
- ↑ BuSpO Anhang 17 (DVO Bundesligen Baseball), zu Art. 11
- ↑ BuSpO Anhang 19 (DVO Bundesliga Softball), zu Art. 11
- ↑ BuSpO Art. 2.1.02
- ↑ BuSpO Art. 12.1.01
- ↑ Jugendordnung (2018)
