Deutscher Bibliotheksverband

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Deutscher Bibliotheksverband
Gründung 23. Februar 1949
Ort Berlin
Präsident Hans-Joachim Grote
Mitglieder ca. 2000
Website www.bibliotheksverband.de

Im Deutschen Bibliotheksverband e. V. (DBV) sind die Bibliotheken aller Sparten und Größenklassen Deutschlands zusammengeschlossen. Gleichberechtigte Mitglieder sind große Staatsbibliotheken ebenso wie kleine Gemeindebibliotheken, Spezial- oder kirchliche Bibliotheken, Fachstellen für öffentliche Bibliotheken und Ausbildungsstätten. Seit 1997 unterstützen auch fördernde Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft die Aufgaben des DBV. Der Zweck des gemeinnützigen Verbandes ist die Förderung des Bibliothekswesens und der Kooperation aller Bibliotheken. Zu den Aufgaben des DBV gehört auch die Förderung des Buches und des Lesens als unentbehrliche Grundlage für Wissenschaft und Information sowie die Förderung des Einsatzes zeitgemäßer Informationstechniken.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Februar 1949 fand in Nierstein die Gründungsversammlung des Deutschen Büchereiverbandes ohne die Teilnahme der wissenschaftlichen Bibliotheken, statt. Am 13. Juni 1973 wurde auf der Mitgliederversammlung in Hamburg die Satzungsänderung und Umbenennung in Deutscher Bibliotheksverband e. V. beschlossen (Gesamtverband aller Bibliotheken, einschließlich der wissenschaftlichen Bibliotheken). In der DDR wurde am 18./19. März 1964 in Berlin der Deutsche Bibliotheksverband gegründet. Auf der gemeinsamen Mitgliederversammlung am 28. Februar 1991 in Göttingen wurde die Vereinigung der beiden Verbände zum Deutschen Bibliotheksverband e. V. beschlossen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband kooperiert im Auftrag seiner rund 2000 Mitglieder mit zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Organisationen. An der Spitze des DBV stehen auf politischer Ebene das Präsidium (Präsident und zwei Vizepräsidenten) und auf der Arbeitsebene der Vorstand (7 Personen), der von einem Beirat mit 42 Vertretern aus Bibliothekswesen und Politik beraten wird. Acht fachlich gegliederte Sektionen und 16 Landesverbände vertreten die Interessen ihrer Mitglieder. Der DBV ist der Institutionenverband für alle Bibliotheken in Deutschland. Er ist Mitglied im Dachverband Bibliothek & Information Deutschland (BID).

Präsidentin für die vierjährige Amtszeit von 2003–2007 war die Oberbürgermeisterin von Tübingen, Brigitte Russ-Scherer; seit 2007 war es die Oberbürgermeisterin von Lörrach, Gudrun Heute-Bluhm, die 2011 für weitere vier Jahre wiedergewählt wurde und ihr Amt 2014 niederlegte; amtierender Präsident ist seit 2015 Hans-Joachim Grote, Oberbürgermeister der Stadt Norderstedt. Verbandsvorsitzender in der dreijährigen Amtszeit von 2013 bis 2016 ist der Direktor der Universitätsbibliothek Weimar, Frank Simon-Ritz.

Erster Geschäftsführer in der alten Bundesrepublik war bis 1975 Klaus-Dietrich Hoffmann; anschließend Günter Beyersdorff, der langjährige Direktor des Deutschen Bibliotheksinstituts, das nach seiner Errichtung vom DBV unter anderem die Arbeitsstelle für das Büchereiwesen übernahm. In der Zeit von 2002 bis 2005 war Arend Flemming als Geschäftsführer für den DBV tätig, es folgte ab 2006 Barbara Schleihagen. Über seine Arbeit informiert der DBV durch sein DBV-Jahrbuch, durch Einzelbeiträge in Fachzeitschriften, auf seiner Jahresversammlung und immer aktuell über das Internet.

Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die acht Sektionen fassen Bibliotheken gleicher Größe oder Sparte zusammen, die ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam Sachfragen bearbeiten. Darüber hinaus bearbeiten sektionsinterne Arbeitsgruppen Spezialthemen. Im Rahmen der internen Verbandsarbeit begleiten die Vorsitzenden der Sektionen als Beiratsmitglieder den dbv-Vorstand bei seiner Arbeit.

  • Sektion 1 = Öffentliche Bibliothekssysteme und Bibliotheken für Versorgungsbereiche von über 400.000 Einwohner / 20 Mitglieder
  • Sektion 2 = Öffentliche Bibliothekssysteme und Bibliotheken für Versorgungsbereiche von 100.000 bis 400.000 Einwohner / 87 Mitglieder
  • Sektion 3A = Öffentliche Bibliothekssysteme und Bibliotheken für Versorgungsbereiche von 50.000 bis 100.000 Einwohner und Landkreise mit bibliothekarischen Einrichtungen / 104 Mitglieder
  • Sektion 3B = Öffentliche Bibliothekssysteme und Bibliotheken für Versorgungsbereiche bis zu 50.000 Einwohner und Landkreise mit bibliothekarischen Einrichtungen / 1137 Mitglieder
  • Sektion 4 = Wissenschaftliche Universalbibliotheken / 276 Mitglieder
  • Sektion 5 = Wissenschaftliche Spezialbibliotheken / 288 Mitglieder plus korporative Mitgliedschaft (pauschal 50 Mitglieder) der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken e.V. (ASpB) mit ca. 1.000 Mitgliedern
  • Sektion 6 = Über- und regionale Institutionen des Bibliothekswesens und Landkreise ohne bibliothekarische Einrichtungen (Staatliche und kirchliche Fachstellen, Büchereiverbände, ekz) / 49 Mitglieder
  • Sektion 7 = Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge KIBA / 11 Mitglieder
  • Sektion 8 = Werkbibliotheken, Patientenbibliotheken und Gefangenenbüchereien / 14 Mitglieder

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken (Helmut-Sontag-Preis)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Leistungen des Bibliothekswesens zu lenken, wurde 1987 der Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken gestiftet, der Helmut-Sontag-Preis. Der Preis – mit 5.000 Euro dotiert – wird seit 2010 gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft vergeben und würdigt Publizisten, die das Bibliothekswesen durch herausragende Einzelbeiträge oder durch die Kontinuität sachgerechter Berichterstattung wirkungsvoll gefördert haben.

Bibliothek des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Preis Bibliothek des Jahres, dem einzigen nationalen Bibliothekspreis, wird beispielhafte und vorbildliche Bibliotheksarbeit ausgezeichnet. Der DBV vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Joachim Kuhlmann: Die Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände und der Deutsche Bibliotheksverband, in: Georg Ruppelt (Hrsg.): Bibliothekspolitik in Ost und West. Geschichte und Gegenwart des Deutschen Bibliotheksverbandes, in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderhefte, Heft 72, Frankfurt am Main: Klostermann, 1998, ISBN 3-465-02999-2
  • Hans Joachim Kuhlmann: Die Deutsche Bibliotheksverband 1973-1991. In: Georg Ruppelt (Hrsg.): Bibliothekspolitik in Ost und West: Geschichte und Gegenwart des Deutschen Bibliotheksverbandes. Frankfurt am Main 1998, S. 33–64 (Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie: Sonderhefte; 72). ISBN 3-465-02999-2

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]