DDV Deutscher Dialogmarketing Verband

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DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e. V.
(DDV)
Logo
Rechtsform eingetragener Verein
Zweck Interessenverband für Dialogmarketing
Gründung 1948

Ort Frankfurt am Main, Deutschland Deutschland
Präsident Martin Nitsche[1]
Patrick Tapp
Vizepräsident(en) Ulf Uebel
Mitglieder 500
Website www.ddv.de

Der DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e. V. (DDV) ist ein deutscher Wirtschaftsverband mit Sitz in Frankfurt am Main und Berlin. Er ist einer der größten nationalen Zusammenschlüsse von Dialogmarketing-Unternehmen innerhalb der EU und gehört zu den Spitzenverbänden der Kommunikationswirtschaft in Deutschland. Als die treibende Kraft der Data Driven Economy repräsentiert der DDV Unternehmen, die Daten generieren oder für den professionellen datenbasierten und kundenzentrierten Dialog nutzen. Seine Mitglieder sind Dienstleister und Anwender von Dialogmarketing. Dem Verband gehören Unternehmen, Hochschulen, die im Dialogmarketing forschen, Studenten und Young Professionals (in der Gruppe der DialogNatives) an. Dazu zählen Dialogmarketing-Agenturen, daneben DirectMail-Dienstleister wie Lettershops, Adressverlage und Informationsdienstleister, ebenso Customer Services- und Telemedien-Dienstleister und Prospektverteilunternehmen – im Übrigen aber auch die Auftraggeber von Dialogmarketingmaßnahmen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen. Schwerpunkte des Verbandsengagements sind politische Arbeit, Informationsaustausch, Qualitätssicherung und Nachwuchsförderung. Zum Ende des Jahres 2021 hatte der Verband etwa 500 Mitglieder.[2]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Die Mitgliederversammlung wählt alle drei Jahre das Präsidium. Oberstes Organ des Verbandes ist die Mitgliederversammlung. Diese tagt in der Regel einmal jährlich. Der Mitgliederversammlung übernimmt die ihr durch die Satzung ausdrücklich zugewiesenen Aufgaben. Geführt wird der Verband von einen geschäftsführenden Präsidium (Vorstand im vereinsrechtlichen Sinne). Das geschäftsführende Präsidium besteht aus einem oder – wie aktuell – aus zwei Präsidenten sowie dem für die Finanzen zuständigen Vizepräsidenten. Aktuelle Präsidenten sind Martin Nitsche und Patrick Tapp. Für die Finanzen zuständig ist Ulf Uebel. 

Neben dem geschäftsführenden Präsidium gibt es weitere Präsidiumsmitglieder (Vizepräsidentin und Vizepräsidenten), die jeweils einen der Themenbereiche „Advertise“, „Channels & Technology“, „Create“ und „Reach“ verantworten. Das Präsidium bestimmt die Richtlinien der Verbandspolitik. Es ist für die operative Führung des Verbands verantwortlich. Die Verbandsführung erfolgt nach unternehmerischen Grundsätzen. Das Präsidium ist für die Ausführung der Beschlüsse der Mitgliederversammlung verantwortlich.

Die unterschiedlichen Segmente des Dialogmarketings mit ihren spezifischen Zielen und Aufgaben werden im DDV in acht Kompetenz-Centern repräsentiert. In diesen Fachgruppen engagieren sich Mitgliedsunternehmen gleicher Couleur für ihre gemeinsamen Interessen – allen voran für die Qualitätssicherung wie die Erarbeitung verbindlicher Standards und Zertifizierungen, die Planung und Durchführung konkreter Nachwuchsprojekte oder die Erarbeitung detaillierter Konzepte zum Daten- und Verbraucherschutz. Im Vordergrund steht aber auch der Erfahrungsaustausch, das Lernen voneinander sowie das Networking. Die Kompetenz-Center sind über ihre Vorsitzenden und der jeweils thematisch zugeordneten Vizepräsidentin bzw. dem thematisch zugeordneten Vizepräsidenten im Präsidium repräsentiert.

Die Geschäftsstellen befinden sich in Frankfurt am Main und in Berlin. Von dort aus wird die operative Arbeit des Verbandes ausgeführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde 1948 als Arbeitsgemeinschaft der Adressenverleger mit dem Ziel gegründet, einen Interessenausgleich zwischen Adressverlegern und Verbrauchern herzustellen. 1981 erfolgte die Umbenennung in Allgemeiner Direktwerbe- und Direktmarketingverband, 1985 in Deutscher Direktmarketing Verband. Zum 60-jährigen Jubiläum des Verbands fand 2008 die Namensanpassung in Deutscher Dialogmarketing Verband statt.

Ziele und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des Verbandes ist es, die Relevanz des Dialogmarketings gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu kommunizieren. Als seine Aufgaben betrachtet er politische Arbeit, Qualitätssicherung, Verbraucherschutz und Nachwuchsförderung.

Politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik. Er setzt sich als Lobbyist gegen Beschränkungen der Werbefreiheit ein, befürwortet regulierte Selbstregulierung und positioniert sich gegen "staatliche Restriktionen und Bürokratismus".

Qualitätssicherung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband hat in den vergangenen Jahren verbindliche Ehrenkodizes, Verpflichtungserklärungen, Zertifizierungen und Siegel geschaffen, die Mitgliedern, aber auch anderen Unternehmen zur Verfügung stehen. Dabei geht es vor allem um die verpflichtende Einhaltung der Datenschutzrichtlinien und die nachweisliche Professionalität von Dienstleistungsunternehmen in Bezug auf Personal und Organisation.

Verbraucherschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband hat zwei Verbraucherschutzinstrumente initiiert: Neben dem Aufkleber „Bitte keine Werbung“, der Verbraucher gegen unerwünschte Haushaltswerbung im Briefkasten schützen soll, hat der Verband 1971 die „DDV-Brief-Robinsonliste eingeführt, ein Instrument, das gegen unerbetene adressierte Briefwerbung helfen soll.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Kooperationen mit Akademien und Hochschulen vergibt der Verband Stipendien. Auf dem jährlich stattfindenden wissenschaftlichen, interdisziplinären Kongress für Dialogmarketing des DDV werden dialogmarketingaffine Forschungsarbeiten aus unterschiedlichen Fachbereichen vorgestellt. Seit 1986 vergibt der DDV den Alfred Gerardi Gedächtnispreis (AGGP). Mit diesem Preis für den Marketing-Nachwuchs werden einmal jährlich Abschlussarbeiten zum Dialogmarketing ausgezeichnet. Des Weiteren vergibt der DDV an Agenturen und werbungtreibende Unternehmen jährlich den ddp – Deutscher Dialogmarketing Preis bzw. ab September 2017[veraltet] den MAX-Award[3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ddv.de/impressum.html
  2. DDV Deutscher Dialogmarketing Verband e.V. In: Lobbyregister des Deutschen Bundestages. Abgerufen am 17. Januar 2022.
  3. MAX Award – Der neue Deutsche Dialogmarketing Preis 2017. finanzen.net, 8. Februar 2017, abgerufen am 15. März 2017.