Deutscher Fachjournalisten-Verband

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Der Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV) ist ein Berufsverband für Fachjournalisten mit Sitz in Berlin. Er ist seit 2006 nicht mehr als eingetragener Verein, sondern als Aktiengesellschaft organisiert. Er hat eigenen Angaben zufolge mehr als 11.000 Mitglieder.

Selbstverständnis und Aktivitäten[Bearbeiten]

Der DFJV versteht sich als Berufsverband für Journalisten, die sich auf ein Fach oder Ressort spezialisiert haben. Neben der Interessenvertretung und medienpolitischer Arbeit konzentriert er sich vor allem auf die Erbringung individueller Dienstleistungen für seine Mitglieder. Seine Medienpolitik hat er in einem Programm zusammengefasst[1] und beklagt die zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere durch die Vorratsdatenspeicherung, das BKA-Gesetz und Onlinedurchsuchungen. Er ist insofern auch Mitunterzeichner der gemeinsamen Erklärung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung gegen den Gesetzesentwurf über die Vorratsdatenspeicherung. Der DFJV schließt sich der Resolution 1636 (2008) des Europarats an, in dem Mindestkriterien für Mediendemokratien festgelegt werden, die von der Bundesrepublik teilweise nicht eingehalten werden.[2]

Der Verband führt regelmäßig Studien durch oder gibt diese in Auftrag. Dazu zählen eine Arbeitsmarktstudie[3] und eine Studie über freie Journalisten in Deutschland.[4]

Der DFJV unterstützt den journalistischen Nachwuchs z. B. durch Leitfäden zu Praktika und Volontariaten.

Der Verband ist nach den Qualitätsmanagement-Normen DIN EN ISO 9001:2008 und DGVM Zert zertifiziert.[5]

Organe[Bearbeiten]

Der DFJV hat mehrere Organe, darunter gesetzlich vorgeschriebene (Vorstand und Aufsichtsrat) und freiwillige (Mitgliederversammlung und Kuratorium).

Organ Name Funktion Beruf
Vorstand Christin Fink
Aufsichtsrat Heinrich Ackermann Stellvertretender Vorsitzender Vermögensverwalter
Thomas G. Müller Vorsitzender Rechtsanwalt
Natalie Zimmermann Mitglied Freie Journalistin

Leistungen[Bearbeiten]

Der DFJV bietet seinen Mitgliedern folgende Leistungen:

Geschichte und Strukturen[7][Bearbeiten]

Im November 1997 gründeten sieben Schülerzeitungsredakteure den Allgemeinen Journalisten- und Medienclub e. V. (AJM). Der Verein wurde 1999 in Deutscher Fachjournalisten-Verband e.V. umbenannt.

Ende 2006/2007 wurde der DFJV grundlegend umstrukturiert. Dazu zählen die Übertragung des Geschäftsbetriebs auf eine Aktiengesellschaft sowie die Trennung von der ehemaligen Deutschen Fachjournalisten-Schule, jetzt Freie Journalistenschule und vom Verlag der Zeitschrift Fachjournalist.

  • Ende 2006 wurde der Geschäftsbetrieb des Vereins im Zuge einer Singularsukzession auf die neu gegründete DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG übertragen. Dazu gründeten sieben Personen aus dem Umfeld des DFJV einen Trägerverein namens Gesellschaft für Fachjournalistik e. V. Der Verein gründete zunächst die AG, übernahm dann die Stammanteile an der GFF Verwaltungsgesellschaft mbH (vorher: Nestor Assets GmbH), die als Holding alle Anteile an der DFJS Deutsche Fachjournalisten-Schule GmbH hielt, und brachte anschließend die AG in die Holding ein. Der Verein wurde als gemeinnützig anerkannt. Im Jahr 2007 fand bei der AG eine Satzungsänderung statt, im Jahr 2008 wurde nach eigenen Angaben "zur Vermeidung abdingbarer Berichts- und Berichtsprüfungspflichten" ein Beherrschungsvertrag eingetragen. Damit unterliegt der DFJV den Weisungen der GFF Verwaltungsgesellschaft mbH.
  • Die Zeitschrift Fachjournalist wurde zunächst in der Nestor Verlag GmbH eines der AJM-Gründer herausgegeben. Nach dessen Liquidation Ende 2007 fungiert der DFJV selbst als Herausgeber und Verlag. Die technische Produktion lag beim Messedruck Leipzig. Mittlerweile wurde das Magazin auf eine Onlinepublikation umgestellt.
  • Die ehemals zur GFF Verwaltungsgesellschaft mbH gehörende DFJS Deutsche Fachjournalisten-Schule GmbH wurde Anfang 2007 verkauft und anschließend in Freie Journalistenschule (FJS) GmbH umbenannt, die den DFJV noch heute als dessen Initiator bezeichnet. Die Freie Journalistenschule (FJS) GmbH ist außerdem Komplementärin der DFJK Services GmbH & Co. KG, die ehemals den Deutschen Fachjournalisten-Kongress organisierte. Die Organisation des Kongresses erfolgt seit 2010 durch den DFJV selbst.
  • Im Februar 2008 gründete der DFJV die Podcast-Redaktion. Der Podcast des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes wird von Journalistenschülern und jungen Journalisten gestaltet. In Interviews mit Autoren des "Fachjournalist" machen diese die Themen der Zeitschrift regelmäßig hörbar.
  • Im Jahr 2010 wurde das Deutsche Journalistenkolleg gegründet. Die Journalistenschule versteht sich als Nachfolgeorganisation der Deutschen Fachjournalisten-Schule und bildet Nachwuchsjournalisten im Fern- und Onlinestudium aus.

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Siegfried Quandt/DFJV (Hg.) (2010): Fachjournalismus. Expertenwissen professionell vermitteln. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft), ISBN 978-3-86764-139-5.
  • Klaus Beck/Dennis Reineck/Christiane Schubert/DFJV (Hg.) (2010): Journalistische Qualität in der Wirtschaftskrise. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft), ISBN 978-3-86764-268-2.
  • Thomas Horky/Thorsten Schauerte/Jürgen Schwier/DFJV (Hg.) (2009): Sportjournalismus. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft). ISBN 978-3-86764-145-6.
  • Michael Meyen/Nina Springer/DFJV (Hg.) (2009): Freie Journalisten in Deutschland. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft). ISBN 978-3-86764-156-2.
  • Thomas Dreesen (2008): Die Pressefreiheit ist bedroht. In: Peter Berger (Hg.): Unerkannt im Netz. Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft). ISBN 978-3-86764-087-9. S. 17-22.
  • Andreas Schümchen/DFJV (Hg.) (2008): Technikjournalismus. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft). ISBN 978-3-86764-011-4.
  • Günter Bentele/DFJV (Hg.) (2006): PR für Fachmedien. Professionell kommunizieren mit Experten. Konstanz (UVK Verlagsgesellschaft). ISBN 978-3-89669-506-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. DFJV-Medienpolitik
  2. Mitteilung von 7. Oktober 2008
  3. Die Arbeitsmarktsituation für Journalisten. Der Job-Newsletter im „newsroom“ vom II. Quartal 2003 bis November 2007.
  4. Freie Journalisten in Deutschland. Berufsstruktur, Selbstverständnis, Arbeitszufriedenheit und Auftragsentwicklung 2008
  5. Mitteilung vom 24. Juni 2009
  6. Vermarktungsplattform Textportal.de
  7. Alle Angaben laut elektronisches Handelsregister