Deutscher Kulturrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Deutscher Kulturrat
Logo
Rechtsform gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 1981
Sitz Berlin
Vorläufer Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kulturrat
Zweck Spitzenverband der Bundeskulturverbände
Vorsitz Susanne Keuchel
Geschäftsführung Olaf Zimmermann
Umsatz 917.879 Euro (2017)
Mitarbeiter 8 (2017)
Freiwillige 400 (2017)
Mitglieder 258 (2018)
Website www.kulturrat.de

Der Deutsche Kulturrat e. V. ist der Spitzenverband der deutschen Kultur­verbände und hat seinen Sitz in Berlin.

Er versteht sich als Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen die einzelnen Sparten des Deutschen Kulturrates e. V. übergreifenden kulturpolitischen Angelegenheiten. Zweck ist es, bundesweit spartenübergreifende Fragen in die kulturpolitische Diskussion auf allen Ebenen einzubringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinigung wurde 1981 als politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft kultur- und medienpolitischer Organisationen und Institutionen von bundesweiter Bedeutung gegründet. 1995 wurde die Arbeitsgemeinschaft in die feste und handlungsfähigere Struktur eines gemeinnützigen Vereins überführt. Schon im Jahr 1981 wurde formuliert, der Deutsche Kulturrat solle ein „Dachverband der Dachverbände“ werden. Zwei Jahrzehnte später wurde er der anerkannte Spitzenverband der Bundeskulturverbände.[1]

Seit 1992 verleiht der Deutsche Kulturrat den Kulturgroschen. Der Preis würdigt in der Regel Personen, die sich durch herausragende spartenübergreifende längerfristige kulturpolitische Leistungen hervorgetan haben.

Seit 2002 erscheint die Zeitung des Deutsches Kulturrates, Politik & Kultur, zur Information der Öffentlichkeit zu Themen der Kulturpolitik und seit 2012 veröffentlicht der Verband die Rote Liste Kultur, um auf diese Weise auf bedrohte oder bereits geschlossene Kultureinrichtungen wie etwa Theater, Museen, Initiativen, Vereine, Programme oder Filmhäuser öffentlich aufmerksam zu machen. In Analogie etwa zu den Roten Listen gefährdeter Arten oder die Rote Liste des gefährdeten Welterbes der UNESCO soll so stets aktuell auf den schleichenden Abbau aufmerksam gemacht werden. Sie wurde bis zum April 2018 in der hauseigenen Zeitschrift Politik & Kultur, die von Olaf Zimmermann und Theo Geißler herausgegeben wird, publiziert.[2]

Im Jahr 2016 gründeten, auf Initiative des Deutschen Kulturrates, das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Deutsche Kulturrat die Initiative kulturelle Integration. Ihr schlossen sich Vertreterinnen und Vertreter aus der Zivilgesellschaft, der Sozialpartner, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Medien, der Länder und der Kommunen an, um gemeinsam zu diskutieren, welchen Beitrag Kultur zu Integration leisten kann.

2017 hat der Deutsche Kulturrat das Projektbüro „Frauen in Kultur & Medien“ ins Leben gerufen. Seine Initiierung geht auf die gleichnamige, von Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Studie des Deutschen Kulturrates zurück, die auf knapp 500 Seiten darlegt, dass von einer Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich noch nicht gesprochen werden kann. Das Projektbüro zielt darauf ab, den Diskurs zur Geschlechtergerechtigkeit zu unterstützen und mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen zu unterlegen.

Das Projektbüro „Nachhaltigkeit & Kultur“ wurde im September 2018 mit Unterstützung des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ins Leben gerufen. Ziel der auf zwei Jahre angelegten Kampagne ist es, eine Brücke zwischen dem Nachhaltigkeitsdiskurs des Natur- und Umweltbereiches und kulturpolitischen Debatten zu schlagen.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wird getragen durch acht nach fachlichen Gesichtspunkten gegliederte Sektionen, welche sich wiederum aus insgesamt 258 Bundesverbänden zusammensetzen:[1]

Jede dieser acht selbstständigen Sektionen ist im Sprecherrat und in der Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates e. V., dem jährlich tagenden Plenum, vertreten. Aus dem Kreis des Sprecherrates wird für eine Amtszeit von 3 Jahren der dreiköpfige Vorstand des Sprecherrates, bestehend aus einem/r Präsident/in und zwei Vizepräsidenten/innen, gewählt. Von 2001 bis 2013 war Max Fuchs der Vorsitzende des Sprecherrates. Vom 12. März 2013 bis zum 20. März 2019 war Christian Höppner ehrenamtlicher Präsident.[3] Am 20. März 2019 hat der Sprecherrat des Deutschen Kulturrates Susanne Keuchel in der Nachfolge von Christian Höppner als Präsidentin gewählt. Zu Vizepräsidenten wurden Ulrike Liedtke (Deutscher Musikrat) und Boris Kochan (Deutscher Designtag) gewählt.[4]

Geschäftsführer ist seit 1997 Olaf Zimmermann.

Der Deutsche Kulturrat ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen Publikationen stellt der Deutsche Kulturrat Inhalte und Schwerpunkte der eigenen Arbeit vor. Die erschienenen Publikationen des Deutschen Kulturrates liefern essentielle Grundlagen, weiterführende Informationen und kreative Anregungen für die Theorie und Praxis der Kulturpolitik.

Politik & Kultur

Zur Information der Öffentlichkeit erschien bis 2018 sechsmal im Jahr und erscheint seit 2019 zehnmal im Jahr die Zeitung Politik & Kultur in einer Printausgabe und in einer Onlineausgabe.[5] Die Zeitung des Deutschen Kulturrates wird herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler. Sie berichtet über kulturpolitische Fragestellungen und widmet zusätzlich in jeder Ausgabe einem aktuellen Thema einen Schwerpunkt. Politik & Kultur liegen in unregelmäßigen Abständen Dossiers und Beilagen bei, die sich umfassend mit einem Thema auseinandersetzen.

Bücher

  • Olaf Zimmermann (Hrsg.): Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998–2018, Berlin, ISBN 978-3-947308-10-1.
  • Gabriele Schulz, Carolin Ries, Olaf Zimmermann, Theresa Brüheim, Barbara Haack, Ruth Sandforth, Friederike Wapler: Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge, Deutscher Kulturrat, Berlin 2016, ISBN 978-3-934868-41-0.
  • Gabriele Schulz, Olaf Zimmermann und Rainer Hufnagel: Arbeitsmarkt Kultur – Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Kulturberufen, Berlin, 2013, ISBN 978-3-934868-30-4.
  • Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Kulturelle Bildung: Aufgaben im Wandel, Berlin, 2010, ISBN 978-3-934868-18-2.
  • Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Der WDR als Kulturakteur: Anspruch – Erwartung – Wirklichkeit, Berlin, 2010, ISBN 978-3-934868-22-9.
  • Olaf Zimmermann, Gabriele Schulz und Stefanie Ernst (Hrsg.): Zukunft Kulturwirtschaft – Zwischen Künstlertum und Kreativwirtschaft, Berlin, 2009, ISBN 978-3-89861-939-4.
  • Deutscher Kulturrat (Hrsg.): Kulturelle Bildung in der Bildungsreformdiskussion: Konzeption Kulturelle Bildung III, Berlin, 2008, ISBN 3-934868-11-8
  • Olaf Zimmermann und Gabriele Schulz (Hrsg.): Künstlersozialversicherungsgesetz – Hintergründe und aktuelle Anforderung, Berlin, 2007, ISBN 978-3-00-020400-5.

Weitere Studien erschienen in der Reihe Aus Politik & Kultur. Sie können von der Webseite des Deutschen Kulturrats als PDF heruntergeladen werden.[6]

Auszeichnung Kulturgroschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband zeichnet seit 1992 jährlich Persönlichkeiten oder Institute aus, die sich um die Kultur in Deutschland verdient gemacht haben. Der „Kulturgroschen“ ist die höchste Auszeichnung, die der Deutsche Kulturrat für kulturpolitisches und kulturelles Engagement verleiht.

PUK-Journalistenpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die undotierte Auszeichnung wurde von 2004 bis 2012 jährlich von der Zeitung Politik und Kultur des Deutschen Kulturrates an Journalisten vergeben, die sich „für die allgemeinverständliche Vermittlung kulturpolitischer Themen“ verdient gemacht haben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Über uns. In: kulturrat.de. Abgerufen am 1. November 2019.
  2. Deutscher Kulturrat stellt gefährdete Kultureinrichtungen in Deutschland vor, Info vom 3. Juli 2012 (Memento vom 6. Oktober 2014 im Internet Archive) auf kulturrat.de
  3. Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 13. März 2013 Christian Höppner neuer Präsident des Deutschen Kulturrates. Sprecherrat wählt Präsidium des Deutschen Kulturrates für die nächsten drei Jahre (Memento vom 26. Februar 2015 im Internet Archive) auf kulturrat.de, abgerufen am 13. März 2013
  4. Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 20. März 2019: Deutscher Kulturrat: Neuer Vorstand gewählt, abgerufen am 20. März 2019
  5. Politik und Kultur – Zeitung des Deutschen Kulturrates. Abgerufen am 20. September 2015.
  6. Bücher, abgerufen am 2. November 2019.
  7. Was ist der Kulturgroschen? (Memento des Originals vom 10. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  8. Homepage Deutscher Kulturrat (Memento des Originals vom 10. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de, 24. September 2012.
  9. Homepage Deutscher Kulturrat Pressemitteilungen vom 22. Oktober 2013: Herzlichen Dank, Bernd Neumann. Deutscher Kulturrat dankt Bernd Neumann für acht erfolgreiche Jahre und verleiht ihm im Dezember den Kulturgroschen (Memento des Originals vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de, abgerufen am 24. Oktober 2013
  10. Deutscher Kulturrat Pressemitteilungen vom 8. September 2015: Kulturgroschen 2016: Deutscher Kulturrat ehrt Wolfgang Thierse (Memento des Originals vom 15. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kulturrat.de, abgerufen am 9. September 2015
  11. Deutscher Kulturrat Pressemitteilung vom 27. März 2017: Petra Roth, Oberbürgermeisterin a.D. erhält Kulturgroschen 2017 des Deutschen Kulturrates, abgerufen am 27. März 2017
  12. Norbert Lammert erhält Kulturgroschen, deutschlandfunkkultur.de, 25. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017
  13. puk-Journalistenpreis 2012: Picasso in Palästina, Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt und Halbmond über Köln (Memento des Originals vom 22. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  14. puk-Journalistenpreis 2011: Entweder Broder, Gesichter des Islam, Kakadu, Radio Corax, … (Memento des Originals vom 8. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  15. puk-Journalistenpreis 2010: Aufdeckung des NDR-Drehbuchskandal u. a. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  16. puk-Journalistenpreis 2010: Aufdeckung des NDR-Drehbuchskandal u. a. (Memento des Originals vom 8. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  17. Morgen: Fuhr, Koldehoff und die Redaktion Zündfunk erhalten puk-Journalistenpreis (Memento des Originals vom 8. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de auf kulturrat.de
  18. puk-Journalistenpreis 2007: Ehrung für Kulturpolitikjournalisten (Memento des Originals vom 29. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de
  19. Laudatio für die PUK-Preisträger 2006 (Memento des Originals vom 8. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de
  20. Preisträger des puk-Journalistenpreises 2005 (Memento des Originals vom 7. August 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturrat.de