Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband

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Der Paritätische Wohlfahrtsverband
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Rechtsform gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 7. April 1924
Sitz Berlin, Deutschland
Personen Ulrich Schneider (Hauptgeschäftsführer), Rolf Rosenbrock (Vorsitzender)
Schwerpunkt Soziale Arbeit, Sozialpolitik, Sozialrecht
Website www.paritaet.org

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. (Der Paritätische) ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege Deutschlands mit Sitz in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband wurde am 7. April 1924 unter dem Namen „Vereinigung der freien privaten gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtungen Deutschlands e. V.“ im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus in Berlin-Charlottenburg gegründet. Im Jahre 1925 folgte zuerst die Namensänderung in „Fünfter Wohlfahrtsverband“, am 10. November 1932 dann die erneute Änderung des Namens in „Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband“.

2012 schloss sich der Paritätische Gesamtverband dem Bündnis Umfairteilen an.[1]

Name und Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Lobbyarbeit für die Kranken und Schwachen der Gesellschaft versteht sich der Verein als Dienstleistungsverband. Seine Mitgliedsorganisationen werden in fachlichen, rechtlichen und organisatorischen Fragen beraten und erhalten Hilfe bei der Finanzierung von Projekten. Weiterhin gibt es im Aus- und Fortbildungsbereich für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter Kurse, Lehrgänge und Seminare.

Selbstverständnis des Verbands ist es, dass jeder Mensch den gleichen Respekt verdient und gleiche Chancen haben soll – der Gedanke der Gleichwertigkeit aller (lateinisch: paritas „Gleichheit, gleich stark“) gab dem Verein seinen Namen. Von vielen Praktikern wird der Verband informell auch als „der Paritäter“ bezeichnet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband gliedert sich in fünfzehn Landesverbände, wobei für Rheinland-Pfalz und das Saarland ein gemeinsamer Landesverband (mit Sitz in Saarbrücken) existiert. Die übrigen Landesverbände haben in der Regel ihren Sitz in der jeweiligen Landeshauptstadt, Ausnahmen hiervon sind „Der Paritätische“ Hessen (Sitz in Frankfurt am Main), „Der Paritätische“ Nordrhein-Westfalen (Sitz in Wuppertal) und „Der Paritätische“ Thüringen (Sitz in Neudietendorf).

Vorsitzender des Verbandes ist seit dem 26. April 2012 Rolf Rosenbrock,[2] Hauptgeschäftsführer seit 1999 Ulrich Schneider.

Unter dem Dach des Gesamtverbands sind mehr als 10.000 Vereine, Organisationen, Einrichtungen und Initiativen versammelt, die ein vielfältiges und unterschiedliches Spektrum sozialer Arbeit repräsentieren. Dazu zählen Vereinigungen wie der Guttemplerorden und anthroposophische Gemeinschaften, aber auch Organisationen wie der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, der Deutsche Kinderschutzbund, Frauenhäuser, Migranten-Organisationen, Arbeitsloseninitiativen und viele Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheitsbereich.[3]

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband ist Mitglied des Vereins Aktion Mensch[4] und der Aktion Deutschland Hilft.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige der deutschlandweit tätigen Mitgliedsorganisationen sind:

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Hank schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband verstehe sich als Lobbyorganisation der Partei Die Linke. Dieses Rollenverständnis habe sich bereits vor dem Parteibeitritt des Hauptgeschäftsführers Ulrich Schneider 2016 abgezeichnet – so vertrete dieser in seinen Äußerungen schon seit langem konsequent die Linie der Partei. Jährlich behaupte sein Armutsbericht, die Armut in Deutschland nehme zu, was den statistischen Fakten widerspreche. Dabei verstecke man sich hinter dem positiv klingenden Label „paritätischer Wohlfahrtspflege“, nehme das Privileg der Gemeinnützigkeit in Anspruch, finanziere sich aus Beiträgen der Sozialkassen, öffentlichen Mitteln und Spenden und erwecke den Eindruck, als Sprecher der gesamten Wohlfahrtsbranche zu agieren.[7] Auch Vertreter von CDU und SPD kritisierten eine Vereinnahmung des Verbandes für Parteipolitik.[8]

Ulrich Schneider wies die Kritik in einem offenen Brief an den FAZ-Redakteur zurück. Darin betonte er, dass der Paritätische keineswegs ausschließlich an der Seite der Linken stehe. Das gelte vielmehr für jede politische Partei, wenn sie sich für die Ziele des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes einsetze. Insoweit sei er in der FAZ falsch zitiert worden. Er habe eine ganz ähnliche Rede bereits vor einem Jahr auf dem Landesparteitag der nordrhein-westfälischen Grünen gehalten, ohne dass es zu entsprechenden Reaktionen gekommen wäre. Scharf wies er die Behauptung zurück, der Paritätische sei eine „Lobbyorganisation der Linken“ und er verstehe sich „als sozialpolitische Kampftruppe der Partei von Sahra Wagenknecht, Gregor Gysi, Bernd Riexinger und Katja Kipping“. Auch die Kritik an dem jährlich vorgelegten Armutsbericht sei haltlos, denn dieser gebe die sozialpolitische Entwicklung in Deutschland in zutreffender Weise wieder.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erfolg für Aktionstag des Bündnisses Umfairteilen. In: www.paritaet-bremen.de. Der Paritätische Bremen, 1. Oktober 2012, abgerufen am 14. November 2014.
  2. Gesundheitsexperte Prof. Dr. Rolf Rosenbrock neuer Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes: Profil des Paritätischen als sozialer Wächter für Partizipation, Teilhabe und Inklusion weiter stärken. Pressemitteilung. Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband. 27. April 2012. Abgerufen am 27. April 2012.
  3. Der Paritätische Gesamtverband – Wie wir uns sehen Stand 10/2011
  4. Satzung von Aktion Mensch e.V.
  5. http://www.dag-shg.de/site/
  6. http://www.dezg.org/
  7. Rainer Hank: Von wegen paritätische Wohlfahrt!, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Juni 2016.
  8. Engagement von Hauptgeschäftsführer für "Die Linke" sorgt für Unmut, Deutschlandfunk, 10. Juni 2016.
  9. Offener Brief von Ulrich Schneider an FAZ-Redakteur Rainer Hank. In: www.der-paritaetische.de. 13. Juni 2016, abgerufen am 13. Juni 2016.