Deutscher Pfadfinderverband

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Dieser Artikel beschreibt den 1970 gegründeten Dachverband. Ein Verband gleichen Namens existierte schon von 1929 bis 1933, siehe Deutscher Pfadfinderverband (1929).

Der Deutsche Pfadfinderverband e.V. ist ein Dachverband von dreizehn eigenständigen Pfadfinderbünden in Deutschland. Als föderativer Zusammenschluss vertritt er die Interessen von circa 29.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 27 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Der DPV ist seit Herbst 2016 Anschlussverband im Deutschen Bundesjugendring (DBJR).

Der als gemeinnützig anerkannte Verband ist wie seine Mitgliedsbünde interkonfessionell und parteipolitisch unabhängig. Neben der Vertretung von Jugendlichen in verschiedenen öffentlichen Gremien zählen Planung und Ausrichtung großer und aufwändiger Schulungen, Lager und Fahrten zu den Aufgaben des DPV.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der DPV entstand aus Pfadfindergruppen, die um 1970 den Bund Deutscher Pfadfinder wegen dessen zunehmender Politisierung verließen und eigene, meist regional orientierte Pfadfinderbünde gründeten. Zunächst schlossen sich diese Bünde unter dem Namen Deutsche Pfadfinder e.V. zusammen.

1971 benannte sich dieser Dachverband unter Einbeziehung des Deutschen Pfadfinderbundes (DPB) in Deutscher Pfadfinderverband um. Der DPB verließ den DPV allerdings schon nach wenigen Jahren wieder.

Von 1977 bis 1995 war der DPV Mitglied im Deutschen Pfadfindering (DPR), in dem außerdem noch die Katholische Pfadfinderschaft Europas, die Europapfadfinder Sankt Michael, die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands und die Christliche Pfadfinderschaft 1921 vertreten waren.

Im Mai 1985 stellte der DPV einen Aufnahmeantrag in den Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP), der aber abgelehnt wurde, mit der Begründung, dass vorher eine Vereinigung mit dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) erfolgen müsste. Daraufhin kam es in den folgenden Jahren zu mehreren Gesprächen und Arbeitstreffen zwischen BdP und DPV, die 1989 ergebnislos endeten.

Auf der Mitgliederversammlung 2007 in Berlin ist der Verband Europa-Scouts aus dem DPV ausgetreten, Grund hierfür waren die dauerhaft niedrigen Mitgliedszahlen. Gleichzeitig wurde der Pfadfinder & Pfadfinderinnenbund Nordlicht in den DPV aufgenommen.

2007 fand zum hundertjährigen Jubiläum der weltweiten Pfadfinderbewegung an Pfingsten das Verbandslager Exploris, gemeinsam mit dem BdP LV Nordrhein-Westfalen, in Schwalmtal am Niederrhein statt.

Mitgliedsverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der DPV fasst als Dachverband derzeit dreizehn Pfadfinderbünde zusammen. Die Mitgliedszahlen und Strukturen der einzelnen Mitgliedsverbände sind sehr unterschiedlich, bis auf den Deutschen Pfadfinderbund Mosaik und den Pfadfinderbund Weltenbummler sind alle Mitgliedsverbände regional ausgerichtet. Die Mitgliederzahlen reichen von unter 100 bis hin zu 8.000 Pfadfindern.

Die folgenden Pfadfinderbünde sind Mitglied im DPV (Stand 2010):

Assoziierte Mitglieder:

  • Freie Pfadfinderschaft

Ehemalige Mitglieder:

  • Deutsche Pfadfinder Landesmark Westfalen (2010 aufgegangen im Pfadfinderbund Boreas)
  • Deutscher Pfadfinderbund (ausgetreten)
  • Deutscher Pfadfinderbund Nordland (2011 in den Deutschen Pfadfinderbund Hamburg eingetreten)
  • Deutscher Pfadfinderverband Gau Westland (2010 aufgegangen im Pfadfinderbund Boreas)
  • Europa-Scouts (ausgetreten)
  • Pfadfinderbund Süd (ausgetreten)
  • Pfadfinderschaft Grenzland (2011 in den Deutschen Pfadfinderbund Mosaik eingetreten)
  • Pfadfinderschaft Phoenix (2010 aufgegangen im Pfadfinderbund Boreas)
  • Pfadfinderschaft Nordmark (aufgegangen im Pfadfinderbund Boreas)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansdieter Wittke: Freiheit in Bindung: der Deutsche Pfadfinderverband. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1990. ISBN 3-88778-165-1
  • Reinhard Schmoeckel: Strategie einer Unterwanderung. Vom Pfadfinderbund zur revolutionären Zelle. Günter Olzog Verlag, München 1979, ISBN 3-7892-7141-1
  • Deutscher Pfadfinderverband (Hrsg.): Dokumentation, Eigenverlag, Köln 1977–2005, Band 1–6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]