Deutscher Volleyball-Verband

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Deutscher Volleyball-Verband e.V.
Deutscher Volleyball-Verband Logo.svg
Gründungsdatum/-jahr 1955
Gründungsort Kassel
Präsident Thomas Krohne
Vereine (ca.) 4.953[1]
Mitglieder (ca.) 430.093[2]
Verbandssitz Frankfurt am Main
Homepage www.volleyball-verband.de
ehemaliges Logo

Der Deutsche Volleyball-Verband e. V. (DVV) ist die Spitzenorganisation des Volleyballsports in der Bundesrepublik Deutschland. Zu den Aufgaben gehören die Betreuung der deutschen Nationalmannschaften, die Organisation des DVV-Pokals, die Förderung des Volleyballs in Deutschland und die Präsentation in den Medien. Der DVV ist Mitglied des Internationalen Volleyball-Verbandes (FIVB), des Europäischen Volleyball-Verbandes (CEV) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der DVV organisiert und fördert die Sportarten Volleyball und Beachvolleyball in Deutschland. Dazu gehört der Spitzensport ebenso wie der Breiten- und Freizeitsport. Der Verband sorgt für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wettbewerbe in seinem Zuständigkeitsbereich und sanktioniert Verstöße seiner Mitglieder gegen Satzung und Ordnungen. Dazu zählt auch der Kampf gegen Doping.

Die Deutsche Volleyball-Bundesliga (VBL) ist als Mitglied des DVV für die Durchführung der ersten und zweiten Bundesliga zuständig. In den ersten Ligen der Männer und Frauen wird der deutsche Meister ermittelt. Als zweiten nationalen Wettbewerb führt der Verband den DVV-Pokal als nationalen Pokalwettbewerb durch. Siebzehn Landesverbände sind für die Spielklassen unterhalb der zweiten Liga zuständig.

Neben den Europapokal-Teilnehmern vertreten die deutschen Nationalmannschaften der Männer und Frauen den DVV international. Der Verband organisiert die Länderspiele und agiert bei Heimspielen als Gastgeber. Gegenüber den internationalen Verbänden FIVB und CEV und beim DOSB vertritt der DVV die Interessen der deutschen Volleyballer.

Neben dem Hallen-Volleyball ist der DVV auch für den Beachvolleyball zuständig. Der Verband kümmert sich um die Interessen der Spieler und Trainer. Außerdem führt er internationale Turniere in Deutschland und die alljährliche deutsche Meisterschaft durch.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das oberste Gremium des DVV ist der Vorstand, an deren Spitze der Präsident Thomas Krohne steht.[3] Weitere Mitglieder sind die Vizepräsidenten Michael Evers (Volleyball), Andreas Künkler (Beachvolleyball), Erhard Rubert, Martin Walter und Hubert Martens sowie der Generalsekretär Jörg Ziegler.[3] Die weitere Arbeit wird in acht Ausschüssen organisiert, die von Präsidiumsmitgliedern geleitet werden. Neben der VBL gehören dem DVV noch siebzehn Landesverbände an, wobei Baden-Württemberg in drei Landesverbände aufgeteilt ist[4] und Bremen/Niedersachsen sich zum 1. Januar 2016 zum Nordwestdeutschen Volleyball-Verband zusammengeschlossen haben.[5] Die Aufgaben und Regeln des DVV sind in der Satzung und diversen Ordnungen, darunter mehrere Spielordnungen für die unterschiedlichen Wettbewerbe, geregelt.[6] Rechtliche Fragen innerhalb des deutschen Volleyballs werden vom Verbandsgericht geklärt.[7] Für die Vermarktung hat der DVV außerdem die Deutsche Volleyball Sport GmbH gegründet.

Landesverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesland Verband Kürzel
Baden-WürttembergBaden-Württemberg Baden-Württemberg Volleyball-Landesverband Württemberg VLW
Nordbadischer Volleyball-Verband NVV
Südbadischer Volleyballverband SBVV
BayernBayern Bayern Bayerischer Volleyball-Verband BVV
BerlinBerlin Berlin Volleyball-Verband Berlin VVB
BrandenburgBrandenburg Brandenburg Brandenburgischer Volleyball-Verband BVV
HamburgHamburg Hamburg Hamburger Volleyball-Verband HVbV
HessenHessen Hessen Hessischer Volleyball-Verband HVV
Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Volleyballverband Mecklenburg-Vorpommern VMV
BremenBremen Bremen
NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen
Nordwestdeutscher Volleyball-Verband NWVV
Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Westdeutscher Volleyball-Verband WVV
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Volleyball-Verband Rheinland-Pfalz VVPR
SaarlandSaarland Saarland Saarländischer Volleyball-Verband SVV
SachsenSachsen Sachsen Sächsischer Sportverband Volleyball SSVB
Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Volleyball-Verband Sachsen-Anhalt VVSA
Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schleswig-Holsteinischer Volleyball-Verband SHVV
ThüringenThüringen Thüringen Thüringer Volleyballverband TVV

Ausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Anti-Doping-Ausschuss verpflichtet sich der DVV als Mitglied des DOSB, Doping zu verbieten, die Einnahme entsprechender Substanzen zu sanktionieren und präventiv tätig zu werden. Dabei arbeitet er mit der NADA zusammen. Neben dem Vorsitzenden Erhard Rubert gehören drei Anti-Dopingbeauftragte diesem Ausschuss an.[8]

Der Beach-Volleyball-Ausschuss regelt die Turniere der deutschen Meisterschaft, der Masters- und Cupserie sowie internationale Beachvolleyball-Veranstaltungen in Deutschland. Außerdem kümmert er sich speziell um die Nationalteams im Beachvolleyball. Der Vorsitzende ist Roland Höfer, die Spieler werden durch Victoria Bieneck und Stefan Köhler vertreten.[9]

Der Ausschuss für Breiten- und Freizeitsport unter dem Vorsitz von Martin Walter kümmert sich um alle Spieler, die Volleyball oder Beachvolleyball nicht auf professionellem Niveau betreiben. Er unterstützt Freizeitturniere und andere Veranstaltungen für Hobbyspieler.[10]

Der Jugendausschuss unter dem Vorsitz von Andreas Burkard fördert den Nachwuchs im deutschen Volleyball und organisiert die Wettbewerbe für die jungen Spieler.[11]

Der Lehrausschuss ist neben der Konferenz der Landeslehrwarte für das Lehrwesen und die Umsetzung der Lehrordnung zuständig. Dazu zählt die Ausbildung der Trainer mit anschließender Prüfung und Lizenzvergabe in Zusammenarbeit mit der Trainerakademie. Außerdem veröffentlicht der Lehrausschuss, den Dietmar Butschek leitet, Materialien für die Aus- und Fortbildung.

Der Materialprüfungsausschuss untersucht Artikel, die von diversen Herstellern für den Volleyballsport angeboten werden und vergibt bei entsprechender Qualität diverse Prüfzeichen. Vorsitzender ist Günter Breuer. [12]

Der Bundesschiedsrichterausschuss koordiniert die Schiedsrichter in den nationalen Wettbewerben des Hallen- und Beachvolleyballs. Durch die Aus- und Fortbildung der Unparteiischen und der Kommunikation der aktuellen Spielregeln sorgt der von André Jungen geleitete Ausschuss für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wettbewerbe.[13]

Der Bundesspielausschuss setzt die Bestimmungen der Bundesspielordnung um. Diese regelt unter anderem die Zulassung von Vereinen und Spielern zu den Wettbewerben und den Ablauf dieser Wettbewerbe. Der Ausschuss besteht aus dem Vorsitzenden Frank Elsner sowie Vertretern der Liga, der Landesverbände, der Jugend und der Schiedsrichter.[14]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Volleyball-Verband wurde 1955 in Kassel vom ersten Präsidenten Johannes Zeigert (später Ehrenpräsident) gegründet. 1956 nahmen die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik mit der Frauen- und Männer-Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft teil. Am 9. Dezember 1990 folgte in West-Berlin die Zusammenlegung mit dem Deutschen Sportverband Volleyball der DDR (DSVB). Der Sitz der Organisation befindet sich heute in Frankfurt am Main.

1982 waren im DVV 3699 Vereine und 291.618 Mitglieder an. Die Zahlen stiegen bis Ende der 1990er Jahre kontinuierlich an und erreichten in dieser Zeit mit mehr als 5400 Vereinen und rund 530.000 Mitgliedern ihren bisherigen Höhepunkt. 2012 gehörten 5141 Vereine und 454.820 Mitglieder zum DVV.[15]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Volleyball-Verband
 
Jahr Name
1955–1964 Johannes Zeigert
1964–1973 Artur Eßlinger
1973–1977 Josef Harzheim
1977–1979 Gerhard Dürrwächter
1979–1990 Roland Mader
1991 Jörg Schwenk
1991–1995 Rolf Andresen
1995–1997 Steffie Schnoor
1997–2012 Werner von Moltke
seit 2012 Thomas Krohne
Deutscher Sportverband Volleyball der DDR
Jahr Name
1951–1953 Werner Selchow
1953–1954 Günther Ehmke
1954–1963 Wolfgang Sellin
1963–1989 Günter Trötschel
1989–1990 Klaus Helbig

Stiftung Deutscher Volleyball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur nationalen Förderung der Sportart hat der DVV die Stiftung Deutscher Volleyball (SDV) gegründet. Das Kuratorium der Stiftung besteht aus Personen, die aus dem Sport, der Wirtschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Vertreter des DVV, der Landesverbände und des Kuratoriums bilden den Vorstand. Ihre Aufgaben sieht die Stiftung in der Unterstützung von Spitzen- und Nachwuchssportlern, der Bereitstellung von Materialien für Lehre und Öffentlichkeitsarbeit, der Pflege internationaler Beziehungen und sportmedizinischer Projekte. Der Sitz der Stiftung befindet sich in Oberschleißheim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DVV Vereinsstatistik 1982 - 2014. Deutscher Volleyball-Verband e. V., abgerufen am 21. Juni 2016.
  2. Bestandserhebung 2015. Deutscher Olympischer Sportbund, abgerufen am 18. Juni 2016 (PDF; 568 kB).
  3. a b DVV-Website, Vorstand
  4. DVV-Website, Landesverbände & DVL
  5. DVV-Website, Der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband kommt
  6. DVV-Website, Anschriften, Satzung & Ordnungen
  7. DVV-Website, Verbandsgericht
  8. DVV-Website, Anti-Doping
  9. DVV-Website, Beach-Volleyball
  10. DVV-Website, Breiten- und Freizeitsport (BFS)
  11. DVV-Website, Jugend (DVJ)
  12. DVV-Website Materialprüfung
  13. DVV-Website, Bundesschiedsrichterausschuss
  14. DVV-Website, Bundesspielausschuss
  15. DVV-Website, DVV Vereinsstatistik 1982 - 2011