Deutsches Ärzteblatt

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Deutsches Ärzteblatt
Logo des Deutschen Ärzteblattes
Sprache deutsch u. Englisch
Verlag Deutscher Ärzte-Verlag GmbH (Deutschland)
Erstausgabe 1872
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage
(IWV Q4/2014)
351.982 Exemplare
Chefredakteur Egbert Maibach-Nagel
Weblink www.aerzteblatt.de
ISSN 0012-1207

Das Deutsche Ärzteblatt, gegründet 1872, ist ein offizielles Organ der Ärzteschaft und wird herausgegeben von der Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der Landesärztekammern) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Es erscheint im Deutschen Ärzte-Verlag GmbH (Gründungsjahr 1949) in Köln und ist dessen auflagenstärkste Publikation.

Das Deutsche Ärzteblatt wird an alle Ärzte in Deutschland verschickt und ist die auflagenstärkste Medizinzeitschrift (im 4. Quartal 2014 etwa 352.00 verkaufte Exemplare wöchentlich[1]) Deutschlands.

Das Deutsche Ärzteblatt finanziert sich nach eigenen Angaben ausschließlich über Anzeigen und nicht durch die Kammerbeiträge der Ärzte. Neben fachlichen Übersichtsartikeln und Originalarbeiten enthält es auch standespolitische Informationen. Das Ärzteblatt tritt auch als Veranstalter von Kongressen und Berufsbörsen auf.

Die Hefte sind bis 1996 zurück online abrufbar. Seit 2008 erscheinen die Artikel zusätzlich in englischer Sprache in der Online-Zeitschrift Deutsches Ärzteblatt International.[2]

Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ärzteblatt hieß bis 1930 Ärztliches Vereinsblatt. Es startete am 2. September 1872 mit einer Auflage von 750 Exemplaren. Sechs Jahre später waren es bereits 6000 Abonnenten, was etwa der Hälfte der deutschen Ärzteschaft entsprach. Ab 1893 war die Erscheinungsweise zweiwöchentlich, ab 1907 wöchentlich. 1916 übernahm Siegmund Vollmann die Schriftleitung der Zeitung. Er gilt als zentrale Figur, die das Blatt im Blätterwald des Deutschen Reichs fest verankerte und nach vielen Verlagswechseln beim Deutschen Ärztevereinsbund herausgeben ließ, also quasi im Eigenverlag. Vollmann legte sich in einem Artikel 1930 mit progressiven Ärzten an, die in der Dresdner Hygieneausstellung den Zusammenhang zwischen Tuberkulose und Armut anprangerten. Er hielt das für „überflüssige Klassenverbitterung“. 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste Vollmann als Jude die Redaktion verlassen. Die Reichsärztekammer führte das Deutsche Ärzteblatt mit den Ärztlichen Mitteilungen des Hartmannbundes zusammen und brachte es damit auf NS-Linie.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.: Auflagenzahlen 2014 - 4. Quartal. Abgerufen am 16. Februar 2015.
  2. Christopher Baethge: Die Sprachen der Medizin (dt.), Deutsches Ärzteblatt 2008; 105 (3): S. 37–40 doi:10.3238/arztebl.2008.0037 (engl.)
  3. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Dr. med. Siegmund Vollmann – 1933: Ein Schriftleiter muss gehen. (aerzteblatt.de [abgerufen am 25. Juli 2017]).