Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

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Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Logo des DFKI
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: rechtlich selbständig
Rechtsform des Trägers: GmbH
Standort der Einrichtung: Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, Berlin, Niedersachsen (Osnabrück/Oldenburg)
Außenstelle: Sankt Wendel
Art der Forschung: Künstliche Intelligenz
Fächer: Informatik
Leitung: Jana Koehler, Walter G. Olthoff
Mitarbeiter: ca. 1000, davon ca. 460 studentische Mitarbeiter
Homepage: www.dfki.de
DFKI-Standort Saarbrücken

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ist eine öffentlich-private Partnerschaft mit Großunternehmen, Mittelständlern, den Ländern Rheinland-Pfalz, Bremen und Saarland als Gesellschaftern und dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung als Projektförderer. Der Aufsichtsrat besteht mehrheitlich aus Vertretern der freien Wirtschaft.[1]

Mit den Standorten in Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, und Niedersachsen, einem Projektbüro in Berlin sowie einer Außenstelle in St. Wendel ist das DFKI auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung Deutschlands.

Das DFKI ist in 19 Forschungsbereichen aktiv, darunter "Erweiterte Realität", "Cyber-Physical Systems" und "Kognitive Assistenzsysteme"[2]. Darüber hinaus eröffnete das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz das sogenannte "CERTLAB", ein Labor für Zertifizierung und digitale Souveränität. Damit soll die Europäische Kommission bei der Umsetzung der europäischen Strategie zu Künstlicher Intelligenz unterstützt sowie die Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit von KI gefördert werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forschungszentrum wurde 1988 gegründet. Juristischer Sitz ist Kaiserslautern, Forschungsstandorte sind Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen sowie ein Projekt-Büro in Berlin. Inhaltliche Schwerpunkte sind Wissensmanagement, Intelligente Analytik für Massendaten, Cyber-Physical Systems, Robotik, Innovative Retail Environments, Wirtschaftsinformatik, Eingebettete Intelligenz, Multi-Agententechnologie, Simulierte Realität, Erweiterte Realität, Sprachtechnologie, Intelligente Benutzerschnittstellen (Mensch-Computer-Interaktion) und Innovative Fabriksysteme. Ohne staatliche Grundfinanzierung, also durch reine Auftrags- und Projektforschung, hat sich das DFKI nach mehr als 25 Jahren zum weltweit größten Zentrum für Künstliche-Intelligenz-Forschung mit circa 1000 Mitarbeitern entwickelt. Seit 1998 sind aus dem DFKI mehr als 90 Spin-off-Unternehmen mit circa 3200 Arbeitsplätzen hervorgegangen.

Das DFKI war federführend im ambitionierten Verbmobil-Projekt für sprecherunabhängige maschinelle Übersetzung von Spontansprache zwischen Deutsch, Englisch und Japanisch. Ende Januar 2011 gab das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums (W3C) seinen Umzug an das DFKI bekannt.

2011 erhielt das DFKI Kaiserslautern den mit 100.000 Dollar dotierten „Google Research Award“ für sein neues Projekt zur Interaktion mit Personen und Objekten in digitalen Videos.[4] Im Oktober 2015 wurde Google der 17. Industriegesellschafter des DFKI, indem die Google Deutschland GmbH einen Gesellschaftsanteil erwarb. Die Höhe der Beteiligung ist nicht bekannt, allerdings soll Google alleine so viel investiert haben wie alle übrigen 16 Industriegesellschafter zusammen.[5]

Seit dem 1. Februar 2019 wird das DFKI von Jana Koehler geleitet, die den langjährigen CEO Prof. Wolfgang Wahlster abgelöst hat.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsschwerpunkte des DFKI liegen in den Bereichen Data Management & Analysis, Image Recognition & Understanding, IT Security, Lernende Systeme, Mensch Maschine Interaktion, Robotik, Sensorik & Kommunikation, Sprache und Textverstehen, Autonome Systeme sowie Virtual & Augmented Reality.

Folgende Forschungsbereiche und -gruppen sind an den jeweiligen Standorten ansässig[6]:

Kaiserslautern:

  • Smarte Daten und Wissensdienste
  • Intelligente Netze
  • Erweiterte Realität
  • Eingebettete Intelligenz
  • Innovative Fabriksysteme

Saarbrücken:

  • Institut für Wirtschaftsinformatik
  • Smart Service Engineering
  • Kognitive Assistenzsysteme
  • Agenten und simulierte Realität
  • Sprachtechnologie und Multilingualität

Bremen:

  • Cyber- Physical Systems
  • Robotics Innovation Center

Osnabrück:

  • Planbasierte Robotersteuerung
  • Smart Enterprise Engineering

Oldenburg:

  • Marine Perception

St. Wendel:

  • Innovative Retail Laboratory (IRL)

Berlin:

  • Interaktive Textilien
  • Speech and Language Technology
  • Educational Technology Lab
  • Intelligente Analytik für Massendaten

Außerdem betreibt das DFKI Kompetenzzentren zu diesen Forschungsfeldern: [7]

  • Ambient Assisted Living
  • Autonomes Fahren
  • Deep Learning
  • Emergency Response & Recovery Management
  • Semantisches Web
  • Sichere Systeme
  • Smart Agriculture Technologies
  • Wearable AI

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009, 2010, 2011, 2013, 2016, 2017 und 2019 holte das RoboCup-Team B-Human bei der Weltmeisterschaft im Roboterfußball den Weltmeister-Titel in der Standard Platform League. Das Team arbeitet unter der Leitung von Thomas Röfer.
  • 2011 erhielt das Unterwasserfahrzeug Avalon des Studententeams der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) im italienischen La Spezia den 3. Platz beim „Student Autonomous Underwater Challenge – Europe“. Das Team trat gegen neun Teams aus England, Spanien, Frankreich und Schottland an. Das Team arbeitet unter Leitung von Frank Kirchner.
  • 2013 gewann das am DFKI Saarbrücken entwickelte „Display as a Service (DaaS)“ den CeBIT Innovation Award. Dieser Preis wurde im Rahmen der CeBIT 2013 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Deutschen Messe AG erstmals für herausragende Entwicklungen in den Bereichen Design, Nutzerfreundlichkeit und Mensch-Maschine-Interaktionen vergeben. Das ermöglicht die kabellose Vernetzung von Datenspeichern und Ausgabebildschirmen jeglicher Art.

Fellowship[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DFKI ernennt, angelehnt an das Verfahren für die Besetzung einer W2-Professur an einer Universität, ausgewählte Mitarbeiter für herausragende wissenschaftliche Leistungen und besondere Leistungen im Technologietransfer zu DFKI Research Fellow.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DFKI Aufsichtsrat. Abgerufen am 5. Februar 2019 (deutsch).
  2. KI für den Menschen - Intelligente Lösungen für die Wissensgesellschaft. Abgerufen am 9. April 2019.
  3. DFKI eröffnet CERTLAB – Labor für Zertifizierung und Digitale Souveränität. Abgerufen am 9. April 2019 (deutsch).
  4. DFKI-Informatiker erhalten Google-Preis. In: Saarbrücker Zeitung vom 8. Februar 2011, S. B5.
  5. p.jung: Googles Gehirn wächst (Text) 23. Oktober 2015. Archiviert vom Original am 20. April 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/magazin-forum.de Abgerufen am 18. November 2015.
  6. Forschungsbereiche & -gruppen. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  7. Kompetenzzentren. Abgerufen am 5. Februar 2019.
  8. Übersicht über die Research Fellows am DFKI, abgerufen am 19. Dezember 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 25′ 46″ N, 7° 45′ 6″ O