Deutsches Optisches Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Deutsches Optisches Museum

Das Deutsche Optische Museum (kurz D.O.M.) Jena ist ein naturwissenschaftlich-technisches Museum. Seit Juli 2019 ist das Museum für den Besucherverkehr geschlossen.

Am Wochenende des 6. und 7. Juli 2019 verabschiedete sich das D.O.M. in eine mehrjährige Umbauphase zur vollkommenen Umgestaltung des Museums.

Mit der Schließung des Museums begannen bauvorbereitende Maßnahmen, die nicht mit dem regulären Besucherverkehr vereinbar sind. Daran schließt sich die Kernsanierung des Hauses und die vollkommene Neugestaltung der Ausstellung an. Zukünftig werden optische Phänomene des Alltags und technisch genutzte optische Effekte in einer Erlebniswelt der Optik umfassend experimentell erlebbar gemacht. Dazu werden historische optische Instrumente und deren Einsatz zum Wissensgewinn ganzheitlich dargestellt und darüber hinaus stets aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt, um als Schaufenster der Optikforschung zu dienen.

Das neue Museum soll an historischer Stätte im Zentrum der Stadt an die optischen Traditionen Jenas anknüpfen und vorhandene Bestände bewahren, wissenschaftlich erschließen und präsentieren.

Die Wiedereröffnung des Deutschen Optischen Museums ist für das erste Halbjahr 2023 geplant.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Produktion von Mikroskopen übernahm Carl Zeiss auch die Reparatur von optischen Geräten anderer Hersteller. Dies tat er auch, um die Entwicklung der Konkurrenz zu verfolgen. Zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert begannen die Mitarbeiter der Firma Carl Zeiss mit dem Zusammentragen der optischen Instrumente.

Im Juni 1922 gründete die Carl-Zeiss-Stiftung das Optische Museum; die Ausstellung befand sich im jetzt benachbarten Volkshaus. Für die 1917 gegründete „Staatliche Optikerschule zu Jena“ wurde von den Architekten Johannes Schreiter und Hans Schlag ein Gebäude entworfen. Die Stahlbetonkonstruktion wurde 1923/24 von der Firma Dyckerhoff & Widmann aus Nürnberg ausgeführt. Im Oktober 1924 fand der Umzug der Ausstellung in das neu errichtete Gebäude am Carl-Zeiß-Platz 12 statt. Die Sammlung stand nur einem ausgewählten Personenkreis zu Zwecken der Forschung zur Verfügung.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1941/42 die Ausstellung zum Schutz in unterirdische Fabrikationsstätten in der Umgebung Jenas gebracht. Das Optische Museum wurde 1946 nicht wie das Zeiss-Werk von der sowjetischen Besetzungsmacht demontiert. Die Ausstellung wurde 1965 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, allerdings vorerst im Griesbachschen Gartenhaus. In den Jahren 1976/77 erfolgte der Wiedereinzug in das Gebäude am Carl-Zeiss-Platz 12. Zum 100. Todestag von Carl Zeiss wurde im Dezember 1988 die historische Zeiss-Werkstatt von ca. 1860 im benachbarten Volkshaus eröffnet.

In diesem Zuge wurde das Optische Museum in „Zeiss-Museum“ umbenannt, dies wurde aber 1991 wieder rückgängig gemacht. Im Juni 1992 übernahm die neu gegründete Ernst-Abbe-Stiftung die Trägerschaft des Museums. Die historische Zeiss-Werkstatt wurde 2002 vom Volkshaus in das Optische Museum transferiert.

Am 9. September 2016 haben die Carl-Zeiss-Stiftung, die Ernst-Abbe-Stiftung, die Carl Zeiss AG und die Stadt Jena sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena die „Stiftung Deutsches Optisches Museum“ mit Sitz in Jena errichtet. Die Stiftung hat die Aufgabe, das bestehende Museum zum „Deutschen Optischen Museum“ auszubauen.[1] Seit dem 1. Juli 2018 befindet sich das Museum nun unter Trägerschaft der Stiftung Deutsches Optisches Museum und firmiert auch unter dem Namen Deutsches Optisches Museum.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Optisches Museum Jena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satzung (Fassung vom 13.4.2017) Stiftung Deutsches Optisches Museum. (PDF) 13. April 2017, abgerufen am 30. Juni 2017.

Koordinaten: 50° 55′ 40,1″ N, 11° 34′ 45,4″ O