Deutschkreutz

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Deutschkreutz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Deutschkreutz
Deutschkreutz (Österreich)
Deutschkreutz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 34,08 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 38′ OKoordinaten: 47° 36′ 6″ N, 16° 37′ 41″ O
Einwohner: 3.077 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 90 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7301
Gemeindekennziffer: 1 08 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Deutschkreutz
7301 Deutschkreutz
Website: www.deutschkreutz.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Kölly (LBL)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
10
8
7
10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf
Deutschkreutz Draßmarkt Frankenau-Unterpullendorf Großwarasdorf Horitschon Kaisersdorf Kobersdorf Lackenbach Lackendorf Lockenhaus Lutzmannsburg Mannersdorf an der Rabnitz Markt Sankt Martin Neckenmarkt Neutal Nikitsch Oberloisdorf Oberpullendorf Pilgersdorf Piringsdorf Raiding Ritzing (Burgenland) Steinberg-Dörfl Stoob Unterfrauenhaid Unterrabnitz-Schwendgraben Weingraben Weppersdorf BurgenlandLage der Gemeinde Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die katholische Pfarrkirche „Zur Kreuzerhöhung“ im Ortszentrum
Die katholische Pfarrkirche „Zur Kreuzerhöhung“ im Ortszentrum
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Deutschkreutz (ungarisch Sopronkeresztúr, bis 1899 Németkeresztúr; kroatisch: Kerestur; hebräisch: Zelem) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich mit 3077 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland. Nachbargemeinden sind Horitschon und Neckenmarkt, Unterpetersdorf und Nikitsch (kroatische Gemeinde).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Deutschkreutz (2.822)
  • Girm (299)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutschkreutz und Girm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

Marktgemeinde ist Deutschkreutz seit 1340. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland (Deutsch-Westungarn) bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Ab 1671 gehörte Deutschkreutz zu den jüdischen Siebengemeinden im Burgenland. Die orthodoxe jüdische Gemeinde unterhielt eine berühmte Talmudhochschule, in der Juden aus aller Welt studierten. Auf Grund der weltweiten Bedeutung für das Judentum, führt Deutschkreutz auch einen hebräischen Ortsnamen (Zelem = Bild im Sinne von Götzenbild[2]). Dies ist innerhalb Österreichs nur für Eisenstadt (Asch) auch noch der Fall. Die Gemeinde wuchs im 19. Jahrhundert bedeutend an und zählte im Jahre 1857 1230 Personen. 1941 wurde die Synagoge von Deutschkreutz von den Nationalsozialisten gesprengt. Der Jüdische Friedhof Deutschkreutz wurde teils wiederhergestellt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
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40
30
20
10
0
40,08 %
(+1,42 %p)
29,85 %
(-2,34 %p)
27,98 %
(-1,17 %p)
2,10 %
(n. k.)
2007

2012


Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

Die Gemeindechronik von Deutschkreutz weist folgende Personen als Bürgermeister aus:[3]

von bis Name
1918 1922 Josef Salzer
1922 1924 Johann Kratochwill
1924 1925 Georg Reumann
1925 1927 Paul Pingitzer
1927 Paul Fennes
1927 1928 Lorenz Gabriel
1928 1934 Matthias Gansrigler
1935 1938 Karl Strehn
1938 1945 Johann Krecht
1945 1949 Eugen Krammer
1950 Karl Strehn
1951 Stefan Heidenreich
1951 1956 Bernhard Gansrigler
1956 1962 Johann Reinfeld
1962 1963 Stefan Illy
1963 1964 Eugen Krammer
1965 1967 Stefan Illy
1967 1972 Eugen Krammer
1972 1985 Anton Berger
1985 1990 Wolfgang Strehn
1990 1996 Willibald Hofer
1997 2002 Ernst Möderl
2002 laufend Manfred Kölly

Wie aus vorstehender Aufstellung hervorgeht, ist Manfred Kölly der am längsten im Amt befindliche Bürgermeister, gefolgt von Anton Berger, der 13 Jahre die Gemeinde leitete.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Deutschkreutz COA.jpg   Das Recht zur Führung eines Wappens wurde Deutschkreutz von der Burgenländischen Landesregierung am 14. Jänner 1976 verliehen.[4]

Blasonierung: In einem von Gold und Rot gespaltenen Schild, vorne ein rotes Kreuz, hinten über dreifachem silbernen Wellenband eine goldene Traube mit Blatt.
Symbolik: Gestaltung und Inhalte des Wappens sollen Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde sinnvoll verbinden. Das Kreuz wurde dem alten Ortssiegel entnommen. Es symbolisiert die Kirche und den Ortsnamen. Die Weintraube weist auf den Weinbau hin, der der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde ist. Die Wellenbalken deuten auf das Mineralwasservorkommen in den Gemeinde hin.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschkreutz bildet zusammen mit den Gemeinden Großwarasdorf, Horitschon, Lutzmannsburg, Raiding, Unterpetersdorf und Neckenmarkt das Blaufränkischland, die bekannteste Rotweingegend in dem sonst eher weißweingeprägten Österreich, deren Geschichte bis in die Keltenzeit zurückreicht. Der Blaufränkische ist tiefdunkel-rubinrot gefärbt und in dieser Gegend außergewöhnlich fruchtig. Sehr häufig wird er in Barriquefässern ausgebaut und verfügt über eine sehr gute Lagerfähigkeit. Die Rebhänge des Blaufränkischlandes erstrecken sich von den Südausläufern des Ödenburger Gebirges bis zum Günser Bergland. Nach Osten öffnet sich die Ungarische Tiefebene. Dadurch wird der pannonische Einfluss, der für das Ausreifen der Trauben nötig ist, voll wirksam und der vorwiegend lehmige Boden bietet dazu noch die idealen Bedingungen. Es wird neben dem Blaufränkischen auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt angebaut.

Auf dem Gemeindegebiet von Deutschkreutz liegt auch die Mineralwasserquelle Juvina. Schon die Römer kannten diese Mineralwasserquelle, die älter ist als der Weinanbau in der Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Deutschkreutz

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch Kreutz (links oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
  • Bahn: Deutschkreutz liegt an der Burgenlandbahn.
  • Straße: Die Deutschkreutzer Straße (B 62), die das ungarische Sopron mit der Burgenland Schnellstraße (S31) verbindet.
  • Der Grenzübergang an der B62 war bis zum Beitritt Ungarns in die Europäische Union am 1. Mai 2004 der nördlichste Grenzübergang für den grenzüberschreitenden Güterverkehr südlich des Neusiedler Sees für Lastkraftwagen aus anderen Ländern als Österreich und Ungarn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton Lehmden
Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralwasserquelle Juvina, Brunnengebäude
  • Andreas Hausner: NS-Terror im Burgenland (1938–1945): mit besonderer Berücksichtigung der Opfer und Vertriebenen der Marktgemeinde Deutschkreutz. Diplomarbeit, Universität Wien 2001.
  • Adalbert Putz: Lebens-, Jahres- und Arbeitsbrauchtum in Deutschkreutz: Bestand – Gehalt – Gerät. Dissertation, Universität Wien 1970.
  • Shlomo Spitzer: Die jüdische Gemeinde von Deutschkreutz. Böhlau, Wien 1995, ISBN 3-205-98344-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutschkreutz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Deutschkreutz auf der Webseite des Österreichischen Jüdischen Museums
  3. Gemeinde Deutschkreutz: Geschichte (abgerufen am 27. Februar 2017)
  4. a b Gemeinde Deutschkreutz: Wappen (abgerufen am 28. Februar 2017)