Deutschland (Schiff, 1997)

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Deutschland
Scandlines Fährschiff Deutschland (IMO 9151541) einlaufend Puttgarden (01-2).JPG
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Doppelendfähre
Rufzeichen DMLQ
Heimathafen Puttgarden
Eigner Scandlines
Bauwerft Van der Giessen-De Noord, Krimpen aan den IJssel
Baukosten 74,3 Mio. DM[1]
Kiellegung 14. November 1996
Taufe 9. Oktober 1997
Stapellauf 1. Juli 1997
Übernahme 7. Oktober 1997
Indienststellung 9. Oktober 1997
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
142,0 m (Lüa)
Breite 24,78 m
Tiefgang max. 6,0 m
Vermessung 15.187 BRZ, 4.556 NRZ
Maschinenanlage
Maschine Hybridantrieb:
1 MaK 9M32, 1 MaK 8M32 und 2 MaK 6M32 Dieselmotoren mit Drehstromgeneratoren

Energy Storage System (ESS) Hybrid System:
Siemens/Corvus BlueDrive Plus C
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
15.840 kW (21.536 PS)
Dienst-
geschwindigkeit
18,5 kn (34 km/h)
Propeller 4 × Aquamaster/KaMeWa Propellergondeln
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 2904 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1.200
Fahrzeugkapazität 364 PKW
Sonderkapazitäten
Ladevolumen
Sonstiges
Klassifizierungen

Lloyd’s Register of Shipping

Registrier-
nummern

IMO 9151541

Die Deutschland ist eine kombinierte RoRo- und Eisenbahnfähre der Scandlines Deutschland GmbH, die seit 1997 auf der Vogelfluglinie eingesetzt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die völlig neu entwickelte Doppelendfähre wurde zusammen mit ihrem Schwesterschiff, der Schleswig Holstein, im April 1996 bei Van der Giessen-De Noord in Krimpen aan den IJssel von der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee (DFO) in Auftrag gegeben. Die Werft konnte sich gegen eine breitgefächerte Konkurrenz durchsetzen und lieferte das Schiff am 7. Oktober 1997 ab. Mit der Taufe am 9. Oktober 1997 durch Bärbel Kleedehn (Ministerin in Mecklenburg-Vorpommern) wurde die Deutschland in Dienst gestellt. Sie setzt die Tradition ihrer Namensvorgänger von 1963 bis 1972 und 1972 bis 1997 auf der Route zwischen dem Fährbahnhof Puttgarden und Rødby Færge fort.

Am 9. Oktober 2010 brachte die Deutschland die Passagiere der in Brand geratenen Fähre Lisco Gloria nach Kiel, nachdem diese zunächst vom Polizeiboot Neustrelitz (Sassnitz-Klasse) aufgenommen worden waren.[2]

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ICE TD auf der Deutschland

Im Gegensatz zu ihren Vorgängern hat die Deutschland nur noch ein Gleis zur Aufnahme eines ICE TD oder DSB MF. Der Transport von Güterwagen ist auf der Vogelfluglinie eingestellt worden. Das Schiff macht mit Haken in Höhe des Eisenbahndecks automatisch in den verbreiterten Fährbetten fest. Weil die Doppelendfähre die vorher üblichen Wendemanöver nicht mehr fahren muss, konnte die Fahrzeit um 25 Prozent gekürzt werden und beträgt nur noch 45 Minuten.

Im Jahr 2013 hat Scandlines auf der Prinsesse Benedikte erstmals einen Hybridantrieb einbauen lassen. Im Laufe des Jahres 2014 folgte die Umrüstung auf den drei anderen Fähren der Vogelfluglinie. Der Hybridantrieb kombiniert Verbrennungsmotor und Elektroantrieb, wobei überschüssige Energie in Batterien gespeichert wird. Nach Angaben der Reederei können auf diese Weise bis zu 15 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart werden. Zusätzlich wurden Gaswäscher zur Abgasentschwefelung eingebaut.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ebenfalls 1997 in Dienst gestellten Neubauten der Scandlines Danmark A/S, die Prins Richard und Prinsesse Benedikte haben nahezu identische Hauptparameter, weisen jedoch Unterschiede im Design und in der Gestaltung des Fahrgastbereiches auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Watsack: Puttgarden-Rødby Die Geschichte der Vogelfluglinie. Verlag Deutsche Fährschiffpublikationen, Edition Ostseeland 2000, ISBN 3-8311-0357-7.
  • The German Merchant Fleet 2008/09. Seehafen Verlag 2008, ISBN 978-3-87743-420-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Deutschland. Scandlines, abgerufen am 22. September 2016 (englisch).
  • Micke Asklander: M/S Deutschland. Fakta om Fartyg, 2012, abgerufen am 26. Januar 2016 (schwedisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HANSA Jahrgang 1998 Nr. 10 Seite 20
  2. Reportage von Nyfeler.de auf YouTube, enthält Interviews mit Offizieren der Deutschland