Deutschland beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge Deutschlands
Übertragende Rundfunkanstalt
Das Erste
Erste Teilnahme
1956
Anzahl der Teilnahmen
59 (Stand 2015)
Höchste Platzierung
1 (1982, 2010)
Höchste Punktzahl
246 (2010)
Niedrigste Punktzahl
0 (1964, 1965, 2015)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
52,83 (Stand 2015)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,57 (Stand 2015)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Deutschlands als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten]

Deutschland nimmt seit dem ersten Eurovision Song Contest 1956 am Wettbewerb teil und hat seither jedes Jahr einen Beitrag eingereicht. Die einzige Finalrunde ohne deutsche Beteiligung fand 1996 statt, als der Sänger Leon die Qualifikationsrunde nicht überstand. Deutschland ist einer der 1997 eingeführten „Großen“ – Big Four (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien), seit 2011 Big Five (mit Italien), die größten EBU-Beitragszahler – und hat damit einen garantierten Finalplatz.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten]

Deutsche Erfolge beim Eurovision Song Contest
Die weiße Linie zeigt die Teilnehmerzahl und somit die schlechteste erreichbare Platzierung

Deutschland konnte bisher zweimal den Eurovision Song Contest gewinnen, nämlich 1982 mit der Sängerin Nicole und dem Beitrag Ein bißchen Frieden, der von Ralph Siegel komponiert wurde, und 2010 mit Lena Meyer-Landrut und Satellite aus der Feder von Julie Frost und John Gordon. Vier deutsche Beiträge erreichten den zweiten Platz (1980, 1981, 1985 und 1987), fünf Beiträge den dritten Platz (1970, 1971, 1972, 1994 und 1999). Insgesamt erreichten 35 der 57 Beiträge eine Platzierung unter den ersten Zehn, wobei die Platzierungen aus dem Jahre 1956 nicht bekannt sind und eine solche Platzierung in den frühen Jahren des Wettbewerbs nicht zwangsläufig eine gute Platzierung widerspiegelt. Berücksichtigt man die Teilnehmerzahl der jeweiligen Jahrgänge, so landeten 31 Beiträge, also die Mehrheit in der „ersten Hälfte“.

Andererseits erreichte Deutschland sechs Mal den letzten Platz (1964, 1965, 1974, 1995, 2005 und 2015). 1964, 1965 und 2015 erhielt Deutschland null Punkte. Festzuhalten ist, dass die letzten Plätze 1964, 1965 und 1974 jeweils mit drei weiteren Ländern geteilt wurden. Den drittletzten Platz 2008 erreichte Deutschland punktgleich mit den beiden Letztplatzierten. Den letzten Platz 2015 erreichte Deutschland punktgleich mit dem vorletztplatzierten Österreich. Seit 2004 gibt es ein Halbfinale als Vorqualifikation, Deutschland startet aber direkt im Finale, somit stellt das Ergebnis keinen Vergleich zu den im Halbfinale ausgeschiedenen Beiträgen dar.

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten]

Viele deutsche Beiträge wurden nationale Hits. Insgesamt erreichten 39 der 48 Beiträge seit 1960 (seitdem zuverlässige Angaben vorhanden sind) die deutschen Singlecharts, darunter zwölf Top-10-Hits, von denen wiederum sechs den ersten Platz erreichten (Zwei kleine Italiener 1962, Dschinghis Khan 1979, Ein bißchen Frieden 1982, Can’t Wait Until Tonight 2004, No No Never 2006 und Satellite 2010). Zwei kleine Italiener von Conny Froboess ist bislang der deutsche Wettbewerbsbeitrag, der sich am meisten verkaufte. Auf Platz zwei folgt Texas Lightning mit No No Never.

Der erste deutsche Sieger im Wettbewerb, Ein bißchen Frieden, war auch international ein Verkaufsschlager und erreichte in mehreren Ländern den ersten Platz in den Charts, darunter in Großbritannien und Irland. Der siegreiche Beitrag im Jahr 2010, Satellite, erreichte in Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen, Schweden und der Schweiz den ersten Platz sowie in mehreren weiteren Ländern Top-10-Platzierungen.

Auch andere deutsche Beiträge waren in den deutschsprachigen Nachbarländern erfolgreich, so zum Beispiel Can’t Wait Until Tonight, das in Österreich den zweiten Platz erreichte und No No Never, das sowohl in der Schweiz als auch in Österreich die Top 10 erreichte.

Sprachen[Bearbeiten]

Sprachlich gesehen war Deutschland in drei Fällen ein Pionier im Wettbewerb: 1957 stellte man den ersten Beitrag, der einige Worte in Nicht-Landessprachen enthielt (einige Grußworte während Margot Hielschers Telefongespräch), 1960 das erste Land mit einem Liedtitel in einer fremden Sprache (Bonne nuit, ma Chérie) und 1961 das erste Land, das einen ganzen Refrain seines Beitrages in einer fremden Sprache singen ließ (Lale Andersen sang den letzten Refrain von Einmal sehen wir uns wieder auf französisch). Auch bei anderen Gelegenheiten wurde Deutsch mit anderen Sprachen gemischt, meistens Englisch (1975, 1976, 2000, 2001 und 2007 sowie der nicht qualifizierte Beitrag 1996) sowie 2004 mit Türkisch und 1999 mit Englisch, Türkisch und Hebräisch.

Sprache Beiträge in %
Deutsch 42,25 72,84 %
Englisch 15,25 24,57 %
Türkisch 00,75 01,29 %
Französisch 00,50 00,86 %
Hebräisch 00,25 00,43 %

Viele deutsche Beiträge wurden in anderen Sprachen aufgenommen, die meisten davon in Englisch. Nicole nahm ihren Siegertitel 1982 in sieben weiteren sowie einigen gemischten Fassungen auf, was einen Rekord für einen Siegertitel darstellt. Andere Beiträge wurden auch in weiteren Sprachen aufgenommen, so sangen unter anderem die drei Skandinavierinnen Siw Malmkvist, Wencke Myhre und Gitte ihre Beiträge auch in ihren Landessprachen Schwedisch, Norwegisch und Dänisch ein. Zwei Beiträge wurden von den Originalinterpreten sogar auf japanisch eingesungen, nämlich Freddy Quinns So geht das jede Nacht 1956 und Katja Ebsteins Wunder gibt es immer wieder 1970.[1]

Vorentscheidungen[Bearbeiten]

In den meisten Fällen wurden die deutschen Beiträge in Vorentscheidungen gewählt, die bis einschließlich 1992 den Titel Ein Lied für … (ergänzt durch den Namen der Gastgeberstadt) trugen. 1959, 1966 bis 1968, 1974, 1977, 1993 bis 1995 sowie 2009 wurden die deutschen Beiträge von der ARD ohne Publikumsabstimmung ausgewählt, 1978 wurde der Vorentscheid nur im Radio ausgetragen.

Bis 1971 und von 1973 bis 1977 führte der Hessische Rundfunk den nationalen Vorentscheid bzw. die Direktnominierungen durch, 1972 und 1991 war es der Sender Freies Berlin, 1978 der Südwestfunk, von 1979 bis 1990 der Bayerische Rundfunk und von 1992 bis 1995 der Mitteldeutsche Rundfunk, seither ist es der Norddeutsche Rundfunk. Von 2010 bis 2012 wurde durch eine Kooperation des NDR mit ProSieben auch erstmals ein Privatsender in die Suche nach dem deutschen Beitrag eingebunden.

Liste der Beiträge[Bearbeiten]

Farblegende:   – Siege.   – Punktgleich mit dem letzten Platz.   – Beiträge ohne Finalteilnahme.

Jahr Interpret Titel
(Musik/Text)
Dt. Übersetzung Platz Punkte Charts
(D)[2]
1956 Walter Andreas Schwarz Im Wartesaal zum großen Glück
(Walter Andreas Schwarz)
00 00 00
1956 Freddy Quinn So geht das jede Nacht
(Lotar Olias/Peter Moesser)
00 00 00
1957 Margot Hielscher Telefon, Telefon
(Friedrich Meyer/Ralph Maria Siegel)
04 / 10 008 00
1958 Margot Hielscher Für zwei Groschen Musik
(Friedrich Meyer/Fred Rauch, Walter Brandin)
07 / 10 005 00
1959 Alice und Ellen Kessler Heute abend woll’n wir tanzen geh’n
(Helmut Zander/Astrid Voltmann)
08 / 11 005 00
1960 Wyn Hoop Bonne nuit, ma chérie
(Franz Josef Breuer/Kurt Schwabach)
Gute Nacht, meine Liebe 04 / 13 011 044
1961 Lale Andersen Einmal sehen wir uns wieder
(Rudolf Maluck/Ernst Bader)
13 / 16 003 030
1962 Conny Froboess Zwei kleine Italiener
(Christian Bruhn/Georg Buschor)
06 / 16 009 001
1963 Heidi Brühl Marcel
(Charly Niessen)
09 / 16 005 036
1964 Nora Nova Man gewöhnt sich so schnell an das Schöne
(Rudi von der Dovenmühle/Niels Nobach)
13 / 16 000 00
1965 Ulla Wiesner Paradies, wo bist Du?
(Barbara Kist, Hans Blum)
15 / 18 000 00
1966 Margot Eskens Die Zeiger der Uhr
(Walter Dobschinski/Hans Bradtke)
10 / 18 007 00
1967 Inge Brück Anouschka
(Hans Blum)
08 / 17 007 00
1968 Wencke Myhre Ein Hoch der Liebe
(Horst Jankowski/Carl J. Schäuble)
06 / 17 011 018
1969 Siw Malmkvist Primaballerina
(Hans Blum)
09 / 16 008 013
1970 Katja Ebstein Wunder gibt es immer wieder
(Christian Bruhn/Günther Loose)
03 / 12 012 016
1971 Katja Ebstein Diese Welt
(Dieter Zimmermann/Fred Jay)
03 / 18 100 016
1972 Mary Roos Nur die Liebe lässt uns leben
(Joachim Heider/Joachim Relin)
03 / 18 107 017
1973 Gitte Junger Tag
(Günther-Eric Thöner/Stephan Lego)
08 / 17 085 019
1974 Cindy & Bert Die Sommermelodie
(Werner Scharfenberger/Kurt Feltz)
14 / 17 003 00
1975 Joy Fleming Ein Lied kann eine Brücke sein
(Reiner Pietsch/Michael Holm)
17 / 19 015 032
1976 The Les Humphries Singers1 Sing Sang Song
(Ralph Siegel/Kurt Hertha)
Singsang-Lied 15 / 18 012 045
1977 Silver Convention Telegram
(Sylvester Levai/Michael Kunze)
Telegramm 08 / 18 055 027
1978 Ireen Sheer Feuer
(Jean Frankfurter/John Möring)
06 / 20 084 039
1979 Dschinghis Khan Dschinghis Khan
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
04 / 19 086 001
1980 Katja Ebstein Theater
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
02 / 19 128 011
1981 Lena Valaitis Johnny Blue
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
02 / 20 132 009
1982 Nicole Ein bisschen Frieden
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
01 / 18 161 001
1983 Hoffmann & Hoffmann Rücksicht
(Michael Reinecke/Volker Lechtenbrink)
05 / 20 094 008
1984 Mary Roos Aufrecht geh’n
(Michael Reinecke/Michael Kunze)
13 / 19 034 056
1985 Wind Für alle
(Hanne Haller)
02 / 19 105 018
1986 Ingrid Peters Über die Brücke gehen
(Hans Blum)
08 / 20 062 045
1987 Wind Laß’ die Sonne in Dein Herz
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
02 / 22 141 020
1988 Maxi & Chris Garden Lied für einen Freund
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
14 / 21 048 029
1989 Nino de Angelo Flieger
(Dieter Bohlen/Joachim Horn-Benges)
14 / 22 046 013
1990 Chris Kempers & Daniel Kovac Frei zu leben
(Ralph Siegel/Michael Kunze)
09 / 22 060 051
1991 Atlantis 2000 Dieser Traum darf niemals sterben
(Alfons Weindorf/Helmut Frey)
18 / 22 010 00
1992 Wind Träume sind für alle da
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
16 / 23 027 059
1993 Münchener Freiheit Viel zu weit
(Stefan Zauner)
18 / 25 018 053
1994 Mekado Wir geben ’ne Party
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
03 / 25 128 100
1995 Stone & Stone Verliebt in Dich
(Cheyenne Stone)
23 / 23 001 00
1996 Leon Planet of Blue
(Hanne Haller)
Blauer Planet 24 / 292 024 00
1997 Bianca Shomburg Zeit
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
18 / 25 022 091
1998 Guildo Horn Guildo hat euch lieb
(Stefan Raab als Alf Igel)
07 / 25 086 004
1999 Sürpriz3 Reise nach Jerusalem – Kudüs’e seyahat
(Ralph Siegel/Cihan „Chicco“ Özden/Deniz Filizmen/Bernd Meinunger)
03 / 23 140 00
2000 Stefan Raab Wadde hadde dudde da?
(Stefan Raab)
Was hast du denn da? 05 / 24 096 002
2001 Michelle Wer Liebe lebt
(Gino Trovatello/Matthias Stingl/Eva Richter/Mary Applegate)
08 / 23 066 032
2002 Corinna May I Can’t Live Without Music
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
Ohne Musik kann ich nicht leben 21 / 24 017 072
2003 Lou Let’s Get Happy
(Ralph Siegel/Bernd Meinunger)
Lasst uns fröhlich sein 12 / 26 053 00
2004 Max Mutzke Can’t Wait Until Tonight
(Stefan Raab)
Kann nicht bis heute Nacht warten 08 / 24 093 001
2005 Gracia Run & Hide
(David Brandes/Jane Tempest/Bernd Meinunger (als „John O’Flynn“))
Rennen und verstecken 24 / 24 004 020
2006 Texas Lightning No No Never
(Jane Comerford)
Nein, nein, niemals 15 / 24 036 001
2007 Roger Cicero Frauen regier’n die Welt
(Matthias Haß/Frank Ramond)
19 / 24 049 007
2008 No Angels Disappear
(Remee/Hanne Sørvaag/Thomas Troelsen)
Verschwinden [3]23 / 254 014 004
2009 Alex Swings Oscar Sings! Miss Kiss Kiss Bang
(Alex Christensen/Steffen Häfelinger)
20 / 25 035 020
2010 Lena Satellite
(Julie Frost/John Gordon)
Satellit 01 / 25 246 001
2011 Lena Taken By A Stranger
(Nicole Morier/Gus Seyffert/Monica Birkenes)
Fasziniert von einem Fremden 10 / 25 107 002
2012 Roman Lob Standing Still
(Steve Robson/Jamie Cullum/Wayne Hector)
Stillstehen 08 / 26 110 003
2013 Cascada Glorious
(Manuel Reuter/Yann Peifer/Andres Ballinas/Tony Cornelissen)
Glorreich 21 / 26 018 006
2014 Elaiza Is It Right
(Frank Kretschmer, Elżbieta Steinmetz, Adam Kesselhaut)
Ist es richtig? 18 / 26 039 004
2015 Ann Sophie5 Black Smoke
(Michael Harwood, Ella McMahon, Tonino Speciale)
Schwarzer Rauch 27 / 276 00 0026[3]
2016
1 1976 nahmen die Les Humphries Singers als zweitplatzierte am ESC teil, da der eigentliche Siegertitel Der Star von Tony Marshall disqualifiziert wurde.
2 Keine Qualifikation fürs Finale. Platz 24 von 29 in der Qualifikationsrunde.
3 1999 nahm die beim Vorentscheid zweitplatzierte Popgruppe Sürpriz am Eurovision Song Contest teil, nachdem der eigentliche Siegertitel Hör’ den Kindern einfach zu der Interpretin Corinna May disqualifiziert worden war.
4 Wegen Punktegleichheit entschied die Anzahl der höchsten Einzelpunktvergaben über die differenzierte Platzierung
5 2015 verzichtete der eigentliche Gewinner Andreas Kümmert (Heart of Stone) auf eine Teilnahme beim Eurovision Song Contest. Daraufhin rückte die zweitplatzierte Ann Sophie nach.
6 Da wegen der Punktlosigkeit der beiden Letztplatzierten (Deutschland und Österreich) auch die höchsten Einzelpunktvergaben nicht über die Platzierung entscheiden konnten, entschied gemäß Abschnitt 1.4 der Regeln[4] die Startnummer

Liste der Kommentatoren[Bearbeiten]

Natalie Horler von Cascada, 2013 in Malmö
Elaiza, 2014 in Kopenhagen
Ann Sophie, 2015 in Wien
Jahr(e) Kommentatoren
19561958 Wolf Mittler
1959 Elena Gerhard
19601961 Wolf Mittler
1962 Ruth Kappelsberger
1963 Hanns Joachim Friedrichs
19641965 Hermann Rockmann
19661969 Hans-Joachim Rauschenbach
1970 Marie-Louise Steinbauer
19711973 Hanns Verres
19741978 Werner Veigel
1979 Gabi Schnelle
Ado Schlier
19801986 Ado Schlier
1987 Christoph Deumling
Lotti Ohnesorge
1988 Nicole
Claus-Erich Boetzkes
1989 Thomas Gottschalk
1990 Fritz Egner
1991 Max Schautzer
19921994 Jan Hofer
1995 Horst Senker
1996 Ulf Ansorge
19972008 Peter Urban
2009 Tim Frühling
seit 2010 Peter Urban

2011 wurde das erste Semifinale von Peter Urban und Steven Gätjen kommentiert, da letzterer für ProSieben arbeitet und die Show dort ebenfalls übertragen wurde.

Ausgerichtete Wettbewerbe[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • 2005 erhielt Deutschland in der Finalrunde 4 Punkte, 2 aus Monaco und 2 aus Moldawien. Dabei waren diese beiden Länder die einzigen, die nicht per Televoting, sondern per Jury abgestimmt haben. Moldawien, das 2005 erstmals teilnahm, vergab seitdem nie wieder Punkte an Deutschland, auch nicht beim Sieg 2010.
  • Auch 2008 bekam Deutschland nur aus zwei Ländern Punkte (aus Bulgarien 12 und aus der Schweiz 2). Die außergewöhnlich hohe Punktzahl aus Bulgarien hat ihren Grund mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Tatsache, dass No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska aus diesem Land stammt und dort sehr bekannt ist.[5]
  • Deutschland vergab seit 1975 durchschnittlich am meisten Punkte an die Türkei (9,8). Seit Einführung des Televotings hat Deutschland der Türkei jedes Mal 10 oder 12 Punkte gegeben – mit vier Ausnahmen: 2012 vergab Deutschland 8, 2001 7 und 2002 0 Punkte an die Türkei. 2011 war eine Punktevergabe nicht möglich, da die Türkei im Halbfinale ausgeschieden war.
  • Die meisten Punkte hat Deutschland seit 1975 durchschnittlich von der Schweiz erhalten, nämlich 7,3.
  • 1982, beim ersten Sieg, erhielt Deutschland aus 14 der 17 anderen Länder 12, 10 oder 8 Punkte. Lediglich aus den Nachbarländern Luxemburg, Österreich und den Niederlanden gab es 0, 1 bzw. 6 Punkte.
  • Deutschland ist das erste Land der Big Five, das den Wettbewerb seit Einführung der Regelung im Jahr 1997 gewinnen konnte.

Punktevergabe[Bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Deutschland:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 TurkeiTürkei Türkei 170
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 146
3 SchwedenSchweden Schweden 140
4 IrlandIrland Irland 130
5 FrankreichFrankreich Frankreich 115
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 TurkeiTürkei Türkei 208
2 SchwedenSchweden Schweden 173
3 GriechenlandGriechenland Griechenland 148
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 146
5 IrlandIrland Irland 140
Die meisten erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 SpanienSpanien Spanien 190
2 DanemarkDänemark Dänemark 159
3 PortugalPortugal Portugal 157
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 144
5 BelgienBelgien Belgien 134

Stand: 2015

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe, 2002

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Germany. In: Diggiloo Thrush. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  2. Charts-Surfer. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCharts: «ESC»-Sieger schlägt Conchita, «DSDS»-Sieger geht unter. In: Quotenmeter.de. 30.05.2015, abgerufen am 3. Juni 2015.
  4. PUBLIC RULES OF THE 60TH EUROVISION SONG CONTEST. European Broadcasting Union, S. 4, abgerufen am 24. Mai 2015 (PDF).
  5. Eurovision Song Contest: Hat uns nur Bulgarien lieb? STERN.DE, 25. Mai 2008, abgerufen am 3. Juni 2015.