Deutschlandhaus (Hamburg)

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Deutschlandhaus (2005)

Das Deutschlandhaus am Gänsemarkt in Hamburg wurde von 1928 bis 1929 nach Entwürfen von Fritz Block und Ernst Hochfeld als Bürohaus mit Lichtspieltheater, Kaufhaus und Ladenpassage errichtet. Der heute nicht mehr existente Ufa-Palast gehörte mit etwa 2.700 Plätzen zu den größten Kinos in Europa. Das markante achtstöckige Gebäude wurde in Stahlskelettbauweise errichtet; die Backsteinfassade wird mittels durchlaufender Fensterbänder horizontal gegliedert. Es ist eines von wenigen erhaltenen frühmodernen Gebäuden dieser Art in Deutschland. Das Deutschlandhaus ist vom Abriss bedroht.[1][2]

Nutzungsgeschichte und Umbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutschlandhaus brannte im Zweiten Weltkrieg 1944 nach Luftangriffen zum Teil aus. Von 1946 bis 1949 baute die englische Besatzungsmacht das beschlagnahmte Haus wieder auf, wobei bauliche Veränderungen vorgenommen wurden, und taufte es in Hamburg House um. Das zerstörte Kino wurde nicht wieder hergerichtet, sondern abgetragen. Nach dem Umbau nutzten die Briten das Gebäude für Unterkünfte und Versorgung ihres Personals, unter anderem mit Tanzsälen und Küchen. 1952 zogen die britischen Behörden aus, die NAAFI nutzte nur noch ein Stockwerk ganz und zwei weitere zum Teil. Das Gebäude hieß nun wieder Deutschlandhaus.[3]

Von 1975 bis 1978 wurde der im Krieg völlig zerstörte Gebäudeflügel zur Drehbahn neu errichtet; verantwortlicher Architekt war Heinz Schudnagies vom Büro Dietrich & Partner. Im zweiten Bauabschnitt von 1979 bis 1982 wurden auch die erhaltenen Trakte umgebaut. Die Modernisierung gilt unter denkmalschützerischen und ästhetischen Gesichtspunkten als wenig gelungen, unter anderem wurden die Fensterprofile vergröbert und die originale Klinkerfassade am Erkerband komplett durch Ziegel mit rustikaler Handstrichoptik ersetzt.[4]

Neubaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2017 wurden für das Haus Abriss- und Neubaupläne bekannt, die nach ersten Plänen des Architekten Hadi Teherani verfolgt und mit der Hamburger Stadtplanung unter Dirk Kienscherf im Lauf des Jahres 2018 konkretisiert werden sollen.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Jaeger: Block und Hochfeld. Die Architekten des Deutschlandhauses. Bauten und Projekte in Hamburg 1921–1938. Gebr. Mann, Berlin 1996, ISBN 3-7861-1802-7.
  • Das Deutschlandhaus in Hamburg. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Jg. 51, Nr. 21 (27. Mai 1931), urn:nbn:de:kobv:109-opus-61016, S. 301–306. (17 Abbildungen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deutschlandhaus Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Gebäude vor dem Abriss, SHZ.de, Markus Lorenz, 16. Januar 2018
  2. FAZ.net 14. Februar 2018 (Kommentar)
  3. Mc.: Wieder Deutschlandhaus. In: Hamburger Abendblatt vom 21. Oktober 1952, S. 5.
  4. Ralf Lange: Architekturführer Hamburg. Edition Menges, Stuttgart 1995, ISBN 3-930698-58-7, S. 52. (Eintrag A 108: Deutschlandhaus)
  5. Grossprojekt in der City im Hamburger Abendblatt vom 27. Oktober 2017

Koordinaten: 53° 33′ 22″ N, 9° 59′ 15″ O