Devilman

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Devilman
Originaltitelデビルマン
TranskriptionDebiruman
Genre Action, Horror, Shōnen
Manga
Land JapanJapan Japan
Autor Go Nagai
Verlag Kodansha
Magazin Shōnen Magazine
Erstpublikation 1972 – 1973
Ausgaben 5
Fortsetzungen
Devilman Lady(1997)
Devilman Saga(2014)
Anime-Fernsehserie
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Jahr(e) 1972–1973
Studio Toei Animation, Dynamic Planning
Länge 25 Minuten
Episoden 39
Regie Masayuki Akehi
Musik Goh Misawa
Erstausstrahlung 8. Juli 1972 – 7. April 1973 auf NET
Original Video Animation
TitelDevilman: The Birth
Devilman: The Bird Sirène
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Jahr(e) 1987–1990
Studio Oh! Production
Länge 50 Minuten
Episoden 2
Regie Toshio Tanaka
Musik Kenji Kawai
Neuverfilmung
Devilman Crybaby(2018)
Realverfilmung
Devilman (Film)(2004)

Devilman (jap. デビルマン, Debiruman) ist eine Manga-Serie, die von Gō Nagai geschrieben und gezeichnet wurde und 1972 bis 1973 in Japan erschien. Die Action- und Horrorserie wurde noch im gleichen Jahr als Anime für das japanische Fernsehen umgesetzt, später folgten weitere Animes und 2004 die Realverfilmung Devilman. Außerdem erschienen weitere Mangaserien und Romane sowie Übersetzungen in mehrere Sprachen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akira Fudos Leben wird von Ryo Asuka auf den Kopf gestellt: Sein Freund offenbart ihm die Existenz von Dämonen. Diese monströse Wesen haben früher die Erde regiert, sind aber in der Eiszeit eingefroren worden. Sie kehren nun zurück und bedrohen, die Menschheit wieder zu unterjochen. Die einzige Möglichkeit, sie zu besiegen, besteht darin, die Kontrolle über die Kräfte der Dämonen selbst zu übernehmen, um sie zu gleichen Bedingungen zu bekämpfen. Ryo verwickelt seinen Freund dann in ein schreckliches Ritual, bei dem Akira mit Amon, dem mächtigsten und schrecklichsten der Dämonen, verschmilzt und sich in eine Kreatur verwandelt: den Devilman. Nur der reine Geist des Jungen und seine große Liebe zur schönen Miki ermöglichen es ihm, Amon zu kontrollieren und seine Kräfte einzusetzen, um die Menschheit zu verteidigen.

Anime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der junge Dämon Devilman wird auf die Erde geschickt, um die Menschheit zu verärgern und das Königreich der Dunkelheit triumphieren zu lassen. Um seinen Zweck zu erfüllen, nimmt Devilman den Körper eines Jungen in Besitz: Akira Fudo. Der wurde, zusammen mit seinem Vater, von ihm selbst getötet. Zu Hause in der Gestalt von Akira wird Devilman von den Makimuras, Freunden von Akiras Eltern, adoptiert und verliebt sich in ihre Tochter Miki Makimura. Die Liebe zu einem menschlichen Mädchen stellt ein Unrecht dar. Das Königreich der Dämonen, angeführt vom Großen Zennon, der Devilman auf die Erde geschickt hatte, kann das nicht tolerieren und es beginnt ein schrecklicher Krieg zwischen Devilman und seinen ehemaligen Verbündeten.

Veröffentlichung und weitere Print-Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zur Geschichte entstammte Nagais früherem Manga Maō Dante von 1971.[1] Devilman erschien von Juni 1972 bis Juni 1973 im Shōnen Magazine bei Kodansha. Der Verlag brachte die Kapitel auch gesammelt in fünf Bänden heraus.

Eine englische Übersetzung erschien zunächst bei Kodansha, dann bei Seven Seas Entertainment, eine französische bei Dybex und eine bportugiesische bei NewPOP in Brasilien. Mehrere Verlage brachten außerdem spanische und italienische Fassungen heraus. Die erste englische Ausgabe bei Kodansha enthielt später gezeichnetes Zusatzmaterial, das von Ryos und Akiras Reisen in die Vergangenheit zu Adolf Hitler und General Custer erzählt.[2]

Dem Manga folgten mehrere Ableger und Fortsetzungen, die alle ebenfalls von Go Nagai geschrieben wurden:

Darüber hinaus erschienen mehrere Romane und Romanserien, geschrieben von Yasutaka Nagai:

  • Shin Devilman, 1981–1982, 4 Bände
  • Devilman: The Birth, 1987, 1 Band
  • Devilman: The Novel, 1999, 4 Bände

Anime-Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zur Entstehung des Mangas arbeitete Nagais Produktionsstudio Dynamic Planning an der Weiterentwicklung des Stoffs für eine Fernsehserie. Deren Handlung sollte zwar den gleichen Ausgangspunkte nehmen, sich in der weiteren Entwicklung aber deutlich unterscheiden, einfacher gehalten und reduzierter in Bezug auf die Gewaltdarstellungen.[1][2][3] Die Anime-Fernsehserie wurde von Dynamic Planning in Zusammenarbeit mit Toei Animation animiert, Regie führten Masayuki Akehi und Tomoharu Katsumata. Das Charakterdesign entwarf Kazuo Komatsubara und als Produzenten waren Ken Ariga und Yoshifumi Hatano zuständig.

Die 39 Folgen umfassende Serie lief vom 8. Juli 1972 bis zum 7. April 1973 auf NET (jetzt TV Asahi). Der Sender wollte zunächst eine Adaption von Nagais früherem Manga Demon Lord Dante beauftragen, nahm dann aber stattdessen das Angebot an, die Adaption der neuen Mangaserie ins Programm zu nehmen.[4] Außerhalb Japans wurde die Fernsehserie ab 1983 von diversen Sendern in Italien ausgestrahlt. Ein DVD-Box-Set der Serie wurde am 21. September 2002 in Japan veröffentlicht.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle japanischer Sprecher (Seiyū)
Akira Fudo/Devilman Ryōichi Tanaka
Miki Makimura Sumie Sakai
Kosaku Makimura Tamei Suzuki
Alphonse Ichirō Nagai
Pochi Joji Yanami
Himura Makio Inoue
Gott Keiichi Noda
Faim Eiko Masuyama
Gelge Kosei Tomita
Henge Junpei Takiguchi
Sirene Haruko Kitahama
Zannin der Dämongeneral Hiroshi Masouka
Kensaku Makimura Keiko Yamamoto
Zennon Hidekatsu Shibata
Muzan Kōji Yada
Psychogenie Reiko Mutō

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik der Serie komponierte Goh Misawa. Das Vorspannlied ist Devilman no Uta (デビルマンの歌) und der Abspann wurde unterlegt mit Kyō mo Dokoka de Devilman (今日も何処かでデビルマン), beide Lieder sind von Keizo Toda.

Weitere Filme und Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1973 hatte Devilman einen weiteren Anime-Auftritt. Zusammen mit der ebenfalls von Go Nagai erfundenen Figur Mazinger Z trat er im Kinofilm Mazinger Z tai Devilman auf.

Nachdem bereits 1986 der Ableger Violence Jack als Serie von Original Video Animation adaptiert wurde, folgte Ende der 1980er Jahre auch eine dreiteilige Original Video Animation zu Devilman: Devilman: Tanjō Hen (デビルマン 誕生編) wurde am 1. November 1987 von King Records veröffentlicht. Es folgte Devilman: Yōchō Shirēnu Hen (デビルマン 妖鳥シレーヌ編), veröffentlicht am 25. Februar 1990 von Bandai Visual. Die beiden je 50 Minuten langen Teile wurden von Oh! Production animiert. Regie führte Umanosuke Iida (unter seinem Geburtsnamen Tsutomu Iida) in enger Zusammenarbeit mit Nagai. Die Handlung der OVAs dreht sich um Akiras Verwandlung in Devilman bis zu seinem Kampf gegen Sirène. Abgesehen von einigen geringfügigen Änderungen sind die OVAs dem ursprünglichen Manga treu. Beide OVAs wurden am 28. März 2003 von Bandai Visual auf Laserdisc und auf einer einzigen DVD veröffentlicht. Die beiden OVAs waren auch der einzige Devilman-Anime, der von Manga Entertainment vor 2014 in den USA veröffentlicht wurde.

Ab den 1990er Jahren erhielten weitere Ableger und Fortsetzungen von Devilman ihre Adaptionen als Anime: 1998/99 Devilman Lady als Fernsehserie und Amon – Devilman Mokushiroku im Jahr 2000 als Original Video Animation. Im Jahr 2015 wurde Cyborg 009 tai Devilman veröffentlicht, ein dreiteiliges Crossover mit Cyborg 009. 2018 kam mit Devilman: Crybaby eine 10-teilige Webserie bei Netflix heraus, die bei Studio Science Saru unter der Regie von Masaaki Yuasa entstand.

Bereits 2004 kam auch ein Realfilm zum Franchise in die Kinos: Devilman entstand unter der Regie von Hiroyuki Nasu und wurde auch in Deutschland veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Manga wurde bis März 2017 über 50 Millionen Mal verkauft.[5]

Laut Manga – The Complet Guide ist Devilman ein Klassiker des Mangas der 1970er Jahre und eines von Nagais bekanntesten und bedeutendsten Werken. Er biete eine Mischung aus Comedy, Splatter, Superhelden und pathetisch aufbereiteten moralischen Fragen. Das zu Beginn noch einfache Horror-Setting eskaliere zu großformatigen, biblischem Gemetzel. Das alles sei verpackt in Nagais typischen, lockeren und Cartoon-haften Stil. Inhaltlich sei die Serie in ihrer Zeit für die junge Zielgruppe bereits gewagt gewesen und heute wohl so nicht mehr möglich.[2] Die AnimaniA schreibt, der Manga überzeuge noch heute mit seinem „archaisch-kraftvollen Zeichenstil“ und „bis zur Kompromisslosigkeit gesteigerten Dynamik“. Nagai spiele „mit Urängsten, reizt sie bis ans Äußerste aus und kreiert eine in der Geschichte des Mangas legendäre Ästhetik von Gewalt und Erotik“. Entgegen dem Splatter-Image sei die Serie auch von starker Gefühlstiefe beherrscht.[6]

Devilman wurde in Mania Entertainments Liste der 10 bedeutendsten Anime-Helden, die von Thomas Zoth zusammengestellt wurde, auf den fünften Platz gesetzt.[7] Die besondere Stärke ihres Helden und der Serie, so der Anime Guide, liege in der ungewöhnlichen Situation des Dämonen, der die Menschheit verteidigt, und des Menschen Akira, der den Dämonen in sich im Zaum halten muss.[8] Für amerikanische Verhältnisse sei die Serie – eine Mischung aus Monsterkomödien wie der Adams Family und okkulten Thrillern wie Der Exorzist – laut Fred Patten eine Ungeheuerlichkeit gewesen: Schüler und Lehrer werden „bei den Angriffen der Dämonen in Stücke gerissen oder machen sich vor Angst in die Hosen“.[3] Die Anime Encyclopedia schreibt, die stärksten Teile der Serie seien die Rückblicke in die Zeit, als die Dämonen noch über die Erde herrschten. Doch unter ihrer „chaotischen Mischung japanischer und europäischer Mythologie“ breche der Anime zusammen.[4] Während einige Idee in der Geschichte auf christliche Vorstellungen verweisen und auch einige Anspielungen auf Dantes Inferno zu finden seien, verweist Antonia Levi darauf, dass viel mehr im Manga auf shintoistischen Vorstellungen beruht. Beispielsweise sei sich mit dem Bösen zu vereinigen, um es zu bekämpfen, dem Christentum fremd, nicht ab derm Shinto. Auch würde Nagai die Dämonen keineswegs nur böse darstellen: auch sie haben Partnerschaften und können Liebe empfinden. Nagais Darstellung der Hölle wiederum sei keiner Religion, sondern eher darwinistischen Vorstellungen von Auslese entlehnt, in der sich die Dämonen entwickeln, indem sie einander gegenseitig bekämpfen und fressen.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Tatsuya Seto, Paul Gravett (Hrsg.) und Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms. S. 344.
  2. a b c Jason Thompson: Manga. The Complete Guide. New York 2007, Del Rey, ISBN 978-0-345-48590-8, S. 76. (englisch)
  3. a b Fred Patten: Watching Anime, Reading Manga - 25 Years of Essays and Reviews. Stone Bridge Press, 2004. S. 194, 196.
  4. a b Jonathan Clements, Helen McCarthy: The Anime Encyclopedia. Revised & Expanded Edition. Berkeley 2006, Stone Bridge Press, ISBN 978-1-933330-10-5, S. 142f.
  5. 永井豪原作の漫画『デビルマン』を湯浅監督が新作アニメとして映像化!ティザービジュアル&特報解禁!! (ja) Dengeki. 16. März 2017. Abgerufen am 30. Dezember 2020.
  6. AnimaniA 12/2003, S. 32.
  7. Thomas Zoth: 10 Most Iconic Anime Heroes. Mania Entertainment. 12. Januar 2010. Archiviert vom Original am October 17, 2013. Abgerufen am 22. Januar 2010.
  8. Trish Ledoux und Doug Ranney: The Complete Anime Guide, S. 55. Tiger Mountain Press, Issaquah (Washington), 1995