Dewjatyr

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Dewjatyr
Дев'ятир
Wappen fehlt
Dewjatyr (Ukraine)
Dewjatyr
Dewjatyr
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Rajon Schowkwa
Höhe: 310 m
Fläche: 6,24 km²
Einwohner: 196 (2001)
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 80321
Vorwahl: +380 3252
Geographische Lage: 50° 13′ N, 23° 29′ OKoordinaten: 50° 12′ 40″ N, 23° 29′ 27″ O
KOATUU: 4622783001
Verwaltungsgliederung: 7 Dörfer
Bürgermeister: Taras Schuler
Adresse: вул. Центральна 31
80321 с. Дев'ятир
Statistische Informationen
Dewjatyr (Oblast Lwiw)
Dewjatyr
Dewjatyr
i1

Dewjatyr (ukrainisch Дев'ятир; russisch Девятир/Dewjatir, polnisch Dziewięcierz, deutsch Einsingen) ist ein Dorf in der westukrainischen Oblast Lwiw mit etwa 200 Einwohnern.

Mit den Dörfern Kapeljuch (Капелюх), Kowali (Ковалі), Lossyny (Лосини), Sorotschi Losy (Сорочі Лози), Tschorniji (Чорнії) und Wilschanka (Вільшанка) gehörte es zur gleichnamigen Landratsgemeinde.

Ein Teil des Dorfes befand sich bis 1948 in Polen, wurde ausgesiedelt und zerstört, siehe Dziewięcierz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde in den Jahren 1565–1566 auf wilder Wurzel von Andrzej Myszkowski als königliches Dorf gegründet und wurde ursprünglich Dziewięciory (Девятири) genannt. Er gehörte zunächst zur Woiwodschaft Ruthenien der Adelsrepublik Polen-Litauen. Bei der Ersten Teilung Polens kam das Dorf 1772 zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

In den Jahren 1749–1750 wurde die monumentale griechisch-katholische Kirche erbaut; ihre Ruinen gehören heute zu Polen.

Im Jahre 1900 hatte die Gemeinde Dziewięcierz 325 Häuser mit 1883 Einwohnern, davon 1762 ruthenischsprachige, 121 polnischsprachige, 1690 griechisch-katholische, 84 römisch-katholische, 57 Juden, 52 anderen Glaubens.[1]

Nach dem Ende des Polnisch-Ukrainischen Kriegs 1919 kam die Gemeinde zu Polen. Im Jahre 1921 hatte die Gemeinde Dziewięcierz 348 Häuser mit 2012 Einwohnern, davon 1768 Ruthenen, 127 Polen, 53 Deutschen, 1804 griechisch-katholische, 101 römisch-katholische, 53 evangelische, 54 Juden (Religion).[2]

Im Zweiten Weltkrieg gehörte der Ort zuerst zur Sowjetunion und ab 1941 zum Generalgouvernement, ab 1945 wieder zur Sowjetunion, heute zur Ukraine.

Bis 1948 befand sich die ganze Bebauung in der Sowjetunion, aber dann wurde die Grenze korrigiert und der westliche Teil mit der Kirche gelangte zu Polen. Der polnische Teil wurde ausgesiedelt und zerstört.[3]

Einsingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1783 im Zuge der Josephinischen Kolonisation wurden auf dem östlichen Grund des Dorfes deutsche Kolonisten lutherischer Konfession angesiedelt.[4] Die Kolonie befand sich östlich des ruthenischen Dorfes, wo später ein Steinbruch eröffnet wurde. Sie wurde erst Ainsingen und später Einsingen (nach Mathias von Ainser) genannt und wurde eine unabhängige Gemeinde. Die Protestanten gegörten der Pfarrgemeinde in Reichau.

Im Jahre 1900 hatte die Gemeinde Einsingen 40 Häuser mit 287 Einwohnern, davon 252 deutschsprachige, 34 ruthenischsprachige, 1 polnischsprachige, 34 griechisch-katholische, 1 römisch-katholische, 23 Juden, 229 anderen Glaubens.[1]

Im Jahre 1921 hatte die Gemeinde Einsingen 44 Häuser mit 276 Einwohnern, davon 235 Deutschen, 25 Ruthenen, 4 Polen, 11 Juden (Nationalität), 1 anderer Nationalität, 234 evangelische, 25 griechisch-katholische, 5 römisch-katholische, 11 Juden (Religion).[2]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konstantyn Czechowicz (* 1847; † 1915), Bischof von Przemyśl, Sambor und Sanok für die ruthenisch-griechische Kirche in Galizien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  2. a b Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom XIII. Województwo lwowskie. Warszawa 1924 (online [PDF] polnisch).
  3. Grzegorz Rąkowski: Ukraińskie Karpaty i Podkarpacie, część zachodnia. Przewodnik krajoznawczo-historyczny. Oficyna Wydawnicza "Rewasz", Pruszków 2013, ISBN 978-83-62460-31-1, S. 150 (polnisch).
  4. Henryk Lepucki: Działalność kolonizacyjna Marii Teresy i Józefa II w Galicji 1772–1790 : z 9 tablicami i mapą. Kasa im. J. Mianowskiego, Lwów 1938, S. 163–165 (online – polnisch).