Dhar (Distrikt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Distrikt Dhar
धार जिला
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Indore
Verwaltungssitz: Dhar
Fläche: 8153 km²
Einwohner: 2.184.672 (Stand 2011)
Website: Distrikt Dhar

Der Distrikt Dhar (Hindi: धार जिला) ist ein Distrikt des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh mit etwa 2,3 Millionen Einwohnern. Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum ist die etwa 100.000 Einwohner zählende Stadt Dhar. Der Distrikt entstand im Jahr 1947.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Süden vom Fluss Narmada begrenzte Distrikt Dhar liegt im Südwesten des Bundesstaats Madhya Pradesh im Vindhyagebirge in Höhen um 150 bis 600 m ü. d. M.[1][2] Er grenzt im Norden an den Distrikt Ratlam im Nordosten an den Distrikt Ujjain, im Osten an den Distrikt Indore, im Süden an den Distrikt Barwani, im Südwesten an den Distrikt Alirajpur und im Westen an den Distrikt Jhabua. Mehrere Nebenflüsse der Narmada entspringen in der Vindhyakette. Wichtigste Städte sind Dhar (ca. 100.000), Kukshi (ca. 40.000), Manawar (ca. 35.000) und Badnawar (ca. 25.000).[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und veröffentlicht.[4]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 1.367.412 1.740.329 2.185.793

Hindus dominieren in den Dörfern auf dem Lande (ca. 95 %); in den Städten gibt es auch eine nicht unerhebliche Zahl von Muslimen (ca. 5 % der Gesamtbevölkerung).[5] In der Dekade zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung um etwa 20 % auf über 2 Millionen an, wobei der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen um etwa 12 % übersteigt. Etwa 81 % der Bevölkerung lebt in den Dörfern auf dem Lande; ein Drittel der Menschen (zumeist Frauen) gelten als Analphabeten.[6] Man spricht zumeist Hindi. Die Distrikte Dhar und Jhabua verfügen über einen hohen Anteil an Bhil-Bevölkerung.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell spielt die Landwirtschaft die dominierende Rolle im Wirtschaftsleben des Distrikts; Hauptanbauprodukte sind Weizen und Reis sowie Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen etc.), Ölsaaten, Baumwolle etc.[7] In den Städten haben sich Handwerk, Handel sowie kleinere Industrie- und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Die im Osten des Distrikts gelegene Stadt Pithampur hat sich zu einem mittleren Industriestandort entwickelt.[8]

Geschichte und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Dhar gehörte im Mittelalter zum Paramara-Reich, war jedoch nur unter König Bhoja (reg. 1010/21–1065) von politischer oder kultureller Bedeutung. Die islamische Invasion in Nordindien ließ die Region zunächst unberührt, doch im 13. Jahrhundert wurde sie vom Sultanat von Delhi erobert. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts machte sich der hiesige Gouverneur Dilawar Khan selbständig und sein Sohn Hoshang Shah setzte die Autonomiepolitik seines Vaters fort; Mandu wurde die neue Hauptstadt des Reiches. Im Jahr 1560 eroberte der Mogulherrscher Akbar die Region. In der Phase des Niedergangs des Mogulreiches im 18. Jahrhundert übernahmen zunächst die Marathen, später dann die Briten die Macht. Im Jahr 1728 entstand der Fürstenstaat Dhar, der bis zur Unabhängigkeit Indiens (1947) Bestand hatte.[9][10][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dhar district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dhar und Umgebung – Karte mit Höhenangaben
  2. Dhar-Distrikt – Geografie
  3. Dhar-Distrikt – Karte und Kurzinfos
  4. Distrikt Dhar – Census 1991 bis 2011
  5. Distrikt Dhar – Religionszugehörigkeit
  6. Distrikt Dhar – Census 2011
  7. Landwirtschaft in Madhya Pradesh
  8. Distrikt Dhar – Industrieunternehmen in Pithampur
  9. Distrikt Dhar – Geschichte
  10. Distrikt Dhar – Sehenswürdigkeiten
  11. Distrikt Dhar – Sehenswürdigkeiten