Diana Serra Cary

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Baby Peggy (2012)

Diana Serra Cary, besser bekannt als Baby Peggy (eigentlich Peggy-Jean Montgomery; * 29. Oktober 1918 in San Diego, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin. Sie gilt als letzter lebender Stummfilmstar.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peggy-Jean Montgomery wurde in Kalifornien als zweite Tochter von Marian Baxter und Jack Montgomery geboren. Ihr Vater war ein ehemaliger Cowboy und arbeitete nun in Hollywood als Stuntman, unter anderem für den Westernstar Tom Mix. Sie hatte eine ältere Schwester namens Jack-Louise. Diana wurde im Alter von neunzehn Monaten bei einem Besuch im Century-Filmstudio vom Regisseur Fred Fishbach entdeckt. Dieser zeigte sich über ihr gutes Benehmen sowie ihr niedliches Aussehen mit einer Bobfrisur begeistert. Ihr erster Film Playmates wurde 1921 ein großer Erfolg und so übernahm sie in den nächsten drei Jahren Hauptrollen in rund 150 Kurzfilmen für das Studio Century. Dadurch wurde Baby Peggy neben Jackie Coogan zum größten Kinderstar der 1920er-Jahre in Hollywood. Sie erhielt über eine Million Fanbriefe im Jahr und ihr Einkommen pro Jahr ging ebenfalls in den Millionenbereich.[2] Es gab sogar eine eigene Puppenkollektion „Baby Peggy“.[3] Im Jahre 1924 fungierte sie mit ihrer Popularität als Maskottchen der Versammlung der Demokratischen Partei.

Nachdem sich ihr Vater 1925 mit dem Filmproduzenten Sol Lesser zerstritten hatte, musste Baby Peggy auf Theaterarbeit ausweichen. Bis zur Pubertät erreichte Baby Peggy einigen Erfolg mit Auftritten in zahlreichen Vaudeville-Shows. Doch musste sie feststellen, dass ihe Eltern einen großen Teil des von ihr verdienten Geldes bereits verschwendet hatten, unter anderem in eine 14-Zimmer-Villa und ein Luxusauto. Im Börsencrash 1929 verlor die Familie den Rest ihres Vermögens.[4] Sie kehrte daher als Jugendliche in den 1930er-Jahren ins Filmgeschäft zurück, war jedoch nicht mehr gefragt und bekam nur noch kleine Nebenrollen angeboten. 1938 beendete sie ihre Filmkarriere. Diana Serra Cary war zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Gordon Ayres wurde geschieden; dann war sie von 1954 bis zu seinem Tod 2001 mit Bob Cary verheiratet, mit dem sie einen Sohn namens Mark hat. Den Namen Serra nahm sie Anlehnung an Fra Juníper Serra an, nachdem sie zum Katholizismus konvertiert war.

1996 veröffentlichte Cary ihre Autobiographie Whatever happened to Baby Peggy?, in Anspielung auf den Film What Ever Happened to Baby Jane?. Ihre Karriere als Kinderstar soll sogar teilweise Vorbild der Filmfigur „Baby Jane Hudson“ in diesem Film gewesen sein. Einen Großteil ihres erwachsenen Lebens verbrachte Cary als Unbekannte, zumal die meisten ihrer Filme bis heute verschollen sind. In der jüngeren Vergangheit stand sie allerdings wieder zusehends im Rampenlicht, so erschien im Jahre 2011 der Dokumentarfilm Baby Peggy: The Elephant in the Room. Diana Serra Cary zählt heute zu den letzten lebenden Schauspielern der Stummfilmära[5] und unter diesen ist sie die einzige, die wirklich ein bekannter „Star“ der Stummfilmära war.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1921: Her Circus Man
  • 1921: Brownie’s Little Venus
  • 1921: Fool’s Paradise
  • 1922: The Little Rascal
  • 1923: Carmen, Jr.
  • 1923: The Kid Reporter
  • 1923: The Darling of New York
  • 1924: Helen’s Babies
  • 1924: The Family Secret
  • 1924: Peg o' the Mounted
  • 1924: Mein kleiner Kapitän (Captain January)
  • 1926: April Fool
  • 1934: The Return of Chandu
  • 1937: Schiffbruch der Seelen (Souls at Sea)
  • 1937: Ein Mordsschwindel (True Confession)
  • 1938: Having Wonderful Time

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel in der Huffington Post vom Oktober 2015
  2. Artikel im Hollywood Reporter
  3. Artikel im Hollywood Reporter
  4. Artikel im Hollywood Reporter
  5. Liste der lebenden Stummfilmschauspieler bei der englischen Wikipedia

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diana Serra Cary – Sammlung von Bildern