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Diaphanes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Diaphanes
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2000
Sitz Schweiz Zürich

DeutschlandDeutschland Berlin

Leitung Michael Heitz / Marie Glassl
Branche Buchverlag
Website https://www.diaphanes.net

Diaphanes (Eigenschreibweise DIAPHANES) ist ein seit 2000 bestehender unabhängiger Verlag mit Sitz in Zürich und Berlin. Der Schwerpunkt der Verlagstätigkeit liegt auf den Bereichen Theorie, Kunst, Literatur und Geisteswissenschaften mit einem besonderen Augenmerk auf deren Verschränkungen.

Der Verlag verfügt über eine lieferbare Backlist von rund 1000 Titeln in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache sowie ein jährliches Programm von rund 40 Neuerscheinungen in weltweitem Vertrieb[1] und verbindet dabei klassische Printproduktion mit einem Onlineangebot.[2] Der internationale Vertrieb erfolgt in Kooperation mit Partnern wie The University of Chicago Press[3] und Les presses du réel.[4]

Verlagsgeschichte

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Im Jahr 2000 von Michael Heitz gegründet, etablierte sich Diaphanes seither als unabhängiger Verlag in den Bereichen Philosophie, Kunst- und Kulturwissenschaft sowie Medientheorie.[5][6] Dazu trugen zahlreiche Übersetzungen zeitgenössischer internationaler Philosophen[7] (wie Anne Dufourmantelle, Jean-Luc Nancy, Catherine Malabou, Giorgio Agamben, David Graeber), Publikationen deutschsprachiger Theoretiker (Joseph Vogl, Erich Hörl, Sylvia Sasse, Claus Pias u. a.), der Aufbau eines eigenen englisch- (ab 2011) und französischsprachigen Programms (ab 2012) sowie die Etablierung unterschiedlicher Reihen in Eigenregie sowie in Kooperation mit Forschungsinstituten bei.[8][9][10] Der Verlag publiziert zudem in den Bereichen Medien- und Kunsttheorie (Hito Steyerl, Georges Didi-Huberman oder Isabelle Graw) sowie Ästhetik und Epistemologie (Hans-Jörg Rheinberger, Dieter Mersch, Karin Krauthausen).

2008 wurde ein mehrsprachiges Literaturprogramm lanciert, das seither auch zeitgenössische, internationale Prosa (von Tom McCarthy, Angelika Meier, Lisa Robertson) und literarische (Wieder-)Entdeckungen (wie Georges Perec, Anna Kavan, Antonin Artaud, J. G. Ballard, Chantal Akerman, Pierre Guyotat, Alice Ceresa oder James Agee) präsentiert.

Seit 2023 wird das literarische Programm von Verlegerin Marie Glassl im unabhängig geführten Verlag Diaphanes Berlin verantwortet.[11] Es widmet sich in der mehrsprachigen Buchreihe aktion_fiktion zunehmend auch der Verbindung zwischen poetologischen und performativen Praktiken.[12] Seit 2024 erscheinen auch italienischsprachige Publikationen in Original und Übersetzung.

Nachlass Reiner Schürmann

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Diaphanes verwaltet zudem den Nachlass des Philosophen Reiner Schürmann in Original und Übersetzungen, der, betreut durch ein Editorial board,[13] unter anderem auch im eigenen Verlagsprogramm erscheint.

Espaces DIAPHANES

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In angegliederten Ausstellungsräumen arbeitet Diaphanes über das Buchprogramm hinaus auch an realen wie virtuellen, künstlerischen wie diskursiven Räumen der Reflexion. Vor dem Hintergrund von Buchprogramm und Magazinpublizistik sollen dort Denkansätze und Ausdrucksformen aller Couleur erprobt und diskutiert werden.

In den Espaces Berlin, Zürich und Paris fanden seit 2012 regelmäßig Symposien, Ausstellungen und Projekte statt, die ästhetische wie theoretische Interventionen verbinden und aktuelle Themenfelder gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Kunst, Theorie und Literatur aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten.[14][15][16][17]

Die dort u. a. mit Förderung des Berliner Hauptstadtkulturfonds und Kooperationspartnern aus Kunst und Wissenschaft initiierten Themen wie »Pluralizing the Singular«,[18] »Authentizität und Feedback«,[16] »Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor«,[19] oder »On Wasted Grounds«[20] fanden anschließend Eingang in andauernde Projekte und Kollaborationen, Buch- und Magazinpublizistik, Ausstellungen oder virtuellen Archiven.

Diaphanes Magazin

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2017 lancierte Verleger Michael Heitz mit dem gleichnamigen Magazin[21] eine mehrsprachige Print- und Online-Zeitschrift.[22] Das Magazin erschien zunächst vierteljährlich, seit 2020 unregelmäßig, bis ein 2026 erfolgter Relaunch die zunächst themenspezifischen Hefte weiter öffnete. Ab 2026 erscheint das Magazin in enger Kooperation mit den Jahresthemen der Scuola di Proteo, einem in Venedig/Murano ansässigen unabhängigen Institut für ästhetische Theorie und Praxis.

Commons: Diaphanes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. diaphanes - Gesamtverzeichnis. In: diaphanes.net. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  2. Martina Läubli: «In jedem Kopf spielt sich etwas ab». In: NZZ. 1. November 2017, abgerufen am 18. Januar 2026.
  3. DIAPHANES distributed by the University of Chicago Press. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
  4. Diaphanes. In: Les presses du réel. Abgerufen am 18. Januar 2026 (französisch).
  5. Verlagsinfo. Diaphanes-Website.
  6. Livres-Hebdo no 942, 22. Februar 2013, Catherine Andreucci : « En Allemagne et en Suisse, diaphanes est synonyme d'exigence littéraire, intellectuelle et esthétique ».
  7. Deutschlandfunk - Büchermarkt - Neuer Geist des kontinentalen Denkens. Archiviert vom Original am 29. Oktober 2008; abgerufen am 19. Januar 2026.
  8. Objekte widersprechen: neue Buchreihe und Lesung im Humboldt Forum. (PDF) In: humboldtforum.org. 17. Juni 2025, abgerufen am 18. Januar 2026.
  9. diaphanes - Reihen. In: diaphanes.net. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  10. Denkt Kunst. In: zkk.uzh.ch. Abgerufen am 18. Januar 2026.
  11. https://diaphanes.net/seite/diaphanes-berlin-4396
  12. https://www.deutschlandfunk.de/marie-glassl-ueber-alice-ceresa-kleines-woerterbuch-der-weiblichen-ungleichheit-100.html
  13. Reiner Schürmann Selected Writings and Lecture Notes. In: diaphanes.net. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
  14. Aktuelle Ausstellung. In: diaphanes.net. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  15. Ausstellung: Antoine d'Agata: Diagonale du vide. In: diaphanes.net. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  16. a b Authentizität und Feedback:Performances, Gespräche, Ausstellung. In: diaphanes.net. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  17. Ausstellung: Aya Momose: Borrowing the Other Eye. In: diaphanes.net. Abgerufen am 19. Januar 2026.
  18. PLURALIZING THE SINGULAR. In: diaphanes.com. Abgerufen am 19. Januar 2026 (englisch).
  19. Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor. In: 100000words.net. Abgerufen am 19. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  20. Julian Hetzel: On Wasted Grounds Festival in Berlin – Studio Julian Hetzel. In: julian-hetzel.com. Abgerufen am 19. Januar 2026 (britisches Englisch).
  21. DIAPHANES Magazine No. 11. In: diaphanes.net. Abgerufen am 1. November 2017.
  22. Magazin "Diaphanes": Blicke mit Durchblick. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 25. Januar 2026]).