Dickenhobelmaschine

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Dickenhobelmaschine

Eine Dickenhobelmaschine (regional auch noch fälschlich als Dicktenhobelmaschine bezeichnet) ist ein elektrisches Werkzeug zur Holzbearbeitung. Sie arbeitet ähnlich wie eine Fräse. Die Aufgabe der Dickenhobelmaschine ist das Hobeln eines Werkstücks auf eine gewünschte Dicke, nachdem es beim Abrichten mittels der Abrichthobelmaschine begradigt wurde.

Aufbau und Arbeitsweise[Bearbeiten]

Die Dickenhobelmaschine weist mehrere Teile mit unterschiedlichen Funktionen auf:

  • Die Hobelmesserwelle dient der Spanabnahme, sie besitzt zwischen 1 bzw. 2 oder 4 Hobelmesser. Diese dreht sich mit 4000 bis 9000/min entgegengesetzt der Zuführrichtung (Gegenlauf) des Holzstückes, und hobelt es auf gewünschte Dicke. Die Umdrehungsgeschwindigkeit hängt von dem Wellendurchmesser ab.

Bei der Hobelmesserwelle gibt es grundsätzlich drei Arten.

    • Keilleistenmesserwelle (Standard) 2–4 Hobelmesser
    • Wendemesserwelle (leichter Umbau, die Messer lassen sich beidseitig verwenden) 2–4 Hobelmesser
    • Spiralmesserwelle (beste Oberflächenqualität) 1 Hobelmesser
  • Das Standgehäuse mit aufklappbarem Teil (meistens gefertigt aus Gusseisen) dient zur Abdeckung und Fixierung der innenliegenden Bauteile. Speziell der aufklappbare Teil dient zur Abdeckung der Hobelwelle die beim Messerwechsel auch zugänglich sein muss.
  • Die Einzugs- und Auszugswalze befördert das Werkstück mittels Anpressdruck von oben durch Drehung um die eigene Achse zur Hobelwelle hin. Die Auszugswelle zieht das Werkstück nach der Bearbeitung von der Hobelwelle weg.
  • Der Rückschlaggreifer sorgt dafür dass bei Ungleichheiten im Holz z. B. Ästen die Hobelwelle das Werkstück nicht zurückschlagen kann. Der Rückschlaggreifer ähnelt einem Klappbügel mit Verzahnung der mittels Drehgelenk vor der Einzugswalze befestigt ist.
  • Am Maschinentisch wird das abgerichtete Werkstück aufgelegt und zugeführt.
  • Die Tischwalzen befinden sich im Maschinentisch um das Durchgleiten des Werkstückes zu erleichtern. Die Anzahl der Tischwalzen variiert von keiner bis mehreren meistens kugelgelagerter Walzen.
  • Die beiden Druckbalken drücken das Werkstück unmittelbar vor und nach der Hobelwelle an den Maschinentisch an, um vertikale Bewegungen des Werkstückes zu verhindern. Dadurch wird die Oberflächenqualität verbessert.
  • Das Handrad dient zur Einstellung der Dicke. Das Handrad wird bei modernen Maschinen oftmals durch einen elektrischen Stellmotor ersetzt.
  • Die Absaugvorrichtung befördert die gehobelten Späne mittels Unterdruck von der Hobelwelle weg.

Einige Hersteller bieten für ihre Maschinen als Sonderausstattung segmentierte Spiralmesser-Hobelwellen mit Wendeplatten an. Hierbei werden einzelne HW-Wendeplatten (Quadratische Grundform mit vier (im Idealfall mit Bombierten) Hauptschneiden und einer Kantenlänge von ca. 20 mm) so auf der Messerwelle angeordnet (mit Achswinkel), dass die Scheiden eine minimale Überdeckung aufweisen. Die Oberflächenqualität ist nochmal etwas besser als bei der systembedingten sehr guten Oberflächenqualität bei einer normalen Spiralmesserhobelwelle, da der Messerschitt (Sz) noch geringer ist. Bedingt durch die wirksame Schneidengeometrie ist auch bei sehr schwierigen Materialeigenschaften mit einer überraschend guten Oberflächenqualität zu rechnen. Da beschädigte Schneiden sehr schnell durch Drehen um 45° bzw. Wechsel einer einzelnen Wendeplatte ausgetauscht werden können, ist dieses sehr rationell. Allerdings ist ein kompletter Wechsel (je nach Hobelwellenbreite bis zu 100 Wendeplatten) der Wendeplatten mit erheblichen Zeitaufwand und Kosten verbunden. Da es sich aber im Regelfall um HW-Wendeplatten handelt, ist mit einem bis zu 20-fachen größeren Standweg als bei HSS-Messern zu rechnen. Allerdings weisen HW-Schneiden einen größeren Keilwinkel (ca. 60°) als HSS-Schneiden (ca. 50°) auf, so dass der Kraftaufwand bei der Vorschubbewegung etwas größer ist. Ein positiver Aspekt bei dieser Hobelwellenausführung liegt in der erheblichen Reduzierung der Schallemission um ca. 12 dB(A).

Weblinks[Bearbeiten]