Didderse

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Didderse
Didderse
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Didderse hervorgehoben
Koordinaten: 52° 23′ N, 10° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Papenteich
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 7,41 km2
Einwohner: 1327 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38530
Vorwahl: 05373
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 041
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Schule 6
38530 Didderse
Website: www.didderse.de
Bürgermeister: Randolf Moos (SPD)
Lage der Gemeinde Didderse im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Ortskern von Didderse, von Osten aus gesehen, im Vordergrund die Oker

Didderse ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Papenteich an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Meine hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Didderse liegt zwischen den Naturparks Elm-Lappwald und Südheide an der Oker.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Didderse grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend):
Hillerse, Adenbüttel, Wendeburg und Edemissen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist größtenteils protestantischer Konfession und bildet zusammen mit den Ortschaften Hillerse, Rolfsbüttel und Neubrück eine Kirchengemeinde.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Didderse – Bevölkerungsentwicklung seit 1821
Entwicklung Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1821 356 1961 758
1871 394 1970 783
1885 344 1980 797
1925 621 1990 905
1933 611 2000 1293
1939 613 2015 1311
1950 982 2016 1344

jeweils zum 31. Dezember des Jahres
Quelle: [2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Frühgeschichtliche Funde in der Umgebung von Didderse deuten auf eine sehr frühe Siedlungsaktivität hin. Es wurden mehrere Urnenfelder lokalisiert sowie Bronzeäxte und einzelne Urnen gefunden.

Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 780 n. Chr. datiert. Die Urkunde diente der Übertragung von Gütern sächsischer Edelleute in mehreren Dörfern des Liergaus an das Kloster Fulda. Didderse wird, zusammen mit zwanzig anderen Ortschaften wie Schwülper, als „Tideshusen“ erwähnt. Damit gehört Didderse vermutlich zu den ältesten Ortschaften im Papenteich.

Am 1. März 1974 verlor die Gemeinde Didderse ihre Selbständigkeit. Sie wurde zusammen mit den Gemeinden Bortfeld, Harvesse, Meerdorf, Neubrück, Rüper, Sophiental und Wense der Gemeinde Wendeburg im Landkreis Peine zugesprochen. Nach dem Widerstand der Bevölkerung wurde die Gemeinde Didderse durch Ausgliederung aus Wendeburg am 1. Mai 1981 neu errichtet und in den Landkreis Gifhorn zurückgegliedert.[3] Die neue Gemeinde entspricht in ihrem Zuschnitt nicht genau der Ausdehnung der ehemaligen Gemeinde Didderse.

Seit 2006 ist Didderse die einzige Gemeinde in der Samtgemeinde Papenteich, welche die Schuldenfreiheit erringen konnte.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen von Didderse sind 780-802 Tid(er)eshusen, um 924 Ditenhusen, 1237 Thiddegessem, um 1250 Dhidikessen, 1272 Thidersen, 1281 Dhidegessen und 1311 Diderse. Der Ortsname ist in seiner Geschichte starken Veränderungen unterworfen gewesen. Offenbar ist es eine Wortbildung mit „-husen“, vielleicht noch am ehesten aus altem „Tiad-her-es-husen“ zu entwickeln. Der Personenname „Tiad-her“ aus dem germanischen „Diut-her“, von diut für „Volk“ und harja für „Heer, Kriegerschar“.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1906 wurden östlich von Didderse, Richtung Adenbüttel, Probebohrungen bis in eine Tiefe von über 800 m durchgeführt. Daraufhin wurde ein Kalibergwerk errichtet, welches von 1912 bis 1921 in Betrieb war. Reste des Verwaltungsgebäudes sind heute noch zu sehen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Didderse liegt nördlich der Bundesautobahn 2, in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 214, die Braunschweig und Celle verbindet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schule: Die erste Erwähnung eines Schuldienstes in Didderse stammt aus dem Jahr 1636. Ab 1862 wurde im Küsterhaus (heutiges Gemeindehaus) ein regelmäßiger Schuldienst abgehalten. 1928/29 wurde eine neue Schule errichtet, die 1959 noch erweitert wurde. Der Schuldienst in Didderse wurde später ganz eingestellt. Heute besuchen die Kinder und Jugendlichen aus dem Ort die Grundschule Adenbüttel bzw. weiterführenden Schulen in Meine, Gifhorn und Braunschweig.
  • Feuerwehr und Zivilschutz: Bereits seit 1846 verfügte der Ort über eine Wagenspritze. Zunächst wurde diese aber nur durch die Anwohner bei Bedarf geführt. Erst im Jahr 1900 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sportlichen Aktivitäten in Didderse ist der SSV Didderse zuständig. Beim SSV gibt es Fußballmannschaften in fast jeder Altersklasse, Turngruppen, ein Tischtennisteam und vieles mehr.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Didderse setzt sich aus elf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Randolf Moos wurde am 15. November 2016 wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Didderse farbig.jpg

Blasonierung: „Schräglinks geteilt; oben auf mit roten Herzen bestreuten goldenen Grund ein blauer, aufrechter halber rotbewehrter Löwe mit roter Zunge, der ein silbernes, nach unten gerichtetes Füllhorn trägt; unten auf rotem Grund eine silberne Spargelblüte.“

Der dänisch-lüneburgische Löwe soll an die lange Zugehörigkeit zum Landkreis Gifhorn sowie dem Lüneburgischen Herrschaftsgebiet erinnern. Zum bessern Unterschied zum Braunschweiger Löwen wurden rote Herzen gestreut. Die silberne Spargelblüte symbolisiert den für das Dorf wichtigen Spargelanbau. Die Farben Rot und Silber weisen auf die Nähe und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt Braunschweig (Stadtfarben: rot/silber) hin.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Didderse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395, Mai 2007, S. 5
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 203 und 268.
  4. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  5. Renate Brand: Papenteich in alten Ansichten. Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6.