Die Asche meiner Mutter (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die Asche meiner Mutter
Originaltitel Angela’s Ashes
Produktionsland Irland, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1999
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alan Parker
Drehbuch Laura Jones,
Alan Parker
Romanvorlage: Frank McCourt
Produktion David Brown,
Alan Parker,
Scott Rudin
Musik John Williams
Kamera Michael Seresin
Schnitt Gerry Hambling
Besetzung
Synchronisation

Die Asche meiner Mutter (Originaltitel: Angela’s Ashes) ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Frank McCourt, der von der Kindheit und Jugend des amerikanischen Schriftstellers handelt. Die Hauptrollen sind mit Emily Watson und Robert Carlyle besetzt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brooklyn 1935: Margaret, das fünfte Kind der irischen Einwandererfamilie McCourt, stirbt sieben Wochen nach der Geburt. Verwandte schicken Geld für die Schiffspassage, damit Angela, ihr Mann Malachy und die Kinder Frank, Malachy, Eugene und Oliver nach Irland zurückkehren können. In Limerick, der Geburtsstadt Angelas, straft deren Mutter Mrs. Sheehan, ihren aus Nordirland stammenden arbeitslosen Schwiegersohn mit Verachtung. Als er nach langer Zeit endlich Arbeit in einem Zementwerk findet, vertrinkt er am ersten Abend den Lohn, versäumt deshalb die zweite Schicht und wird gleich wieder entlassen.

Als Malachy McCourt die löchrigen Schuhsohlen seiner beiden älteren Söhne mit Stücken aus einem Fahrradreifen ausbessert, werden diese in der Schule verspottet. Wenn sie daraufhin mit ihren Mitschülern raufen, bestraft sie der Lehrer gnadenlos mit Stockhieben. Die Familie haust im oberen Stockwerk in einem abbruchreifen Haus, dass sie „Italien“ nennen. Im Erdgeschoß, „Irland“ genannt, steht bei Regen zentimeterhoch das Wasser. Die Toilette steht im Freien und wird von allen Anwohnern der Straße benutzt. Vater Malachy McCourt ist zu stolz, um die von Fuhrwerken auf die Straße gefallenen Kohlenstücke aufzusammeln, aber seine Frau Angela tut es. Sie erbettelt auch Essensreste von der Kirche und Almosen von der Wohlfahrt. In ihrer Verzweiflung leiht sie sich sogar zu Wucherzinsen etwas Geld von Mrs. Finucane.

Die Zwillinge Oliver und Eugene sterben trotzdem an Entkräftung. Angela bekommt noch zwei weitere Kinder. Die beiden jüngsten Söhne werden auf die Namen Michael und Alphie getauft. Frank, der Älteste, wird bei der Firmung ohnmächtig. Ein Arzt stellt Typhus fest, doch Frank überlebt. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, viele englische Männer in den Krieg ziehen und dadurch Arbeitsplätze frei werden, fährt Malachy McCourt mit der Eisenbahn nach England, um sich dort Arbeit zu suchen, aber die Familie wartet vergeblich auf Geldüberweisungen von ihm. Da verdingt Frank sich bei einem Kohlenhändler und schleppt die schweren Säcke für einen Hungerlohn. Durch den Kohlenstaub entzünden sich seine Augen so sehr, dass er nicht mehr weitermachen kann. Als die Familie aus der Wohnung geworfen wird, weil sie die Miete nicht zahlen kann und zudem bereits eine Zwischenwand verheizt hat, bringt Angelas Mutter sie bei einem Verwandten unter. Vetter Laman Griffin demütigt Frank und verlangt von Angela, dass sie ihm gefügig ist. Frank kann nicht dabei zusehen, wie seine Mutter sich prostituiert. Er reißt aus, kommt bei seiner kinderlosen Tante Aggie unter, die unvermittelt sentimental wird und ihn neu einkleidet. Nachdem er eine Arbeit als Telegrammbote gefunden hat, verliebt er sich in die drei Jahre ältere Theresa, die schwindsüchtig ist und vor ihrem Tod mit einem Mann zusammen gewesen sein möchte. Bald darauf stirbt sie in einem Sanatorium.

Mrs. Finucane wird auf den Fünfzehnjährigen aufmerksam und beauftragt ihn, säumigen Schuldnern Drohbriefe zu schreiben. Das Geld, das sie ihm für die Briefmarken gibt, spart er, indem er die Briefe selbst austrägt. Kurz nach seinem 16. Geburtstag findet er die Wucherin tot in ihrem Sessel. Er stiehlt ihr das Bargeld, wirft ihr Schuldbuch ins Wasser und kauft sich eine Schiffskarte nach Amerika.

Veröffentlichung, Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde am 25. Dezember 1999 in Los Angeles und New York uraufgeführt; der Kinostart in Deutschland war am 2. März 2000.

Regisseur Alan Parker hat einen Cameo-Auftritt als Arzt im Krankenhaus, der den kleinen Frank wegen Typhus behandelt.[1]

Verglichen mit dem immensen Erfolg des Buches war das Einspielergebnis des Films von 13 Millionen US-Dollar enttäuschend.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Denn trotz allem Elend, und gerade das zeichnen Roman und Film aus, ist ‚Die Asche meiner Mutter‘ von einer anmutigen, aber absolut kitschfreien Warmherzigkeit, die das Leben für Frankie erträglicher macht und den Betrachter an dem Geschehen teilhaben lässt.“

„Ein in düsteren Farben gehaltener Film vor der regennassen Kulisse der Stadt Limerick, der sichtlich um Authentizität ringt, das Sujet der Armut jedoch bestenfalls als Still-Leben ausstellt und sich dadurch um ein Großteil seiner Wirkung bringt.“

„McCourts Chronik lebt jedoch von ihrer einzigartigen Erzählerstimme. Die trägt die tragischen Ereignisse so lebendig, poetisch und humorvoll vor, dass der Leser nie weiß, ob er weinen oder lachen soll – und dann meistens gleich beides tut. Doch den unvergleichlichen Ton des Buchs trifft Parker nur im letzten Drittel. Fazit: Grau und traurig wie Asche.“

Karl-Heinz Schäfer, Cinema.de[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in der Kategorie
  • „Beste Filmmusik“ – John Williams

BAFTA TV Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in den Kategorien
  • „Beste Hauptdarstellerin“ – Emily Watson
  • „Beste Kamera“ – Michael Seresin
  • „Bestes Szenenbild“ – Geoffrey Kirkland

Golden Globes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in der Kategorie
  • „Beste Filmmusik“ – John Williams

Empire Awards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in den Kategorien
  • „Bester englischsprachiger Film“
  • „Bester englischer Schauspieler“ – Robert Carlyle

International Film Music Critics Award (IFMCA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominiert in der Kategorie
  • „Filmmusik des Jahres“ – John Williams

Irish Film and Television Awards (IFTA)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewonnen in den Kategorien
  • „Bester Spielfilm“ (IFTA Award)
  • „Beste Kostüme“ – Consolata Boyle
Nominiert in den Kategorien
  • „Bester Schauspieler“ – Robert Carlyle
  • „Beste Schauspielerin“ – Emily Watson

Internationales Filmfestival Karlovy Vary[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewonnen in der Kategorie
  • „Publikumspreis“ – Alan Parker

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von Mina Kindl Synchron, München, synchronisiert. Diaglogbuch und -regie stammen von Mina Kindl.[5]

Figur Schauspieler Synchronsprecher
Erzähler Andrew Bennett Torsten Michaelis
Frank #1 Joe Breen Daniel Haidinger
Frank #3 Michael Legge Clemens Ostermann
Malachy (Vater) Robert Carlyle Gudo Hoegel
Großmutter Sheehan Ronnie Masterson Ursula Traun
Laman Griffin Alvaro Lucchesi Jan Odle
Onkel Pa Keating Liam Carney Ekkehardt Belle
Onkel Pat Eanna MacLiam Tobias Lelle

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Asche meiner Mutter adS IMDb.com
  2. Carsten Baumgardt: Die Asche meiner Mutter. Kurzkritik. filmstarts.de, abgerufen am 17. März 2017.
  3. Die Asche meiner Mutter. Kurzkritik. filmdienst.de, 2. Mai 2000, abgerufen am 2. März 2017.
  4. Die Asche meiner Mutter. Auch Grau ist eine Farbe. cinema.de, abgerufen am 17. März 2017.
  5. Die Asche meiner Mutter. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 5. September 2017.