Die Brücke – Transit in den Tod

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Seriendaten
Deutscher TitelDie Brücke – Transit in den Tod
OriginaltitelBroen (Dänemark),
Bron (Schweden)
ProduktionslandDänemark,
Schweden
OriginalspracheDänisch,
Schwedisch
Jahr(e)2011–2018
Produktions-
unternehmen
SVT 1,
DR1,
ZDF
Länge60 Minuten
Episoden38 in 4 Staffeln
GenreKriminalfilm
MusikHollow Talk von Choir Of Young Believers Johan Söderqvist, Uno Helmersson, Patrik Andrén
Erstausstrahlung21. September 2011 auf SVT 1
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
18. März 2012 auf ZDF

Die Brücke – Transit in den Tod (dänischer Originaltitel: Broen, schwedischer Originaltitel: Bron) ist eine mehrteilige dänisch-schwedisch-deutsche Kriminalreihe.[1]

Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptmotiv der Serie ist die polizeiliche Zusammenarbeit Dänemarks und Schwedens in der Öresundregion. Hintergrund sind Verbrechensserien und global-politischer Terrorismus, die beide Städte, Kopenhagen und Malmö, unmittelbar betreffen. Jede Staffel entspricht dabei einer in sich abgeschlossenen Handlung. Starkes Merkmal der Reihe ist, dass viele Nebenhandlungen für den Zuschauer nicht sofort erkennbar mit der Haupthandlung zusammenhängen. Auch werden mitunter mehrere Parallelhandlungen über mehrere Folgen fortgeführt, bis sich schließlich der Zusammenhang zur Haupthandlung ergibt. Dies brachte der zweiten Staffel von der dänischen Boulevardzeitung BT die Kritik ein, dass zu viele Handlungen und wechselnde Verdächtige den Zuschauer überfordern.[2]

Zu Beginn der ersten Staffel wird nach einem Stromausfall auf der Öresundbrücke eine Leiche gefunden. Der dänische Kommissar Martin Rohde von der Kriminalpolizei Kopenhagen und die schwedische Kommissarin Saga Norén von der Kriminalpolizei Malmö nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf.[3]

Die zweite Staffel beginnt wiederum an der Öresundbrücke: Nachdem dort ein Frachter führerlos auf Grund läuft, der nur mit fünf als vermisst gemeldeten, vorsätzlich mit Lungenpest infizierten Jugendlichen beladen ist, erscheint wenig später im Internet ein Bekennervideo einer bislang unbekannten Gruppe. Die Gruppe prangert, wie auch der Antagonist der ersten Staffel, diverse globale Missstände an. Norén und Rohde nehmen erneut die Ermittlungen auf.

Die dritte Staffel, ohne die bisherige Hauptfigur Martin Rohde, fokussiert sich stärker auf Saga Norén, die die typischen Verhaltensweisen von Personen mit Asperger-Syndrom zeigt.[4] Passend dazu wird als gesellschaftskritisches Leitmotiv die moderne Familie gewählt. Die Staffel beginnt mit der Ermordung einer bekannten Feministin und Lesbe, wobei der Leichnam so drapiert gefunden wird, dass ein Zusammenhang zum LGBT-Thema offensichtlich wird. Dies führt zu verschiedenen Reaktionen bei den Ermittlern als auch in der Gesellschaft. Es wird zudem mit dem dänischen Kommissar Henrik Sabroe ein neuer Ermittler eingeführt, der, nachdem er seine Familie unter ungeklärten Umständen verloren hat, ein ähnlich einsamer Wolf ist wie Norén.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hauptautor wirkte Hans Rosenfeldt, der die Krimihandlung auf der Öresundbrücke entwickelte. Als Koautoren arbeiteten Måns Mårlind, Björn Stein, Nikolaj Scherfig und Camilla Ahlgren an der Ausarbeitung der Episoden mit.[5]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensgeberin der Serie: Die Öresundbrücke

Auf der Öresundbrücke wird auf der Grenze zwischen Schweden und Dänemark eine Leiche gefunden. Dort treffen der dänische Kriminalkommissar Martin Rohde und die schwedische Kriminalkommissarin Saga Norén aufeinander, da die Leiche an der Grenze zwischen Dänemark und Schweden abgelegt wurde. Scheint es zunächst noch so, dass es sich um eine Leiche handelt, nämlich die einer Malmöer Stadträtin, so stellt sich wenig später heraus, dass es zwei Körperhälften sind. Der Unterleib stammt von einer Kopenhagener Prostituierten, die 13 Monate zuvor getötet wurde. Die Leiche der Prostituierten war länger als ein Jahr eingefroren gelagert.

Um den Fall zu lösen, müssen die dänische und die schwedische Polizei und somit auch die beiden Kriminalkommissare zusammenarbeiten. Der Täter wendet sich im Laufe der Zeit wiederholt an die Öffentlichkeit, unter anderem über seine Internetseite und durch Telefonanrufe bei dem Journalisten Daniel Ferbé, um verschiedene Missstände in beiden Ländern anzuprangern. Seine erste Botschaft ist, dass für eine Stadträtin sehr viel mehr Ermittlungsaufwand betrieben wird als für eine vermisste Prostituierte, bei der die ergebnislosen Ermittlungen im damaligen Vermisstenfall von den Behörden bereits nach zwei Wochen eingestellt wurden. Am Ende der Folge meldet sich der Mörder erneut bei den Polizisten. Mit der nächsten Tat will er auf die Missstände bei Obdachlosen aufmerksam machen.

Dazu vergiftet der Täter Weinflaschen und verteilt diese an Obdachlose. Ein Opfer ist das obdachlose Mädchen Sonja Lindberg, das schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird. Sein nächstes Opfer ist der obdachlose Bjørn Rasmussen, der in einem Keller an einen Stuhl gefesselt und live im Internet zur Schau gestellt wird. Nachdem er sich befreien kann, flüchtet er auf einen Parkplatz und trifft dort erneut auf seinen Entführer. Dieser betäubt und fesselt ihn wieder an den Stuhl, aber diesmal mit einer Kanüle an seinem Oberkörper, über die langsam Blut aus seinem Körper abfließt. Die Zuschauer im Internet können seinen bevorstehenden Tod aufgrund des Blutverlustes live mitverfolgen. Der Täter fordert von vier reichen Immobilienbesitzern jeweils fünf Millionen Kronen, um Bjørn Rasmussen am Leben zu lassen.

Der Polizei gelingt es währenddessen nicht, die Übertragung des Wahrheitsterroristen, wie der Brückenmörder im Internet inzwischen genannt wird, zurückzuverfolgen. Jedoch kann Saga Norén das Blinzeln von Bjørn Rasmussen als Morsecode interpretieren, der ihr und dem Team die Seriennummer eines Stromzählers in einem stillgelegten Fabrikgebäude in Malmö mitteilt. Allerdings wurden die Seriennummern doppelt vergeben, so dass Martin und Saga in ein anderes Industriegelände fahren müssen und dort tatsächlich auf Bjørn und einen maskierten Mann treffen, der Martin nach einem Überraschungsangriff am Leben lässt und trotz der mittlerweile eingetroffenen Sondereinheiten flüchten kann. Für den geschwächten Bjørn hingegen kommt jede Hilfe zu spät.

Wenige Tage später tötet Lasse Jönsson mit einem Samurai-Schwert seinen Psychologen in dessen Praxis und versucht anschließend, sich selbst das Leben zu nehmen. Er wird dabei aber von Mitarbeitern der Praxis gestört, der Selbstmordversuch scheitert. Der Brückenmörder nimmt abermals Kontakt mit dem Journalisten Daniel Ferbé auf und macht ihn auf das Problem von extremen Einsparungen im psychiatrischen Bereich aufmerksam. Währenddessen geschehen in Malmö und Kopenhagen weitere eigenartige Morde und bald wird klar, dass der Brückenmörder psychisch labile Personen zu den Morden mit anschließendem Selbstmord angestiftet hat. Um dem Brückenmörder endlich auf die Spur zu kommen, verhören Martin und Saga den Mörder Lasse, der als einziger Überlebender der vier Mörder beharrlich schweigt.

In seiner Wohnung entdecken die beiden Kriminalkommissare Spuren von Anja Björk, einem von zu Hause ausgerissenen Mädchen, das vorübergehend bei Lasse gewohnt hat. Die Bilder der Überwachungskamera vor Lasses Wohnung zeigen Anja mit einem unbekannten Mann, der aus Lasses Wohnung kommt. Schnell wird klar, dass der unbekannte Mann der Brückenmörder sein könnte, und eine Fahndung nach Anja wird herausgegeben. Kurz darauf entdeckt eine Polizeistreife Anja am Eingang zu einer Tiefgarage. In der Tiefgarage wird Anja von einer Kugel des Brückenmörders getroffen. Schwer verletzt wird das Mädchen ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt dort wenig später mit einem halbfertig gezeichneten Gesicht des Täters im Beisein Saga Noréns.

Martin erkennt in der halbfertigen Zeichnung Ähnlichkeiten mit dem Gesicht Stefan Lindbergs. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung werden Blutspritzer entdeckt, und Lindberg wird festgenommen. Er beteuert seine Unschuld, und auch das Blut in seiner Wohnung stammt von keinem der Opfer des Brückenmörders. Er wird freigelassen. Im Internet macht der Brückenmörder derweil auf ein viertes Problem, die fehlende Ausländerintegration, aufmerksam, indem er einen Polizisten entführt und tötet. Dieser hatte Kollegen, die einen Immigranten zu Tode misshandelt hatten, durch eine Falschaussage vor Gericht gedeckt.

Zum Abschluss will der Brückenmörder auf sein fünftes und letztes Problem aufmerksam machen: Kinderarbeit. Er entführt einen Schulbus mit fünf Kindern und droht, diese zu töten, wenn es nicht bei fünf verschiedenen Konzernen, die ihre Produkte mit Kinderarbeit herstellen, brennt. Die Kinder werden gerettet und nach und nach wird auch das wahre Gesicht des Täters erkennbar. Nachdem die schwedische und dänische Polizei bereits zwei mögliche Täter verhaftet hatten, stellt sich heraus, dass ein ehemaliger Kollege von Martin, Jens Hansen, der vor Jahren seinen Selbstmord vorgetäuscht hat, hinter den Verbrechen steckt. Er will auf gar keine Missstände hinweisen, sondern sich nur an allen rächen, die er für seinen damaligen psychischen Zusammenbruch und die nachfolgenden persönlichen Probleme verantwortlich macht. An Martin will er sich rächen, weil dieser eine Affäre mit seiner Frau hatte. Kurz nach einem Streit, in dem Jensens Frau ihm die Scheidung angekündigt hatte, starben Jensens Frau und ihr Sohn auf der Brücke durch einen tragischen Autounfall. Jens Hansen, der sich mittlerweile Sebastian Sandstrod nennt und sein Aussehen nach mehreren Gesichtsoperationen komplett verändert hat, erschleicht sich Mette Rohdes Vertrauen und sperrt sie und die drei Kinder mit einer entsicherten Handgranate in ihrer Hand in einem völlig abgelegenen Haus ein. Martin kann seine Familie nach einem anonymen Hinweis retten. Als alles ein gutes Ende zu nehmen scheint, kommt Saga dem eigentlichen Plan von Jens Hansen auf die Spur: Er will Martins erwachsenen Sohn August töten, um Martin so den gleichen Schmerz zuzufügen, den er damals spürte.

Martins Haus wird bewacht, doch Hansen gelingt es trotzdem, Saga anzuschießen und August zu entführen. Es beginnt eine hektische Suchaktion nach Jens und August. Jens lockt Martin auf die Brücke und gibt ihm die Möglichkeit, ihn zu erschießen. Währenddessen sendet er die Szenen über seine Internetseite in die Welt. Jens eröffnet Martin, dass August bereits tot sei, weshalb Martin nach dem Abzug greift. Doch Saga schreitet ein, schießt Martin in den Arm und kann Jens schließlich festnehmen. Bereits zuvor hatte Saga den eingemauerten August tot in Jens’ Garage gefunden.

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Frachter Faxborg, der im Film unterhalb der Öresundbrücke auf Grund läuft

Die zweite Staffel beginnt etwa ein Jahr nach den Geschehnissen der ersten Staffel. Martin und Saga hatten nach der Beerdigung von Martins Sohn August keinen Kontakt mehr. Als in der Fahrrinne unterhalb der Öresundbrücke ein Frachter scheinbar führerlos auf Grund läuft, wird in seinem Inneren eine Gruppe betäubter Jugendlicher entdeckt. Von der eigentlichen Besatzung fehlt jede Spur. Als sich herausstellt, dass einige der Jugendlichen in Dänemark als vermisst gemeldet sind, beschließt die zum Tatort gerufene Saga, ihren Kollegen Martin in Kopenhagen aufzusuchen. Dieser wurde zwischenzeitlich, als Maßnahme zur Traumabewältigung, aus der Mordkommission versetzt. Er empfindet Sagas unvermittelten Besuch jedoch als willkommene Abwechslung. Nicht zuletzt, weil diese ihn ohne Rücksicht bzw. Bewusstsein für seinen emotionalen Zustand behandelt. Es stellt sich heraus, dass Martin sich ein Stück Normalität zurück wünscht, in der er nicht mehr als gebrochener Mann behandelt wird. Der Zuschauer erfährt, dass Martin nach der Geburt seiner Zwillinge getrennt von Mette lebt, die beiden jedoch eine Paartherapie besuchen, um später wieder zusammenleben zu können. Als jedoch Saga wieder in Martins Leben tritt, erkennt er, dass er das Trauma, das ihm in der ersten Staffel zugefügt wurde, nur dann bewältigen kann, wenn er sich wieder seiner eigentlichen Arbeit widmet. Er beschließt, die Paartherapie vorläufig abzubrechen und besucht stattdessen den Mörder seines Sohnes, Jens, im Gefängnis, um diesem in die Augen sehen zu können. Die zweite Staffel greift diesen Handlungsstrang mehrfach auf und zeigt Martins Besuche bei Jens. Nachdem Martin kurzzeitig wieder bei Mette eingezogen ist, erkennt diese, dass sie ihn nicht mehr liebt. Aus Sagas Privatleben erfährt der Zuschauer, dass diese jetzt in einer Beziehung und in einer gemeinsamen Wohnung lebt. Im Laufe der Staffel wird diese Beziehung und vor allem Sagas Problem mit emotionalen Bindungen thematisiert. So entflieht Saga in einer Folge zwei Nächte in ein Hotel, da das gemeinsame Zusammenleben sie überfordert, um wieder vorübergehend allein zu sein. Am Ende zieht Sagas Freund aus der gemeinsamen Wohnung wieder aus. Auch Sagas fehlender Sinn für Ironie wird in der Serie wiederkehrend thematisiert. Dazu schafft die Serie den Spagat zwischen Komik und Tragik, indem sie Martin und Saga immer in Situationen geraten lässt, in denen sie sich gegenseitig ergänzen.

Währenddessen geschieht eine Giftmordreihe in Kopenhagen und Malmö. Saga und Martin können die Verbindung zu mehreren Videos im Internet durch Broschen herstellen, die jeweils eine goldene Kröte zeigen und an den Tatorten platziert wurden. Die ersten Folgen der zweiten Staffel drehen sich darum, dass Martin und Saga versuchen, die Urheber der Videos, und damit die Mörder, zu identifizieren. Die Serie verwebt dabei mehrere Handlungsstränge, deren Zusammenhänge für den Zuschauer nicht immer sofort erkennbar sind. Nach und nach fügen sich jedoch Handlungsfäden zusammen und Saga und Martin können die Gruppe identifizieren, jedoch erst kurz nachdem diese ein weiteres Attentat, die Explosion eines Tanklastzuges im Freihafen von Malmö, verübt. Als schließlich der Zugriff erfolgen soll, stellt sich heraus, dass die gesuchte Gruppe nur ausführend handelte – als die Aufgaben erfüllt waren, werden die Mitglieder kurzerhand von den Hintermännern der Aktion ermordet. Saga und Martin kommen einen Bruchteil zu spät und können nur noch Leichen bergen.

Saga und Martin verfolgen die Spur Julians, des Bruders eines der ermordeten Aktivisten. Dieser scheint gleichfalls in die Aktion verwickelt zu sein, wird jedoch auch entführt, bevor Saga und Martin ihn erreichen können. Am Ort der Entführung können sie jedoch Lauras, der Assistentin Julians, habhaft werden, die nur knapp dem Tode entgangen ist. Von ihr und aus Julians Computeraufzeichnungen erfahren Saga und Martin, dass sich Julian mit dem Kopf der Bewegung über das Internet verabredet hatte. Wenig später wird allerdings auch er ermordet und aufgelöst in Lauge in Kopenhagen gefunden.

Laura, die bei der Entführung Julians angeschossen wurde und danach an einer Amnesie litt, erinnert sich schließlich an das Gesicht des Angreifers. Es stellt sich heraus, dass es Oliver Nordgren war. Dessen Schwester Victoria ist Inhaberin des großen Arzneimittel-Konzerns Medisonus, der bisher schon mehrfach in den Ermittlungen aufgetaucht ist. Victoria ist unheilbar erkrankt und hat vermutlich nur noch ein Jahr zu leben. Sie wird von ihrem Bruder krankhaft umsorgt und überwacht, da dieser ein inzestuöses Interesse an ihr hat, wovon jedoch weder sie noch seine Frau Gertrud wissen.

Als Victoria von Olivers Aufdringlichkeit endgültig genug hat und ihm eine klare Ansage macht, folgt dieser ihr in ihr Schlafzimmer und gesteht ihr, dass er für diverse der ungeklärten Verbrechen verantwortlich ist und noch einen finalen Akt geplant hat, der Victoria zur Heldin Europas machen soll. Danach versucht er sie mit einem Kissen zu ersticken. In letzter Minute taucht Gertrud auf und kann Victoria retten, indem sie Oliver mit einer Lampe erschlägt. Bei dem kommenden EU-Gipfel soll Victoria als Medisonus-Chefin eine Rede halten. Vorher bittet sie Gertrud, ihr eine ihrer üblichen Morphium-Spritzen vorbeizubringen, die diese jedoch ohne Victorias Wissen präpariert. Ahnungslos injiziert sich Victoria den Inhalt der Spritze.

Derweil klärt der Pathologe Saga darüber auf, dass Julian und ein weiteres Opfer ein neuartiges, gefährliches Gift injiziert bekamen, das starke innere Blutungen verursacht, die qualvoll zum Tode führen. Die Erreger sind hochansteckend. Um die Spuren des Giftes verschwinden zu lassen, wurden die Leichen in Lauge aufgelöst. Schließlich wird Saga und Martin klar, dass Gertrud als Leiterin der Medisonus-Forschungsabteilung diejenige gewesen sein muss, die den Opfern das Gift injizierte. Anscheinend wollte Gertrud an Julian und Ramon testen, wie schnell verschieden hohe Dosierungen zum Tode führen. Die Ermittler kommen dahinter, dass Victoria für Gertrud nur Mittel zum Zweck war. Der Erreger verbreitet sich als Aerosol in der Luft, sobald der Infizierte zu bluten beginnt, z. B. durch Husten. Man steckt sich also durch bloßes Einatmen an. Gertrud will bezwecken, dass Victoria während ihres Vortrages auf einem Gipfeltreffen von europäischen Umwelt-Politikern das Virus verbreitet.

Das Gebäude, in dem der Gipfel stattfindet, wird unter Quarantäne gestellt. Die Ermittler suchen die infizierte Victoria, die dringend von den anderen isoliert werden muss. Schließlich wird sie von der Polizistin Pernille auf der Toilette gefunden. Bevor diese die Situation erklären kann, hustet Victoria plötzlich Blut, womit Pernille auch dem Tode geweiht ist. Saga und Martin können nichts mehr für sie tun. Als Victoria nach Minuten qualvoll stirbt, erschießt sich Pernille, um einem schmerzhaften Tod zu entgehen.

Währenddessen kann Gertrud unbemerkt fliehen. Sie nimmt in einer leerstehenden Lagerhalle ein Video auf, in dem sie sich stolz und siegessicher über die Aktionen der Umwelt-Terroristen äußert. Ein Mann betritt die Halle, dessen Gesicht im Schatten liegt. Er sagt Gertrud, dass ihre Bemühungen nicht gereicht hätten, und erschießt sie.

Am Ende der Staffel erfährt Saga in den Nachrichten von Jens’ vermeintlichem Selbstmord durch eine Überdosis. Als sie in der Asservatenkammer Hinweise entdeckt, dass eine Giftampulle gestohlen wurde, ist sie überzeugt, dass Martin Jens ermordet hat. Sie gibt diesen Hinweis und weitere Indizien an ihre Vorgesetzten weiter, obwohl ihr das sichtlich schwerfällt. Martin wird verhaftet.

Staffel 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hans Rosenfeldt, der schwedische Autor der ersten beiden Staffeln, teilte im Frühjahr 2014 mit, dass das Hauptskript zur dritten Staffel fertig sei. Die dänische Erstausstrahlung fand vom 27. September 2015 an, die deutsche Erstausstrahlung vom 14. Februar 2016 an statt.[6] Im Juni 2014 gab einer der Hauptdarsteller, Kim Bodnia alias Martin Rohde, den Ausstieg aus der Serie bekannt.[7] Er war mit dem Manuskript und der Entwicklung seiner Rolle in der 3. Staffel unzufrieden; er fühlte sich in der Region am Öresund wegen des wachsenden Antisemitismus als Jude nicht mehr sicher. Seinem Anliegen, diese Thematik in die Handlung der Serie einzubeziehen, wurde nicht entsprochen.[8]

Die dritte Staffel dreht sich um die Frage, was eine zeitgemäße Form der Familie sei. Dabei liegt der Fokus wiederum auf der Hauptfigur der Serie, Saga Norén. Deren besondere Persönlichkeitsmerkmale sind fehlendes zwischenmenschliches Einfühlungsvermögen und weitere soziale Defizite. So wird sie in dieser Staffel von ihrer Mutter bedrängt, von der sie sich einst lossagte und die schließlich stirbt. Der Verdacht kommt auf, dass sie ihren Suizid so inszenierte, dass Saga verdächtigt wird, ihn verschuldet zu haben – eine späte Rache für eine Falschaussage, die Saga vor Gericht machte um ihre Schwester der Familie zu entziehen. Außerdem bekommt Saga nach dem Ausscheiden Kim Bodnias in der Rolle des Martin Rohde einen neuen Kollegen, Henrik Sabroe aus Dänemark (Thure Lindhardt), der sein eigenes Familiendrama in die Geschichte einbringt und Handlungsstränge vorbereitet, die in die vierte Staffel führen. Beide entdecken ihre Zuneigung zueinander, nachdem sie sich zum schnellen Sex in einer Bar begegneten. Saga lernt nach und nach Henriks Geheimnisse kennen: Er lebt mit den „Schatten“ seiner Frau und seiner Kinder, mit denen er spricht, als wohnten sie in seinem Haus, und hilft sich mit Tabletten über seine Depression hinweg. Henrik verliebt sich in Saga, deren Distanziertheit er schätzt und deren Verletzlichkeit er respektiert. Ein Stück weit erkennt er sich in ihr wieder: Sie sind beide verletzte Randexistenzen, die, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, anders fühlen und denken als die meisten Menschen um sie herum.

Staffel 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Skandinavien wurden im Frühjahr 2018 acht neue Folgen der Erfolgsserie gezeigt, die seit 2016 vorbereitet wurden.[9] Die Handlung der vierten Staffel beginnt damit, dass Margrethe Thormod, Chefin der dänischen Einwanderungsbehörde, ermordet aufgefunden wird. Henrik Sabroe wird mit den Ermittlungen beauftragt, während Saga Norén in Haft auf das Urteil wartet, ob sie des Mordes an ihrer Mutter schuldig sei. Während der weiteren Handlung der Staffel spielen immer wieder die Persönlichkeit und Vergangenheit von Saga und Henrik eine wichtige Rolle.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entsteht nach Dialogbüchern von Cay-Michael Wolf (Staffel 1), Manja Condrus (Staffel 2) und Carsten Bengelsdorf (ab Staffel 3) unter der Dialogregie von Wolf durch die Synchronfirma Film- & Fernseh-Synchron in Berlin.[10]

Hauptbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Folge Synchron­sprecher[10]
Saga Norén Sofia Helin 1.01– Antje von der Ahe
Martin Rohde Kim Bodnia 1.01–2.10 Frank Röth
Hans Pettersson Dag Malmberg 1.01–3.08 Florian Krüger-Shantin
John Rafael Pettersson 1.01– Viktor Neumann
Daniel Ferbé Christian Hillborg 1.01–1.07 Viktor Neumann
Charlotte Söringer Ellen Hillingsø 1.01–1.05
Stefan Lindberg Magnus Krepper 1.01–1.07 Oliver Stritzel
Anne Kristina Brändén 1.01–1.10 Dana Friedrich
Lillian Larsen Sarah Boberg 1.03–2.01, 2.04–3.08, 3.10 Arianne Borbach
Sebastian Sandstrod/Jens Hansen Lars Simonsen 1.01, 1.03–2.10 Peter Reinhardt
Caroline Brandstrup Lotte Munk 2.01–2.10 Sabine Falkenberg
Victoria Nordgren Tova Magnusson-Norling 2.04, 2.06–2.10
Oliver Nordgren Sven Ahlström 2.05–2-09 Bernd Vollbrecht
Henrik Sabroe Thure Lindhardt 3.01–3.10 Gerrit Schmidt-Foß
Linn Björkman Maria Kulle 3.01–3.10 Ilona Schulz

Nebenbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Folge Synchron­sprecher[10]
Mette Rohde Puk Scharbau 1.01–2.01, 2.01–2.10 Sabine Arnhold
August Rohde Emil Birk Hartmann 1.01–1.10 Jeffrey Wipprecht
Göran Söringer Dietrich Hollinderbäumer 1.01, 1.02, 1.04
Sonja Lindberg Maria Sundbom 1.03, 1.05–1.08
Bjørn Rasmussen Morten Suurballe 1.03–1.04
Lasse Jönsson Martin Norén 1.03–1.05
Anja Björk Fanny Ketter 1.02–1.05 Victoria Frenz
Jakob Sandberg Daniel Adolfsson 2.01–2.09 Karlo Hackenberger
Gertrud Kofoed Camilla Bendix 2.03, 2.07–2.10
Laura Möllberg Julia Ragnarsson 2.01–2.08 Janin Stenzel
Julian Madsen Peter Christoffersen 2.02–2.05
Matilde Madsen Stephanie Léon 2.02–2.04
Mads Nielsen Jakob Oftebro 2.02–2.04
Niklas Svensson Alexander Öhrstrand 2.01–2.04 Tim Knauer
Katarina Lövgren Ronja Svedmark 2.02–2.04
Rasmus Larsson Henrik Lundström 2.02–2.10, 3.05–3.06, 3.08–3.10 Nico Mamone
Pernille Lindegaard Vickie Bak Laursen 2.02–2.10 Petra Konradi
Marcus Stenberg Fredrik Hiller 2.01, 2.06, 2.07, 2.09 Peter Flechtner

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Titelmusik des Vor- und Abspanns heißt Hollow Talk und stammt von der dänischen Band Choir Of Young Believers.[11]

Ausstrahlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Folge der ersten Staffel wurde am 21. September 2011 in Schweden und am 28. September 2011 in Dänemark erstausgestrahlt.[12] Die weiteren Folgen wurden danach bis Ende November 2011 jeweils mittwochs fast gleichzeitig in Dänemark und Schweden gesendet. Produziert wurde sie im Auftrag von DR, dem dänischen öffentlichen Fernsehsender DR1 und SVT, dem schwedischen öffentlichen Fernsehen, dem ZDF und durch unabhängige Produktionsgesellschaften in den Ystad-Filmstudios.

In Deutschland wurde die erste Staffel erstmals vom 18. März 2012 an jeweils sonntagabends gegen 22 Uhr vom Koproduzenten ZDF ausgestrahlt in Form von insgesamt fünf Doppelfolgen à 110 Minuten. Die erste Folge sahen 3,36 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 17,0 % entsprach.[13]

Die Fernsehserie wurde außerhalb Dänemarks und Schwedens durch ZDF Enterprises auch in das Vereinigte Königreich verkauft. Die Rechte erhielt die BBC, die die Serie auf BBC Four 2012 zeigte.[14][15]

Die zweite Staffel lief in Schweden, Norwegen, Finnland und Island erstmals zwischen dem 22. September und dem 24. November 2013 und seit Januar 2014 in England; im ZDF wurde die zweite Staffel in fünf Doppelfolgen vom 16. März bis zum 13. April 2014 gesendet.[16]

Premiere für die dritte Staffel in Dänemark und Schweden war der 27. September 2015. Die dritte Staffel wurde vom 14. Februar bis zum 7. März 2016 im ZDF ausgestrahlt, ebenfalls in fünf Doppelfolgen.[6]

Die vierte und letzte Staffel wurde in Schweden ab dem 1. Januar 2018 gezeigt. Sie soll ab dem 18. November 2018 in Deutschland im ZDF ausgestrahlt werden.

DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Staffel der Serie erschien in Deutschland am 13. April 2012 auf DVD und am 12. Oktober 2012 auf Blu-ray.[1] Während die DVD allerdings – trotz Vorhandenseins der Originaltonspur – keine Untertitel besitzt, enthält die Blu-ray diese. Zudem wurden die zehn Folgen wieder zu fünf Doppelfolgen zusammengefasst.[17]

Neuverfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 2012 wurden sowohl von amerikanischer Seite[18] als auch von britisch-französischer Seite[19] Pläne für Neuverfilmungen bekanntgegeben.
  • 2018 wurde eine russisch-estnische Version mit den Titeln Мост (russisch) und Sild (estnisch) ausgestrahlt. Die Hauptrollen werden von Ingeborga Dapkūnaitė und Mikhail Porechenkov verkörpert, die Handlung beginnt auf der grenzüberschreitenden Brücke über die Narwa.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Brücke – Transit in den Tod. Fernsehserien.de, abgerufen am 19. Februar 2016.
  2. Niels Lind Larsen: 'Broen' flopper: Det går alt for hurtigt. BT, 29. September 2013, abgerufen am 3. Oktober 2018 (dänisch).
  3. Bryony Gordon: Borgen: Sidse Babett Knudsen interview. The Daily Telegraph, 27. Januar 2012, abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).
  4. Matthias Hannemann: So eine umständliche Vorgehensweise. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2016, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  5. Borgen 2 And Broen Finish Season With Panache. Nordisk Film & TV Fond, 2. Dezember 2011, archiviert vom Original am 4. September 2012; abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).
  6. a b Marcus Kirzynowski: "Die Brücke" Staffel 3 ab Februar im ZDF. Wunschliste.de, 13. Oktober 2015, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  7. ”Rodhe” hoppar av ”Bron” i protest. Svenska Dagbladet, 8. Juni 2014, abgerufen am 3. Oktober 2018 (schwedisch).
  8. Katharina Schmidt-Hirschfelder: Judenhass am Öresund – Schauspieler sagt Teilnahme an Krimiserie ab. Jüdische Gemeinde warnt vor Generalisierungen. In: Jüdische Allgemeine. Zentralrat der Juden in Deutschland, 18. Februar 2016, abgerufen am 19. Februar 2016.
  9. Krimi-Hit: 'Die Brücke' geht in die vierte Staffel. In: RP Online. 18. August 2016, abgerufen am 11. April 2017.
  10. a b c Die Brücke – Transit in den Tod. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 4. Januar 2017.
  11. Choir of Young Believers – Hollow Talk (2011). New Music United, 30. September 2011, abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).
  12. Die Brücke – Transit in den Tod. In: Zelluloid.de. Archiviert vom Original am 12. Februar 2013; abgerufen am 29. August 2018.
  13. Manuel Weis: Krimis punkten: Starke Quoten für «Mentalist» und «Die Brücke». Quotenmeter.de, 19. März 2012, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  14. BBC Four acquires two new Scandanavian drama series. BBC, 4. Oktober 2011, abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).
  15. ZDF Enterprises verkauft zwei neue skandinavische Krimiserien an BBC Four. ZDF, 3. Oktober 2011, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  16. Die Brücke – Transit in den Tod: Staffel 2. In: ZDF. Archiviert vom Original am 18. April 2014; abgerufen am 29. August 2018.
  17. Die Brücke – Transit in den Tod. OFDb.de, 16. April 2012, abgerufen am 16. Februar 2016.
  18. Alison Willmore: AMC Cancels ‘The Killing’ While FX Orders a Pilot for a Scandinavian Remake of Its Own. IndieWire, 30. Juli 2012, abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).}
  19. Canal+ and Sky Atlantic team up for Bron/Broen remake. SpoilerTV, 25. Mai 2012, abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch). Canal+ and Sky Atlantic team up for Bron/Broen remake
  20. James Hibberd: 'The Bridge' canceled by FX. Entertainment Weekly, 21. Oktober 2012, archiviert vom Original am 2. November 2015; abgerufen am 3. Oktober 2018 (englisch).
  21. Мост. Weit Media, abgerufen am 3. Oktober 2018 (russisch).