Die Ermittlung

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Inszenierung der Ermittlung auf dem Reichsparteitagsgelände am Staatstheater Nürnberg, Juni 2009, Regie: Kathrin Mädler (Fotografin: Marion Bührle)

Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen[1] ist ein Theaterstück des Dramatikers Peter Weiss von 1965, das den ersten Frankfurter Auschwitzprozess von 1963 bis 1965 mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters thematisiert. Es wurde am 19. Oktober 1965 im Rahmen einer Ring-Uraufführung an fünfzehn west- und ostdeutschen Theatern sowie von der Royal Shakespeare Company, London, uraufgeführt. Weiss selbst nahm als Zuschauer am Auschwitzprozess teil und entwickelte sein Stück aus den Protokollen Bernd Naumanns.

Das Welttheater-Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Codex Altonensis, italienische Handschrift von Dantes Göttlicher Komödie (14. Jahrhundert)

Die Ermittlung sollte Teil eines umfassenderen „Welttheater“-Projekts werden, das der Struktur der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri folgte. Das dreiteilige Dramenprojekt sollte die Jenseitssphären Hölle, Paradies und das dazwischen liegende Fegefeuer umfassen. In Umkehrung der Überzeugungen Dantes sollte Die Ermittlung dabei dem „Paradiso“ der Dante-Konzeption entsprechen und das Paradies der Ort der Verzweiflung für die Leidtragenden sein. Das 1964 verfasste Drama Inferno, das erst 2003 aus dem Nachlass publiziert wurde, führte das abzubildende Jenseitsreich auch im Titel. Aufgrund der zeitgeschichtlichen Bedeutung des Auschwitz-Prozesses wurde das Divina-Commedia-Projekt jedoch zurückgestellt und der dritte Teil als Die Ermittlung separat veröffentlicht.

Form, Aufbau und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Oratorium ist eine relativ feste konzertante Form, i. d. Regel eine mehrteilige und mehrstimmige dramatische Erzählung eines religiösen Inhalts, in Westeuropa meist für die Passions- und Weihnachtsgeschichte genutzt. Inhalte sind demnach traditionell Kernereignisse des christlichen Mythos, die letztlich Erlösung und Rettung thematisieren – im vorliegenden Oratorium dagegen wird der Zivilisationsbruch des Holocaust zu einem Kerngeschehen, das jegliche Rettung ausschließt.

Die elf „Gesänge“ der Ermittlung, die sowohl erzählende wie auch dialogische Funktion haben, fassen die Aussagen gegen verschiedene Bewacher wie in Kapiteln thematisch zusammen; sie folgen dem Weg der Opfer von der Rampe bei der Ankunft in Auschwitz bis zum Feuerofen, so dass von immer grausameren Facetten der anonymen Massenvernichtung berichtet wird. Diese Gliederung greift damit auch auf die Darstellung des christlichen Leidensweges in Stationen zurück, zum Beispiel in Albrecht Dürers Großer Passion in elf Holzschnitten.

Anders als im historischen Auschwitzprozess stehen nur 18 Angeklagte vor Gericht. Diese lassen sich durch ihre Namen und Aussagen klar identifizieren. Die Aussagen von mehreren hundert Zeugen dagegen fasst Weiss in den fiktiven, repräsentativen, aber anonymisierten Zeugenfiguren 1–9 zusammen. Unter ihnen stehen zwei Zeugen als Helfer von außerhalb des Lagers auf der Seite der Angeklagten, die anderen Zeugen sind ehemalige Häftlinge, darunter auch zwei Frauen. Die Anonymisierung der Zeugen folgt dem realen Geschehen, in dem die Namen der Opfer in Auschwitz einer in die Haut tätowierten Nummer weichen mussten.

Weiss präsentiert die Aussagen von Angeklagten und Zeugen, von Verteidigern, Anklägern und Richtern auf eine solche Weise, dass die Widersprüche zwischen den Aussagen der Täter und der Opfer den ganzen Text durchlaufen und die Zuschauer ohne einen festen Boden permanent zu eigenen Wertungen zwingen. Das offene Ende des Stücks entspricht dem entpsychologisierten Ansatz des Autors, der die gesellschaftliche Verantwortung des Individuums und seine Wahlmöglichkeiten auch unter den Rahmenbedingungen der Diktatur fokussieren wollte.

Sprachliche Form und Entlastungsrhetorik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewusst verzichtet Weiss auf ausschmückende Elemente: Das Bühnenbild soll sich auf einen nüchternen Gerichtssaal beschränken und jede Ablenkung von den Zeugenberichten vermeiden. Der Text besteht aus einem klaren, überschaubaren Satzbau, der keinerlei Interpunktion aufweist und wie ein reimloses Epos gesetzt ist: nur das Wort zählt, durch das sich dem Zuschauer das Leben und Sterben im Konzentrationslager vermittelt – ungeschmücktes Material für das Urteil der Zuschauer. Das Geschehene wird sachlich, nüchtern und weitgehend ohne Emotion erzählt: Obgleich der Autor das Oratorium als „Drama“ bezeichnet, spricht er sich wegen des emotionalisierenden Stoffes gegen eine realistische Darstellung und für eine Reduktion auf das Konzentrat der Fakten aus – die einzige erwähnte Emotion ist das sich wiederholende Lachen der Angeklagten und ihre Empörung über die Anschuldigungen. Durch diese Verfremdungseffekte wird eine intensivere dramaturgische Wirkung auf den Zuschauer erzielt. Demselben Zweck dient die Rhythmisierung der Sprache in den Aussagen der Figuren. Wegen seiner Universalisierungsstrategie vermeidet der Autor im gesamten Stück eine Verwendung des Worts „Jude“ und nur am Ende wird ein rassistisches Motiv des Massenmordes erwähnt; als besondere Gruppen neben den aus rassischen Gründen Inhaftierten werden politische und kriminelle Häftlinge sowie die sowjetischen Kriegsgefangenen erwähnt.

Die Angeklagten versuchen mit folgenden Entlastungsstrategien ihr Handeln abzustreiten, zu verharmlosen oder zu rechtfertigen:

  • Einfaches Leugnen, Beschwerden über die Anschuldigungen, die Angeklagten sind die Opfer
  • Rechtfertigung mit soldatischer Pflicht und Aufrechterhaltung der Ordnung
  • Reduktion der eigenen Tätigkeit auf eine Teil- oder Mikrofunktion („ich war nur dort, um...nur in einigen Fällen...nur als Begleiter“)
  • Keine Möglichkeit zum Nachdenken über den Zusammenhang der Teile und den Zweck des Lagers
  • Unkenntnis („ich hatte bestenfalls Kenntnis nur vom Hörensagen...“) oder Unglauben über das später erfahrene Gesamtgeschehen oder Verlust der Erinnerung
  • Freundschaftsdienste für die Gefangenen bis hin zur Selbstgefährdung
  • Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Ablehnung von Befehlen
  • „Jeder hatte die Chance zu überleben“
  • Verjährung der Verbrechen und Unzeitgemäßheit der Vorwürfe durch den Wiederaufbau nach dem Krieg

Nur wenige Angeklagte bekennen sich zu ihrer Schuld. Auch die Zeugen 1 und 2 argumentieren überwiegend apologetisch. Damit verdeutlicht Peter Weiss den Komplex der „zweiten Schuld“ (Ralph Giordano), die Giordano in dem Verdrängen und Leugnen der „ersten Schuld“, das heißt der im Kontext des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen, sieht.[2]

Der Massenmord in seiner Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannah Arendt hat in ihrer These von der Banalität des Bösen versucht, den Zusammenhang von Ursprungsgesellschaft und industriellem Morden auf den Begriff zu bringen: eine mehr oder weniger direkte Mitwirkung am Massenmord, die durch die extreme Steigerung der in der Gesellschaft akzeptierten Werte und Verhaltensweisen möglich wurde. Gewonnen an der Beobachtung des Prozesses gegen Adolf Eichmann, hat sie diesen Einzelfall doch für eine Perspektive auf die potenzielle Grausamkeit im Allgemeinen genutzt.

In den Ermittlungen erläutert der früher politisch tätige Zeuge 3 im Gesang von den Feueröfen III, dass der Massenmord ohne die Unterstützung von „tausend Amtsstellen“ und „Millionen anderer“ nicht hätte funktionieren können, was die Verteidigung als Vorwürfe „gegen eine ganze Nation“ versteht. Dieser Zeuge 3 spricht vorher im Gesang von der Möglichkeit des Überlebens II von den zugewiesenen  „Rollen der Bewacher“ und der Häftlinge, die auch „einen Bewacher abgeben können“: „Wir kannten alle die Gesellschaft, aus der das Regime hervorgegangen war, das solche Lager erzeugen konnte. Die Ordnung, die hier galt, war uns in ihrer Anlage vertraut, deshalb konnten wir uns auch zurechtfinden in ihrer letzten Konsequenz, in der der Ausbeutende in bisher unbekanntem Grad seine Herrschaft entwickeln durfte und der Ausgebeutete noch sein Knochenmehl liefern musste.“ (Alle Satzzeichen hier ergänzt.) Es geht dem Zeugen 3 darum, von der moralisierenden „erhabenen Haltung“ zu einer systemischen Sicht des Grauens fortzuschreiten. Hannah Arendts eher psychologische Beobachtung am Einzelfall Eichmann wird von Peter Weiss zu einer Kritik am Kapitalismus erweitert.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ermittlung stellte das in der Spielzeit 1965/1966 mit zwölf Inszenierungen meistgespielte Gegenwartsstück der Bundesrepublik dar. Gleichwohl zog der Theatertext, der als vollständiger Vorabdruck unter anderem im August 1965 durch die Theaterzeitschrift Theater heute bekannt gemacht worden war, schon im Vorfeld der zwei Monate später folgenden Uraufführung vielfältige Angriffe auf sich. Theaterkritiker wie Joachim Kaiser machten Weiss’ Oratorium zum Vorwurf, das Stück beraube den Zuschauer seiner grundsätzlichen Deutungsfreiheit.[3] Die Debatte über die Zulässigkeit des von Weiss gewählten ästhetischen Verfahrens wurde über Wochen hinweg in Presse, Rundfunk sowie im Oktober und November 1965 auf drei Podiumsdiskussionen in Stuttgart, München und Ost-Berlin geführt.[4]

In der Auseinandersetzung um eine angemessene Inszenierungskonzeption traten vor allem zwei Produktionen der Ring-Uraufführung hervor. Erwin Piscators West-Berliner Inszenierung (Theater der Freien Volksbühne Berlin, 19. Oktober 1965) entsprach einem identifikatorischen Ansatz (die Zeugenbank stellte eine Verlängerung des Zuschauerraums dar). Piscator ließ die Zuschauer aus der Perspektive der Überlebenden auf das Prozessgeschehen und auf die Angeklagten blicken. Peter Palitzsch verfolgte in der Stuttgarter Produktion mit stetigen Rollenwechseln aller Schauspieler eine anti-identifikatorische Konzeption (Württembergisches Staatstheater, 23. Oktober 1965). Die Rolle von Täter und Opfer wurde bei Palitzsch als grundsätzlich austauschbar dargestellt.[5] In den Jahren 1965 bis 1967 nahmen Theater in Amsterdam, Moskau, New York, Prag, Stockholm und Warschau das Werk in ihre Spielpläne auf.[6]

Die internationale Inszenierungspraxis zeichnet sich zwischen den Grundformen darstellendes Spiel, szenische Lesung sowie oratorisch-konzertante Darbietung durch große konzeptionelle Vielfalt aus. Nach zwölfjähriger Zäsur wurde Die Ermittlung erstmals 1979 wieder in einer vom Autor nachträglich autorisierten Produktion am Schlosstheater zu Moers gezeigt, das sich in eine zwielichtige Bar verwandelte. „Einem Bericht über die Foltermethoden wurde das Mäntelchen einer Talkshow übergeworfen, die Ausforschung der Angeklagten entwickelte sich zu einem Frage-und-Antwort-Spiel.“[7] Auf die durchsichtigsten Ausflüchte der Angeklagten folgte demonstrativer Beifall (Regie: Thomas Schulte-Michels). 1998 inszenierte der Berliner Konzeptkünstler Jochen Gerz die Ermittlung als Mitmachspiel mit 500 Akteuren an drei Berliner Bühnen.[8] Die im Kongo ansässige Theatergruppe Urwintore, die aus Überlebenden des Völkermords in Ruanda von 1994 besteht, zeigte das Stück seit 2005 in mehreren afrikanischen und europäischen Ländern sowie in den Vereinigten Staaten (Regie: Dorcy Rugamba).

Rezeption im Kontext der deutschen Erinnerungskultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szenische Lesung der Ermittlung im Niedersächsischen Landtag, 2009
Lazar Backovic: Theaterstück zum Auschwitz-Prozess, Spiegel Online, 18. Dezember 2013, Aufnahme: dpa
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Dem Stück ist seit den 1990er Jahren ausgeprägte Bedeutung im Rahmen der deutschen Erinnerungskultur zugefallen. Auszüge aus dem Stück sind wiederholt im Rahmen von Veranstaltungen am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus vorgetragen worden. Die Ermittlung ist zudem häufig an exponierten Stätten außerhalb von Staats- und Stadttheatern aufgeführt worden, darunter in Justizzentren und Amtsgerichten, Rathäusern, Kirchen, ehemaligen Haftanstalten, Holocaust-Gedenkstätten sowie auf dem Reichsparteitagsgelände. Schon im Rahmen der Ring-Uraufführung vom Oktober 1965 hatte Die Ermittlung eine szenische Lesung im Sitzungssaal der Volkskammer der DDR erfahren. Einer Anregung des Altphilologen und Literaturhistorikers Walter Jens folgend war das Stück mehrfach Gegenstand szenischer Lesungen in deutschen Landesparlamenten (z. B. Niedersächsischer Landtag, 11. Februar 2009; Bremische Bürgerschaft, 10. März 2016).

Printausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Weiss: Die Ermittlung: Oratorium in 11 Gesängen. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1965.
  • Peter Weiss: Die Ermittlung: Oratorium in 11 Gesängen. Textausgabe mit einem Kommentar von Marita Meyer. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005.
  • Peter Weiss: Die Ermittlung: Oratorium in 11 Gesängen. Mit einer DVD des Fernsehspiels. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008 (NDR-Produktion 1966, Regie: Peter Schulze-Rohr).
  • Peter Weiss: Die Ermittlung: Oratorium in 11 Gesängen. Textausgabe mit einem Anhang von Walter Jens und Ernst Schumacher. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2014.

Weitere Ausgaben und Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele und Hörbücher

  • Peter Weiss: Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen. Hörspielbearbeitung: Hermann Naber, Regie: Peter Schulze-Rohr, mit Fritz Straßner, Herbert Fleischmann u. v. a. (178 Min.). Hörspiel von HR, BR, DLF, RB, SR, SFB, SWF, NDR, WDR und SRG, Ursendung: 25. Oktober 1965
    • Kassetten-Edition: Der Hörverlag 2001
    • CD-Edition: Der Hörverlag 2007, Auszeichnung: 4. Platz hr2-Hörbuchbestenliste April 2001 (CD-Edition)
  • Peter Weiss: Die Ermittlung, Komposition: Siegfried Matthus, Regie: Wolfgang Schonendorf, mit W. Ortmann, N. Christian, M. Flörchinger u. v. a. (247 Min.) Rundfunk der DDR, Ursendung: 26. Oktober 1965

Fernsehbeiträge und DVD-Editionen

  • Der Augenzeuge. Wochenschau Nr. 44, 27. Oktober 1965. DDR: DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, Ostberlin. Beitrag 3: Ring-Uraufführung von Peter Weiss’ Theaterstück.
  • Die Ermittlung. Theateraufzeichnung 1966. DDR. Regie: Lothar Bellag, Ingrid Fausak; nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Peter Weiss. Fernsehen der DDR, Ostberlin; Akademie der Künste, Ostberlin.
  • Die Ermittlung. TV-Film 1966. BRD. Regie: Peter Schulze-Rohr, Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg.
  • Vor 30 Jahren Uraufgeführt: Auschwitz auf der Bühne. „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. TV-Dokumentation 1995. BRD, Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln.
  • Dichtung und Wirklichkeit. „Die Ermittlung“ von Peter Weiss. TV-Dokumentation 1996. BRD, Bayerischer Rundfunk (BR), München. Regie: Felix Eue.
  • Auschwitz auf der Bühne. Peter Weiss’ „Die Ermittlung“ in Ost und West. Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam und der Akademie der Künste Berlin unter Verwendung der Textzitate von Peter Weiss mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags und der Erben von Peter Weiss. Bonn: bpb 2008 (DVD-ROM, DVD-Video) (mit 135 historischen Quellen und einem TV-Mitschnitt der szenischen Lesung in der DDR-Volkskammer vom 19. Oktober 1965).

Kompositionen

  • Luigi Nono: La fabbrica illuminata. Ha venido, Canciones para Silvia. Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz. Carla Henius, Barbara Miller, Stefania Woytowicz u. a., Mainz: Wergo / SunnyMoon 1992 (Ricorda cosa von 1966 basiert auf Nonos zehnteiliger Bühnenmusik, die 1965 die Inszenierungen in West-Berlin, Essen, Potsdam und Rostock begleitet hatte).[9]
  • Frederic Rzewski: The Triumph of Death. Komposition für Stimmen und Streichquartett (1987/88). Uraufführung: Yale University, um 1991, deutsche Erstaufführung: Kunstfest Weimar, 30. August 2015
  • Luca Brignole: Tra i vivi non posso più stare, für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Alt, Bass, Violine, Bratsche, Violoncello, Kontrabass (komponiert 2012)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Cohen: "Identitätspolitik als politische Ästhetik. Peter Weiss’ ‚Ermittlung‘ im amerikanischen Holocaustdiskurs." In: ‚Niemand zeugt für den Zeugen.‘ Erinnerungskultur nach der Shoah. Hg. Ulrich Baer. Suhrkamp, Frankfurt 2000, S. 156–172
  • Rainer Gerlach (Hrsg.): Der Briefwechsel. Siegfried Unseld – Peter Weiss. Suhrkamp, Frankfurt 2007
  • Ralph Giordano: Die zweite Schuld oder Von der Last ein Deutscher zu sein. Köln 2000
  • Manfred Haiduk: Der Dramatiker Peter Weiss. Henschel, Berlin 1977
  • Dorothea Kraus: Peter Weiss: Die Ermittlung. In: Torben Fischer, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945. Bielefeld : Transcript, 2007 ISBN 978-3-89942-773-8, S. 135–137
  • Rolf D. Krause: Faschismus als Theorie und Erfahrung. „Die Ermittlung“ und ihr Autor Peter Weiss. Peter Lang, Frankfurt 1982 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1)
  • Marita Meyer: Eine Ermittlung: Fragen an Peter Weiss und an die Literatur des Holocaust. Röhrig, St. Ingbert 2000
  • Erwin Piscator: Vorwort zu Der Stellvertreter. Rowohlt, Reinbek 1963, S. 7–11; wieder in dsb., Theater, Film, Politik. Ausgewählte Schriften. Henschel, Berlin 1980, S. 411–435 (ausführlich zu seiner Inszenierung)
  • Ingeborg Schmitz: Dokumentartheater bei Peter Weiss: von der „Ermittlung“ zu „Hölderlin“. Peter Lang, Frankfurt 1981
  • Klaus Wannemacher: „Mystische Gedankengänge lagen ihm fern“. Erwin Piscators Uraufführung der „Ermittlung“ an der Freien Volksbühne. In: Peter Weiss Jahrbuch für Literatur, Kunst und Politik im 20. Jahrhundert. Hrsg. von Michael Hofmann, Martin Rector und Jochen Vogt. Bd. 13. Röhrig, St. Ingbert 2004, S. 89–102.
  • Christoph Weiß: Auschwitz in der geteilten Welt: Peter Weiss und die „Ermittlung“ im Kalten Krieg. Röhrig, St. Ingbert 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Weiss: Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen. Rowohlt, Reinbek 1969.
  2. Ralph Giordano: Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2000.
  3. Joachim Kaiser: Gegen das Theater-Auschwitz. In: Süddeutsche Zeitung, 4./5. September 1965.
  4. Dazu ausführlich: Christoph Weiß: Auschwitz in der geteilten Welt: Peter Weiss und die „Ermittlung“ im Kalten Krieg. St. Ingbert: Röhrig 2000. Bd. I, S. 244–254.
  5. Klaus Wannemacher: „Mystische Gedankengänge lagen ihm fern“. Erwin Piscators Uraufführung der „Ermittlung“ an der Freien Volksbühne. In: Peter Weiss Jahrbuch für Literatur, Kunst und Politik im 20. Jahrhundert. Bd. 13. St. Ingbert: Röhrig 2004, S. 89–102, hier S. 99.
  6. Jochen Vogt: Peter Weiss. Reinbek: Rowohlt 1987 (rowohlts monographien, 376). S. 95.
  7. Marcel Atze: „Die Angeklagten lachen“. Peter Weiss und sein Theaterstück „Die Ermittlung“. In: Auschwitz-Prozeß 4 Ks 2/63 Frankfurt am Main. Hrsg. von Irmtrud Wojak im Auftrag des Fritz Bauer Instituts. Köln: Snoeck 2004. S. 782–807, hier S. 806. – Zur stark umstrittenen Folgeinszenierung an der Freien Volksbühne Berlin 1980 siehe: Spiel auf Zeit. Theater der Freien Volksbühne 1963 bis 1992. Hrsg. von Hermann Treusch und Rüdiger Mangel. Berlin 1992, S. 118–120.
  8. Christel Weiler (Hrsg.): Theater als öffentlicher Raum: Die „Berliner Ermittlung“ von Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz. Berlin: Theater der Zeit 2005.
  9. Dazu ausführlicher Matthias Kontarsky: Trauma Auschwitz. Zu Verarbeitungen des Nichtverarbeitbaren bei Peter Weiss, Luigi Nono und Paul Dessau. Saarbrücken: Pfau 2002. – Matteo Nanni: Auschwitz – Adorno und Nono. Philosophische und musikanalytische Untersuchungen. Freiburg: Rombach 2004.