Die Familienunternehmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Die Familienunternehmer – ASU)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
DIE FAMILIENUNTERNEHMER e. V.
Zweck Interessenverband
Vorsitz: Reinhold von Eben-Worlée[1]
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: 6.000 (2017)[2]
Sitz: Berlin
Website: www.familienunternehmer.eu

Die Familienunternehmer e. V. (Eigenschreibung: DIE FAMILIENUNTERNEHMER)[3], ehemals Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU), ist ein Interessenverband von deutschen Familienunternehmern, der nach eigenen Angaben 6.000 Mitglieder repräsentiert.[4] Sitz des Vereins ist Berlin, wo sich auch die Bundesgeschäftsstelle befindet. Präsident des Verbandes ist seit 2017 Reinhold von Eben-Worlée, Geschäftsführender Gesellschafter der E. H. Worlée & Co. GmbH & Co. KG.[5]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband ist in 46 Regionalkreise und in 16 Landesbereiche gegliedert.[6] Auf Bundesebene sind die Mitglieder in verschiedenen Kommissionen zu unternehmensrelevanten Themen an der verbandlichen Willensbildung beteiligt.[7] Mit einem Intranet wird der Austausch der Mitglieder untereinander und der Gremien des Verbands gefördert. Er unterstützt seine Mitglieder in der Unternehmensführung durch eigene Bildungsangebote.

Die Mitglieder sind Eigentümerunternehmer. Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft sind eine Million Euro Jahresumsatz und mindestens 10 Mitarbeiter sowie ein Eintrag ins Handelsregister. Dem Verband gehören ausschließlich Familienunternehmer durch eine persönliche Mitgliedschaft an. In öffentlichen Erklärungen und Interviews grenzte sich sein bisheriger Präsident Patrick Adenauer scharf von durch angestellte Manager geführten Unternehmen ab.[8]

Die 6.000 Mitglieder kommen aus allen Branchen. Sie beschäftigen rund 2 Millionen Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von ca. 460 Milliarden Euro (Stand 2016). Der Verband ist Mitglied in der europäischen Dachorganisation European Family Businesses (EFB). Bis 2001 war das Unternehmermagazin das Verbandsorgan. Zum Verband gehören Familienunternehmer von BMW, Merck und der Oetker-Gruppe.[9]

Die Jungen Unternehmer bilden den nicht rechtsfähigen Tochterverband, dem alle Mitglieder bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres angehören.

Der Verband ist Mitinitiator der Jenaer Allianz zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahre 1949 unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) gegründet als ein marktwirtschaftlich ausgerichteter Verband für Familienunternehmen. Ziel der Gründungsmitglieder war es, politischen Entscheidungsträgern unternehmerisches Wissen zu vermitteln und den wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands voranzutreiben. Im Mai 2007 erfolgte die Umbenennung in Die Familienunternehmer – ASU. Im Mai 2009 feierte der Verband auf dem Petersberg bei Bonn sein 60-jähriges Bestehen. Seit September 2016 führt der Verband den Namen Die Familienunternehmer ohne den Zusatz ASU.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Ausrichtung steht nach eigenen Angaben unter dem Motto „Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung“.[10]

  • Arbeitsmarkt: Der Verband spricht sich gegen Eingriffe in die unternehmerische Freiheit aus, die es erschweren würden, Arbeitsplätze zu schaffen. Stattdessen fordert der Verband von der Politik verstärkte Bemühungen beim Bürokratieabbau[11] und bei der Fachkräftesicherung.[12] Zudem setzt sich der Verband für eine Fortführung der Integration älterer Menschen in den Arbeitsmarkt ein. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat der Verband im Juni 2014 ein Gutachten vorgelegt, das die Auswirkungen der arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Vorhaben der gegenwärtigen Bundesregierung auf die Beschäftigungssituation Älterer analysiert.[13][14]
  • Sozialpolitik: Eine Kernforderung ist die Erhöhung des Renteneintrittsalters.[15][16]
  • Europa: In der Europapolitik fordert der Verband die Beachtung des Prinzips Risiko und Haftung.[17] Permanente Transferzahlungen und eine Vergemeinschaftung der Staatsschulden auf europäischer Ebene lehnt der Verband strikt ab.[18]
  • Steuern: Der Verband tritt gegen höhere Steuern und Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein.[19] So wurden beispielsweise Pläne kritisiert, die Begünstigung für familiengeführte Betriebe bei Erbschaftssteuer abzuschaffen.[20][21] Außerdem spricht sich der Verband gegen eine Einbeziehung von Miet- und Pachtkosten in die Gewerbesteuer und gegen die steuerliche Diskriminierung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital aus.[22] Zu den Forderungen zählen auch die Milderung der kalten Progression[23], die Abschaffung des Solidaritätszuschlags[24] sowie der Umbau des Unternehmenssteuerrechts[25]. Der Verband sieht politische Forderungen zur Wiedereinführung einer Vermögensteuer kritisch.[26]
  • Gesellschaftliche Werte: Der Verband warnte im März 2016 – und damit unmittelbar vor den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt – vor Stimmen für die als rechtspopulistisch geltende Partei AfD. Präsident Goebel begründete folgendermaßen: Sie „missbraucht die Ängste vieler Menschen, um [...] das Wertegerüst unserer Gesellschaft der Erosion preiszugeben. Da wollen wir [...] nicht einfach zuschauen.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 20. Juli 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.familienunternehmer.eu
  2. Die Familienunternehmer - Portrait. (PDF) Juni 2017, abgerufen am 29. März 2019.
  3. Die Familienunternehmer e.V. - Impressum; abgerufen am 4. Oktober 2016
  4. Deutscher Bundestag: Öffentliche Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern, Stand: 16. Februar 2018, S. 407 (Nr. 1188) (abgerufen am 21. Februar 2018).
  5. Bundesvorstand von DIE FAMILIENUNTERNEHMER. (Nicht mehr online verfügbar.) 26. Juni 2017, archiviert vom Original am 20. Juli 2018; abgerufen am 26. Juni 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.familienunternehmer.eu
  6. Übersicht über die Landesbereiche und Regionalkreise des Verbands. Abgerufen am 28. August 2014.
  7. Übersicht über die Kommissionen des Verbands. Abgerufen am 24. August 2014.
  8. In Generationen denken, nicht nur bis zum Quartalsende. In: Nürnberger Zeitung, 24. Januar 2011
  9. Akte "Transparenzregister": Wie die Unternehmerlobby die Position der Bundesregierung änderte. abgeordnetenwatch.de, 6. Februar 2019, abgerufen am 7. Februar 2019.
  10. Portrait auf Verbandswebseite, Absatz "Historie". Abgerufen am 12. November 2014.
  11. Verbandsposition im Bereich Bürokratieabbau. Abgerufen am 7. September 2014.
  12. Verbandsposition im Bereich Fachkräftesicherung. Abgerufen am 7. September 2014.
  13. Gutachten „Die Beschäftigungssituation Älterer in Deutschland“. Abgerufen am 7. September 2014.
  14. Forscher: Mindestlohn könnte viele Ältere Job kosten. In: FOCUS Online, 4. Juni 2014
  15. Ökonomen halten Pläne für vollkommen unverantwortlich. In: Süddeutsche Zeitung, 5. Mai 2014
  16. Union will Rente mit 63 entschärfen. In: Die Welt, 31. März 2014
  17. Publikation: Europa - es geht auch anders! Ein Plädoyer für das Haftungsprinzip. Abgerufen am 30. Oktober 2014
  18. Familienunternehmer fordern Neujustierung der europäischen Verträge (2.Abschnitt). In: FAZ, 18. Oktober 2013
  19. Brandgefährliche Konjunkturzockerei. In: Handelsblatt, 21. Oktober 2013
  20. Mittelstand spart 10 Milliarden Euro Erbschaftsteuer. In: FAZ, 4. Juli 2014
  21. Karlsruhe mit Zweifeln an Steuervorteilen für Firmenerben. In: Die Welt, 8. Juli 2014
  22. Publikation: Gutachtliche Stellungnahme zur Gewerbesteuer (Seiten 44-45). Abgerufen am 3. November 2014
  23. Pressemitteilung: Familienunternehmer: CDU darf nicht das kalte Herz der kalten Progression verkörpern (Memento des Originals vom 3. November 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.familienunternehmer.eu. Abgerufen am 3. November 2014
  24. Verbandsvorsitzender will den Soli umgehend abschaffen. In: impulse, 24. Mai 2011
  25. Pressemitteilung: Familienunternehmer: Mehr Eigenkapital bringt mehr für die Innovation als jede Subvention!. Abgerufen am 4. August 2016.
  26. Familienunternehmer: Rot-grüne Vermögensteuer „kreuzgefährlich“. In: Focus Online, 25. April 2013. Abgerufen am 3. April 2017.