Die Glücksritter (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum Film von Arthur Maria Rabenalt mit Heidemarie Hatheyer von 1957 siehe Glücksritter (Film).
Filmdaten
Deutscher Titel Die Glücksritter
Originaltitel Trading Places
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Landis
Drehbuch Timothy Harris
Herschel Weingrod
Produktion Aaron Russo
Musik Elmer Bernstein
Kamera Robert Paynter
Schnitt Malcolm Campbell
Besetzung

Die Glücksritter ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1983. Der Original-Filmtitel Trading Places ist ein Wortspiel: Er bedeutet einerseits „Handelsplätze“ – die Warenterminbörse spielt eine wichtige Rolle –, andererseits „die Plätze tauschen“, was mit den beiden Helden des Films geschieht. Der Film basiert lose auf Motiven des Romans Der Prinz und der Bettelknabe sowie auf der Kurzgeschichte The Million Pound Bank Note des US-amerikanischen Schriftstellers Mark Twain.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Winthorpe III ist der erfolgreiche Geschäftsführer des Börsenmakler-Unternehmens der millionenschweren Brüder Randolph und Mortimer Duke in Philadelphia. Er hat einen Butler namens Coleman, der ihn umsorgt, ist mit Penelope, der Nichte der Duke-Brüder, verlobt und verkehrt in den besten Kreisen. Der Gauner Billy Ray Valentine schlägt sich mit Betteln durchs Leben, indem er vorgibt, im Vietnam-Krieg Beine und Augenlicht verloren zu haben. Eines Tages treffen beide aufeinander, als Billy Ray vor einer Polizeikontrolle flieht und dabei Louis umrennt, der gerade aus dem „Heritage Club“ kommt. Billy Ray wird irrtümlich beschuldigt, Louis ausrauben zu wollen, und wird ins Gefängnis gesteckt.

Die Duke-Brüder schließen aus einer Laune heraus untereinander eine Wette ab über die Frage, ob das Verhalten des Menschen mehr von seiner Umwelt oder seinen Genen bestimmt wird. Dies wollen sie in einem Experiment klären. Sie beschließen, die Rollen von Billy Ray und Louis zu tauschen und zu prüfen, ob diese sich ihrem neuen Umfeld anpassen werden. Dazu beauftragen sie ihren Handlanger Clarence Beeks, der Louis am nächsten Tag im Heritage Club ein markiertes Geldbündel unterschiebt und ihn vor den anwesenden Clubmitgliedern als Dieb überführt, worauf Louis verhaftet wird. Die Dukes sorgen außerdem dafür, dass ihm die Unterschlagung von Firmengeldern sowie Drogenhandel angehängt werden. Billy Ray wird inzwischen von den Duke-Brüdern gegen Kaution aus dem Gefängnis geholt und in das Haus von Louis gebracht unter dem Vorwand, sie wollten ihn zum neuen Manager des Unternehmens aufbauen. Billy Ray nimmt das Angebot an, braucht jedoch einige Zeit, um sein Glück fassen zu können.

Als Louis anderntags von Penelope aus dem Gefängnis abgeholt wird, sorgt Beeks dafür, dass Louis auf die Prostituierte Ophelia trifft, die ihn küsst und fragt, ob er wieder Drogen für sie habe. Trotz Louis' Unschuldsbeteuerungen ist Penelope außer sich und verlässt ihn. Da Louis' Bankkonten gesperrt sind, seine Freunde ihn zurückweisen und sein Butler Coleman leugnet, ihn zu kennen, nimmt Ophelia den am Boden zerstörten Louis mit zu sich nach Hause. In der Zwischenzeit entwickelt Billy Ray sich zu einem fähigen Manager. Er kann schnell die ersten Erfolge verzeichnen und genießt das Leben im Reichtum. Louis hingegen sinnt auf Rache und versucht, als Weihnachtsmann verkleidet bei der firmeninternen Weihnachtsfeier Billy Ray Drogen unterzuschieben, doch das Vorhaben misslingt. Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch mit einer Pistole kehrt er in die Wohnung von Ophelia zurück und schluckt Tabletten, um sich das Leben zu nehmen.

Währenddessen wird Billy Ray zufällig Zeuge eines Gesprächs der Duke-Brüder über ihre Wette. Sie konstatieren, dass das Experiment funktioniert habe, da Louis am Ende sei und Billy Ray erfolgreich. Mortimer bezahlt seinem Bruder den Wetteinsatz von einem Dollar und sie beschließen, sowohl Louis als auch Billy Ray loszuwerden. Der eilt daraufhin zu Ophelias Wohnung, um alles aufzuklären. Dort findet er den bereits bewusstlosen Louis und ruft einen Arzt, der Louis das Leben rettet.

Billy Ray, Coleman und Ophelia klären Louis über die Wette auf. Gemeinsam beschließen sie, sich an den Dukes zu rächen. Sie finden heraus, dass Beeks den Duke-Brüdern den jährlichen, noch unveröffentlichten Crop-Report als Insider-Information liefern soll. Dieser vom Landwirtschaftsministerium beauftragte Bericht gibt eine Vorhersage für die zu erwartende Ernte und gilt als wichtiger Gradmesser für Börsengeschäfte. Den Vieren gelingt es, Beeks den Crop-Report auf einer Zugfahrt abzunehmen und den Handlanger der Dukes loszuwerden, indem sie ihn, bewusstlos und als weiblicher Gorilla verkleidet, zu einem Gorilla-Männchen in den Käfig stecken, der unterwegs nach Afrika ist.

Louis und Billy Ray arrangieren eine geheime Übergabe des gefälschten Crop-Reports an die Duke-Brüder. Dann sammeln sie alles verfügbare Geld, unter anderem die Ersparnisse von Ophelia und Coleman. Im World Trade Center kommt es an der Warenterminbörse zum Showdown. Louis und Billy Ray mischen sich als freie Makler unter die Menge. Als die Börse öffnet, beauftragen die Duke-Brüder im Glauben an eine schlechte Orangenernte ihren Makler, den Markt für Orangensaftkonzentrat aufzukaufen, unabhängig vom Preis. Dies bemerken andere Makler und kaufen ebenfalls, was den Preis nach oben treibt. Louis und Billy Ray hingegen tätigen Leerverkäufe an die kaufwilligen Makler. Als der Orangenpreis auf dem Höhepunkt ist, veröffentlicht der Landwirtschaftsminister den echten Crop-Report, der eine gute Orangenernte vorhersagt. Der Preis für Orangensaftkonzentrat verfällt in wenigen Minuten und der Makler der Dukes schafft es nicht mehr, die vorher aufgekauften Mengen an Konzentrat zu verkaufen, während Louis und Billy Ray ihren Leerbestand zu nun wesentlich besseren Preisen einkaufen und so ein Vermögen machen. Als die Börse schließt, haben die Dukes 394 Millionen Dollar verloren und sind ruiniert. Ihre Besitztümer werden gepfändet, worauf Randolph einen Herzinfarkt erleidet. Billy Ray und Louis offenbaren den Dukes, dass sie gewettet haben, sie selbst könnten nicht steinreich werden, ohne dass die Duke-Brüder gleichzeitig bettelarm würden. Der „Verlierer“ Louis zahlt den Wetteinsatz von einem Dollar an Billy Ray.

Louis und Ophelia finden zueinander und genießen mit Billy Ray und Coleman ihren neu erworbenen Reichtum am Strand in der Karibik, während Beeks mit dem Gorilla-Männchen nach Afrika eingeschifft wird.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [1]
Publikum [1]
Metacritic
Kritiker [2]
Publikum [2]
IMDb [3]

Im Lexikon des internationalen Films ist zu lesen:

„Turbulente Komödie nach klassischem Hollywoodmuster, die ihr sozialkritisches Interesse bisweilen etwas vordergründig und klamottenhaft vermittelt, aber größtenteils durch Tempo, ungebrochene Spielfreude und anarchischen Witz gut unterhält.“

Lexikon des internationalen Films[4]

Bei Moviesection vergibt Thomas Ays alle fünf möglichen Sterne und meint: „Mit ‚Die Glücksritter‘ erzählt [Regisseur John Landis] eine Geschichte, die von Timothy Harris und Herschel Weingrod nicht nur kreativ geschrieben, sondern auch eine Idee umsetzt, die nur als höchst kreativ und originell bezeichnet werden muss. Diese Handlung ist schlicht genial und wurde zudem eindrucksvoll umgesetzt.“ Des Weiteren findet er lobende Worte für die Besetzung der Hauptrollen.[5]

Stefan Retro von Retro-Film findet: „Die Glücksritter ist eine Komödie, die vollkommen auf Slapstick verzichtet, stattdessen werden hier bissige Sprüche aneinandergereiht, die bis heute nichts an ihrem Reiz und ihrer Wirkung verloren haben, selbst die deutsche Synchro ist in diesem Fall durchaus gelungen.“[6]

Bei Movie-Maze konstatiert Florian Tritsch: „Die von Mark Twains Kurzgeschichte "The Million Pound Note" inspirierte Komödie von Blues Brothers-Regisseur John Landis überzeugt durch ihr konsequent hohes Tempo sowie durch seine beiden überzeugenden Hauptdarsteller Dan Aykroyd und Eddie Murphy. Und auch, wenn nicht immer alle Gags zu einhundert Prozent zünden wollen, macht Die Glücksritter seine gesamte Spielzeit über viel Spaß.“[7]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Glücksritter spielte bei 15 Millionen US-Dollar Budget 90 Millionen US-Dollar wieder ein und war einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Filme des Jahres (Rang 4).[8]
  • Die Duke-Brüder haben einen Auftritt in einem weiteren John-Landis-Film, Der Prinz aus Zamunda (1987), in dem der Prinz (Eddie Murphy) sein Geldbündel einem Landstreicher schenkt. Dieser ruft „Mortimer, wir sind wieder da“.
  • Die Eröffnungsszene wird mit der Ouvertüre von Le nozze di Figaro unterlegt.[9]
  • In kleinen Nebenrollen zu sehen: Frank Oz als korrupter Polizeibeamte, James Belushi als Partygänger in Gorilla-Verkleidung, Kelly Curtis – Schwester von Jamie Lee Curtis (Ophelia) – als Penelopes Freundin. Weitere Gastauftritte absolvieren Al Franken und Bo Diddley.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war 1984 für folgende Oscars nominiert:

Denholm Elliott gewann den BAFTA Award als bester Nebendarsteller und Jamie Lee Curtis als beste Nebendarstellerin. Timothy Harris und Herschel Weingrod wurden für das beste Originaldrehbuch für den BAFTA Award nominiert. Eddie Murphy für seine Rolle und der Film als Beste Komödie wurden für den Preis Golden Globe nominiert.

Verwandte Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Die Glücksritter durch Mark Twains The Million Pound Note lediglich inspiriert worden ist, wurde 1953 in Großbritannien unter dem Titel The Million Pound Note (Sein größter Bluff) eine der Kurzgeschichte getreuere Verfilmung von Ronald Neame umgesetzt: Gregory Peck spielt einen Armen, der von zwei reichen Brüdern einer Wette wegen eine Eine-Million-Pfund-Note bekommt, die er zwar nicht einlösen darf, die aber dennoch dazu führt, dass er plötzlich von der Gesellschaft geachtet wird – nur seines Vermögens wegen.

Das Motiv der Wette zwischen zwei Millionären, ob die Gene oder das Milieu für Erfolg im Leben ausschlaggebend sind, findet sich auch in einem Kurzfilm der Three Stooges von 1935 mit dem Titel Hoi Polloi.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Trading Places (1983). Rotten Tomatoes, abgerufen am 1. Januar 2016.
  2. a b Trading Places. Metacritic, abgerufen am 1. Januar 2016.
  3. Die Glücksritter (1983). IMDb, abgerufen am 1. Januar 2016.
  4. Die Glücksritter. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 29. August 2017.
  5. Thomas Ays: Filmkritik bei moviesection.de, abgerufen am 7. September 2014.
  6. Stefan Retro: Filmkritik bei retro-film.info, abgerufen am 7. September 2014.
  7. Florian Tritsch:Filmkritik bei moviemaze.de, abgerufen am 7. September 2014.
  8. Box Office Mojo (engl.)
  9. Hintergrundinformationen bei Internet Movie Database, abgerufen am 7. September 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]