Die Gleichen

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Die Gleichen
Bergpaar Die Gleichen

Bergpaar Die Gleichen

Höhe 432 m ü. NHN [1]
Lage bei Gelliehausen; Landkreis Göttingen, Niedersachsen (Deutschland)
Gebirge Weser-Leine-Bergland
Koordinaten 51° 28′ 2″ N, 10° 2′ 19″ OKoordinaten: 51° 28′ 2″ N, 10° 2′ 19″ O
Die Gleichen (Niedersachsen)
Die Gleichen
Besonderheiten Gleichenburgen

Die Gleichen sind ein bis 432 m ü. NHN[1] hohes Bergpaar im Weser-Leine-Bergland. Sie liegen bei Gelliehausen im niedersächsischen Landkreis Göttingen (Deutschland).

Die beiden Zwillingsberge heißen Alte Gleichen (432 m; südlicher Berg) und Neue Gleichen (428 m; nördlicher Berg). Sie waren früher Standort zweier Burganlagen, die Gleichenburgen, und sind der Namenspate der Gemeinde Gleichen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwillingsberge erheben sich im Zentrum des Gemeindegebiets von Gleichen direkt südwestlich Gelliehausen und nördlich von Appenrode, die beide zur Gemeinde Gleichen gehören; etwas weiter südlich liegt der Gleichener Ortsteil Bremke. Ihre Gipfel sind etwa 360 m voneinander entfernt und befinden sich südlich der Garte und nordöstlich des Wendebachs, beides rechte bzw. östliche Zuflüsse der Leine. In südöstlicher Richtung von den Gleichen befindet sich der Eschenberg (407,8 m).

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleichen gehören in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Weser-Leine-Bergland (Nr. 37) und in der Haupteinheit Göttingen-Northeimer Wald (373) zur Untereinheit Reinhäuser Wald (373.2).[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gleichen und der benachbarte Eschenberg sind Zeugenberge. Sie bestehen aus Muschelkalk, der in den umgebenden Bereichen bereits durch Witterung und Wasser abgetragen wurde. So findet man im heute tiefergelegenen Umland Böden des Buntsandsteins.[3]

Natur und Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der bewaldeten Alten Gleichen befinden sich als Kulturreliktpflanzen auch noch Stachelbeeren. Auf den Gleichen liegen Teile des Landschaftsschutzgebiets Leinebergland (CDDA-Nr. 322560; 1986 ausgewiesen; 257,06 km² groß) und des Vogelschutzgebiets Unteres Eichsfeld (VSG-Nr. 4426-401; 137,1 km²). Bis auf den unteren Südwesthang reicht das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Reinhäuser Wald (FFH-Nr. 4525-331; 12,0792 km²).[4]

Burgruine auf der Alten Gleichen
Kupferstich von Matthäus Merian: Alte Gleichen (mittig), Neue Gleichen (rechts); vor 1650

Gleichenburgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Gleichen wurden zur Zeit Heinrichs des Löwen von zwei Höhenburgen gekrönt. Sie wurden in der Zeit um 1100 durch die Grafen von Reinhausen errichtet, die ihre Stammburg in Reinhausen in ein Chorherrenstift (Kloster Reinhausen) umgewandelt hatten. Danach wechselten die Burgen mehrfach die Besitzer. Schließlich gelangten sie um 1270 an die Herren von Uslar, Ministerialen auf Burg Uslar. Nicht lange darauf teilte die Familie von Uslar das Vermögen auf die Linien Altengleichen und Neuengleichen auf. Das Amt Neuengleichen fiel im Jahre 1451 an die Landgrafen von Hessen, während das Gericht Altengleichen unter welfischer Oberhoheit blieb. Erst im Zuge des Wiener Kongresses wurde der Besitz von Neuengleichen an das Königreich Hannover abgetreten und von hier aus wieder an die Familie von Uslar (auf Altengleichen), die sich seit 1825 von Uslar-Gleichen nennt, zurückübereignet.

Die Gleichenburgen sind in zahlreichen Fehden nie erobert worden, wurden aber schon im 16. Jahrhundert aufgegeben. Die Bewohner zogen auf die ehemaligen Versorgungshöfe in der Umgebung, die Burgen verfielen bis auf geringe Ruinenreste, die hauptsächlich auf der Alten Gleichen noch sichtbar sind.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Göttinger Mathematiker David Hilbert fragte in seinen Vorlesungen die Studenten gelegentlich, warum denn die Gleichen „die Gleichen“ heißen. Sie sehen ja weder gleich aus, noch sind sie gleich hoch. Da keiner darauf eine Antwort wusste, antwortete er selbst: weil sie den gleichen Abstand voneinander haben.

Verkehrsanbindung und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich bis südlich vorbei an den Gleichen führt die schmale Straße, die von Gelliehausen durch Appenrode zur nach Bremke verlaufenden Landesstraße 568 führt. Die Berge können zu Fuß zum Beispiel von Appenrode und Gelliehausen kommend erklommen werden. Eine mögliche Wanderroute führt über beide Berge und den Eschenberg.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Die Gleichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Topographische Karte mit den Gleichen (DTK 50: Höhe laut Höhenangaben; vergleiche mit Höhenlinien in AK 5/2,5), auf natur-erleben.niedersachsen.de
  2. Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 112 Kassel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 6,9 MB)
  3. a b Die Gleichen (Wanderung), abgerufen am 21. März 2010, auf goettingerland.de
  4. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)