Die Gruppe 48

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Logo und Motto der Gruppe 48

Die Gruppe 48 ist eine deutsche literarische Vereinigung als gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Kiel, der jährlich einen Lesewettbewerb veranstaltet und den Preis der Gruppe 48 in den Kategorien Lyrik und Prosa verleiht.[1][2][3][4] Vorsitzende ist Hannelore Furch.[5]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Endausscheidung des deutschsprachigen Literaturwettbewerbs der Gruppe 48, der einmal jährlich durchgeführt wird, treten acht Kandidaten mit ihren Texten in einem finalen Lesewettbewerb an. Die Kandidaten haben sich zuvor an der öffentlichen Ausschreibung des Literaturwettbewerbs beteiligt und ihre Texte wurden von der Jury der Gruppe 48 aus den eingesendeten Beiträgen ausgewählt. Vergeben werden der „Preis der Gruppe 48 für Prosa“ und der „Preis der Gruppe 48 für Lyrik“.

Zum Wettbewerb eingefordert werden insbesondere Texte, die sich mit der Zeit und ihren Themen in einer besonderen Art auseinandersetzen. Nach dem Konzept der Gruppe 47, das die Gruppe 48 in einer reformierten Version übernommen hat, werden die Texte nach der Lesung unter Beteiligung aller Gäste diskutiert und von allen Teilnehmern der Veranstaltung in geheimer Wahl die beiden Preissieger ermittelt. Die Wettbewerbsveranstaltungen werden stets in Rösrath im Schloss Eulenbroich durchgeführt.

Vorsitzende der Jury ist Uta Oberkampf (alias Uta Harst). Weitere Juroren sind Rosemarie Bühler, Vito von Eichborn, Rainer Gellermann, Christel Hinrichsen, Andreas Klaene, Gülbeyaz Kula, Michael Miller, Bernd Neumann, Kurt Nickel,[6] Heiger Ostertag, Erich Pfefferlen, Niklas van Thorn und J. Monika Walther.

Seit 2018 wird jährlich zusätzlich ein „Förderpreis der Gruppe 48 für Jugendliche und Jungautoren“ separat ausgeschrieben,[7][8] zu dem Beiträge in Lyrik oder Prosa eingereicht werden können. Er wendet sich an Autoren der Altersgruppe 15 bis 35 Jahren.

Vorsitzende der Jury ist Birgit Rabisch. Weitere Juroren sind Nima Bazrafkan, Wolf-Ulrich Cropp, Reimer Boy Eilers, Edgar Hättich, Brigitta Michel-Schwartze, Sven J. Olsson, Barbara Rossi und Heidrun Zinecker.

Die Preisgelder für den Literaturwettbewerb ohne Alterseinschränkung waren bisher in einer Höhe von zwischen insgesamt 2000 bis 12.000 Euro je Wettbewerb dotiert.

Die Preisgelder für den Förderpreis-Wettbewerb waren bisher in einer Höhe von 3.000 € dotiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 hatten die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Hannelore Furch und der Schriftsteller Hubert Michelis die Idee, einen jährlichen Lesewettbewerb ähnlich dem Zuschnitt der Gruppe 47 durchzuführen, und begannen, Mitstreiter zu suchen. In Erinnerung an ihr Vorbild sollte eine lose Gruppe gebildet werden, deren Name die Zahl 48 als Folgezahl der Gruppe 47 enthält. Die beiden Initiatoren schlossen sich nach ihrem Konzept im Februar 2016 in Rösrath mit zehn weiteren Gründungsmitgliedern zur losen Gruppe 48 zusammen. Als Leitungsteam wurden Hannelore Furch und Hubert Michelis gewählt. Bis Ende 2017 wurde eine Mitgliederzahl von 82 Personen erreicht. Im Dezember 2017 formierte sich die lose Gruppe 48, um Sponsoren anwerben zu können, zum gemeinnützigen Verein[9] und verkleinerte sich in der Mitgliederzahl, erreichte aber in den Folgejahren einschließlich beratender Personen wieder die ursprüngliche Mitgliederzahl.

Als Sponsoren der ab 2017 dotierten Preise der Gruppe 48 in Lyrik und Prosa wurden Uta Oberkampf und Dr. Jürgen Rembold Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements[10], beide mit Sitz in Rösrath, sowie die VR Bank eG Bergisch Gladbach-Leverkusen gewonnen werden. Der Förderpreis wird gesponsert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), Köln, Uta Oberkampf, Rösrath (ab Wettbewerb 2022), und der Dr. Jürgen Rembold Stiftung, Rösrath.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 startete die Gruppe 48 ihre Buchreihe Wunderwerk Text.[11] Es handelt sich dabei um eine jährlich zum Wettbewerb erscheinende Anthologie, die jeweils eine Auslese der Wettbewerbstexte enthält.[12] Der Umfang beträgt jeweils etwa 30 Prosabeiträge und 30 Lyrikbeiträge, wobei ein Lyrikbeitrag aus maximal 5 Gedichten besteht. Alle Texte der Anthologie wählt die Jury in einem anonymisierten Verfahren aus. Herausgegeben wird die Reihe für die Gruppe 48 von Hannelore Furch, ab 2021 von Hannelore Furch und Heiger Ostertag.

Im Jahr 2020 startete die Gruppe 48 eine Buchreihe zum "Förderpreis der Gruppe 48 für Jugendliche und Jungautoren". Im Jahr 2020 erschien die erste Ausgabe unter dem Titel "Suchbewegungen. Junge Literatur" im Verlag Kulturmaschinen. Herausgeber waren Reimer Boy Eilers und Sven J. Olsson.[13]

Preise und Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preis 2016: aufgeteilt unter Uta Oberkampf und Thomas Schmidt Rocha
  • Preis für Lyrik 2017: Regine Böge
  • Preis für Prosa 2017: Tina Drenkelfort
  • Preis 2018: Torsten Himstedt
  • Förderpreis 2018: aufgeteilt unter Helen Landsberger, Sophia Oberhuber und Angie Volk
  • Preis für Lyrik 2019: Mechthild Bordt-Haakshorst
  • Preis für Prosa 2019: Peter Coon[14][15]
  • Preis für Lyrik 2020: Johannes Müller-Salo
  • Preis für Prosa 2020: Frauke Buchholz[16]
  • Förderpreis 2020: Miriam Unterthiner[17][18]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hannelore Furch für "Die Gruppe 48"(Hrsg.): Wunderwerk Text. Literaturwettbewerb 2019, BoD 2019, ISBN 978-3-7494-6968-0
  • Hannelore Furch für "Die Gruppe 48" (Hrsg.): Wunderwerk Text. Literaturwettbewerb 2020, BoD 2020, ISBN 978-3-7504-9623-1
  • ໍReimer Boy Eilers und Sven j. Olsson für "Die Gruppe 48" (Hrsg.): Suchbewegungen. Junge Literatur. Ein Lesebuch der Gruppe 48. Verlag Kulturmaschine 2021, ISBN 978-3-9676-3068-8.
  • Hannelore Furch und Heiger Ostertag für "Die Gruppe 48" (Hrsg.): Wunkerwerk Text. Literaturwettbewerb 2021, Mackingerverlag 2021, ISBN 978-3-9029-6440-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Förderpreis für Nachwuchstalente Literaturwettbewerb für Jungautoren, auf rheinische-anzeigenblaetter.de, abgerufen am 12. Mai 2020
  2. Mehr Raum für den schriftstellerischen Nachwuchs, auf boersenblatt.net, abgerufen am 12. Mai 2020
  3. Mehr Raum für den schriftstellerischen Nachwuchs, auf buchjournal.de, abgerufen am 6. Juni 2020
  4. Gruppe 48 startet Literaturwettbewerb für Jungautoren, Bergischer Bote vom 12. Mai 2020, abgerufen am 6 . Juni 2020
  5. Literaturwettbewerb der Gruppe 48 - Projekte. NRW Literatur im Netz, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  6. Franz Geib: Kurt Nickel aus Pfalzdorf wurde in die Gruppe 48 aufgenommen. In: Gocher Wochenblatt. 17. Juli 2019, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  7. Förderpreis 2020, auf die-gruppe-48.net
  8. Thomas Rausch: Finale in Rösrath - Gruppe 48 initiiert Förderpreis für junge Schriftsteller. In: Kölner Stadtanzeiger. 18. Mai 2020, abgerufen am 6. Juni 2020.
  9. Thomas Rausch: Kultur in Rösrath: Literaturinitiative „Gruppe 48“ formiert sich als Verein. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 17. Januar 2018, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  10. Ein Literaturwettbewerb der Gruppe 48: 2000 Euro für Schreibtalente. In: FOCUS Online. 30. März 2017, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  11. Gruppe 48. Literaturwettbewerb. In "Rösrath erleben. Herbst 2020. Abgerufen am 12. Juli 2021.
  12. 5. Literaturwettbewerb 2020. Neustart mit 10.000 Euro Preisgeldern., Rheinische Anzeigenblätter. Abgerufen am 30. Dezember 2019.
  13. Suchbewegungen. Junge Literatur, auf kulturmaschinen.com, abgerufen am 12. Juli 2021
  14. Erster Preis für Peter Coon bei der Gruppe 48 – Autorenkreis Ruhr-Mark e.V. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  15. Literaturwettbewerb der "Gruppe 48 e.V." 2019 | Rösrath. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  16. Die Gruppe 48 zeichnet in der Theaterwerkstatt verdiente Gewin ... In: rheinischeanzeigenblätter.de. 5. Oktober 2020, abgerufen am 5. Dezember 2020.
  17. Rösrath Südtiroler Autorin gewinnt Förderpreis der Gruppe 48 , auf rundschau-online.de, abgerufen am 12. Juli 2021
  18. Rösrath Südtiroler Autorin gewinnt Förderpreis der Gruppe 48. In: Kölner Stadtanzeiger. Abgerufen am 12. Juli 2021