Die Heirat (Gogol)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten
Titel: Die Heirat
Originaltitel: Женитьба (Ženit’ba)
Gattung: Komödie
Originalsprache: Russisch
Autor: Nikolai Gogol
Erscheinungsjahr: 1842
Uraufführung: 9. Dezember 1842
Ort der Uraufführung: Alexandrinski-Theater, Sankt Petersburg
Ort und Zeit der Handlung: Sankt Petersburg, 9. April 1825 (das Datum der Handlung ergibt sich implizit aus Hinweisen im Text)
Personen
  • Agafja Tichonowna, Kaufmannstochter (Braut)[1]
  • Arina Pantelejmonowa, ihre Tante
  • Fjokla Iwanowna, Brautwerberin
  • Podkolessin, Hofrat im Dienst
  • Kotschkarjow, sein Freund
  • Jaitschniza, Exekutor
  • Anutschkin, Infanterieoffizier i. R.
  • Shewakin, Seemann
  • Dunjaschka, Dienstmädchen
  • Starikow, Kaufmann (in einem Kaufhaus)
  • Stepan, Podkolessins Diener

Die Heirat (russisch Женитьба) ist eine Komödie in zwei Aufzügen von Nikolai Gogol. Sie erschien zuerst 1842 im vierten Band der Gogol-Werkausgabe und trug den Untertitel „Eine ganz unwahrscheinliche Begebenheit in zwei Aufzügen (geschrieben 1833)“.[2] Die Uraufführung fand am 9. Dezember 1842 in Sankt Petersburg im Alexandrinski-Theater statt, die Erstaufführung für Moskau am 5. Februar 1843.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Aufzug: Der Hofrat und Junggeselle Iwan Kusmitsch Podkolessin möchte sich verheiraten und hat zu diesem Zweck eine Brautwerberin engagiert (Fjokla Iwanowna), die eine für ihn passende Frau suchen soll. Podkolessin ist schon länger auf Brautschau, doch er gefällt sich in seiner Unentschlossenheit, und so kam es bisher nicht zur Heirat. Die Brautwerberin trifft ein und präsentiert ihm den Namen einer Kandidatin: Agafja Tichonowna.

Podkolessins Freund Kotschkarjow erscheint ebenfalls und erfährt von den Hochzeitsplänen. Er hat seine eigene Verheiratung ebenfalls den Diensten Fjokla Iwanownas zu verdanken und ist zutiefst unglücklich mit seinem nunmehrigen Ehestand. Er möchte unbedingt, dass sein Freund auch verheiratet werde, und beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er erfragt von Fjokla Iwanowna die Adresse der möglichen Braut und schickt die Brautwerberin weg.

Diese begibt sich ins Haus der heiratswilligen Kaufmannstochter Agafja Tichonowna, wo sie außer auf Agafja selbst noch auf ihre Tante Arina Pantelejmonowa trifft und das Erscheinen von sechs Freiern ankündigt. Nacheinander treffen Jaitschniza, Anutschkin und Shewakin ein, allesamt zwielichtige Freier, die auf eine gute Partie aus sind und vor sich hin bramarbasieren. Als Nächstes treffen Kotschkarjow und Podkolessin ein, schließlich noch der Tuchkaufmann Starikow. Alle setzen sich, und der korpulente Exekutor Jaitschniza (der Name bedeutet übersetzt ‚Rührei‘ oder ‚Spiegelei‘) dringt darauf, dass sich die junge Frau sofort entscheide, wen sie heirate. Agafja ist von der ganzen Situation so peinlich berührt, dass sie den Raum verlässt.

Zweiter Aufzug: Sobald sie allein sind, versucht Kotschkarjow, den anderen Freiern Agafja abspenstig zu machen. Später überzeugt Kotschkarjow dann Agafja, unbedingt seinen Freund Podkolessin als Bräutigam zu wählen. Als die anderen Freier wieder auftauchen, werden sie allesamt abgewiesen und treten erzürnt ab. Unter der Regie von Kotschkarjow küssen sich Agafja und Podkolessin schließlich und vereinbaren die Hochzeit, die gleich im Anschluss stattfinden soll – Kotschkarjow hat schon alles geregelt.

Während sich die Braut ankleidet, sinniert Podkolessin über seine bevorstehende Ehe. Zunächst scheint er zufrieden, am Ziel seiner Wünsche, doch seine Gedanken drehen ab, seine Unentschlossenheit übermannt ihn wieder. Schließlich springt er aus dem Fenster und fährt mit einer Kutsche davon.

Alle suchen nach ihm, bis feststeht, dass er tatsächlich das Weite gesucht hat. Das Stück endet damit, dass sich die Brautwerberin Fjokla über die Brautwerbefähigkeiten des großspurigen Kotschkarjows lustig macht.

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Ebbinghaus: Zur Komödienstruktur der Ženit’ba [Die Heirat] von N. V. Gogol’. In: Zeitschrift für Slawistik, Bd. 41, 1996, H. 1, S. 3–19.

Volltext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personennamen nach der in Reclams Universal-Bibliothek erschienenen Übersetzung von Marianne Wiebe.
  2. Angela Martini: Nachwort. In: Nikolaj Gogol: Die Heirat. Eine ganz unwahrscheinliche Begebenheit in zwei Aufzügen. Übersetzt von Marianne Wiebe. Anmerkungen von Angela Martini. Stuttgart: Reclam 2004. S. 83–95.