Die Insel Tulipatan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Insel Tulipatan, Arban, Quadrille
Werkdaten
Titel: Die Insel Tulipatan
Originaltitel: L’île de Tulipatan
Form: opéra bouffe, Operette
Originalsprache: französisch
Musik: Jacques Offenbach
Libretto: Henri Charles Chivot (1830–1897) und Alfred Duru (1829–1889)
Literarische Vorlage: keine
Uraufführung: 30. September 1868
Ort der Uraufführung: Théâtre des Bouffes-Parisiens, Paris (Frankreich)
Spieldauer: 48 Minuten, 1 Akt
Ort und Zeit der Handlung: Auf der (fiktiven) Insel Tulipatan um 1860 (Gegenwart)
Personen
  • Cacatois XXII, verwitweter Herzog von Tulipatan (Tenorbuffo oder Bassbuffo)
  • Romboidal, Großseneschall (Tenorbuffo)
  • Alexis, Sohn von Cacatois XXII, Erbprinz von Tulipatan (Koloratursopran)
  • Théodorine, Romboidals Ehefrau (Mezzosopran oder Alt)
  • Hermosa, Tochter von Romboidal (Hoher Koloraturtenor)
  • Offiziere, Diener, Hofbeamte, Volk (Chor)

Die Insel Tulipatan (Originaltitel: L’île de Tulipatan) ist eine französische Operette in einem Akt von Jacques Offenbach nach einem Libretto von Henri Charles Chivot und Alfred Duru. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 30. September 1868 in Offenbachs eigenem Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris. Wegen ihrer Kürze wird die Operette häufig mit anderen Einaktern von Jacques Offenbach an einem Abend gegeben, wie Die Verlobung bei der Laterne oder Der Regimentszauberer. Gelegentlich führt man das Werk auch mit reduzierter Orchesterbesetzung oder nur mit Klavierbegleitung auf. Im deutschsprachigen Raum wird es meist in deutscher Fassung aufgeführt. Die Handlung spielt im Herzog-Milieu, dennoch handelt es sich nur um eine harmlose Verwechslungskomödie, die keinen Stand hervorhebt. Hervorzuheben ist auch, dass es eine der ersten Formen des sogenannten Cross-Dressing in der Operette beinhaltet.

Orchester[Bearbeiten]

Zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Schlagzeug und Streicher.

Handlung[Bearbeiten]

Sehnlichst wünscht sich Herzog Cacatois XXII. einen Thronerben, er hat bereits zwei Töchter. Als die Herzogin das dritte Mal schwanger ist und die Geburt bevorsteht, ist Herzog Cacatois XXII. im Ausland. Aus Furcht vor seinem enttäuschten Zorn gibt man sein drittes Kind, wiederum ein Mädchen, als Knaben aus. Kein Wunder, dass der heranwachsende Erbprinz Alexis einen ungemein artigen und schüchternen Charakter aufweist.

Théodorine, die Gattin des Großseneschallen, schenkt einem Knaben das Leben. In panischer Angst vor Militärdienst und Krieg lassen die Eltern ihren Sohn als Mädchen Hermosa aufwachsen.

Da die Insel Tulipatan sehr klein ist, lernen sich im Laufe ihres Lebens Hermosa und Alexis kennen. Hermosa erweist sich als ungemein wild und leidenschaftlich und bringt den schüchternen Alexis so in Glut, dass er ihr eine Liebeserklärung macht. Nun muss man ihnen das schreckliche Geheimnis des Geschlechtertausches offenbaren. Das Mädchen Alexis und der Knabe Hermosa lassen sich unter dem Beifall der Untertanen trauen. Zur allgemeinen Verwunderung ist der Herzog sehr gefasst, als er von diesen erstaunlichen Dingen erfährt. Er sieht darin einen Grund nochmals zu heiraten, um endlich einen männlichen Thronerben zu haben.

Musikstücke[Bearbeiten]

  • Ouvertüre
  • Dialog
  • Vivat, die Freude! Es lebe der Scherz (Romboidal, Chor)
  • Dialog
  • Er lebe hoch tausend Jahr’ – Es ist’ ne Ente, Zeitungsente (Cacatois, Chor) – Enten-Couplet
  • Dieser Tag ist ein herrlicher Tag – Ach, mein Freund ist entfloh’n (Romboidal, Cacatois, Alexis, Chor)
  • Wär’ ich vom männlichen Geschlechte (Hermosa, Alexis)
  • Ich hole jetzt den feurig-gold’nen Wein (Théodorine, Romboidal, Hermosa)
  • Du kennst jetzt meine grossen Leiden (Romboidal, Hermosa)
  • Sie sind’s? – Ich bin’s (Alexis, Hermosa)
  • Barcarole (Romboidal, Théodorine, Cacatois, Chor)
  • Dialog und Melodram
  • Finale: In des Lebens Gondel (Cacatois, Romboidal, Théodorine, Alexis, Hermosa, Chor)

Quellen[Bearbeiten]

  • Von Offenbach bis zum Musical, Operettenführer: Helmut Steger, Karl Howe, Fischer Bücherei, Frankfurt am Main 1958.
  • Operette, Phänomen und Entwicklung, Band 15: Dieter Zimmerschied, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1988.
  • Zauber der Operette, Vol. 49, 1958, 1965, Disc 2, Franz Marszalek.

Weblinks[Bearbeiten]