Die Jungen Unternehmer

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DIE JUNGEN UNTERNEHMER
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Zweck: Interessenverband
Vorsitz: Hubertus Porschen[1]
Gründungsdatum: 1950
Mitgliederzahl: 1500
Sitz: Berlin
Website: www.junge-unternehmer.eu

Die Jungen Unternehmer (Eigenschreibweise DIE JUNGEN UNTERNEHMER) ist ein Wirtschaftsverband, der sich als Interessenvertretung für junge Familien- und Eigentümerunternehmer versteht. Er ist eine nicht rechtsfähige Unterorganisation des Unternehmerverbands Die Familienunternehmer und wurde 1950 als Bundesverband Junger Unternehmer (BJU) gegründet. Der Verband tritt nach eigenen Angaben für eine Soziale Marktwirtschaft ein, in der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit stärker Beachtung finden, und engagiert sich für bessere Rahmenbedingungen für junge Gründer und Unternehmensnachfolger in Deutschland.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband gliedert sich in eine Bundesebene, zehn Landesbereiche und 46 Regionalkreise. Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Berlin.[2] Neben der wirtschaftspolitischen Interessenvertretung fördert er den unternehmerischen Austausch vor Ort und bietet fachspezifische Seminare an.[3]

Bundesvorsitzender ist seit September 2015 Hubertus Porschen, Gründer und Geschäftsführer der iConsultants GmbH, die den internationalen Online-Marktplatz App-Arena.com betreibt.[4] Seine Vorgänger waren Lencke Steiner (2012–2015) und Marie-Christine Ostermann (2009–2012). Stellvertretende Bundesvorsitzende sind Lukas Büdenbender, Boris Fahle, Konstantin Schnitker, Olaf Stiller und Johanna Strunz.[5] Hauptgeschäftsführer ist Albrecht von der Hagen. Mitglieder des Verbandes sind Unternehmer (Inhaber oder Gesellschafter) im Alter bis zu 40 Jahren aus unterschiedlichen Branchen.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gründung und Innovation: Der Verband setzt sich für einen Wandel des Gründerklimas in Deutschland ein.[6] Um junge Unternehmen vor hohen Bürokratiekosten zu bewahren, fordert der Verband eine möglichst weitgehende Befreiung von bürokratischen Lasten im Jahr der Gründung und in den darauf folgenden drei Jahren, beispielsweise durch eine verbindliche Auskunft im Steuerrecht für neugegründete Firmen.[7] Außerdem schlagen Die Jungen Unternehmer steuerrechtliche Änderungen vor, um Eigenkapitalbildung zu fördern und die private Finanzierung von Start-Ups zu stärken. Darüber hinaus unterstützt der Verband die Einführung eines besonderen Börsensegments für junge Unternehmen, um Investitionen in Start-Ups für Investoren attraktiver zu machen.[8]
  • Rente: Der Verband tritt für eine generationengerechte Gestaltung der sozialen Sicherungssysteme ein, die sich dem demografischen Wandel in Deutschland anpasst. Ein Vorschlag des Verbands ist die feste Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.[9] Scharfe Kritik haben Die Jungen Unternehmer am Rentenpaket der Großen Koalition und der Belastung kommender Generationen durch die Rente mit 63 geübt.[10]
  • Haushalt: Der Verband spricht sich für eine nachhaltige Haushaltspolitik bei Bund, Ländern und Kommunen aus, die nachfolgenden Generationen ausreichend finanziellen Handlungsspielraum lässt. Zu den Forderungen des Verbands zählen ein generelles Neuverschuldungsverbot sowie verbindliche Ziele für den Schuldenabbau.[11][12] Im Sommer 2013 startete der Verband die Tour der Generationengerechtigkeit in sieben deutschen Städten, bei der mit Riesen-Wippen symbolisch auf die Belastung der jungen Generation durch die hohe Staatsverschuldung und die Schieflage der sozialen Sicherungssysteme hingewiesen wurde.[13]
  • Bildung: Der Verband will die ökonomische Bildung an Schulen in Deutschland stärken und fordert daher eine bessere Einbindung von aktuellen unternehmerischen und wirtschaftlichen Themen im Unterricht. Eine Forderung des Verbands ist die Schaffung eines eigenständigen und verpflichtenden Schulfachs „Wirtschaft“ an allen allgemeinbildenden weiterführenden Schulen.[14]
  • Europa: Der Verband fordert die stärkere Beachtung des Prinzips Risiko und Haftung in der Europapolitik und setzt sich für Subsidiarität ein. Permanente Transferzahlungen und eine Vergemeinschaftung der Staatsschulden auf europäischer Ebene werden strikt abgelehnt.[15] Den Tag der Abstimmung im Bundestag zum erweiterten Rettungsschirm am 29. September 2011 bezeichnete der Verband als schwarzen Tag für den deutschen Steuerzahler und künftige Generationen.[16]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schüler im Chefsessel: Das 1980 begonnene Bildungsprojekt Schüler im Chefsessel soll Jugendlichen ein lebendiges Bild des Unternehmertums und des Firmenalltags vermitteln. Es findet als Wettbewerb unter Schülern der Oberstufe statt. Die Schüler begleiten einen Unternehmer einen Tag lang und lernen hierbei die typischen Abläufe in einem Unternehmen kennen. Über ihren Praxistag schreiben die Schüler Aufsätze, die von einer regionalen Jury bewertet werden. Im Rahmen der Initiative Deutschland – Land der Ideen unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten wurde das Projekt als Ausgewählter Ort 2009 ausgezeichnet.[17][18]
  • Seitenwechsel: Seit 2007 veranstaltet der Verband jährlich das Projekt Seitenwechsel, um den inhaltlichen Austausch von Politik und Wirtschaft zu fördern. Junge Bundestagsabgeordnete sind für einen Tag bei jungen Unternehmern zu Gast, um sich einen Eindruck von deren Betrieben und den wirtschaftlichen Abläufen dort zu verschaffen. Dabei erläutern die Unternehmer ihren Gästen auch die konkreten Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf die betriebliche Praxis.[19]
  • Klubs: Im Verband gibt es drei Klubs, deren Projekte und Veranstaltungen sich an bestimme Personengruppen richten. Im Klub der Gründer werden Seminare und Vorträge zu allen relevanten Gründerthemen angeboten. Der Klub der Junioren veranstaltet Seminar-Wochenenden zu Themen wie Führung, Rhetorik oder Management für Kinder von Familienunternehmern. Der Klub der Nachfolger bietet Austauschmöglichkeiten für junge Menschen, die bereits Verantwortung im Familienunternehmen übernehmen.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.junge-unternehmer.eu
  2. http://www.junge-unternehmer.eu/vor-ort.html
  3. http://www.junge-unternehmer.eu/veranstaltungen.html
  4. Anja Müller: Hubertus Porschen folgt auf Lencke Steiner. In: Handelsblatt, 4. September 2015. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  5. Aktueller Bundesvorstand des Verbands. Abgerufen am 7. September 2015.
  6. Jung-Unternehmerin Lencke Wischhusen fordert Gründer. In: B.Z., 16. August 2014
  7. Pressemitteilung des Verbands zum Anti-Bürokratie-Papier der Bundesregierung. Abgerufen am 7. Januar 2015
  8. Pressemitteilung des Verbands zum Markt 2.0. Abgerufen am 7. Januar 2015
  9. Pressemitteilung des Verbands zur Rentendebatte. Abgerufen am 19. Januar 2015
  10. Große Koalition zettelt Krieg der Generationen an. In: Handelsblatt, 3. April 2014
  11. Positionspapier des Verbands zur Haushaltspolitik. Abgerufen am 26. Januar 2015
  12. Pressemitteilung: Zeitbombe Staatsverschuldung jetzt entschärfen!. Abgerufen am 26. Januar 2015
  13. Demo für Schuldenbremse. In: Rheinische Post, 2. August 2013
  14. Für ein Schulfach Wirtschaft. In: Mittelbayerische Zeitung, 4. August 2014
  15. Positionsseite des Verbands zur Europapolitik. Abgerufen am 9. Februar 2015
  16. Euro-Votum des Bundestags – Krasse Fehlentscheidung. In: Handelsblatt, 29. September 2011
  17. Projektwebseite „Schüler im Chefsessel“. Abgerufen am 29. April 2014
  18. Familiärer Umgang zwischen Boss und Mitarbeitern. In: Frankfurter Neue Presse, 28. April 2012
  19. Projektwebseite „Seitenwechsel“. Abgerufen am 11. Februar 2015
  20. Webseite der drei Klubs im Verband. Abgerufen am 11. Februar 2015