Die Kartause von Parma

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Die Kartause von Parma (Begriffsklärung) aufgeführt.
La Chartreuse de Parme, Titelblatt von 1846

Die Kartause von Parma ist ein Roman des französischen Schriftstellers Stendhal aus dem Jahr 1839.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman beginnt im Mailand des Jahres 1796, nachdem Napoleon die Stadt während seines Italienfeldzugs erobert hatte. Während der Marchese del Dongo und sein älterer Sohn Ascanio als Nationalisten und Reaktionäre die Revolutionstruppen verabscheuen und sich aufs Land zurückziehen, begrüßt der jüngere Sohn Fabrizio die französische Armee als Befreier der Italiener von politischer Rückständigkeit. Fabrizios Mutter und seine Tante, die Contessa Pietranera, die heimlich in ihn verliebt ist, sympathisieren mit ihm und seinen Ansichten, ohne sich aber offen gegen den Marchese zu stellen.

Schließlich meldet sich Fabrizio als Freiwilliger in die Armee von Napoleon und kämpft in der Schlacht bei Waterloo; seine Hoffnungen auf Ruhm werden enttäuscht. Fabrizio wird von seiner Tante an den Hof von Parma gerufen und beginnt mit der Unterstützung des Fürsten von Parma eine Karriere innerhalb der Kirche. Allerdings hat er auch einflussreiche Feinde am Hofe. Als er ein Verhältnis mit einer kleinen Schauspielerin anfängt, wird er von deren eifersüchtigem Liebhaber in eine Schlägerei verwickelt und tötet den Angreifer. Seine Gegner am Hofe klagen ihn des Mordes an und erreichen einen Prozess gegen ihn, bei dem er zu zwölf Jahren Haft verurteilt wird. Er wird gefangen genommen und in einer Zitadelle in Parma inhaftiert.

Hier verliebt er sich in Clelia, die Tochter des Gefängnisgouverneurs, die ihm zur Flucht verhilft. Bald darauf heiratet Clelia einen Marchese, und Fabrizio kehrt mithilfe seiner Tante nach Parma zurück, wird in seine alten Ämter und Würden wiedereingesetzt und steigt schließlich zum Erzbischof auf. Clelia bekommt ein Kind, das sie als eheliches ausgibt, von Fabrizio, mit dem sie sich heimlich trifft. Drei Jahre leben sie so insgeheim zusammen, dann stirbt das Kind und bald darauf auch Clelia. Fabrizio gibt daraufhin alle seine Ämter auf und zieht sich in eine Kartause zurück. Etwa ein Jahr später stirbt auch er.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den ersten, die die Bedeutung von Stendhals Roman erkannten, gehörte Honoré de Balzac, der ihm einen enthusiastischen Essay in seiner Zeitschrift Revue parisienne (1840) widmete.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman wurde 1948 unter dem gleichen Titel von Christian-Jaque und 1982 als gleichnamige Fernsehserie verfilmt.

Übersetzungen ins Deutsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kartause von Parma. Übertragen von Arthur Schurig. Gesammelte Werke herausgegeben von Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Zweiter Band. Propyläen, 1921.
  • Die Certosa von Parma. Deutsche Übertragung von Erwin Rieger. Hrsg. u. m. Nachwort von Franz Blei. München, Georg Müller, 1923
  • Die Kartause von Parma. Übersetzt und mit Nachwort, Erläuterungen und Anmerkungen von Otto Freihernn von Taube. Doppeltitel und Einband von Walter Tiemann. Leipzig, Insel 1925.
  • Die Kartause von Parma. Aus dem Französischen von Walter Widmer. München, Winkler, 1952.
  • Die Kartause von Parma. Vollständige Ausgabe. Übersetzt v. W. Widmer. München, Winkler Verlag 1978
  • Die Kartause von Parma. Neuübersetzung von Elisabeth Edl. München: dtv Verlagsgesellschaft, 2009 ISBN 978-3-423-13776-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]