Die Kartause von Parma

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La Chartreuse de Parme, Titelblatt von 1846

Die Kartause von Parma ist ein Roman des französischen Schriftstellers Stendhal aus dem Jahr 1839.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman beginnt im Mailand des Jahres 1796, nachdem Napoleon die Stadt während seines Italienfeldzugs erobert hatte. Während der Marchese del Dongo und sein älterer Sohn Ascanio als Parteigänger der vertriebenen Habsburger und Reaktionäre die Revolutionstruppen verabscheuen und sich aufs Land zurückziehen, begrüßt der jüngere Sohn Fabrizio die französische Armee als Befreier der Italiener von politischer Rückständigkeit. Fabrizios Mutter und seine Tante, die Contessa Pietranera, die heimlich in ihn verliebt ist, sympathisieren mit ihm und seinen Ansichten, ohne sich aber offen gegen den Marchese zu stellen.

Schließlich meldet sich Fabrizio als Freiwilliger in die Armee von Napoleon und kämpft in der Schlacht bei Waterloo; seine Hoffnungen auf Ruhm werden enttäuscht. Fabrizio wird von seiner Tante an den Hof von Parma gerufen und beginnt mit der Unterstützung der Herzogin von Parma eine Karriere innerhalb der Kirche. Allerdings hat er auch einflussreiche Feinde am Hofe. Als er ein Verhältnis mit einer Schauspielerin anfängt, wird er von deren eifersüchtigem Liebhaber in eine Schlägerei verwickelt und tötet den Angreifer. Seine Gegner am Hofe klagen ihn des Mordes an und erreichen einen Prozess gegen ihn, bei dem er zu zwölf Jahren Haft verurteilt wird. Er wird gefangen genommen und in der Zitadelle von Parma eingekerkert.

Hier verliebt sich der bisher leichtfertige und launenhafte Fabrizio leidenschaftlich in Clelia, die Tochter des Gefängnisgouverneurs, die seine Gefühle erwidert. Clelia kann ihm zur Flucht verhelfen, muss aber gegen ihren Willen einen Marchese heiraten. Als Fabrizio mithilfe seiner Tante nach Parma zurückkehrt, erhält er seine alten Ämter und Würden zurück und steigt zum Erzbischof auf. Heimlich nimmt er den Kontakt mit Clelia wieder auf, die der Madonna gelobt hatte, ihn nicht wiederzusehen. So treffen sich die Liebenden nur im tiefsten Dunkel der Nacht, und diese Treffen bleiben vollkommen geheim. Schließlich bekommt Clelia von Fabrizio ein Kind, das sie als ehelich ausgeben kann. Drei Jahre dauert dieses Verhältnis, dann stirbt das Kind und bald darauf auch Clelia, die den Tod des Kindes als Strafe Gottes für ihr sündhaftes Verhältnis empfunden hatte. Fabrizio gibt nach dem Tod Clelias seine Ämter auf und zieht sich in die Kartause von Parma zurück. Etwa ein Jahr später stirbt auch er.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den ersten, die die Bedeutung von Stendhals Roman erkannten, gehörte Honoré de Balzac, der ihm einen enthusiastischen Essay in seiner Zeitschrift Revue parisienne (1840) widmete.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman wurde 1948 unter dem gleichen Titel von Christian-Jaque und 1982 als gleichnamige Fernsehserie verfilmt.

Übersetzungen ins Deutsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kartause von Parma. Übertragen von Arthur Schurig. Gesammelte Werke herausgegeben von Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Zweiter Band. Propyläen, 1921.
  • Die Certosa von Parma. Deutsche Übertragung von Erwin Rieger. Hrsg. u. m. Nachwort von Franz Blei. München, Georg Müller, 1923
  • Die Kartause von Parma. Übersetzt und mit Nachwort, Erläuterungen und Anmerkungen von Otto Freihernn von Taube. Doppeltitel und Einband von Walter Tiemann. Leipzig, Insel 1925.
  • Die Kartause von Parma. Aus dem Französischen von Walter Widmer. München, Winkler, 1952.
  • Die Kartause von Parma. Vollständige Ausgabe. Übersetzt v. W. Widmer. München, Winkler Verlag 1978
  • Die Kartause von Parma. Neuübersetzung von Elisabeth Edl. München: dtv Verlagsgesellschaft, 2009 ISBN 978-3-423-13776-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]