Die Linke.SDS

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Basisdaten
Gründungsdatum: 5. Mai 2007
Gründungsort: Frankfurt am Main

Geschäftsführung:[1]
Bettina Gutperl
Rhonda Koch
Bundesvorstand:[1]

Roberto del Aurel
Kenja Felger
Fabian Korner
Nina Papenfuß
Jasper Stange
Dorian Tigges
Daphne Weber

Schatzmeisterin: Katharina Schramm
Ausrichtung: Linke Politik
Verbandsgliederung:

45+ Hochschulgruppen

Website: www.linke-sds.org

Die Linke. Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband (Die Linke.SDS) ist ein bundesweiter Zusammenschluss sozialistischer Studierender. Die Linke.SDS ist anerkannter Studierendenverband der Partei Die Linke und ist als Arbeitsgemeinschaft mit Sonderstatus Bestandteil des Jugendverbandes Linksjugend ['solid].[2]

Programm und Politikfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programmatisch steht der Verband der Partei Die Linke nahe. Als Hochschulverband streitet der Verband für den Sozialismus und „eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft“ mit dem Ziel der „Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung“ und für die Errichtung einer „sozialistischen Gesellschaft“.[3] Zentrale Forderungen sind eine demokratische Hochschule, die Raum für kritische Wissenschaft lässt und die Ablehnung jeder Art von Studiengebühren. Die Linke.SDS will sich aber ebenso zu Themen jenseits der Hochschulpolitik äußern und fordert ein allgemeinpolitisches Mandat für die verfassten Studierendenschaften. Des Weiteren will der Verband die Beschäftigung mit politischer und weltanschaulicher Theorie fördern und hier den Studierenden an deutschen Hochschulen Seminarangebote machen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linke.SDS gründete sich 2007 in Frankfurt am Main als Bundesverband von 34 bisher unabhängigen und zuvor bereits im Die-Linke-Hochschulgruppennetzwerk zusammengefassten Hochschulgruppen. Als Gründungsdatum mit Symbolcharakter wurde dabei der 189. Geburtstag von Karl Marx gewählt.

Laut Eigendarstellung ging der Gründung des Verbandes ein längerer Diskussionsprozess voraus, an dem neben den bereits bestehenden Hochschulgruppen aus dem ehemaligen PDS-Hochschulgruppennetzwerk und der ehemaligen WASG auch Hochschulgruppen und Einzelpersonen vom linken Flügel der Juso-Hochschulgruppen, Studierende aus dem Spektrum des „einheitsorientierten und modernen Trotzkismus“ (Linksruck bzw. heute marx21) sowie Teile des früheren Bündnisses linker und radikaldemokratischer Hochschulgruppen (LiRa) beteiligt waren. Damit soll belegt werden, dass es sich bei dem neuen Studierendenverband um eine „plurale Linke [handelt], die unterschiedliche politische Impulse“ aufnehmen und in ihrer Politik fruchtbar machen will.

Mit dem gewählten Namenskürzel SDS versucht der Verband zudem, an die Tradition des früheren Sozialistischen Deutschen Studentenbunds anzuknüpfen.

Geschichte seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Monaten ihres Bestehens legte Die Linke.SDS die Schwerpunkte ihrer Arbeit auf die Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007. Dazu wurden Vortragsreihen und andere öffentliche Veranstaltungen organisiert. Die Politik der G8 und die Proteste gegen sie waren auch das Schwerpunktthema der früheren Verbandszeitschrift Die Linke.Campus. Ein weiterer Schwerpunkt der Anfangszeit war die Auseinandersetzung mit den Vorgängen in Venezuela. Hierzu fand eine Delegationsreise statt.

Mit dem Wintersemester 2008/2009 begann der Verband mit einer bundesweiten Reihe von Lesekreisen zu Marx' Hauptwerk Das Kapital. Die Auftaktveranstaltungen mit über 2000 Interessierten sorgten selbst in Mainstream-Medien für Resonanz.[4] Die Lesekreise werden in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Berliner Dietz-Verlag und anderen organisiert. Beteiligt sind auch Wissenschaftler wie Elmar Altvater, Frank Deppe oder Alex Demirović.

Der Verband organisierte außerdem mehrfach größere Kongresse, die sich an Studierende richten und neben prominent besetzten Podien Workshops und Diskussionen für die Teilnehmer enthielten. 2008 fand anlässlich des 40. jährigen Jubiläums von 1968 ein Kongress zum Thema an der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Zur Finanzkrise ab 2007 veranstaltete der SDS 2009 den Make Capitalism History Kongress an der Freien Universität Berlin. Außerdem fand vom 30. November bis 2. Dezember 2012 ein Kongress mit dem Titel Kapitalismus vs. Demokratie an der Universität zu Köln statt.[5]

Die Linke.SDS ist mit der Linksjugend Solid und anderen Gruppen Teil eines Bündnisses, das zum Frauenkampftag am 8. März 2014 zu einer feministischen Großdemonstration nach Berlin aufrief, zu der rund 5000 Menschen kamen. Im Rahmen des Tages werden außerdem mehrere Rahmenveranstaltungen durchgeführt. Mit der Aktion sollen feministische Inhalte gestärkt werden und der Tag „repolitisiert“ werden.[6]

Strukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisation und Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linke.SDS ist formal eine Arbeitsgemeinschaft mit Sonderstatus im parteinahen Jugendverband Linksjugend Solid, hat aber eigene Regelungen bezüglich Mitgliedschaft und Satzung sowie einen eigenen Vorstand und eine eigene Geschäftsführung. Sie wird finanziell von der ihr nahestehenden Partei Die Linke unterstützt. Mit dem Fördererkreis demokratischer Volks- und Hochschulbildung e. V. steht dem Studierendenverband ein Förderverein nahe, der linke Studierende, Akademiker sowie hochschul- und wissenschaftspolitisch interessierte Menschen aus dem Umfeld der Partei Die Linke vereint und die Arbeit des Verbandes unterstützt.

Der Studierendenverband unterscheidet zwischen der passiven und aktiven Mitgliedschaft. Zudem gibt es noch außerordentliche Mitglieder, dies sind diejenigen, die nicht mehr eingeschriebene Studierende sind. Passives Mitglied ist, wer Mitglied des Jugendverbandes Linksjugend ['solid] oder Parteimitglied bei Die Linke ist und studiert. Aktives Mitglied ist, wer sich an einer Hochschulgruppe vor Ort beteiligt. Aktives Mitglied kann auch derjenige werden, der nicht Mitglied im Jugendverband oder der Partei ist.

Der Verband ist örtlich in Hochschulgruppen organisiert. Diese haben unter anderem das Recht, zwei Delegierte zum Bundeskongress zu entsenden. Die Hochschulgruppen können sich eine eigene Satzung geben, die aber nicht der Bundessatzung widersprechen darf. Der Bundeskongress ist das höchste Entscheidungsgremium des Verbandes. Auf ihm wird der Bundesvorstand, die Geschäftsführung, sowie die Delegierten zu Parteitagen und Bundeskongressen der linksjugend ['solid] gewählt und die politische Richtung des Bundesverbands entschieden. Er tritt in der Regel einmal pro Semester zusammen. Die Delegierten des Bundesverbandes werden 50 % frauenquotiert gewählt. Für die Wahl des Bundesvorstands sowie aller anderen Mandate und Ämter gibt es zwei Wahlgänge, die Hälfte der Plätze werden zur Sicherung der Mindestquotierung nur an Frauen vergeben (Frauenquote), in einem zweiten Wahlgang wird eine sogenannte gemischte Liste gewählt.

Innerverbandliche Zusammenschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Verbandes existieren hochschulenübergreifende Arbeitsgruppen. Einige in Kooperation mit linksjugend ['solid]. Arbeitsgruppen sind:[7]

  • critica
  • BAK Feminismus
  • BAK Hochschulpolitik (HoPo)
  • praxis. Theoriemagazin von Die Linke.SDS
  • BAK Neoliberalismus
  • AG Entlastung jetzt!

Das offizielle Magazin des Studierendenverbandes ist critica. Sie erscheint halbjährlich zum Semesterbeginn. Außerdem gibt es seit Oktober 2011 eine Onlineausgabe, auf der regelmäßig Artikel veröffentlicht werden. Daneben existiert mit Praxis ein Mitgliedermagazin, das Raum für programmatische und strukturelle Debatten gibt.

Im SDS existieren mit dem trotzkistischen Netzwerk marx21 und der Marxistisch-Feministischen-Gruppe zwei organisierte Strömungen.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.

Vorwurf der fehlenden Hochschulpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Artikel der taz von 2008 wird dem Verband ein fehlendes Interesse an der Hochschulpolitik vorgeworfen,[9] weshalb Die Linke.SDS „im fzs kaum präsent sei“. Weiterhin wirft der Artikel dem Verband vor, ein PR-Gag für die Partei Die Linke zu sein und eine Fokussierung auf Allgemeinpolitik, „Events“ sowie Kongresse und Kapitallesekreise zu haben.[9] Zudem sei der SDS im Verhältnis zu anderen linken Hochschulgruppen an weniger ASten beteiligt.

Einschätzung durch die Verfassungsschutzbehörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Verfassungsschutz des Landes Bayern wird Die Linke.SDS im Verfassungsschutzbericht 2008 unter den organisierten linksextremistischen Parteien und Gruppierungen eingeordnet.[10] Die Verfassungsschutzberichte anderer Bundesländer wie z. B. Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg [11] enthalten Informationen über regelmäßig stattfindende, öffentlich zugängliche und medial beworbene Kongresse mit dem Themenschwerpunkt Kapitalismuskritik, die der Verband organisiert.

Der hessische Verfassungsschutzbericht 2008 [12] beinhaltet ebenfalls Informationen wie z. B. das Bekenntnis zum Sozialismus.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aktuelles: Vorstand. In: linke-sds.org. 17. August 2017, abgerufen am 9. September 2017.
  2. Satzung des Die Linke. Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband (Die Linke.SDS) (Memento des Originals vom 30. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.linke-sds.org (PDF)
  3. Programm des Verbandes Die Linke.SDS: „Selbstverständnis des Studierendenverbandes Die Linke.SDS“ (Memento des Originals vom 26. Juni 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.linke-sds.org, linke-sds.org, abgerufen am 21. Dezember 2009
  4. Pressespiegel auf der Website zu den Lesekreisen
  5. http://www.kapitalismusvsdemokratie.de/ Seite des Kapitalismus vs. Demokratie Kongresses, abgerufen am 4. Dezember 2012
  6. http://frauenkampftag2014.de/ Bündnisseite zum Frauenkampftag 2014
  7. http://www.linke-sds.org/die-linke-sds/bundesarbeitskreise/ , abgerufen am 09.02.18 01:30 Uhr.
  8. [1] PDF Abgerufen am 26. April 2016
  9. a b Der SDS als PR-Gag, taz 13. Dezember 2008
  10. Verfassungsschutzbericht des Landes Bayern 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.verfassungsschutz.bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (S. 170)
  11. Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.verfassungsschutz-bw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 10,2 MB)
  12. Verfassungsschutz in Hessen, Bericht 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.verfassungsschutz.hessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 4,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]