Die Linke Bayern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Linke Bayern
Die Linke logo.svg
Vorsitzende Ates Gürpinar
Uschi Maxim
Schatz­meister Hermann Ruttmann
Geschäfts­führer Maximilian Steininger
Gründungs­datum 15. September 2007
Gründungs­ort Zirndorf
Hauptsitz Schwanthalerstraße 139
80339 München
Landtagsmandate
0/180
Mitglieder­zahl 3.147 (Stand: Ende 2016)[1]
Website www.die-linke-bayern.de

Die Linke Bayern (Eigenschreibung: DIE LINKE.Bayern) ist der Landesverband der deutschen Partei Die Linke im Freistaat Bayern. Nach eigenen Angaben hat er 3.147 Mitglieder (Stand: Ende 2017).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei Die Linke entstand am 16. Juni 2007 durch die Verschmelzung der Parteien WASG (Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative) und der Linkspartei.PDS, nachdem diese bereits bei der Bundestagswahl 2005 unter dem Namen Die Linkspartei.PDS bundesweit kooperiert hatten.[3] Am 15. September 2007 wurde der Landesverband Bayern in Zirndorf als Verschmelzung der beiden bayerischen Landesverbände der WASG und der Linkspartei.PDS gegründet.[4]

In Bayern wird die Linke – anders als in der Mehrzahl der Bundesländer und im Bund – vom Verfassungsschutz beobachtet.[5] Der bayerische Verfassungsschutzbericht 2016 bezeichnete darin neben der Kommunistischen Plattform auch die Jugendorganisation Linksjugend Solid und den Studentenverband Die Linke.SDS als offen extremistische Strukturen, die versuchen, auf die Partei Einfluss zu nehmen. Die Zahl der Mitglieder dieser Strukturen schätzt das Landesamt auf 900.[6]

Landtagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtags- und Bezirkstagswahl 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesverband trat zum ersten Mal bei der Landtagswahl 2008 in Bayern an, und erreichte dort ein Ergebnis von 4,4 %[7]. In der Wahl zum Bezirkstag konnten insgesamt fünf Mandate erreicht werden[8].

Landtags- und Bezirkstagswahl 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Landtagswahl in Bayern 2013 verpasste der Landesverband Bayern der Partei die Linke mit einem Ergebnis von 2,2 % den Einzug in den bayerischen Landtag[9]. Bei der zeitgleich stattfindenden Bezirkstagswahl hingegen konnten fünf der 195 vergebenen Mandate gewonnen werden. Diese sind Beate Jenkner im Bezirkstag Oberbayern, Frederik Hintermayr im Bezirkstag Schwaben, Uwe Schildbach für den Bezirkstag Mittelfranken, Angelika Strobel im Bezirkstag Unterfranken und Reinhard Möller im Bezirkstag Oberfranken.[10] Jenkner trat Ende 2017 aus der Partei aus.[11]

Landtags- und Bezirkstagswahl 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch bei der Landtagswahl in Bayern 2018 scheiterte der Landesverband an der 5%-Hürde, konnte aber das Wahlergebnis im Vergleich zur letzten Wahl verbessern.[12]

Europa- Bundestags- und Kommunalwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europaparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bayerische Landesverband der Partei ist mit Thomas Händel im Europaparlament vertreten. Händel gehört der Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne an und ist Vorsitzender des Ausschusses für Beschäftigung und Soziales (EMPL).[13]

Bundestagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bundestagswahl 2009 zogen Klaus Ernst, Nicole Gohlke, Eva Bulling-Schröter, Harald Weinberg, Kornelia Möller und Alexander Süßmair für den Landesverband in den Bundestag ein.

Bei der Bundestagswahl 2013 verloren Möller und Süßmair ihre Mandate, die anderen vier schafften den Wiedereinzug.[14]

2017 gewann der Landesverband sieben Bundestagsmandate. Aktuell vertreten damit Klaus Ernst, Nicole Gohlke, Susanne Ferschl, Harald Weinberg, Simone Barrientos, Andreas Wagner und Eva Schreiber den Landesverband im Bundestag. [15]

Kommunale Mandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 16. März 2014 erreichte Die Linke in den Landkreisen und kreisfreien Städten 21 von rund 5500 vergebenen Kreistags- und Stadtratsmandaten.[16] In Ingolstadt wechselten beide Stadträte der Linken 2015 zur Bürgergemeinschaft Ingolstadt. In Augsburg trat Alexander Süßmair 2017 aus der Partei unter Mitnahme seines Stadtratsmandats aus.

Landesvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Landesparteitag in Hof, welcher am 9. und 10. Juli 2016 stattfand, traten die bisherigen Landessprecher Eva Bulling-Schröter und Xaver Merk nicht mehr zur Wahl an. Neue Landessprecher sind Uschi Maxim und Ates Gürpinar. Zum Schatzmeister wurde Herrmann Ruttmann gewählt. Die vom Jugendverband Linksjugend Solid nominierten jugendpolitischen Sprecher Sophie Bez und Christian Löbel wurden vom Parteitag ebenfalls bestätigt. Ulrike Dierkes-Morsy, Anny Heike, Heidi Kaschner, Erkan Dinar und Richard Spieß komplettieren den geschäftsführenden Landesvorstand. Simone Barrientos, Eva Bulling-Schröter, Susanne Ferschl, Marina Mühlbauer, Eva Schreiber, Francesco Garita, Jutta Greber, Oswald Greim, Josef Ilsanker und Ali Mursa Tas wurden in den erweiterten Landesvorstand gewählt. Der Landesvorstand umfasst damit zwanzig Mitglieder und ist auf zwei Jahre gewählt.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Niedermayer: Parteimitglieder nach Bundesländern. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. Juli 2017, abgerufen am 25. August 2017.
  2. DIE LINKE: Mitgliederzahlen. DIE LINKE, 31. Dezember 2017, abgerufen am 25. September 2018.
  3. Das Statut der Linkspartei: § 1 Abs. 1 (Memento vom 7. Oktober 2007 im Internet Archive) (PDF; 86 kB)
  4. DIE LINKE. Landesverband Bayern:Gründungsparteitag. In: www.die-linke-bayern.de. Archiviert vom Original am 25. August 2016; abgerufen am 25. August 2016.
  5. „Verfassungsfeinde“ – Bayern will die Linke weiter beobachten lassen. Focus Online, 24. Januar 2013
  6. Verfassungsschutzbericht 2016, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, April 2016, S. 219 ff.
  7. Landtagswahl 2008 - Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  8. Bezirkswahlen in Bayern seit 1954. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  9. Landtagswahl 2013 - Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  10. DIE LINKE. Landesverband Bayern:Gründungsparteitag. In: www.die-linke-bayern.de. Abgerufen am 25. August 2016.
  11. Politische Organisation wird zum Karrierenetzwerk, JW vom 8. Januar 2018
  12. Landtagswahl - Ergebnisse in der Tabellenansicht für Bayern. Abgerufen am 14. Oktober 2018.
  13. Thomas HÄNDEL. In: www.europarl.europa.eu. Abgerufen am 25. August 2016.
  14. Süßmair vergeht das Lachen. Er verlässt den Bundestag. In: www.augsburger-allgemeine.de. Abgerufen am 25. August 2016.
  15. DIE LINKE. Landesverband Bayern:Im Bundestag. Abgerufen am 9. Oktober 2017.
  16. Die Landeswahlleiterin: Sitze bei der Wahl der Stadträte in den kreisfreien Städten und bei der Wahl der Kreistage in den Landkreisen am 16. März 2014 (German, PDF) Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 26. August 2016.
  17. Vorstand: DIE LINKE. Landesverband Bayern. Abgerufen am 24. September 2018.