Die Putin-Interviews

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Film
Deutscher TitelDie Putin-Interviews
OriginaltitelThe Putin Interviews
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Russisch (mit Untertiteln)
Erscheinungsjahr 2015–2017
Länge ca. 240 Minuten
Stab
Regie Oliver Stone
Drehbuch Oliver Stone
Produktion Oliver Stone,
Fernando Sulichin
Musik Jeff Beal
Kamera Anthony Dod Mantle,
Rodrigo Prieto
Schnitt Álex Márquez
Besetzung
Synchronisation

Die Putin-Interviews / Interview mit Putin (engl. The Putin Interviews) ist ein vierteiliger Dokumentarfilm aus dem Jahr 2017 unter der Regie von Oliver Stone über den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin. Der Slogan des Films ist „know your enemy“ (dt. „kenne deinen Feind“).

Oliver Stone und Wladimir Putin führten über Jahre (2015–2017) Interviews zu verschiedenen Themen. Darunter über die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, der Erweiterung der NATO, dem Einsatz von Raketenabwehr in Europa, dem Krieg in Syrien und der Ukraine, die Aktivitäten von Edward Snowden. Im Film spricht Oliver Stone auch über Putins Biographie, unter anderem über das, was zuvor der Öffentlichkeit verschlossen blieb.

Die Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film besteht aus vier Teilen mit jeweils einer Stunde Laufzeit und ungefähr vier Stunden Gesamtdauer.

Inhalte des Interviews sind die Ereignisse aus der Vergangenheit, zum Beispiel Putins Kindheit und seine Eltern betreffend, sowie der Zusammenbruch der Sowjetunion und der 1990er Jahre.

Des Weiteren sprachen sie über die angebliche Einmischung amerikanischer Geheimdienste in den Tschetschenienkrieg, über den aktuellen Stand der russisch-amerikanischen Beziehungen, über US-Präsident Donald Trump und die Vorwürfe über Russlands angebliche Einmischung in US-Wahlen, über die Beziehungen zur NATO, die Lage in Syrien, die Ukraine und vieles mehr.

Während dieser Interviews beantwortete Wladimir Putin Stones Fragen über seine berufliche Karriere, seine Beziehungen zu Clinton, Bush, Obama und Trump, Jelzin, Gorbatschow. Sie sprachen auch über das politische Erbe von Stalin und Reagan. Über die Probleme der staatlichen Überwachung und über die Flucht von Snowden nach Moskau. Der Film verwendet eine Chronik von Schlüsselereignissen, die im Interview diskutiert wurden.

Stone bezeichnete die Interwiewserie selber nicht als Dokumentarfilm, sondern als «Frage- und Antwortsitzung»[1]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur Oliver Stone traf sich mit Wladimir Putin während seiner Reise im Jahr 2015 zu Gesprächen mit Edward Snowden, um einen Film über ihn zu drehen.

Die Vorbereitung des Projekts „Interview mit Putin“ dauerte über zwei Jahre, in denen sich Stone wiederholt mit dem Präsidenten zum Interview traf, zuletzt nach der Wahl des US-Präsidenten. Insgesamt wurden von Juli 2015 bis Februar 2017 ca. 20 Stunden Interviews aufgezeichnet, die zu zwölf Gesprächen zusammengefasst wurden.[2]

Laut Stone besteht das Hauptziel des Films darin, dass die USA einen anderen Standpunkt einnimmt, um eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Ländern zu verhindern.[3]

In Bezug auf die Gespräche mit Putin sagte Stone, dass er ihn mit seinen Führungsqualitäten beeindruckte und die Interessen Russlands verteidigte: „Er ist der wahre Sohn Russlands.“ Stone war während der Dreharbeiten beeindruckt von der Disziplin, Effizienz und Ausdauer des russischen Präsidenten.[4]

Sendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films war am 12. Juni 2017, der Rest der Serie wurde täglich bis zum 15. Juni ausgestrahlt.

Im russischen Fernsehen trug derselbe Film den Titel „Putin“.

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von "schönster Propaganda war in der NZZ die Rede: "Es sind joviale Gespräche in denen Stone als Stichwortgeber figuriert, damit Putin seine Propaganda anbringen kann."[5]

Die Süddeutsche Zeitung titelte: "Keine Dokumentation, sondern ein Autokraten-Porno"[6] und die Zeit schrieb von einem Coup für Putin; "Die beste Propaganda ist immer diejenige, die andere für einen besorgen."[7]

Ganz ähnlich sah die Nowaja Gaseta die Serie als „Werbegeschenk“,[8] während Oleg Kaschin schrieb, eigentlich hätte es gar nichts zu sagen gegeben, aber die eingeschalteten Kameras verunmöglichten es, die Konversation abzubrechen. Deren Transkript sei wohl der verrückteste Text gewesen, der ja auf der Homepage des Präsidenten veröffentlicht worden sei; zu Beginn hätte er sich gar überlegen müssen, ob das nicht Sabotage hätte gewesen sein können.[9]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. August 2017 beim 23. Sarajevo Film Festival gewann der Film den Sympathiepreis des Publikums in der Sektion der Dokumentarfilme.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Wieso hat Russland die Wahl gehackt, Mr. Putin?», Tages-Anzeiger, 2. Mai 2017
  2. Nele Husmann: Putin: Regisseur Stone erklärt, warum er ihn mit Samthandschuhen anfasste. In: focus.de. 17. Juni 2017, abgerufen am 1. März 2018.
  3. Oliver Stone: The Putin Interviews, Skyhorse, New York 2017, ISBN 978-1-5107-3343-5.
  4. „Wahrer Sohn Russlands“ – Oscar-Preisträger und US-Filmregisseur Stone über Putin In: sputniknews.com, abgerufen am 1. März 2018.
  5. «The Putin Interviews»: Lachen mit Putin, NZZ, 17. Juni 2017
  6. Keine Dokumentation, sondern ein Autokraten-Porno, SZ, 10. Jun i 2017
  7. Da nickt der Präsident, Die Zeit, 13. Juni 2017
  8. Frontporträt im Innenraum, Nowaja Gaseta, 23. Juni 2017
  9. Putin und Stone. Verrückte Teeparty, republic.ru, 22. Juli 2019