Die Rache des Wolfes

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Filmdaten
Deutscher TitelDie Rache des Wolfes
OriginaltitelClearcut
ProduktionslandKanada
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1991
Länge92 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieRyszard Bugajski
DrehbuchRobert Forsyth
nach einem Roman von M. T. Kelly
ProduktionIan McDougall
Stephen J. Roth
MusikShane Harvey
KameraFrançois Protat
SchnittMichael Rea
Besetzung

Die Rache des Wolfes (Originaltitel: Clearcut) ist ein kanadischer Film aus dem Jahr 1991. Die Literaturverfilmung basiert auf dem Roman A Dream Like Mine des kanadischen Schriftstellers M. T. Kelly. Regisseur Ryszard Bugajski stellt die Problematik der industriellen Waldabholzung („Kahlschlag“, engl. Clearcutting) in Kanada dar und zeigt die damit verbundene Zerstörung des natürlichen Lebensraums indianischer Waldbewohner. Der Film hatte in den USA am 21. August 1991 Premiere, in Deutschland am 9. Juli 1992.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den waldreichen Gebieten im Norden Kanadas wird der Wald seit Jahren rücksichtslos gerodet. Damit zerstören die verantwortlichen Papier-Großunternehmen den Lebensraum der Indianer, die sich nun wehren wollen. Peter Maguire, ein unerfahrener Anwalt, soll die Ureinwohner in einem Gerichtsprozess vertreten. Um sich ein richtiges Bild machen zu können, lässt sich Maguire mit einem Charterflugzeug in das Waldgebiet seiner Klienten bringen. Nachdem er sich beinahe verläuft, gerät er auch gleich zwischen die Fronten der Holzfäller und der Indianer, die von Umweltaktivisten unterstützt werden. Auch die Medien haben ihre Vertreter vor Ort und so nimmt die Reporterin Louise Maguire mit bis zur Papierfabrik, wo das geschlagene Holz größtenteils verarbeitet wird. Hier trifft er auf den gegnerischen Anwalt und dessen kompromisslosen Auftraggeber Bud Rickets, der ihm klarmacht, keine Chance gegen ihn zu haben. Maguire lässt sich durch den einflussreichen Unternehmer einschüchtern und hat wenig Vertrauen auf einen Sieg, was er dem Indianerhäuptling Wilf so weitergibt. Doch dieser muntert ihn auf und bringt ihm das Leben seines Stammes näher. In dem heute relativ modern gestalteten Reservatsleben, in denen auch die Indianer in Häusern leben und Autos fahren, spielen ihre traditionellen Riten eine große Rolle. Maguire ist eingeladen an einer Reinigungszeremonie teilzunehmen. Wilf hält ihn dazu an, in sich zu gehen, um zu spüren, was seine Seele wirklich wolle. Dem entgegen steht das Stammesmitglied Arthur, dem Verhandlungen und Prozesse keine ausreichenden Mittel sind, um die Rechte der Indianer durchzusetzen. Bevor es jedoch zum Gerichtstermin kommt, wird Maguire zusammen mit Bud Rickets von Arthur entführt. Maguire ist entsetzt, dass Arthur ihn, der den Indianern doch helfen will genauso behandelt wie Rickets. Vergeblich versucht er den Indianer davon zu überzeugen, dass dies nicht der richtige Weg ist Gerechtigkeit für seinen Stamm zu erlangen. Doch dieser zieht unbeirrt mit den beiden weit in das Land und in die Wildnis. Hier will er den „Weißen“ zeigen, was sie der Natur angetan haben und dass die Zivilisation, die sie den Indianern bringen wollen, nichts wert ist.

Maguire beginnt an den Indianern und ihrer Art der Selbstgerechtheit zu zweifeln, denn Arthur geht in seinem Zorn gegen das Abholzen der Bäume so weit, dass er Rickets Bein verstümmelt und die Polizisten kaltblütig erschießt, die zu ihrer Befreiung eingetroffen sind. Arthur bringt seine Geiseln zu einem heiligen Berg der Indianer, wo er ein weiteres Reinigungsritual für sie vorbereitet. Maguire denkt ernsthaft daran Arthur zu töten um diesen „Alptraum“ zu beenden, bringt es aber nicht fertig. Die weiteren Torturen, die er und Rickets erleiden müssen bringen den vormals so friedlichen Anwalt dazu, sich Arthur entgegenzustellen und mit ihm zu kämpfen. Nachdem Arthur verliert, zieht dieser sich wortlos zurück und lässt seine Geiseln allein. Maguire bringt den verletzten Rickets in die „Zivilisation“ zurück, wo sie schon von der Polizei erwartet werden.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „kompromisslose Ökothriller“[1] wurde von der Kritik größtenteils verhalten aufgenommen. Kritisiert wurde zum einen Graham Greene als Darsteller von Arthur, z. B. durch Chris Hicks von Deseret News: „Greenes kraftvolle Bildschirmpräsenz hebt den ganzen Film auf eine realistische, naturbezogene Ebene, die den Film zeitweise unbehaglich macht.“[2]

Hal Hinson von der Washington Post ging einen Schritt weiter und bezeichnete Greenes Leistung als „krass sarkastisch“, er sei „dort am furchteinflößendsten, wo er lustig ist“.[3]

Gelobt wurde dagegen Michael Hogan in der Rolle Bud Rickets, dessen „charmantes Auftreten ein sehr kaltes Herz“ verstecke.[2]

Zum anderen wurde die Grobkörnigkeit des Films kritisiert. Er sei „gut gemeint, aber letztendlich enttäuschend“.[2] Der Film mache zwar seinen Standpunkt klar, „artikuliere“ diesen aber nur „grob“.[3]

Auf der anderen Seite erntete die politische Kompromisslosigkeit des Films positive Einschätzungen: „Trotz seiner oberflächlichen Höflichkeit und obwohl er […] an der Grenze zur starken Vereinfachung schwankt, ist [der Film] so radikal in seiner Botschaft wie ein Bild, das man vor Augen hat.“[3] Für das Lexikon des internationalen Films stellt dieser „‚moderne Western‘ die These des gewaltlosen Widerstandes in Frage“ und „macht durch seine kompromisslose Härte die Unterdrückung eines Volkes schmerzhaft erfahrbar“.[4] Gelobt wurde außerdem die Kameraarbeit von François Protat.[4][1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kurzbeschreibung des Films, Cinema, abgerufen am 5. März 2008
  2. a b c Filmrezension von Chris Hicks, Deseret News, 18. Dezember 1992, abgerufen am 10. März 2018
  3. a b c Filmrezension von Hal Hinson, Washington Post, 14. August 1992, abgerufen am 5. März 2008
  4. a b Die Rache des Wolfes. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 1. April 2017.