Die Staufer und Italien

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Unter dem Titel Die Staufer und Italien fand vom 19. September 2010 bis 20. Februar 2011 in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim eine länderübergreifende Ausstellung statt, die sich dem bedeutendsten europäischen Herrschergeschlecht des hohen Mittelalters, der Dynastie der Staufer, widmete. Die Ausstellung knüpfte thematisch an die Landesausstellung Baden-Württemberg Die Zeit der Staufer an, die 1977 in Stuttgart gezeigt wurde. Knapp 237.000 Besucher sahen sich die Die Staufer und Italien an.[1] Sie war damit die erfolgreichste Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen und eine der zehn erfolgreichsten Mittelalterausstellungen in Deutschland seit 1977.[2] Nach Ausstellungsende wurde das Kommunikationskonzept der Staufer-Ausstellung mit dem Marketingpreis der Metropolregion Rhein-Neckar ausgezeichnet.[3]

Ehrentitel und Schirmherren[Bearbeiten]

Als länderübergreifendes Projekt trug die Geschichtsschau den Ehrentitel einer Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Als Schirmherren hatten die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg (Stefan Mappus), Rheinland-Pfalz (Kurt Beck), und Hessen (Volker Bouffier) gemeinsam der Ausstellung ihr Patronat verliehen.

Herausragende Exponate[Bearbeiten]

Zu den herausragenden Exponaten der Ausstellung zählten der Thronende König aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, eine Steinskulptur aus Norditalien aus der Zeit um 1230, sowie die sogenannte Staurothek aus Cosenza, ein prachtvolles Kreuz-Reliquiar aus den Hofwerkstätten in Palermo, das Kaiser Friedrich II. dem Dom von Cosenza anlässlich der Weihe zum Geschenk gemacht haben soll.

Hauptmotiv der Staufer-Ausstellung ist der Thronende König aus dem Metropolitan Museum of Art New York

Stauferjahr 2010[Bearbeiten]

Aus Anlass der Mannheimer Staufer-Ausstellung feierten 41 süddeutsche Städte gemeinsam das Stauferjahr 2010. Zu den beteiligten Orten zählten die Domstädte Worms, Mainz und Speyer, die Reichsburg Trifels, die Hardenburg bei Bad Dürkheim, die Burg Guttenberg bei Neckarmühlbach und die Starkenburg bei Heppenheim sowie die Kaiserpfalzen Bad Wimpfen, Gelnhausen, Kaiserslautern und Ingelheim. Es wurden mehrere Sonderausstellungen, Konzerte, theatralische Inszenierungen, Mittelalterfeste, Lesungen, Vortragsreihen, Führungen und Aktionen ausgerichtet.[4] Im Rahmen des Stauferjahres wurden wissenschaftliche Entdeckungen gemacht. So fanden Experten der Kaiserpfalz Ingelheim einen stauferzeitlichen Königskopf, der stilistisch verwandt ist mit dem berühmten thronenden König aus New York, dem Hauptmotiv der Mannheimer Ausstellung.[5]

Korrespondenzprojekt Stauferregion Rhein-Neckar[Bearbeiten]

Die Staufer-Ausstellung wurde von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, an dem, neben Mannheim, 23 historisch bedeutsame Orte und Stätten mitwirkten. Unter dem Titel Stauferregion Rhein-Neckar hatten sich Vertreter der in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und dem Elsass gelegenen historischen Erinnerungsorte Heidelberg, Burg Steinsberg bei Sinsheim, Bad Wimpfen, Burg Guttenberg bei Haßmersheim, Neckargemünd, Eberbach, Strahlenburg bei Schriesheim, Lorsch, Starkenburg bei Heppenheim, Breuberg, Gelnhausen, Münzenberg, Landskron bei Oppenheim, Mainz, Ingelheim, Worms, Hardenburg bei Bad Dürkheim, Speyer, Reichsburg Trifels bei Annweiler und Burg Fleckenstein bei Lembach zusammengeschlossen, um vor und während der Laufzeit der Ausstellung im Stauferjahr Rahmenprogrammpunkte zu veranstalten. Jeder der Orte betonte seine Bedeutung für die staufische Geschichte und machte mit Veranstaltungen die mittelalterliche Geschichte für die Besucher lebendig. Neun dieser Orte liegen an der Burgenstraße. Das Projekt Stauferregion Rhein-Neckar wurde von den Reiss-Engelhorn-Museen ins Leben gerufen und wurde in Abstimmung mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen koordiniert.

Kooperationen[Bearbeiten]

Begleitend zu dem Ausstellungsprojekt präsentierten die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen jeweils Sonderabfüllungen eines Stauferweins. Für Baden-Württemberg wurde der trockene 2008er Lämmler Trollinger der Fellbacher Weingärtner eG zum Wein des Stauferjahres gekürt.[6]

Besucherschlangen vor dem Museum Zeughaus zur Staufer-Ausstellung

Organisation[Bearbeiten]

Die Gesamtleitung der Staufer-Ausstellung hatte der Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, Alfried Wieczorek inne, als wissenschaftliche Koordinatoren fungierten die Mittelalterhistoriker Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter an der Universität Heidelberg. Im wissenschaftlichen Ausstellungsbüro waren Elisabeth Handle (Wissenschaftliche Kuratorin), Alexander Schubert (Koordinator des Stauferjahres), Irmgard Siede (Projektleitung) und Verena Türck (Wissenschaftliche Assistentin) tätig. Wissenschaftliche Partner der Ausstellung waren der Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Thomas Metz, und der Direktor der staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Karl Weber.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Zahlreiche Prominente besuchten die Ausstellung. Zu den berühmten Gästen zählten u. a. Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl, die ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und Walter Scheel, die Ministerpräsidenten Kurt Beck, Volker Bouffier, dessen Amtsvorgänger Roland Koch, Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident Ulrich Goll, Erzbischof Robert Zollitsch[7], ZDF-Intendant Markus Schächter, TV-Moderator und Showmaster Frank Elstner[8], Star-Tenor René Kollo[9] und Autor Thilo Sarrazin.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfried Wieczorek, Alexander Schubert (Hrsg.): Ausstellung und Tourismus. Bilanz der Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Mannheim 2011, ISBN 978-3-927774-41-4
  • Alfried Wieczorek, Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa. Bd1: Essays; Bd.2: Objekte. Katalog zur Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, Darmstadt 2010.
  • Alfried Wieczorek (Hrsg.): Stauferregion Rhein-Neckar. Reiseziele zur Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen Die Staufer und Italien. Mannheim 2009, ISBN 978-3-927774-27-8
  • Alexander Schubert: Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa, Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Hrsg. von Alfried Wieczorek, Mannheim 2008, ISBN 978-3-927774-26-1
  • Alexander Schubert: Italienische Lebensart in Mannheim. Ein Stadtspaziergang anlässlich der Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa, Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Hrsg. von Alfried Wieczorek, Mannheim 2009, ISBN 978-3-927774-28-5
  • Eva-Maria Günther: Reiselust Stauferzeit. Hrsg. von Alfried Wieczorek, Mannheim 2010, ISBN 978-3-79542405-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Großer Andrang bis zur letzten Minute, Mannheimer Morgen Ausgabe Rhein-Neckar 21. Februar 2011, S. 22
  2. Endspurt für die Staufer, Mannheimer Morgen 15. Februar 2011, S. 17
  3. Peter W. Ragge: Beeindruckendes Museums-Marketing, Mannheimer Morgen 22. November 2011, S. 20
  4. http://www.artefacti.de/abstrakte-kunst/index.php/kunst-nachrichten-2010/maerz-2010/7697-sueddeutschland-feiert-stauferjahr.html
  5. http://www.allgemeine-zeitung.de/region/rheinhessen/8999025.htm
  6. http://deutschlandmagazin.com/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=934
  7. http://www.luaktiv.de/scripts/cms_rnnews/news.php?id=35906
  8. http://www.luaktiv.de/scripts/cms_rnnews/news.php?id=36948
  9. Susanne Räuchle: Das große Staunen über die Staufer, Mannheimer Morgen 27. November 2010, S. 19
  10. Susanne Räuchle: Massenbewegung zu den Staufern, Mannheimer Morgen 8. Februar 2011, S. 17

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Staufer und Italien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien