Die Türen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Türen
Die Türen 2019 in der Roten Sonne in München
Die Türen 2019 in der Roten Sonne in München
Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin, Deutschland
Genre(s) Rock
Gründung 2002
Website www.dietueren.de
Gründungsmitglieder
Maurice Summen
Gunther Osburg
Ramin Bijan
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Maurice Summen
Gitarre, Modular-Synthesizer
Andreas Spechtl
Bass
Ramin Bijan
Chris Imler[1]
Michael Mühlhaus
Gitarre
Gunther Osburg
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Markus Spin

Die Türen sind eine deutschsprachige Band aus Berlin.

Sie lassen sich keinem Musikstil fest zuordnen. Sie spielen Pop, (Indie-)Rock, Soul, Funk, Electro bis hin zu Punkrock, Ska oder Doo Wop. Musikjournalist Thomas Groß bezeichnete sie in einem Interview aufgrund ihrer Stilvielfalt als „Glückskeks einer postfordistisch verwalteten Welt“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Bandgründer kommen aus der Umgebung um Borken. Dort spielten sie in einigen Schülerbands und kamen in den Jahren 2001 und 2002 nach mehreren Jobs und Studiengängen nach Berlin. Dort schlossen sie sich 2002 zur Band Die Türen zusammen. Der Bandname ist nach Angaben der Band keine Anlehnung an die US-amerikanische Rockband The Doors, sondern entstand, als sie beim Suchen nach einem passenden Namen schließlich bei Nonsenswörtern angekommen waren und Maurice Summen meinte: „Dann können wir uns genauso gut Die Türen nennen.“ Da sie kein Plattenlabel für sich gewinnen konnten, gründeten sie mit Staatsakt ihr eigenes.

Ihre ersten beiden Platten, Das Herz war Nihilismus und Unterwegs mit Mother Earth (das sie in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Label Buback veröffentlichten), nahmen sie in der gemeinsamen Wohngemeinschaft an der Schönhauser Allee auf. Für das dritte Album stießen Michael Mühlhaus von Blumfeld und Markus Spin zu den Türen. Zusammen veröffentlichten sie das Album Popo. Die Verpackung erinnert an eine Aldi-Tüte, das Coverartwork erinnert an ein Prospekt des Discounters. Die CD hat als Aufdruck eine Scheibe Bierschinken.[3]

Am 10. Februar 2012 erschien mit ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ ihr viertes, reguläres Studioalbum. Dem ganz in weiß gehaltenen Coverartwork der Platte ist ein Buchstaben-Aufklebersatz beigelegt, mit dem die Käufer dazu aufgefordert werden, ihren eigenen Albumtitel zu erfinden.[4] Andreas Spechtl von der Gruppe Ja, Panik spielt auf diesem Album Gitarre. Das Album war für den Echo 2013 in der Kategorie Kritikerpreis nominiert. Der Preis geht jedoch schließlich an Kraftklubs Album Mit K.[5]

2014 schrieben Die Türen einen Soundtrack für das Kunstprojekt Tor des Westens von der Künstlervereinigung KUNSTrePUBLIK, ein Waschportal am Rande der A 40 im Ruhrgebiet. Das Projekt sollte vom 14. Juni bis 7. September 2014 auf ein neues Zuwanderungsgesetz hinweisen. Während der Fahrt durch das Waschportal konnte der Autofahrer Lieder von Die Türen hören.[6]

Im November 2014 veröffentlichten Die Türen zusammen mit dem Berliner Maler Helmut Kraus und der Kölner 3D-Animationsfirma Industriesauger-TV das Album Wir sind der Mann unter dem Projektnamen Der Mann. Die SingleIch bin ein Mann wurde im Juni 2015 vom US-amerikanischen Dance-Label Ultra-Music wieder veröffentlicht und es erschien eine EP mit Versionen von Erobique, Deichkind und Ill Till.[7]

2016 entwickelten Die Türen unter der musikalischen Leitung von Maurice Summen zusammen mit Christiane Rösinger und Jens Friebe das „Fussical“ Der Spielmacher. Die Regie übernahm Patrick Wengenroth. Es wurde am 24. Juni 2016 im Hebbel-Am-Ufer (HAU) uraufgeführt. Am selben Tag erschien das gleichnamige Album mit kritischen Liedern zum Themenkomplex Fußball.[8]

Am 25. Januar 2019 veröffentlichten Die Türen das Dreifach-Album Exoterik, welches sie in langen Jam-Sessions in der „Pension zu Eisenbahn“ in Ringenwalde aufnahmen und später in Berlin im Studio editierten. Andreas Spechtl wechselte auf diesem Album von der Gitarre an Sequenzer und Keyboards. Maurice Summen spielte neben Gunther Osburg Gitarre. Chris Imler spielte Schlagzeug und Elektro-Drums und Ramin Bijan den Bass.[9] Das Album enthält Elemente von Krautrock und Techno, es zitiert Sun Ra, Kraftwerk, Der Plan und Suicide.[10]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türen sehen sich selbst in der Tradition des Postpunks. In ihren Texten und der Gestaltung ihrer Coverartworks greifen sie Stilelemente des Dada auf. Die Türen spielen mit ästhetischen Codes und verwenden Elemente unterschiedlichster Musikstile, wie etwa der Neuen Deutsche Welle, des Agit Props, Discofox, Hardrock, Krautrock sowie der Elektronischen Musik.[3][4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Das Herz war Nihilismus (CD, Staatsakt)
  • 2005: Unterwegs mit Mother Earth (CD+DVD, Buback-Tonträger)
  • 2007: Popo (CD, Staatsakt)
  • 2008: Booty (CD, „Picture Disc“, Staatsakt; Popo-Neubearbeitungen und Remixe von Erobique, Mense Reents, Bobby Conn, Viktor Marek, Michael Fakesch u. a.)
  • 2012: ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ (LP+Bonus-CD, CD, Staatsakt)
  • 2012: Das Cover Album (LP, CD-Ausgabe lag der Oktoberausgabe 2012 der Musikzeitschrift Musikexpress bei, Staatsakt. Das Coveralbum enthält das vollständige ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ-Album in Cover-Versionen von Künstlern des Staatsakt-Labels: Locas in Love, Andreas Dorau, The European Rich Kids, Ashraf Sharif Khan & Viktor Marek, Zwanie Jonson & The Class, Die Heiterkeit, Bonaparte, Stereo Total, Frank Spilker, Patric Catani feat. Ill Till)
  • 2014: Wir sind der Mann (LP+CD+Kunstdrucke, Staatsakt) – unter dem Pseudonym Der Mann
  • 2015: Ich bin ein Mann (Digital, Ultra-Music, 12"-Vinyl bei Staatsakt) – unter dem Pseudonym Der Mann
  • 2016: Der Spielmacher (Doppel-Lp und CD, Staatsakt) – zusammen mit Jens Friebe und Christiane Rösinger
  • 2019: Exoterik (Dreifach-Vinyl, Doppel-Kassette und digital, Staatsakt)

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Krieg der Dialektik (DVD, Staatsakt)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Chronik der Gefühle von Alexander Kluge (Lied Monatskarte), Hörspielbearbeitung und Regie: Karl Bruckmeier; erschienen als Hörbuch bei Hörkunst Kunstmann
  • 2010: Die letzten Tage der Menschheit von Karl Kraus im HAU2 in Berlin (Oktober), Musik: Die Türen; Regie: Patrick Wengenroth
  • 2011: Rentner & StudentenDas Leben ist teuer (7″-Single, Staatsakt)
  • 2012: Hausmeister der Schöpfung (Buch, Staatsakt)
  • 2014: Tor des Westens – Begrüßungslieder (KUNSTrePUBLIK)
  • 2018: Miete Strom Gas (Single, Staatsakt)
  • 2019: Ten Musik für Tanz-Performance von Deborah Hay im Rahmen von "Tanz im August" im Radialsystem in Berlin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Winkler: Im Interview: Schlagzeuger Chris Imler: „Ich bin in schlimme Kreise geraten“. In: Die Tageszeitung: taz. 14. Juni 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. Juni 2020]).
  2. Thomas Groß: Pop von Die Türen: Kaffeekränzchen auf Drogen. In: Die Zeit. Nr. 7, 9. Februar 2012
  3. a b „Die Türen“: Wurst und Wahrheit, Artikel von Christian Schröder im Tagesspiegel, 15. November 2007. Abgerufen am 10. März 2019
  4. a b „Die Türen“ mit neuem Album: Patchwork, Krautrock, Autopilot, Artikel von Julian Weber in der taz, 7. Februar 2012. Abgerufen am 10. März 2019.
  5. Peer Göbel: Echo 2013: Die Gewinner im Überblick - Die Toten Hosen, Cro und Unheilig räumen ab. GIGA, 22. März 2013, abgerufen am 10. März 2019.
  6. Tor des Westens. Kunstrepublik. Abgerufen am 10. März 2019
  7. Der Mann-Website. Abgerufen am 10. März 2019
  8. Dennis Pohl: Der Ball ist rund, das Leben nicht bei Spiegel-Online. 26. Juni 2016. Abgerufen am 10. März 2019
  9. Tobi Müller: Musik mit Kraut und Seele. In: Spiegel Online. Der Spiegel GmbH & Co. KG, 25. Januar 2019, abgerufen am 17. Oktober 2019.
  10. Frank Schmiechen: Die Türen Exoterik. In: Musikexpress. Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH, 24. Januar 2019, abgerufen am 17. Oktober 2019.